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Neue Spiele aus aller Welt

Gruppenstunde Spiele | Alter: 8-12 | Aufwand: niedrig

Hintergrund

In dieser Gruppenstunde spielen wir Spiele aus anderen Ländern. Es sind nicht typische Spiele eines bestimmten Landes, aber es sind Spiele, die auch in teilweise recht weit entfernten Ländern in ähnlicher Form gespielt werden (aus dem Buch ”Kinderspiele aus aller Welt”, Falken Verlag, in dem Spiele beschrieben worden sind, die in SOS-Kinderdörfern gesammelt worden sind, stammen die Ideen für diese hier beschriebenen Spiele).

Einerseits ist es interessant draufzukommen, daß viele Spiele vom Spielprinzip her bekannt erscheinen. Andererseits liegt es sehr am Umfeld und der Gruppe, wie das Spiel dann genau gespielt wird. Die einzelnen Spielerinnen und Spieler beeinflussen natürlich immer, wie und nach welchen Regeln gespielt wird, damit sich alle wohlfühlen und Spaß daran haben. Das Spielprinzip wurde zwar übernommen, aber die Spielgeschichte immer abgewandelt, sozusagen an unsere Kultur angepaßt.

Material

  • Plakat
  • Atlas
  • die Materialien zu den einzelnen Spielen sind bei der Beschreibung zu finden.

Aufbau

Zur Orientierung für die Kinder führt uns ein Reiseplan durch diese Spielstunde, in der wir alle gemeinsam nacheinander verschiedenste Spiele kennenlernen.

 

Reiseplan


Du hast Dir vorher überlegt, welche der folgenden Spiele ihr spielen wollt. Die Länder, aus denen die Spiele stammen, stehen zu Beginn auf einem Plakat, auf dem Wegweiser anzeigen, in welcher Richtung sich diese Orte (ungefähr) befinden. Wenn man den Wegweisern nachgeht, dann kommt man nicht nur zum tatsächlichen Ort (theoretisch), sondern nach mehr oder wenigen Schritten zu einer Station, wo eine Kopie des jeweiligen Kontinents aus dem Atlas liegt. (Du mußt also den Ort, wo der Wegweiser steht, so wählen, sodaß die Spielstationen immer an geeigneten Orten sein können). Auf den Kopien ist ein Land immer färbig hervorgehoben. Wenn ihr nun das richtige Land gefunden habt, kannst Du mit der Spielerklärung beginnen.

Sri Lanka: Zerbrich den Krug


Dieses Spiel wird in Sri Lanka gern beim Neujahrsfest gespielt. Auf einem starken Seil hängen mit Wasser gefüllte Krüge, die mit einem Stock zerschlagen werden sollen - und das ohnen zu schauen.
Wenn warmes Wetter herrscht, könnt ihr auch Luftballons mit Wasser füllen und auf eine Leine hängen. Ein Kind bekommt einen Stock, schließt die Augen und dreht sich so oft es will im Kreis. Dann leiten die anderen, die in einem gewissen Sicherheitsabstand stehen, das Kind mit zustimmenden netten Geräuschen bzw. tiefen Geräuschen, wenn es sich vom Luftballon entfernt, in die richtige Richtung. Das Kind soll dann möglichst vorsichtig mit dem Stab fühlen, wo der Luftballon aufgehängt ist, damit es ihn dann platzen lassen kann, ohne naß zu werden.

Philippinen: Blindenslalom


Die Kinder bilden Paare. Ein Kind ist der Lotse, ein anderes Kind schließt die Augen. Dieses Kind hat in seiner Hand 3 unterschiedlich lange Hölzchen oder Kartonstreifen. (z.B.: Jedes Kind hat ein 2cm Hölzchen, ein 3cm Hölzchen und ein 4cm Hölzchen). Die Paare nehmen möglichst weit voneinander entfernt Aufstellung und gehen dann alle gemeinsam los. Der Lotse leitet nun seinen Blinden so, daß er auf einen anderen trifft. Diese tauschen dann ohne zu schauen ein Hölzchen aus. Ziel ist es drei gleichlange Hölzchen zu bekommen. Dann tauschen die Kinder ihre Rollen. Der Lotse kann seinen Blinden aber nur mit Worten leiten, darf ihn also nicht an der Hand führen.

Da bei diesem Spiel nicht gelaufen wird und die Lotsen sowieso sehr vorsichtig leiten müssen, könnt ihr auch einige Hindernisse (Tische, Stockerl, ...) aufstellen.

Sierra Leone: Tunnelball


Für dieses Spiel müßt ihr mindestens etwa 6 - 7 Leute sein. Ihr stellt euch mit gegrätschten Beinen in einem Kreis auf. Jedes Kind bekommt nun einen Ball, ein Tuch, ein Buch, Polster, .... Ein Kind bekommt eine Stoppuhr (oder einen robusten Kassettenrecorder mit Akkus). Auf ”Los” werden nun die Gegenstände durch die Beine hindurch der hinteren Person weitergegeben. Bei Los hat das Kind mit der Stoppuhr diese eingeschaltet (bzw. der Kassettenrecorder, in dem sich eine Kassette mit einer Geschichte, einem Märchen, einem deutschsprachigen Lied o.ä. befindet, wurde eingeschaltet). Nun werden diese Dinge solange weitergegeben bis sie wieder am Ausgangspunkt angekommen sind. Dann wird auch Stoppuhr (bzw. Kassettenrecorder) abgedreht. Wenn ihr eine kleinere Gruppe seid, dann macht 2 oder 3 Runden in einem Durchgang.

Beim zweiten Durchgang versuchen wir nun unsere Zeit vom ersten Durchgang möglichst genau wieder zu erreichen, (bzw. versuchen wir - nachdem wir die Kassetten zurückgespult haben - wieder genau zu der Stelle hinzukommen). Oder wir einigen uns darauf, daß wir beim zweiten Durchgang auf jeden Fall schneller sein wollen (ohne dabei den Kassettenrecorder dadurch zu Schrott zu verwandeln!).

Philippinen: Windblaseball


Original stehen 5 Kinder an jeder Seite von einem Leintuch und halten dieses in den Händen und lassen einen Tischtennisball durch blasen darauf wandern. (Diesen könnte man natürlich auch durch Schütteln des Tuches herumspringen lassen, ohne daß er hinunterfällt.)

Eine andere Möglichkeit ist es, um einen Tisch herumzuhocken und darauf einen oder mehrere Tischtennisbälle durch Blasen herumzubewegen, wobei aber jeder darauf schaut (oder besser darauf bläst), daß er nicht den Tisch verläßt.

Frankreich: Zitterball


Dafür brauchen wir einen Karton, der in der Mitte ein Loch hat, das ein wenig größer als ein Ball ist (wenn der Karton mehrere Löcher hat, können einige Kinder gleichzeitig spielen). Den Karton befestigen wir mittels Gummibändern an den 4 Ecken an 4 Pflöcken, die in die Erde geschlagen werden (wir können auch einen Tisch umdrehen und den Karton dann über der umgedrehten Tischplatte ”schweben” lassen.) Dann verbinden wir eine Schnur am einen Ende mit einem Stab, am anderen Ende mit einem Ball (am besten mit Klebeband). Der Stab sieht nun fast so aus wie eine Angel. Die Kinder versuchen nun den Ball durch das Loch in die Mitte zu balancieren, ohne den Karton zu berühren.

Togo: Wer hat mich berührt?


Ihr setzt euch im Kreis auf und zwei Kinder, die nebeneinandersitzen schließen die Augen. Ein Kind steht nun auf und berührt diese beiden. (Die Kinder, die nichts sehen, können in den ersten Runden auch die Arme des einen Kindes berühren). Wenn sich das Kind wieder gesetzt hat, können die beiden ihre Augen öffnen und in der Runde schauen und beraten wer sie berührt hat.

Frankreich: Die schelmische Katze


Bevor wir mit dem Spiel beginnen, malen wir auf einen Zeichenkarton einen sitzenden Katzenrumpf auf, das heißt ohne den Schwanz und ohne den Kopf. Diese beiden Körperteile sowie die Ohren und die Schnurrhaare zeichnen wir auf einem anderen Blatt. Das alles wird getrennt ausgeschnitten und mit Reißnägeln auf eine Unterlage festgesteckt. Jeder hat sich nun so eine Katze gebastelt. Wir sitzen im Kreis und jeder hält seine Katze vor sich. Nun dreht sich jeder um und verändert einen Teil an seiner Katze. Dann werden die Katzen wieder hergezeigt und wir versuchen gemeinsam bei allen daraufzukommen, die Veränderung zu erraten.

Bangladesh: Kim


Der Titel dieses Gedächtnisspieles leitet sich von dem gleichnamigen Roman des englischen Schriftstellers Rudyard Kipling (ist auch Autor des ”Dschungelbuches”) ab. Kipling erzählt darin von dem jungen Kim, dem verwaisten Sohn eines britischen Soldaten, der auf der Suche nach seiner Bestimmung durch Indien wandert. Im Haus des Händlers Lurgan wird er mit dem Juwelen spiel auf die Probe gestellt: Der Händler streut eine Handvoll verschiedener Edelsteine auf ein Tablett, und Kim und Lurgans Sohn müssen nach einem raschen Blicck möglichst viele Juwelen benennen oder beschreiben, ohne sie sehen zu können. Aufgrund dieser Romanszene bezeichnet man diese Art von Gedächtnisspielen als Kimspiele.

Statt der Juwelen hast Du auf einem Tablett einige kleine Gegenstände aufgelegt. Die Kinder betrachten diese einige Zeit genau. Dann wird ein Tuch darüber gelegt und wir versuchen alle Gegenstände zu nennen.

Wort-Kim


Du hast eine Reihe kleiner Gegenstände auf einem Tablett nach Anfangsbuchstaben alphabetisch geordnet. Alle Kinder sitzen in einer Reihe mit dem Rücken zu diesem Tablett. Ein Kind sucht sich Gegenstände heraus und bildet damit ein Wort aus den Anfangsbuchstaben. (HUND - Haube, Uhr, Nuß, Docht),). Diese Gegenstände werden nun nacheinander den Kindern in die Hand hinter ihrem Rücken gegeben. Die Kinder können sich die einzelnen Buchstaben aufschreiben und dann gemeinsam beraten, da natürlich ein Gegenstand, auch wenn er richtig ertastet wird, mehrere Bezeichnungen haben kann.

z.B.: Apfel, Auto Ball Bleistift Buch Cellophan Creme(dose) Curry Diskette Ei Eieruhr Eierbecher Finger Füllfeder Flasche Gabel Glas Hammer Hut Instrument Joghurtbecher Jutetasche Karte Kassette Kerze Knopf Kreuz Kreide Lineal Luftballon Maßband Münze Nagel Nuß Ohrring Ordner Operngucker Puppe Papier Quartheft Radiergummi Rucksack Rosenkranz Schilling Schlüssel Stamperl Streichholz Tasche Tambourine Telefonbuch Telefonwertkarte Tuch Uhr Uhu-Tube Untertasse Vase Vier (aus Karton geschnitten) Würfel Zange Zahnbürste

Mozambique: Chikuakuakua


Alle Kinder bekommen eine Rassel (eine Streichholzschachtel mit Reis - um Reisanbau zu verhindern, am besten zukleben) und wandern dem Spielleiter nach. Dieser gibt einen Rhythmus vor und macht Bewegungen dazu, ist sozusagen ”Vortänzer”. Wenn er die Bewegung ändert, wandert diese vom einen zum nächsten, bis alle wieder die Bewegungen des Vortänzers machen. Wenn dieser nicht mehr Vortänzer sein will, läuft er einfach ans Ende der Kette.

Philippinen: Nenn eine Zahl


Du wirfst einen Polster oder eine Ball in die Höhe. Das Kind das es fängt nennt eine Zahl. z.B.: 5. Daraufhin stellen sich alle Kinder so hin, daß sie mit 5 Körperteilen den Boden berühren. (z.B.: Hände, Füße, Gesäß) oder aber mehrere können zusammengehen und gemeinsam den Boden berühren (3 Kinder bleiben stehen und geben sich die Hand, wobei eines nur auf einem Bein steht.). Wie hoch kann man die Zahl wählen?

Korea: Jaegi-Chagi (sprich: Dschägi-Tschagi)


Das ist ein koreanisches Geduldspiel. Dazu legt man eine große Beilagscheibe (ca. 2,5cm Durchmesser) am unteren Ende eines Blattes Papier in die Mitte des Papiers. Dieses wird nun so oft um die Beilagscheibe gewickelt, bis ein dicker schmaler Papierstreifen mit der verborgenen Scheibe in der Mitte vor uns liegt. Jetzt sticht man mit einer spitzen Schere durch das Papier und durch die Beilagscheibe und wir ziehen die Enden des Papiers durch das entstandene Loch. Zum Schluß reißen wir das Papier in möglichst dünne Streifen, nun schaut es einem Federball ähnlich. Jetzt kann man versuchen, den Jaegi in der Hand über dem Fuß zu halten und dann loszulassen, um ihn mit dem Fuß aufzufangen und zu ”gaberln”.

Ungarn: Zurückpfeifen


Wir markieren ein rechteckiges Spielfeld, dessen Größe davon abhängt wieviele Kinder da sind. Alle Kinder stehen in der Mitte. Sie sind Roboter. Ein Kind ist der Ingenieur. Sobald er pfeift, wackeln die Kinder robotermäßig auf die Begrenzung hin. Denn wenn sie die Begrenzung erreichen, können sie selbst zum Ingenieur werden. Doch der Ingenieur kann sie ”zurückpfeifen”. Bei jedem Pfiff drehen sich nämlich die Roboter um und wackeln in die entgegengesetzte Richtung weiter. Doch so einfach ist es gar nicht, den Überblick über alle Roboter zu halten!

Sierra Leone: Stäbchenversteck


Dafür benötigt ihr zehn Stäbchen oder Aststückchen, ein Brett, (etwa 50cm) und ein Holzscheit oder einen Ziegelstein. Zu Beginn stehen noch alle um das Brett, das nun zum Sprungbrett für die Hölzchen gemacht worden ist. Das kurze Ende des Brettes ragt in die Höhe, auf dem längern Ende liegen die 10 Hölzchen. Nun tritt ein Kind auf das kurz Ende und während die Hölzchen durch die Luft fliegen, laufen alle bis auf das Sucherkind weg um sich zu verstecken. Dieses Kind sucht nun möglichst schnell die Hölzchen zusammen und ruft dann: ”Zehn Stäbchen auf dem Brett” und versucht dann die Versteckten zu entdecken.

Autor/in: Christoph Watz

Publikation: Kinder, Spiele & Kakao, KiK 82

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Schlagwörter: Spiel, Spaß, Welt