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Wie ist das mit dem Arbeiten?

Gruppenstunde Ausflug | Alter: 8-12 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Arbeit bestimmt unsere Erwachsenenwelt. Wirklich nur die Welt Erwachsener? Jedes Kind stellt sich auch einmal oder auch öfters die Frage: "Was will ich werden?" Und Kinder haben Eltern, die arbeiten gehen oder nicht, und dadurch die Welt der Kinder wieder beeinflussen: Wie viel Zeit haben meine Eltern für mich? Was für einen Urlaub können wir uns leisten?...
Auch durch einen anderen Aspekt kommt das Thema "arbeiten" in die Welt der Kinder: Kinderarbeit. In dieser Rausgehaktion soll es um einige dieser Aspekte rund um die Arbeit gehen.

Aufbau

Am Weg zur U-Bahn-Station Landstraße bzw. Schnellbahnstation Wien Mitte können die Kinder Fahrgäste zum Thema Einkaufen befragen. Beim Amadeus angekommen vergleicht ihr die Ergebnisse und schaut euch auch dort das Geschäft, das ein Bahnhofskiosk sein soll, näher an. Im Anschluss daran geht es um Kinderarbeit in Ländern der "Dritten Welt", dazu vergleicht ihr euren Tagesablauf mit dem von Kavita, einem Kind, das in Indien arbeiten muss.

 

Zuallererst...


Bevor ihr aufbrecht, erklärst du den Kindern genauer, worum es heute gehen wird und wohin ihr unterwegs seid. Außerdem forderst du die Kinder dazu auf, Passant/innen und Fahrgäste in der U-Bahn oder Schnellbahn nach ihren Einkaufsvorlieben zu befragen. Die Frage lautet: "Um welche Uhrzeit und an welchem Tag würden Sie am liebsten einkaufen, wenn rund um die Uhr geöffnet wäre?" Dazu ist es praktisch, wenn die du für die Kinder einen Raster vorbereitet hast, auf dem sie die Antworten einfach eintragen können. (Einen Vorschlag für den Raster findest du auf der Homepage http://wien.jungschar.at) Wenn sich die Kinder nicht trauen, können sie den Fragebogen auch einfach selbst ausfüllen.

Und das ist ein Kiosk?!?


Zuerst schaut ihr, was bei der Befragung herausgekommen ist. Dazu hast du den Raster auf ein Plakat übertragen und mitgenommen, die Kinder können jetzt ihre Ergebnisse auf diesen großen Raster eintragen. Wann wollten die meisten Leute einkaufen? Bevorzugen sie Zeiten, an denen normale Geschäfte nicht offen haben?

Dann erzählst du, wo ihr jetzt gerade seid: Wir stehen hier vor einem großen Buchgeschäft, das am Abend länger als normale Geschäfte offen haben kann, und auch am Sonntag geöffnet ist. (Mo-Sa 10.00 - 21.00, So u. Feiertag 11.00 - 21.00) Warum das so ist? Es gilt als Kiosk, so wie diese kleinen Geschäfte auf Bahnhöfen, die ja eigentlich auch immer geöffnet haben, weil Reisende immer mal was brauchen. Diese kleinen Kioske dürfen deshalb, weil sie zur Verpflegung von Reisenden da sind, länger geöffnet haben. Warum aber darf dieser Amadeus das auch?? — Weil er als Bahnhofskiosk gilt, da er eine Rolltreppe zum Bahnhofsgelände hat. (An dieser Stelle könnt ihr euch diese Rolltreppe anschauen und vielleicht überprüfen, wo die hingeht...)

Diese Rolltreppe verändert das Arbeitsleben in diesem Geschäft enorm. Es gibt längere Arbeitszeiten und auch mehr Tage, an denen gearbeitet wird. Manchen Menschen gefällt das, andere finden es schade, dass sie nun auch am Sonntag arbeiten müssen, wenn ihre Kinder, Frauen oder Männer zu Hause sind.

Wenn ihr Zeit und Lust habt, könnt ihr auch noch versuchen herauszufinden, was die Angestellten und Kund/innen zu diesen Arbeitszeiten sagen.

Mögliche Fragen an das Personal wären:

  • Wie viele Stunden sind Sie hier angestellt?
  • Können Sie sich die Tage aussuchen, an denen Sie arbeiten?
  • Finden sie persönlich die langen Öffnungszeiten gut?



Mögliche Fragen an die Kund/innen:

  • Warum kommen Sie hierher einkaufen?
  • Kaufen Sie auch hier ein, wenn andere Geschäfte schon geschlossen haben?(Sonntag oder später Abend)
  • Schätzen Sie die langen Öffnungszeiten dieses Geschäftes?



Es geht um die Freiwilligkeit!


Wenn ihr die Antworten auf diese Fragen zusammentragt, wird wahrscheinlich deutlich werden, dass es nicht so einfach ist, schlechthin von Vorteilen oder Nachteilen geänderter Ladenöffnungszeiten zu sprechen. Je nachdem, wie es in die Lebenssituationen der Menschen passt, überwiegen die Vor- oder die Nachteile. Wichtig ist dabei die Frage der Freiwilligkeit: Kann sich wirklich jeder Mensch aussuchen unter welchen Bedingungen er/sie arbeiten möchte? Können sich alle hier arbeitenden Menschen aussuchen, am Sonntag nicht zu arbeiten?
Leider kann sich nicht jede/r immer aussuchen wo und was er/sie arbeitet. Auch Kindern geht das manchmal so. Zwar nicht hier in Österreich, wo Kinderarbeit verboten ist, aber in vielen Ländern der so genannten Dritten Welt müssen Kinder arbeiten, um ihr Überleben zu sichern.

Kavitas Tag


Wißt ihr, was eure Alterskolleg/innen dort herstellen? Wie lange sie arbeiten müssen? Wieviel Geld sie verdienen? Ob sie auch Urlaub haben?
Diese Fragen sind nicht einfach zu beantworten, weil es für uns unvorstellbar ist, dass Kinder überhaupt arbeiten müssen, und keine Zeit zum Spielen oder für die Schule haben. Sehen wir uns einmal gemeinsam den Tagesablauf der indischen Kinderarbeiterin Kavita an. Anschließend vergleichen wir unsere eigenen Tagesabläufe mit dem von Kavita.

Kavitas Tag
4.30: aufstehen, waschen
5.00: mit der Mutter das Frühstück bereiten
5.30: mit dem Bus zur Fabrik fahren
6.00: Arbeit in der Fabrik, Streichhölzer in Schachteln füllen
12.00: Mittagspause
12.30: Streichhölzer in Schachteln füllen
17.00: Teepause
17.30: Streichhölzer in Schachteln füllen
20.00: mit dem Bus nach Hause fahren
20.30: Abendessen
21.00: mit der Mutter sauber machen
22.00: schlafen gehen
(aus Arbeitshilfe zur Misereor Kinderfastenaktion 1999, S. 13)

Was tun?


Viele Produkte, mit denen wir jeden Tag zu tun haben, werden von Kindern hergestellt. So wie Turnschuhe, Fußbälle, T-Shirts...
Leider ist es nicht möglich diese Situation auf einen Schlag zu verändern. Trotzdem müssen wir darüber reden und uns selbst und andere darüber informieren. Damit sie die Dinge ändern können. Wichtig wäre auch, dass die Eltern der Kinder gute Arbeitsplätze bekommen. Denn dann hätten die Familien genug Geld, und wären nicht auf den Verdienst ihrer Kinder angewiesen. Dann könnten die Kinder auch zur Schule gehen und so einen guten Beruf lernen, mit dem sie später mehr Geld verdienen können. Ein großer Teil der Projekte, die durch die Dreikönigsaktion unterstützt werden, haben sich zum Ziel gesetzt, die Kinderarbeit in den Ländern der "Dritten Welt" einzudämmen. Sternsingen bringt's also!

Autor/in: Angie Weikmann und Ursi Hinterhölzl

Publikation: Kumquat_1/03

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Schlagwörter: Arbeit, Rausgehaktion, Welt