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Wortspielereien

Gruppenstunde Spiele | Alter: 8-10 | Aufwand: hoch

Ziel

Wörter richtig schreiben lernen, auswendig oder in verschiedenen Sprachen lernen, ist für Kinder meist keine sehr angenehme und lustige Beschäftigung. Es gibt aber auch die Möglichkeit, an Wörter und Texte auf kreative und witzige Art und Weise heranzugehen - und das kann viel Spaß machen!
In dieser Stunde sollen die Kinder die Gelegenheit bekommen, sich auf lustbetonte und phantasievolle Art und Weise mit Wörtern und Texten auseinanderzusetzen.

Material

  • diverse Kopien aus dem Sprachbastelbuch (Ravensburger)
  • Zettel mit zusammengesetzten Hauptwörtern, einige leere Zettel, Scheren, Topf, Kochlöffel
  • für das Stationenspiel:
  • Wortbild: einfärbiges Papier, diverse Stifte
  • Hitparade: ev. Liedtexte, Papier, Stifte, Orff-Instrumente (oder andere Gegenstände, die sich zum Melodie- und/oder Rhythmus-Machen eignen), ev. Kassette und Kassettenrekorder zum Aufnehmen
  • Wortmalereien: verschiedenes Papier, Malutensilien
  • Schimpfwörter-ABC, ev. Plakat für neues ABC
  • Bilderrätsel

Aufbau

Nach einem gemütlichen Einstieg mit Zungenbrechern und anderen Wortspielen werden im Wortsalat Phantasiewörter kreiert, mit denen anschließend verschiedenstes ausprobiert wird. In vier Stationen können die Wörter als Wortbilder geschrieben, zeichnerisch dargestellt, vertont und in einen Auszählreim verpackt werden.
Als Ausklang der Stunde könnt Ihr dann noch gemeinsam ein neues Schimpfwörter-ABC erfinden und versuchen, einige Bilderrätsel zu lösen.

 

Zungenbrecher



Während des "Plauderviertelstündchens” am Anfang der Gruppenstunde kannst Du mit den bereits eingetroffenen Kindern gleich einige Zungenbrecher und Auszählreime ausprobieren. Bestimmt kennen die Kinder selbst auch einige Reime. Die folgenden Anregungen sind dem Sprachbastelbuch entnommen. (Einige der Reime könntest Du schon vor der Stunde auf Plakate schreiben, damit Ihr sie leichter gemeinsam probieren könnt.)

Das Zuselwusellied

Zusel wusel
lusel musel
schlutzenbus
lschludriani
timperani
kakerea
omenea
schludriwupp und wuselzupp

Ringel rangel
zingel zangel
zutzelwangel
zomowomo
lomosomo
wiklafuri
miriuri
wudrischlupp und zuselwupp

Beinahe ein Zungenbrecher

Nicht alle Leute können es ertragen,
wenn Lautenspieler laut die Laute schlagen,
drum spielen heute lauter Lautenspieler leise Laute,
weil manchen Leuten vor den Lautenlauten graute.

Ein Zungenzerfitzler

Siebzehn Schnitzer, die auf siebzehn Schnitzsitzen sitzen
und mit spitzen Schnitzern Ritzen in ihr Schnitzholz schlitzen,
wobei sie schwitzen,
sind siebzehn schwitzende, schnitzende
auf dem Schnitzsitz sitzende, spitze Schnitzer benützende
Schnitzholzritzenschlitzer.

Einige Schüttelreime

Die Jäger werden Pirschen Kaum,
sie schlafen unterm KirschenBaum.

Unten im grauen HäuserMeer
lebt ein großes MäuseHeer.

Als Zoologen Tappen Wir
ratlos um das Wappen Tier.

Der einst die HottenTotten Schor,
ist jetzt Friseur beim Schotten Tor.


Wortsalat



Vor der Gruppenstunde hast Du bereits einige Zettel mit verschiedenen zusammengesetzten Hauptwörtern, wie z.B. Wurstsalat, Autobahn, Schneckenhaus, Topfpflanze, Urlaubsreiseziel, usw. vorbereitet, die Du nun auf dem Boden auflegst. Auf die leeren Zettel können die Kinder eigene Wörter schreiben, sodaß schlußendlich etwas mehr Wörter als Kinder vorhanden sind.
Dann versammelt Ihr Euch um den großen Topf und mischt nun Euren Wortsalat: Dazu werden die zusammengesetzten Hauptwörter zerschnitten und in den Topf geworfen. Mit einem großen Kochlöffel wird anschließend kräftig umgerührt. Jedes Kind fischt sich nun zwei Wortteile aus dem Topf heraus und erhält so ein ganz neues, wahrscheinlich sinnloses, dafür umso witzigeres Wort. (Sollte jemandem sein gezogenes Wort nicht gefallen, kann es natürlich ausgetauscht werden!)


Was kann das bedeuten?



Ihr schaut Euch nun Eure verdrehten Wörter an und überlegt, was sie bedeuten könnten:

  • Wie schaut wohl ein Wursthaus aus? Und wozu ist es da?
  • Gibt es ein Rezept für einen Sonnensalat? Wie mag er schmecken?
  • Wo wachsen Autopflanzen? ...




Surstau?



Jedes Kind versucht jetzt, die einzelnen Buchstaben seines Wortes so zu vermischen, daß ein ganz verrücktes Wort daraus entsteht. Man kann dazu z.B. nur jeden 2. Buchstaben des Wortes verwenden oder aber das Wort zerschneiden, vermischen und die Buchstaben wieder in irgendeiner Reihenfolge ziehen, man kann das Wort rückwärts lesen oder einfach beliebige Buchstaben untereinander tauschen.
Schlußendlich sollte dabei ein Wort entstehen, das halbwegs leicht ausgesprochen werden kann.


Seltsame Gespräche



Sicher probieren die Kinder nun ohnehin aus, wie "ihr Wort" klingt. Du kannst sie zusätzlich anregen zu versuchen, das Wort einmal laut, leise, traurig, lustig, ärgerlich, erstaunt, hochnäsig,... zu sprechen. Ihr könnt Euch nun mit Euren Wörtern sogar richtig unterhalten, einander begrüßen, aufgeregt etwas erzählen, einander beschimpfen, das Wort im Chor laut schreien oder mit Hilfe eines Dirigenten ein Orchester bilden, usw. (Wenn Du die Gespräche durch Gesten und verschiedene Gesichtsausdrücke, Herumgehen, auf die Schulter Klopfen, usw. unterstützt, werden die Kinder sicher rasch mitgerissen!)


"Was man mit Wörtern alles machen kann..."


(Stationengang)

Ihr habt nun schon neue Wörter kreiert, über ihren Sinn beratschlagt und Euch mit Euren Phantasiewörtern unterhalten. Welche anderen "Spielereien" man mit diesen Wörtern noch machen kann, das könnt Ihr nun bei einem Stationengang ausprobieren!
(Je nachdem, wieviel Zeit Ihr habt bzw. was Deine Kinder gerne tun, kannst Du mehr oder weniger Stationen auswählen. Wenn Ihr eine große Gruppe seid, wäre es auch günstig, die Kinder in zwei (oder drei) Kleingruppen zu teilen, die jeweils von einem/r Gruppenleiter/in von Station zu Station begleitet werden. Wahrscheinlich brauchst Du für die Stationen platzmäßig auch noch einen zweiten Raum.)


Wortbild


Material: einfärbiges Papier, diverse Stifte
Ähnlich den unten angeführten Beispielen (aus dem Sprachbastelbuch S.41) kann nun jedes Kind versuchen, sein Wort sinngemäß aufzuschreiben oder zu zeichnen. Je nach Lust und Laune können natürlich auch andere Wörter, wie z.B. verdünnen, aufsteigen, verliebt,... neu gestaltet werden. Die Beispiele aus dem Sprachbastelbuch kannst Du dazu als Anregung auflegen!

Auszählreim


Jede Gruppe versucht, mit ihren Phantasiewörtern einen Auszählreim zu erfinden - dabei dürfen natürlich auch richtige Wörter und Sätze vorkommen!

Hitparade


Material: ev. Liedtexte, Papier, Stifte, Orff-Instrumente oder andere Gegenstände, die sich zum Melodie und/oder Rhythmus-Machen eignen, ev. Kassette und Kassettenrekorder zum Aufnehmen
Bei dieser Station können die Kinder ausprobieren, wie es klingt, mit ihren Wörtern ein bekanntes oder ein selbst erfundenes Lied zu singen. Dabei können Solo-Parts eingebaut, Kanons versucht und die Lieder mit Instrumenten begleitet bzw. rhythmisch untermalt werden. Natürlich können die Kinder auch Bewegungen zu den Liedern erfinden. (Wenn die Kinder wollen, könnt Ihr die Lieder auch auf Kassette aufnehmen.)

Wortmalereien


Material: verschiedenes Papier, Malutensilien
Jedes Kind kann hier versuchen, das Wort aus dem Wortsalat oder sein Phantasiewort zeichnerisch darzustellen. Dabei können nur Farben oder aber ganze Landschaften und Geschichten gemalt werden. Die Kinder können das Wort auch einfach auf das Papier schreiben und dann passend verzieren.
Mögliche Fragen als Hilfestellung für das Malen der Phantasiewörter:

  • Wie klingt Dein Wort? Hart, weich, wellig, eckig,...?
  • Welche Farben passen dazu? Schrille, matte, helle, dunkle,...?
  • Wie fühlt sich Dein Wort an? Lustig, traurig, wütend, verliebt,...?



Nachdem alle Gruppen die Stationen besucht haben, kommt Ihr am Ende der Stunde wieder zusammen und schaut Euch die Werke, die mittlerweile entstanden sind, gemeinsam an.
Als Ausklang der Stunde könnt Ihr noch zwei weitere Wortspiele aus dem Sprachbastelbuch ausprobieren:


Das Schimpfwörter-ABC



Ähnlich dem abgedruckten Beispiel erfindet Ihr gemeinsam ein neues Schimpfwörter-ABC. (Du kannst dafür ev. schon vor der Stunde ein Plakat mit den Anfangsbuchstaben vorbereiten, also: Du a..., Du b..., Du c...)

Schimpfwörter-ABC

Du abgetakelter Aprilscherz!
Du birnenköpfige Bohnenstange!
Du chronisches Chamäleon!
Du dusseliger Dinosaurier!
Du epochaler Eierkopf!
Du flattehafter Fliegenfänger!
Du geigender Gurkenhammel!
Du hirnverbrannter Himmelschlüssel!
Du irrsinniger Igelkaktus!
Du jaulender Junimops!
Du kümmerlicher Krötenschwanz!
Du liederliches Läusebein!
Du minimale Mammutmaus!
Du nachtwandelndes Nadelkissen!
Du obergescheite Ofenklappe!
Du patentierter Pinselwisch!
Du quabbelnde Quadratqualle!
Du rostiger Ritterzwerg!
Du salbungsvoller Sauerampfer!
Du schielender Schuhsohlennagel!
Du triefende Tränentonne!
Du unverschämtes Unkenauge!
Du verschnupftes Vollmondveilchen!
Du wimmernde Wickenblüte!
Du x-beliebiges X-Bein!
Du yberflüssiges Ypsilon!
Du zittriger Zebrastreifen!


Was heißt das?



Als Abschluß oder als kleines Geschenk für zu Hause gibt es noch ein paar Bilderrätsel zu lösen (Sprachbastelbuch S. 90-92). Vielleicht fallen den Kindern sogar selbst neue Wörter ein, die sie für die anderen als Rätsel aufzeichnen können.

Autor/in: Angelika Herret-Rosenkranz

Publikation: Na ich

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Schlagwörter: Sprache, Kreativität