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Meine Schatzkiste

Gruppenstunde | Alter: 10-13 | Aufwand: mittel

Ziel

Ich habe vieles, was mir wertvoll ist, worüber ich mich freue
Kinder machen sich bewußt, welche Schätze sie haben und wie sie damit umgehen wollen.

Material

  • buntes oder marmoriertes Papier (Geschenkspapier), (Schuh-)Schachteln, Scheren u. Klebstoff, Naturpapier

Aufbau

Nach zwei Spielen zu Beginn überlegen die Kinder, welche Schätze sie haben und schreiben sie auf Kärtchen. Dann werden Schatztruhen gebastelt. Zum Abschluss wird eine Geschichte erzählt.

 

Mit viel Bewegung



Als Beginn der Gruppenstunde sind zwei oder drei sehr bewegungsreiche Spiele, die von den Kindern deiner Gruppe gerne gespielt werden, sehr gut geeignet.
Eine Reihe von "Spielen, bei denen wir uns bewegen" findest du in der Spielemappe der Katholischen Jungschar Wien, z.B Hilfe! (Spielemappe 2.1), Rosa Frau (Spielemappe2.6),...


Kim-Spiel



Das Kim-Spiel hilft bei der Sammlung und Konzentration nach dem bewegungsreichen Beginn der Gruppenstunde. Du hast dazu verschiedene Gegenstände von dir selber mitgebracht, die dir etwas bedeuten - es sind deine Schätze.

Zu jedem Schatz erzählst du eine kurze Begebenheit, die erkennen läßt, warum dieser Gegenstand für dich wertvoll ist (z.B: hier habe ich eine Muschel aus dem heurigen Italien-Urlaub; sie erinnert mich an den schönen Strand; oder: hier ist eine CD, sie steht für meine CD-Sammlung, die mir sehr wertvoll ist). Dann legst du deine Schätze nacheinander auf einen Tisch, auf den alle sehen können.

Nun versuchen die Kinder, sich möglichst viele Gegenstände zu merken Dann wird ein Tuch über die Schätze gebreitet. Jetzt schreiben die Kinder die gemerkten Dinge auf ein Blatt. Wenn ihnen nichts mehr einfällt, dann lädst du sie ein, gemeinsam möglichst alle Gegenstände zu erinnern. Jeder genannte Schatz wird nun in eine vom Gruppenleiter vorbereitete Schatzkiste gelegt.


Die eigenen Schätze



Kinder überlegen, welche Schätze sie selber haben und schreiben diese auf kleine Naturpapierkärtchen. Du kannst dabei mit etwa folgenden Fragen behilflich sein: z.B: Stell Dir Dein Zimmer vor: welche Gegenstände fallen Dir dabei ein, die Dir wertvoll sind? Hast Du ein Kuscheltier? Gibt es da Gegenstände, die Dich an ein schönes Erlebnis - etwa im Urlaub - erinnern? Von welchen Dingen würdest Du Dich nur ungern trennen? Welches Buch ist Dein Lieblingsbuch? .......


Schatztruhe



Nun dürfen die Kinder für ihre Schätze eine Schatztruhe basteln. Du hast Schachteln verschiedener Größe mitgebracht, außerdem: Geschenkspapier, ev. Wollfäden etc., Scheren und Klebstoff. Daraus basteln die Kinder ihre ganz persönliche Schatzkiste, in der sie ihre Schätze (beschriftete Kärtchen) aufbewahren.
Währenddessen kann darüber gesprochen werden, wie wir unsere Schätze hüten wollen, wem wir sie anvertrauen würden, wer sie anschauen darf, wie wir selber damit umgehen,.....


Geschichte



Du erzählst den Kindern den Buchausschnitt "Der kleine Prinz und die Rosen" (siehe unten). Der Schatz des kleinen Prinzen ist eine Rose, die für ihn wertvoll geworden ist, weil er sich für sie Zeit genommen hat. Im Gespräch mit dem Fuchs kommt er drauf. Das wirklich Wertvolle ist von außen nicht sichtbar.
Du kannst natürlich auch eine andere passende Geschichte erzählen, z.B. "Der Fischer und seine Frau - wie das Meer salzig wurde". Besser als das Vorlesen der Gschichte ist, sie zu erzählen.


Der kleine Prinz und die Rosen

Nachdem der kleine Prinz lange über den Sand, die Felsen und den Schnee gewandert war, geschah es, daß er endlich eine Straße entdeckte. Und die Straßen führen alle zu den Menschen.
"Guten Tag" sagte er. Da war ein blühender Rosengarten.
"Guten Tag" sagten die Rosen. Der kleine Prinz sah sie an. Sie glichen alle seiner Blume.
"Wer seid ihr? " fragte er sie höchst erstaunt.
"Wir sind Rosen" sagten die Rosen.
"Ach ! " sagte der kleine Prinz . . .
Und er fühlte sich sehr unglücklich. Seine Blume hatte ihm erzählt, daß sie auf der ganzen Welt einzig in ihrer Art sei. Und siehe ! Da waren fünftausend davon, alle gleich, in einem einzigen Garten ! Sie wäre sehr böse, wenn sie das sähe, sagte er sich . . . sie würde fürchterlich husten und so tun, als stürbe sie, um der Lächerlichkeit zu entgehen. Und ich müßte wohl so tun, als pflegte ich sie, denn sonst ließe sie sich wirklich sterben, um auch mich zu beschämen . . . Dann sagte er sich noch : Ich glaubte, ich sei reich durch eine einzigartige Blume, und ich besitze nur eine gewöhnliche Rose. Und er warf sich ins Gras und weinte.

In diesem Augenblick erschien der Fuchs:
"Guten Tag" sagte der Fuchs.
"Guten Tag" antwortete höflich der kleine Prinz, der sich umdrehte, aber nichts sah.
"Ich bin da" sagte die Stimme, "unter dem Apfelbaum ...."
"Wer bist du?" sagte der kleine Prinz. "Du bist sehr hübsch . . ."
"Ich bin ein Fuchs" sagte der Fuchs.
"Komm und spiel mit mir" schlug ihm der kleine Prinz vor.
"Ich bin so traurig . ."
"Ich kann nicht mit dir spielen" sagte der Fuchs. "Ich bin noch nicht gezähmt!"
"Ah, Verzeihung!" sagte der kleine Prinz. Aber nach einiger Überlegung fügte er hinzu :
"Was bedeutet das: >zähmen "Das ist eine in Vergessenheit geratene Sache" sagte der Fuchs. "Es bedeutet : sich >vertraut machen<."
"Vertraut machen?"
"Gewiß", sagte der Fuchs. "Du bist für mich noch nichts als ein kleiner Knabe, der hunderttausend kleinen Knaben völlig gleicht. Ich brauche dich nicht, und du brauchst mich ebenso wenig. Ich bin für dich nur ein Fuchs, der hunderttausend Füchsen gleicht. Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein in der Welt . ."
"Ich beginne zu verstehen", sagte der kleine Prinz. "Es gibt eine Blume . . . ich glaube, sie hat mich gezähmt..."
"Das ist möglich", sagte der Fuchs. "Man trifft auf der Erde alle möglichen Dinge..." Der Fuchs verstummte und schaute den Prinzen lange an : "Bitte . . . zähme mich!" sagte er.
"Ich möchte wohl", antwortete der kleine Prinz, "aber ich habe nicht viel Zeit. Ich muß Freunde finden und viele Dinge kennenlernen."
"Man kennt nur die Dinge, die man zähmt", sagte der Fuchs. "Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgend etwas kennenzulernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften. Aber da es keine Kaufladen für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, so zähme mich ! <

"Was muß ich da tun?" sagte der kleine Prinz.
"Du mußt sehr geduldig sein" antwortete der Fuchs. "Du setzt dich zuerst ein wenig abseits von mir ins Gras. Ich werde dich verstohlen, so aus dem Augenwinkel anschauen, und du wirst nichts sagen. Die Sprache ist die Quelle der Mißverständnisse. Aber jeden Tag wirst du dich ein bißchen näher setzen können ...".

So machte denn der kleine Prinz den Fuchs mit sich vertraut. Und als die Stunde des Abschieds nahe war :
"Ach !" sagte der Fuchs, "ich werde weinen."
"Das ist deine Schuld!" sagte der kleine Prinz, "ich wünschte dir nichts Übles, aber du hast gewollt, daß ich dich zähme . . ."
"Gewiß" sagte der Fuchs.
"Aber nun wirst du weinen !" sagte der kleine Prinz.
"Bestimmt", sagte der Fuchs.
"So hast du also nichts gewonnen!"
"Geh die Rosen wieder anschauen !" sagte der Fuchs.
"Du wirst begreifen, daß die deine einzig ist in der Welt. Du wirst wiederkommen und mir adieu sagen, und ich werde dir ein Geheimnis schenken."

Der kleine Prinz ging, die Rosen wiederzusehen:
"Ihr gleicht meiner Rose gar nicht, ihr seid noch nichts", sagte er ihnen. "Niemand hat sich euch vertraut gemacht, und auch ihr habt euch niemanden vertraut gemacht. Ihr seid, wie mein Fuchs war. Der war nichts als ein Fuchs wie hunderttausend andere. Aber ich habe ihn zu meinem Freund gemacht, und jetzt ist er einzig in der Welt."

Und die Rosen waren sehr beschämt.
"Ihr seid schön, aber ihr seid leer", sagte er noch. "Man kann für euch nicht sterben. Gewiß, ein Irgendwer, der vorübergeht, könnte glauben, meine Rose ähnle euch. Aber in sich selbst ist sie wichtiger als ihr alle, da sie es ist, die ich begossen habe. Da sie es ist, die ich mit dem Wandschirm geschützt habe. Da sie es ist, deren Raupen ich getötet habe (außer den zwei oder drei um der Schmetterlinge willen). Da sie es ist, die ich klagen oder sich rühmen gehört habe oder auch manchmal schweigen. Da es meine Rose ist."

Und er kam zum Fuchs zurück.
"Adieu", sagte er . . .
"Adieu", sagte der Fuchs. "Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach :
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."
"Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar", wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.
"Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig."
"Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe . . . <<, sagte der kleine Prinz, um es sich zu merken.
"Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen", sagte der Fuchs.
"Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich . ."
"Ich bin für meine Rose verantwortlich . .", wiederholte der :kleine Prinz, um es sich zu merken.

Autor/in: Georg Fröschl

Publikation: KiK 78

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Schlagwörter: Ich, Werte