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Zu seiner Meinung stehen — oder umfallen?

Gruppenstunde Spiele | Alter: 12-14 | Aufwand: hoch

Ziel

Manchmal finden wir uns in Situationen, in denen wir zu unser Meinung stehen sollen oder wollen, was recht schwierig sein kann. In dieser Gruppenstunde können die Kids überlegen, welche Argumente oder Beweggründe ihnen in solchen Situationen Standfestigkeit verleihen können.

Material

  • Papier, Tixo und Stifte
  • kleine, nicht zu schwere und nicht zu leichte Gegenstände zum Befüllen der Papierrollen-Maxerl (z.B. Würfel, kleine Münzen, Korken — Die Maxerl sollten nicht mehr umfallen, sobald 2-3 Gegenstände eingefüllt wurden.)
  • Fön

Aufbau

Nach dem einleitenden Ja/nein-Spiel werden konkrete Situationen gesammelt und besprochen, in denen es darum geht, dass jemand zu seiner Meinung stehen soll. In selbst gebastelte "Maxerl" werden symbolisch Argumente eingefüllt, die dabei helfen sollen, nicht umzufallen, wenn ein Widersacher (in Form eines Föns) versucht, die Maxerl ins Schwanken zu bringen.

 

Ja/nein-Spiel


Während des Spiels sind die einzigen beiden Wörter, die gesprochen werden: "ja" oder "nein". Jede/r entscheidet sich vorläufig für eines der beiden Wörter. Nun sucht sich jede/r ein oder mehrere Gegenüber (der/die sich für das andere Wort entschieden hat) und kommuniziert mit ihm/ihr. Lässt sich der/die andere überzeugen? Probiert aus, welchen Effekt es hat, wenn ihr den Wörtern einen bestimmten Ausdruck verleiht: z.B. freundlich, cool, abweisend, zynisch, ermunternd,...

Schwierige Situationen...


Immer wieder kann es passieren, dass wir uns in Situationen finden, in denen sich die Frage stellt: Soll ich jetzt zu meiner Meinung stehen und eventuell auch unangenehme Konsequenzen in Kauf nehmen oder soll ich umfallen und mit dem Strom schwimmen? Um diese Frage konkret an einigen Situationen zu besprechen, fertigt ihr zunächst "Maxerl" an, indem ihr ein Stück Papier zu einer Rolle formt, festklebt und das ganze noch mit einem Boden verseht. Wichtig ist, dass die Figuren ohne fremde Hilfe stehen können, dass sie recht leicht sind und dass man etwas einfüllen kann.

Nun nennst du einige Situationen, in denen es schwierig sein kann, zu seiner Meinung zu stehen, z.B.:

  • Daniela und Nicole sind gute Freundinnen. Sie gehen seit neuestem öfters gemeinsam in ein Billard-Cafe. Daniela merkt, dass sie selbst bei den Leuten, die sie dort treffen, gut ankommt. Nicole hingegen wird von den anderen nicht ernst genommen und öfters verarscht, was sie aber gar nicht mitkriegt.
  • Karl begegnet auf der Straße jemandem, der auf "die Türken" schimpft. Karl selbst hat einige türkische Freunde.
  • Sabines Zimmer ist alles andere als aufgeräumt, aber sie selbst stört das nicht, weil sie trotzdem alles findet, was sie braucht. Ihr Vater verspricht ihr eine Kino-Karte, wenn sie ihr Zimmer ganz ordentlich aufräumt.
  • Jürgens Opa regt sich lauthals über die Jugendlichen auf, die "diese grausliche Musik" hören. Zu Jürgen sagt er, "Aber du, Jürgen, bist ein guter Bub. Du hörst ja sicher was ganz anderes!". Aber das stimmt nicht, denn die "grausliche" Musik ist das, was Jürgen den ganzen Tag über hört.


Jetzt fallen den Kids vielleicht auch noch ein paar Situationen ein. Pro Situation schreibt ihr ein Stichwort auf eines der Maxerl.

Stehen bleiben oder umfallen?


Wenn man sich dazu entscheidet, dass man gegen den Strom schwimmen, sich von seiner Meinung nicht abbringen lassen will, fällt dies oft leichter, wenn man anderen erklären kann, warum man das tut. Also könnt ihr nun Argumente dafür sammeln, warum die Maxerl in den jeweiligen Situationen nicht umfallen sollten.
Wie könnte z.B. Jürgen seinem Opa erklären, was ihm an der "grauslichen" Musik gefällt? Pro Argument, das Jürgens Standfestigkeit sichert, legt ihr einen kleinen, relativ leichten Gegenstand (z.B. Würfel, Münzen) in das Maxerl.

Wenn ihr alle Argumente gesammelt habt, die euch einfallen, könnt ihr überprüfen, ob dies jetzt schon genug gewichtige Argumente sind, die der betroffenen Person helfen, zu ihrer Meinung zu stehen: Mit einem vorher vereinbarten Abstand schaltet ihr den Fön ein und richtet ihn auf das Maxerl. Bleibt es stehen, wunderbar! Fällt es um, dann könnt ihr, falls ihr Lust habt, noch weiter Argumente sammeln, die es leichter machen, stehen zu bleiben.

Autor/in: Lisi Paulovics

Publikation: Kumquat_4/02

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Schlagwörter: Ich, Konflikte