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Die Menschen, die wir nicht kennen

Gruppenstunde | Alter: 8-13 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Durch die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar werden viele Menschen in verschiedenen Ländern unterstützt. Meist kennen wir diese Menschen gar nicht, und trotzdem ist es möglich, ihnen durch diese Hilfe das Leben ein bisschen schöner zu machen. Die Kinder können so selbst etwas dazu beitragen, dass es Menschen in anderen Ländern besser geht.

Ziel

Wenn wir über Länder der "Dritten Welt" sprechen, kennen wir die Menschen, um die es dabei geht, in der Regel gar nicht. In dieser Gruppenstunde erfahren wir ein wenig darüber, wer diese Menschen sind und wie der Alltag von Kindern in vier konkreten Ländern aussieht.

Material

  • Chile: 1 Bogen Packpapier
  • Zaire: 1 Wasserschaffl, 3 Seifen
  • Indien: 2 leere Zündholzschachteln, kleine Steinchen
  • Papua-Neuguinea: Schnur, 3 Holzstücke
  • Plakat für Rätsel

Aufbau

Zuerst gehen die Kinder durch den Raum und grüßen sich in den verschiedenen Sprachen der Länder Zaire, Chile, Papua-Neuguinea und Indien, um die es in dieser Gruppenstunde geht. Danach wird ihnen jeweils von jeden Land ein Brief vorgelesen und das dazugehörige Spiel gespielt (steht im Brief dabei). Während des Vorlesen sollten die Kinder gut zuhören, da die Antworten des Rästel in den Briefen enthalten ist. Natürlich sollten die Kinder die Briefe auch selbst (nach)lesen können, wenn sie nicht alle Antworten wissen.

 

Grußwechsel


An den vier Wänden des Raumes hängt je ein Bild von Kindern in Zaire, Chile, Papua-Neuguinea und Indien (kannst Du Dir im Jungscharbüro ausborgen). Dabei stehen Grußworte aus diesen Ländern. Diese Grußworte sind auch auf Kärtchen geschrieben, von denen jedes Kind eines bekommt. Nun gehen alle durch den Raum, begrüßen einander mit dem Wort, das auf dem Kärtchen steht. Nach der Begrüßung tauschen die Kinder ihre Kärtchen, so dass sie dann in einer anderen Sprache weitergrüßen.

Aus vier Erdteilen


Wenn wir mit dem vorigen Spiel aufhören, hat jedes Kind ein Kärtchen in der Hand. Es geht nun zum Bild des Kindes, in dessen Sprache das Grußwort auf seinem Kärtchen steht. Zu den Bildern gibt es je einen Brief und Gegenstände. In den so entstandenen Kleingruppen lesen wir die Briefe. In der Kleingruppe wird das im Brief beschriebene Spiel gespielt.

Brief aus Chile:
iHola!
Ich, Asenyo, bin 12 Jahre alt und habe noch 6 Geschwister. Ich bin aus Chile, genauer gesagt aus Fresia.
Unser Leben hier ist nicht besonders schön. Immer wieder kommt die Polizei und sperrt Menschen ein, ohne dass diese wissen, warum sie von zu Hause weggeholt werden. Wir haben dauernd Angst, dass auch unser Papa eines Tages von der Polizei geholt wird und nicht wieder zurückkommt. Er findet nämlich, dass unsere Regierung sehr ungerecht zu uns Chilenen ist.
Das sind traurige Sachen, deshalb will ich Euch lieber etwas über unser Land erzählen. So wie ich einer bin, gibt es hier viele Mestizen in Chile. Meine Vorfahren sind einheimische Indianer und europäische Einwanderer. Es leben auch Weiße hier, die aus Spanien stammen. Reinblütige Indianer gibt es nur noch wenige. Chile ist ein sehr schmales, dafür aber sehr langes Land, durch das ein Gebirgszug, die Anden, zieht. So kommt es auch, dass es im Norden sehr heiß ist, während es im Süden so kalt ist, dass kaum ein Mensch dort leben kann, da der Südpol nicht allzu weit weg ist. Da muss man schon ganz nahe zusammenrücken, damit einem warm wird. Bei uns in Fresia ist es nicht so kalt. Wir spielen aber oft "Zusammenrücken". Wir stellen uns alle auf ein Blatt Papier. Dann reißen wir immer wieder ein kleines Stück ab. Wir probieren aus, wie klein das Papierstück sein kann, dass wir trotzdem noch alle darauf Platz haben. Wollt ihr es auch versuchen?
Viel Spaß beim Spielen - und danke für eure Hilfe durch die Dreikönigsaktion. Ihr habt uns möglich gemacht, in schönen Klassenzimmern zu lernen.
iAdios!
Euer Asenyo

Brief aus Indien:
Namaste
Ich bin Kumar aus Indien. Ihr wundert euch vielleicht, warum ich euch schreibe. Das ist leicht erklärt: Ich bin aus Chandana. Das ist ein Dorf, wo mit Hilfe der Dreikönigsaktion eine Mehrzweckhalle gebaut wurde. Das ist sehr praktisch für uns. Denn in so einer Mehrzweckhalle können wir viele verschiedene Dinge tun. Dort finden Dorfversammlungen statt, die Frauen treffen sich und weben Teppiche, Kinder kommen hier zusammen, um miteinander zu lernen, auch Gottesdienste werden dort gefeiert - kurz, es ist ein Zentrum, wo Menschen einander treffen und sinnvolles tun können.
Ich bin auch öfters dort. Ich lerne nämlich lesen und schreiben. Darauf bin ich sehr stolz.
Die meiste Zeit verbringe ich damit, zu Hause zu helfen. Ich sammle getrocknete Kuhfladen. Die sind der wichtigste Brennstoff für uns. Auf dem Feuer kocht meine Mutter dann das Mittagessen. Meine Lieblingsspeise sind Linsen. "Dhal" - wie man sie bei uns nennt.
Viele meiner Freundinnen arbeiten auf den Reisfeldern. Reis ist sehr wichtig für uns; die meisten Leute essen ihn täglich, und außerdem wird er auch in andere Länder ausgeführt.
Trotz der Arbeit spielen wir auch gerne. Wenn es draußen regnet, dann gibt es meist ein Ratespiel. Das geht so. Meine Freundin gibt in zwei Schachteln kleine Steinchen und gibt diese dann durch die Runde. Wir raten, wie viele Steine in den Schachteln sind. Wer die Zahl genau errät oder so ungefähr, der kann bei der nächsten Runde bestimmen, wie viele Steinchen in den Schachteln sind.
Ihr könnt es auch einmal versuchen. Viel Spaß. Ich schicke euch viele Grüße.
Namaste
Kumar

Brief aus Zaire:
Oleko
Ich bin Kalulu aus Zaire. Das ist ein Land in Afrika. Ich muss euch etwas erzählen! Gestern, nach der Schule, bin ich mit meinen Freunden in den Wald gegangen, denn wir wollten zum Fluss Ubangi. Das ist ein ganz breiter Fluss. Meine Mutter hat sich schon Sorgen gemacht. Aber sie war sehr erstaunt, als ich erzählte, was wir gesehen haben.
Also, wir kamen zum Ubangi. Und was sehen wir da? Ein riesengroßes Schiff, auf dem der Name "Eneyelo" stand. Wir waren außer uns vor Freude und haben gerufen und gewunken. Der Pater auf dem Schiff hat uns auch zugewunken. Dieses Schiff ist sehr wichtig für ihn, weil er damit viele Menschen besuchen kann. Straßen sind in unseren Wäldern nur sehr schwer zu bauen. So ist der Fluss unserer wichtigster Verkehrsweg. Wir haben wohl schon viel von diesem Schiff gehört, das aus Geldern der Dreikönigsaktion gebaut wurde, aber gesehen haben wir es noch nie.
Ihr habt uns auch schon anders geholfen. Seit der letzten Dreikönigsaktion haben wir nämlich Schulbücher in unserer Sprache, in der Kalujin-Sprache. Das ist fein. Da macht das Lernen viel mehr Spaß. So, und jetzt gehe ich Fische fangen - mit der Hand! Das ist gar nicht so einfach, weil die Fische so leicht aus der Hand gleiten. Ihr könnt es ja versuchen, Seifen aus dem Wasserschaffl zu fischen, das ist so ähnlich.
Viel Erfolg beim Seifenfangen!
Oleko
Kalulu

Brief ausPapua-Neuguinea:
Yu olsem wanem! Grüß euch!
Ich bin Kali und 10 Jahre alt. Ich lebe auf einer der vielen Inseln von Papua-Neuguinea. Ich mag unsere Inseln sehr gerne, denn sie sind recht schön. Leider sind wir arm und müssen deshalb oft bis in die Nacht hinein arbeiten, damit wir ein bisschen Geld verdienen.
Wir bauen auf unseren Feldern Kakao an, denn der ist in vielen Ländern sehr beliebt.
Ich möchte euch etwas von unserer Sprache erzählen. Sie heißt Pidgin-Englisch und ist der englischen Sprache sehr ähnlich. Es gibt sogar einige Wörter, die dem Deutschen fast gleichen. "Gut" heißt zum Beispiel auch "gut". Das finde ich lustig. Wir Kinder - Kinder heißt in unserer Sprache "Pikinini" - singen und tanzen sehr gerne. Heute Abend ist ein großes Fest, "Sing, Sing", bei dem wir, wie schon der Name sagt, viele schöne Lieder singen.
An dieser Stelle möchte ich euch Danke sagen für die Hilfe durch die Dreikönigsaktion. Jetzt haben wir nämlich Lieder- und Gebetbücher in unserer Sprache.
Ich als Mädchen habe es bei den Festen nicht besonders leicht, weil meine Eltern sehr gut auf mich aufpassen. Ich werde beim "Sing, Sing" nicht so ausgelassen tanzen dürfen wie die Buben. Trotzdem freue ich mich schon darauf.
Ihr seid zwar weit weg von mir, aber vielleicht könnt ihr euch auch ein bisschen freuen.
Noch etwas ist interessant: Ich habe gehört, dass es in eurer Sprache ein eigenes Wort für Dinge gibt, mit denen ihr spielt. Spielzeug, glaube ich heißt es. Bei uns gibt es so ein Wort nicht, denn wir spielen mit allem, was uns in die Hände kommt. Probiert es doch auch. Was spielt ihr mit einer Schnur und drei Holzstücken?
Ich wünsche euch viele fröhliche Feste.
Yu olsem wanem!
Kali

Die Spiele der anderen


Dann kommen wir wieder zusammen. Wenn einer Kleingruppe das Spiel gut gefallen hat, kann sie es auch den anderen erzählen und wir spielen es mit der ganzen Gruppe.

Was uns hilft


Bereits während des Briefelesens können die Kinder, sobald sie die richtigen Wörter in den Briefen gefunden haben, diese in das auf einem Bogen Packpapier aufgezeichnete Rätsel eintragen. Ist das Rätsel ganz ausgefüllt, suchen wir die Buchstaben, die durch Ziffern gekennzeichnet sind und tragen diese in die Kästchen ein.
Es kommt dabei ein Satz heraus, den alle Menschen in Ländern, die von der Dreikönigsaktion unterstützt werden, an uns richten. Dabei überlegen wir, ob uns auch schon jemand geholfen hat, wenn wir wussten, dass jemand anderer an uns denkt.

Rätsel
A) Name einer Stadt in Chile
B) Große Bevölkerungsgruppe in Chile (Einzahl)
C) In welchem Teil Chiles ist es sehr kalt?
D) Welches Gebirge erstreckt sich über Chile?
E) Wie heißt unser Freund in Chile?
F) Name eines Schiffes in Zaire?
G) Fluß in Zaire
H) Wie heißt das Kind in Zaire?
I) Sprache in Zaire
J) Auf welchem Kontinent liegt Zaire?
K) Welcher Brennstoff wird in Indien verwendet?
L) Wie heißt das Mädchen in Indien?
M) Wie ist das Wort für Linsen in Indien?
N) Mit welchem Wort begrüßen einander die Menschen in Indien?
O) Wien nennt man das Haus, in dem einander die Menschen aus Chandana treffen?
P) Ausfuhrgut aus Indien
Q) Sprache in Papua-Neuguinea
R) "gut" in Pidgin-Englisch
S) Was wird aus Papua-Neuguinea ausgeführt?
T) Das Wort "Kinder" in Pidgin-Englisch
U) Was heißt "Fest" auf Pidgin-Englisch?

Publikation: Ferne Länder - fremde Menschen, fremdsein

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Schlagwörter: Sternsingen, Welt, Ich und die anderen