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Reichlich fremd

Gruppenstunde | Alter: 8-14 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Sich mit Fremdem auseinanderzusetzen, bedeutet zwar immer auch Ungewohntem, und daher gleichfalls Beängstigendem gegenüberzutreten. Es kann aber ebenso äußerst lustig und unterhaltsam zugehen. Diesen lustigen Aspekt hervorzukehren, ist Aufgabe der folgenden Spielaktion. Wirkt sie auch noch so absurd und realitätsfern, darf dabei jedoch nicht übersehen werden, dass sie in nicht zu gering zu schätzendem Ausmaß eine Gelegenheit zur Übung darstellt, Fremdes handzuhaben, sich Unbekanntem zu stellen und nicht zu fliehen. Es geht einfach darum, in einem fremden Raum miteinander zu spielen, in fremde Rollen zu schlüpfen, gemeinsam Spaß zu haben.

 

Raumgestaltung



Die Raumgestaltung ist völlig in der Welt der Phantasie angesiedelt - möglichst kein Gegenstand soll an frühere Erlebnisse der Gruppe in diesem Zimmer erinnern - vielleicht kann eigens dafür ein eher weniger bekannter Raum benützt werden. Die Raumgestaltung ist das zentrale Element für die Gestaltung dieser Gruppenstunde.

Denbare Elemente zur Raumgestaltung:

färbige Glühbirnen
ein in Kniehöhe kreuz und quer durch den Raum verspanntes Plakatklebeband (Klebefläche nach oben)
Räucherstäbchen
ein Haufen aus 14 Taucherbrillen

sechs nebeneinander aufgestellte Trinkgläser gefüllt mit:
Gewürznelken
Büroklammern
leeren Tintenpatronen
dem Band einer kaputten Tonbandkassette
5-8 (ja nach Größe des Glases) Spielzeuggegenstände aus Überraschungseiern
Gummiringerln

ein Plakat auf dem ein magisches Zahlenquadrat abgebildet ist

an allen nur erdenklichen Orten angebrachten Kleiderbügel mit:
Regelmänteln
langen grauen Unterhosen
altmodische Flanellpyjamas

ein Einsiedeglas gefüllt mit Eiswürfeln

ein Kassettenrekorder - möglichst noch im Raum angebracht (vielleicht an der Vorhangstange befestigt) - aus dem eine Zusammenstelung von verschiedenen Natur., Verkehrs- oder sonstigen Geräuschen tönt

ein Kartenspiel aus 40 Karten - zusammengesetzt aus Spielen, die nicht miteinander gemein haben (Tierquartett, Tarock, Rummy...)

ein Sessel, über dessen Lehne19 Kravatten hängen
ein Sessel dekoriert mit elektrischer Christbaumbeleuchtung
ein Sessel, dessen Beine in 2 Gummistiefel stecken

ein Plakat mit einem sogenannten Nonsens-Gedicht
Mutter gond stu dehst sto sille
Wurch die Wochenalbend hin
Stehter Wolk du mondst steh sille
monddurch hinabend
Mut, Herr Gond in Stillewolken
Abends gehst du hin
Meter du wolkst Abendnih.


23 im Raum verteilte Zetterl - jedes davon trägt die Aufschrift "tralala"

3 Wanduhren, die verschiedene Zeiten anzeigen

Miteinander spielen



Nun könnt ihr in dieser fremden "Landschaft" einfach miteinander spielen, was Euch einfällt, in fremde Rollen schlüpfen, die Gegenständer erkunden und mit ihnen spielen...

Als Impulse, das freie Spiel innerhalb dieser Landschaft zu beginnen, wären denkbar:

  • der/die Gruppenleiter/in bleibt am Klebeband kleben
  • der/die Gruppenleiter/in beginnt mit dem seltsamen Kartenspiel zu spielen oder damit wahrzusagen
  • der/die Gruppneleiter/in "findet" das Plakat mit dem Nonsens-Gedicht und beginnt sich mit einzelnen darauf zu findenden Worten mit anderen Gruppenmitgliedern zu unterhalten oder das Gedicht fortzusetzen
  • der/die Gruppenleiter/in bemerkt auf Grund der drei Wanduhren, dass seine Armbanduhr nicht die richtige Zeit anzeigt und stellt sie neu ein auf eine vierte Zeit
  • der/die Gruppneleiter/in reagiert auf das eben zu hörende Geräusch vom Kassettenrekorder



Sollte die Gruppe noch nicht geübt sein, derart frei miteinander zu spielen und ungehemmt die Phantasie spielen zu lassen, könnte auch schlichter, mit mehr Vorgaben begonnen werden:

  • die Gruppe betritt noch nicht den Raum, sondern betrachtet ihn lediglich eine Minute lang von der Tür aus. Nach kurzer Zeit wird die Tür geschlossen und die Gruppe versucht aus der Erinnern zu rekonstruieren, was da alles zu sehen war.
  • die Gruppe untersucht den Raum und versucht anhand der vorgefundenen Gegenstände zu erörtern, was hier vorgehen mag, wer hier lebt, wozu diese Unordnung gut ist. Vielleicht schlüpfen nach und nach immer mehr Gruppenmitglieder in die Rollen jener Personen, die den Raum benützen könnten.
  • der optische Eindruck, den der Raum auf die Gruppe macht soll vertont und das Resultat auf Tonbandkassette aufgenommen werden (in diesem Fall mag bei der Gestaltung des Raumes von der Miteinbeziehung von Hintergrundgeräuschen abgesehen werden)

Autor/in: Günther Bosek, Judith Pühringer

Publikation: fremdsein

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Schlagwörter: Kreativität, Spiel, Phantasie