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Ausländer/innen im Land

Gruppenstunde | Alter: 8-10 | Aufwand: mittel

Ziel

Diese Gruppenstunde soll den Kindern ermöglichen, Erfahrungen, die sie im Kontakt mit Ausländer/innen gemacht haben, in einer gelassenen Atmosphäre auszutauschen. Wenn die Kinder nur vom "Hören-Sagen" mit diesem Themenbereich konfrontiert sind, bietet die Gruppenstunde Raum, das Gehörte zu ordnen und gemeinsam einzuschätzen.

Material

  • Fängerattribut
  • Kärtchen mit Namen der Länder
  • Koffer/Reisetasche/Schachtel

 

"Hilfe"!


Als Anfangsspiel eignet sich gut das Fangspiel "Hilfe", weil dabei alle Flüchtenden vor dem Fänger am besten geschützt sind, wenn sie aufeinander zulaufen und einander helfen.
Das Spiel geht so: Ein Kind ist der/die Fänger/in mit einem Fängerattribut (einem Tuch, Ball,sonstiges, das beim laufen nicht stört!). Es versucht, ein anderes Kind zu erwischen. Ist es ihm gelungen, eines der mitspielenden Kinder zu berühren, ist dieses der/die neue Fänger/in. Die Flüchtenden können sich aber vor dem Gefangenwerden schützen, indem sie mit einem Hilferuf aufeinander zulaufen und einander irgendwie berühren, einfach "zusammenhalten". Wenn die Gefahr gefangen zu werden vobei ist, trennen sich die beiden wieder voneinander. Möchte der/die Fänger/in nicht mehr Fänger/in sein, so legt er/sie das Fängerattribut einfach auf den Boden und ein anderes Kind kann es aufheben und damit zum/zur neuen Fänger/in werden.

Anmerkung zu diesem Spiel: Wenn die Kinder das Spiel noch nicht kennen, werden am Anfang die Kinder wahrscheinlich voreinander davon laufen, weil sie eben das von anderen Fangspielen her gewohnt sind. Sie werden aber merken, dass dieses Spiel viel lustiger ist, wenn man aufeinander zuläuft, um einander zu helfen, wenn es nötig ist. Insofern wird in diesem wird in diesem einfachen Spiel einiges von dem deutlich, was sich zwischen Menschen abspielt, wenn die einen in Not sind und die anderen helfen können.

Welches Land meine ich?


Du hast Kärtchen vorbereitet, auf denen jeweils der Name eines Landes und einige Hinweise dazu notiert sind (siehe unten). Es gilt nun, aufgrund der Hinweise das Land zu erraten. Zuerst nennst du den Anfangsbuchstaben des zu erratenden Landes. Dann liest du der Reihe nach die Hinweise vor; so lange, bis die Kinder erraten haben, um welches Land es geht. Wenn die Fragen zu schwer sind, kannst du auch mit dem Nennen von Buchstaben helfen. Es ist auch nicht tragisch, wenn ein Land nicht erraten wird. Das zeigt, dass wir es halt kaum kennen und dass eben manche Länder schwer zu errraten sind.

Russland
Das Land ist bekannt für seinen guten Wodka und für eine Burg names "Kremel". Es hat sich dort in den letzten Jahren sehr viel verändert. Moskau ist die Haupstadt.

Indien
In diesem Land ist die Kuh ein heiliges Tier. Viele Frauen tragen einen roten Punkt auf der Stirn. Die Frauen tragen Kleider, die aus einem langen Tuch bestehen. In diesem Land hilft Mutter Teresa armen Menschen.

Kroatien
Es ist ein sehr junges Land. Es ist ein beliebtes Urlaubsziel, zu dem man nicht lange mit dem Auto braucht. Dort gibt es viele Flüchtlinge. Die Volksgruppe, die dort lebt, gibt es auch in Österreich (Burgenland).

Rumänien
Von diesem Land sind uns Berichte von Kindheiten bekannt, in denenen die Babies nur sehr wenig Zuwendung erhalten. Lange Zeit war dort der Diktator Nicolae Ceauscecu an der Macht. Es grenzt an Ungar. Es gibt seit mehreren Jahren Kleidersammlungen für jene Menschen dieses Landes, die im Winter ihre Wohnungen nicht heizen können. Die Menschen dort sind sehr arm.

Bosnien-Herzegowina
Dort war lange Zeit Krieg. Viele Menschen frieren und leiden seit Jahren an Hunger. Die Hauptstadt heißt Sarajewo. Serbisches Militär wollte verhindern, dass dieses Gebiet ein eigener Staat wird.

Türkei
Dieses Land liegt zu einem kleinen Teil in Europa und zu einem großen Teil in Asien. Es gibt dort den Volksstamm der Kurden. Es ist ein beliebtes Urlaubsziel. Als Essen ist von dort zum Beispiel der "Döner Kebab" bekannt.

Nachdem alle Länder einmal genannt wurden, überlegt ihr, ob eine Gemeinsamkeit zu entdecken ist. Tatsächlich: diese Länder haben gemeinsam, dass sie von vielen Einwohnern verlassen werden, weil sie dort nicht gut leben oder überhaupt kaum leben können. Menschen, auf diesen Ländern kommem auch nach Österreich. Vielleicht fallen den Kindern auch noch andere Länder ein, von denen viele Menschen, noch Österreich kommen! Auch diese Länder werden noch je auf ein Kärtchen geschrieben.

Warum kommt ihr?


Die Kinder teilen sich nun in zwei Gruppen auf, jede Gruppe zieht ein Länderkärtchen und zieht sich in eine Ecke des Raums zurück. Die Aufgabe ist nun, sich zu überlegen, aus welchem Grund Menschen aus diesem Land nach Österreich kommen könnten. Wenn den Kindern dazu etwas eingefallen ist, dann sollten sie sich auch noch überlegen, wie sie das in einer kurzen Szene darstellen könnten. Es bleibt der Gruppe überlassen, ob sie bei der Szene sprechen oder Pantomime versuchen will.

(Wenn du alleine die Gruppe leitest, dann solltest du nicht bei einer der beiden Gruppen fix mitmachen, sondern vielmehr abwechselnd der einen und der anderen Gruppe hilfreich zur Seite stehen. Wenn ihr die Gruppe zu zweit leitet, dann sollte jede/r von euch bei einer Kleingruppe mitmachen.)

Wenn die Gruppen sich fertig vorbereitet haben, dann fängt eine Gruppe an, der anderen zuzurufen: "Schaut her, schaut her!" Die Kinder der anderen Gruppe antworten darauf: "Woher kommt ihr? Woher kommt ihr?" Dabei gehen die Gruppen ein Stück weit aufeinander zu. Die erste Gruppe verrät nun ihrerseits: "Warum kommt ihr? Warum kommt ihr?" Nun spielt die erste Gruppe ihre Szene vor. Die zweite Gruppe soll erraten, welcher Grund hier dargestellt wird.
Ist das geschehen, gehen alle wiede zu ihren Ausgangspunkten zurück. Dann ruft die andere Gruppe zum Herschauen auf und stellt ihre Szene im Spiel vor. Das geht so lange, bis alle Länder einmal vorgekommen sind (oder bis den Kindern nichts mehr Neues einfällt.) Nebenbei notierst du je einem kleinen Zettel die einzelnen "Kommens-Gründe", die von den Kindern vorgespielt wurden. Diese wirfst du in eine Reisetasche (oder Koffer), die (den) du mitgebracht hast.

Von wem weiß ich das?


Nun wollen wir untersuchen, von wem wir denn etwas darüber erfahren haben, warum Menschen aus fremden Ländern nach Österreich kommem, um hier zu leben. Dazu hängst oder stellst du an sieben Orten des Raumes Kartontafeln auf, auf denen steht:

  • Die Menschen von dort haben es mir erzählt.
  • Das haben Freunde und Freundinnen gesagt
  • Das habe ich wo gelesen oder im Fernsehen erfahren
  • Das haben mir meine Eltern erzählt
  • Das weiß ich aus der Schule
  • Ich weiß nicht, ich denke mir das halt so
  • Ich glaube überhaupt nicht, dass das stimmt



Du nimmst nun eines der Kärtchen, die du im vorigen Spiel mitgeschrieben hast, aus der Reisetasche/dem Koffer. Du liest vor, welcher Grund, nach Österreich zu kommem, darauf notiert ist. Nun laufen die Kinder zu jenem Plakat, das für ihre jeweilige Situation gerade passt. Habe ich diesen Grund von den Menschen direkt, von den Eltern oder von Freundinnen gehört? Weiß ich das aus dem Fernsehen oder aus der Schule? Oder kann ich mir gar nicht mehr erinnern, von wem ich das erfahrem habe? Vielleicht finde ich auch, dass der Grund, der hier genannt wird, gar nicht wirklich stimmt.

Wenn jedes Kind bei einem Plakat steht oder sitzt, erzählt ihr einander noch, was diese Personen genauer gesagt haben. Besonders interessant wird es, wenn gegensätzliche Auffassungen vertreten werden. In diesem Fall wird es wichtig sein, dass du deine Meinung und dein Wissen deutlich einbringst!

Das wollen wir euch noch sagen


Wenn ihr in der vorigen Gesprächsrunde auf etwas gestoßen seid, wo ihr gemerkt habt, dass z.B. viele Menschen falsche Informationen haben, dann solltet ihr euch noch überlegen, in welcher Weise ihr auf diesen Missstand hinweisen könntet. Ein Plakat, eine Verlautbarung im Gottesdienst, ein Informationsbrett beim Pfarrcafé,...
Es gibt vielfältige Möglichkeiten, eigene Gedanken anderen Menschen kundzutun. Auch persönliche Erfahrungen und Erlebnisse, die ein richtiges Bild von dem Zusammeleben von Österreicher/innen und Ausländer/innen in Österreich zeigen, oder Aufforderungen und Appelle könnt ihr auf diese Weise anderen in der Pfarrgemeinde mitteilen. Schließlich können auch Erwachsene etwas von der Sichtweise der Kinder lernen!

Autor/in: Regina Petrik

Publikation: fremdsein

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Schlagwörter: AusländerInnen, Gesellschaft