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Konflikte fair austragen

Gruppenstunde | Alter: 8-12 | Aufwand: mittel

Ziel

Es kommt im Leben — und dadurch natürlich auch im Gruppenalltag — immer wieder zu Konflikten, weil man sich ungerecht behandelt fühlt. Es ist daher wichtig, fähig zu sein, konstruktiv damit umzugehen, wenn einen etwas stört. In dieser Gruppenstunde können die Kinder üben, möglichst sachlich zu formulieren, was sie stört, und dann eine Handlungsmöglichkeit suchen.

Material

  • Kärtchen mit Konfliktsituationen
  • Plakate, Stifte

Aufbau

Nachdem das Formulieren von ärgerlichen Dingen an einer Situation gemeinsam geübt wurde, schreiben die Kinder in Kleingruppen auf Plakate, was Kinder in speziellen Konfliktsituationen stört. Danach werden Lösungsvorschläge gesucht und bewertet.

 

Das ist ungerecht!


Unten findest du Situationen, die den Kindern in der Gruppenstunde passieren und die zu Konflikten führen könnten. Falls eines deiner Kinder zufällig so heißt wie ein Kind auf einem Situationskärtchen, ändere den Namen bitte! Und falls eine Konfliktsituation ganz genauso bei euch abgelaufen ist, dann lass sie bitte weg, denn wenn die Kinder sich zu "betroffen" fühlen, können sie nicht mehr entspannt "üben".

Suche dir eine der Situationen aus, die du gemeinsam mit der Gruppe bearbeiten möchtest. Erzähle den Kindern die Ausgangssituation und fordere sie dann auf, sich in zwei Gruppen zu teilen — jede Gruppe versetzt sich in die Rolle einer der beiden "Streitparteien". Die Aufgabe besteht nun darin, dass die Kinder möglichst sachlich formulieren, was sie stört.
Achte darauf, dass die Kinder versuchen, den Ärger und die Enttäuschung der "Streitpartei" zu erklären und dass sie nicht aufeinander schimpfen — also immer noch fair miteinander umgehen.
Hat eine Streitpartei erklärt, was sie ärgert, dann hat die andere Streitpartei die Aufgabe zu sagen, ob das verständlich war und ob es sachlich genug war, um nicht gleich weiter streiten zu müssen.

Nun bilden die Kinder Kleingruppen zu je mindestens drei Personen und erhalten eine der anderen Situationskärtchen. Auf einem Plakat sollen sie nun die beiden Streitparteien zeichnen und in Sprechblasen dazu schreiben, was sie ungerecht finden, was sie ärgert. Anschließend kommt ihr wieder zusammen, und die Kleingruppen erklären ihre Situationen und was wen warum ärgert. Ihr könntet diese Situationen natürlich auch z.B. mit Handpuppen vorspielen.

Durchatmen — nachdenken — handeln!


In Situationen, in denen wir uns ungerecht behandelt fühlen, handeln wir oft ohne nachzudenken, und dadurch wird die Sache manchmal noch schlimmer. Oder es setzt sich eine/r durch und der/die andere schaut durch die Finger.
Ein Tipp, den du den Kindern mitgeben kannst, ist einmal tief durchzuatmen und erst dann zu handeln. Durch das Atmen beruhigt man sich etwas und löst die Situation vielleicht besser als aus der ersten Wut heraus.

Wie können nun die Lösungen für die Konflikte aussehen? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen schlüpft die eine Hälfte der Gruppe in die Rolle von Interviewer/innen und die andere Hälfte in die Rolle von Konfliktberater/innen. Alle Kinder gehen im Raum herum, und die Interviewer/innen versuchen, möglichst viele, gute Antworten von den Konfliktberater/innen zu bekommen. Dazu müssen sie natürlich Fragen stellen, die sich an einer der Situationen orientieren und die möglichst griffig sind, wie "Was sollen zwei Kinder tun, die auf genau demselben Platz sitzen möchten?".

Anschließend setzt ihr euch nochmals zusammen, und die Interviewer/innen berichten, welche verschiedenen, brauchbaren Antworten sie auf ihre Fragen bekommen haben.

Vorhang auf!


Zum Abschluss könnt ihr dieses Spiel ausprobieren, bei dem es auch darum geht, sich zu einigen:
Zunächst finden sich jeweils zwei Kinder zusammen. Sie stehen mit dem Rücken zueinander. Jedes Kind denkt sich nun eine einfache Bewegung und ein Geräusch dazu aus. Haben sich beide für etwas entschieden, drehen sie sich mit den Worten "Vorhang auf!" zueinander und machen ihre Bewegungen und Geräusche. Dann wenden sie wieder ihre Rücken zueinander. Jedes Kind überlegt sich, in welcher Weise es seine Bewegung mit seinem Geräusch geringfügig verändern könnte, um der Bewegung und dem Geräusch des anderen Kindes ähnlich zu werden. Dann sagen sie wieder "Vorhang auf!", wenden sich zueinander und zeigen einander gleichzeitig ihre neuen Kreationen. Das geht so lange, bis beide dieselbe Bewegung und dasselbe Geräusch machen. Dabei ist eine neue Bewegung und ein neues Geräusch entstanden. Nun finden sich zwei Paare zusammen, die ihre beiden Kreationen auf die gleiche Weise angleichen sollen. Das Spiel endet, wenn die ganze Gruppe in zwei Reihen steht und dieselbe Bewegung und dasselbe Geräusch macht.

Situationen:


Caroline hat ihren Lieblingsplatz im Gruppenraum reserviert, indem sie ihren Pullover dorthin gelegt hat, wo sie sich dann hinsetzen möchte. Dann ist sie noch schnell aufs Klo gegangen. Als sie zurückkommt, liegt ihr Pullover anderswo, und Leonie sitzt auf "ihrem" Platz.

Konstantin hat von seiner Oma ein Sackerl seiner Lieblingskeks bekommen und in die Gruppenstunde mitgenommen. Zwei Kindern hat er schon je ein Keks geschenkt. Jetzt wollen die anderen auch noch welche haben. Wenn Konstantin jedem eines gibt, bleibt ihm selbst keines mehr übrig.

In der Gruppenstunde sollen Kinder in kleinen Gruppen ein Plakat bemalen. Dazu gibt es einen coolen, dicken Filzstift, mit dem jede/r gerne mal schreiben möchte. Aber es ist leider nur ein Stift pro Gruppe da, und der/die Gruppenleiter/in hat keine gleichen Stifte mehr.

Ein paar Kinder stören in der Gruppenstunde, weil sie ständig reden und kichern. Die anderen Kinder wollen aber gern weitermachen, weil sie neugierig sind, was in der Gruppenstunde noch passieren wird.

Ihr habt in der Gruppenstunde gebastelt, und jetzt ist der Gruppenraum verwüstet. Überall liegen kleine Papierstücke, Wolle, Scheren, Klebstoff usw. herum. Ein paar Kinder sind schon hinausgegangen und spielen dort ihr Lieblingsspiel. Die anderen Kinder räumen den Gruppenraum auf, obwohl sie auch gern spielen würden.

Autor/in: Lisi Paulovics

Publikation: Kumquat_4/03

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Schlagwörter: Konflikte, Ich und die anderen