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Verliebt sein

Gruppenstunde | Alter: 13-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

In der Pubertät fällt es Jugendlichen oft nicht leicht, mit ihren Gefühlen umzugehen. Sie fühlen sich häufig unsicher oder unwohl in ihrer "neuen" Haut. Vor allem Beziehungen zum anderen Geschlecht, die nun eine neue Qualität bekommen, bereiten ihnen oft Probleme.
In dieser Zeit ist die Erfahrung, mit solchen Schwierigkeiten nicht allein zu sein und darüber reden zu können, besonders wichtig. Diese Gruppenstunde bietet die Gelegenheit, sich einmal mit eigenen Wünschen und Erwartungen an das andere Geschlecht sowie den Vorstellungen der anderen auseinanderzusetzen.

Ein Teil dieser Gruppenstunde wird - wenn möglich - in zwei getrenntgeschlechtlichen Gruppen durchgeführt. In den Kleingruppen sollte unbedingt ein Gruppenleiter (für die Bubengruppe) bzw. eine Gruppenleiterin (für die Mädchengruppe) anwesend sein, um Gespräche anzuregen und Diskussionen zu leiten.
Wenn Du keine gemischte Gruppe leitest und eine Zusammenarbeit mit einer anderen Gruppe nicht möglich ist, dann kannst Du die Stunde natürlich auch ohne eine andersgeschlechtliche Gruppe durchführen.

Ziel

In dieser Gruppenstunde habt Ihr die Möglichkeit, Euch über Beziehungen zwischen Mädchen und Buben Gedanken zu machen und Euch über Eure Wünsche und Erwartungen an das andere Geschlecht auszutauschen.

Material

  • rote Papierherzen mit Sprüchen
  • einige leere Papierherzen
  • Schreibzeug
  • Plakat mit Eigenschaften
  • 40 Papierstreifen für jede Gruppe (in zwei verschiedenen Farben)
  • Scheren, Klebstoff
  • ein großes rotes Herz (z.B. aus Karton)

Aufbau

Nach einem Einstieg mit Sprüchen rund ums Verliebt-Sein überlegen die Kids in Kleingruppen, welche Erwartungen und Wünsche sie an das andere Geschlecht haben, und geben anschließend Einschätzungen ab, welche Ansichten die andere Gruppe vertreten wird.
Die Ergebnisse werden danach gemeinsam betrachtet, analysiert und diskutiert.
Den Abschluß der Stunde bilden "Rundum-Liebesgeschichten".

 

Verliebt sein ist wie...



Vor der Gruppenstunde hast Du schon einige rote Papierherzen vorbereitet, auf denen steht: "Verliebt sein ist wie...". Einige Herzen sind bereits mit Vergleichen ausgefüllt, z.B.:

  • Verliebt sein ist wie ein spannender Krimi - wer weiß, wie er ausgeht?
  • Verliebt sein ist wie ein Flug über den Wolken.
  • Verliebt sein ist wie Roulette zu spielen.
  • Verliebt sein ist wie eine Rose mit Stacheln.
  • Verliebt sein ist wie die Wintersonne, die durch das Grau des Nebels dringt.
  • Verliebt sein ist wie ein Traum, der aufhört, wenn man erwacht.
  • Verliebt sein ist wie...



Wenn die Kids eintreffen, lädst Du sie ein, sich die Herzen anzusehen und zu überlegen, ob ihnen noch andere Vergleiche einfallen. Diese können sie auf die noch leeren Zettel schreiben und zu den anderen dazuhängen. Dabei ergibt sich möglicherweise auch schon das eine oder andere Gespräch über das Thema.


"Zum Verlieben..."



Wenn wir uns in jemanden verlieben, dann gibt es meist ganz konkrete Eigenschaften, die wir an diesem Bub/diesem Mann oder an genau diesem Mädchen/dieser Frau besonders sympathisch finden. Im nächsten Schritt geht es nun darum zu überlegen, welche Eigenschaften Vertreter/innen des jeweils anderen Geschlechts besonders "ver-liebenswert" machen.

Für diese Methode trennen sich die Kids in eine Buben- und eine Mädchengruppe. Beide Kleingruppen erhalten jeweils ein Plakat, auf dem untereinander folgende Eigenschaften stehen: hübsch, sportlich, intelligent, zärtlich, witzig, unternehmungslustig, aktiv, verläßlich, selbstbewußt, kann gut zuhören, stark, gut in der Schule, besitzt viele tolle und teure Sachen, einfühlsam,... Weiters erhält jede Gruppe 40 Papierstreifen, die eine Gruppe in blau, die andere in braun.


Die erste Frage



Die erste Fragestellung an die Kleingruppen lautet: "Wie sehr mögen wir diese Eigenschaften bei Buben/Mädchen (also jeweils beim anderen Geschlecht)?"
Die Gruppen überlegen sich nun bei jeder Eigenschaft, ob es zum Verlieben wichtig ist, daß der/die Vertreter/in des anderen Geschlechts diese Eigenschaft hat. Einigen sich die Kids darauf, daß dieses Merkmal sehr wichtig ist, wird der ganze Streifen zu der Eigenschaft geklebt, ist es nicht so wichtig, dann wird der Streifen gekürzt bzw. gar nicht aufgeklebt. Du hast dabei die Aufgabe, - wenn nötig - entstehende Diskussionen zu moderieren und darauf zu schauen, daß alle Kids die Möglichkeit haben, ihre Meinung einzubringen. Achte auch darauf, daß kein Gruppenmitglied dazu gedrängt wird, etwas zu den Fragen zu sagen. Fehlen für die Kids wichtige Eigenschaften auf dem Plakat, so können diese natürlich auch noch ergänzt werden.
Wenn die "Wunschliste" an die "anderen" fertig ist, könnt Ihr Euch gleich der nächsten Frage widmen.


Die zweite Frage



Die zweite Frage an die Gruppen lautet: "Wie sehr, glauben wir, mögen die Buben/Mädchen diese Eigenschaften bei uns?"
Den Antworten entsprechend kürzt Ihr wiederum die Papierstreifen, klebt sie diesmal aber noch nicht auf das Plakat. Wenn beide Gruppen den zweiten Durchgang beendet haben, werden die Plakate ausgetauscht und die Streifen zur entsprechenden Eigenschaft auf das Plakat der anderen Gruppe geklebt. Es ist deshalb günstig, die Streifen vorher zu numerieren, damit man nachher weiß, welcher Streifen zu welcher Eigenschaft gehört!


Auf dem Plakat der Mädchengruppe finden sich jetzt also:



oben: die Wünsche und Vorstellungen der Mädchen
unten: die Vermutungen der Buben, was sich die Mädchen von ihnen wünschen


Und auf dem Plakat der Bubengruppe:



oben: die Wünsche und Vorstellungen der Buben
unten: die Vermutungen der Mädchen, was sich die Buben von ihnen wünschen


Sobald die Streifen aus dem zweiten Durchgang aufgeklebt sind, werden die beiden Plakate aufgehängt, und die Diskussion kann beginnen:

  • Bei welchen Eigenschaften sind die eigenen Einschätzungen (oberer Streifen) und die der anderen (unterer Streifen) sehr unterschiedlich?
  • Woran kann das liegen?
  • Welche Eigenschaften werden bei Buben geschätzt, bei Mädchen aber nicht (und umgekehrt)?
  • Fällt es leicht zu sagen, welche Eigenschaften ein Mensch haben muß, damit man sich in ihn verliebt?
  • Gibt es überhaupt Gründe für's Verlieben?




Lovestory



Als Abschluß der Stunde habt Ihr noch die Gelegenheit, Euch nach Herzenslust gemeinsam Liebesgeschichten auszudenken. Dazu setzt Ihr Euch im Kreis auf und Du leitest die Geschichten etwa mit folgenden Worten ein: "Vorher haben wir uns überlegt, woran es liegen kann, wenn man sich in jemanden verliebt. Jetzt ist es aber natürlich auch sehr spannend, wie das denn so ist, wenn man bereits verliebt ist. Hunderttausende Liebesgeschichten wurden schon geschrieben, aber sicher nicht so schöne, kitschige oder romantische, wie die, die wir jetzt erfinden werden."

Du beginnst nun, den Anfang einer Geschichte zu erzählen, und stoppst an einem entscheidenden Punkt. Dabei gibst Du ein großes Kartonherz an das Gruppenmitglied neben Dir weiter. Dieses setzt die Geschichte fort und gibt seinerseits nach einigen Sätzen das Herz weiter. (Wenn jemand nichts erzählen möchte, kann er/sie das Herz natürlich auch gleich weiterreichen.) Das geht solange, bis die Geschichte aus, zu kompliziert oder fad geworden ist. Wenn Ihr Lust habt, könnt Ihr dann mit einer neuen Geschichte beginnen.
Jedes Gruppenmitglied hat außerdem einen Satz Karten vor sich liegen. Mit diesem kann jede/r einen Kommentar zum momentanen Verlauf der Geschichte abgeben, indem er/sie das passende Kärtchen hochhebt:

z.B.: "Oh, wie tragisch!", "Schön! Romantisch!", "Na, sowas!", "Ist das kitschig"!, ....


Mögliche Geschichtenanfänge:



(Bitte ändere die Namen in den Geschichten, wenn in Deiner Gruppe Kids mit dem gleichen Namen sind.)

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Autor/in: Helga Penz und Franz Korinek

Publikation: Bravo & Co, KiK 82

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Schlagwörter: Gefühle, Bub/Mädchen Mann/Frau