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Stern und Stall und Ochs & Co

Gruppenstunde | Alter: 10-13 | Aufwand: hoch

Ziel

Die heutige Form von Weihnachten hat sich durch Jahrhunderte hindurch entwickelt. Die dabei entstandenen Traditionen und Bräuche sollten aber, um bei der Feier von Weihnachten auch richtig verstanden zu werden, bewußt gemacht und überlegt werden.

Material

  • Packpapier
  • Stecknadeln
  • Elemente der Krippe
  • Bibelstellenplakat

Aufbau

Eine Geburtsdarstellung Jesu mit all den traditionellen Details wie Ochs und Esel, 3 Könige ... wird genau untersucht: Woher kommen die einzelnen Elemente und was bedeuten sie?
In einem weiteren Schritt überlegen wir, was die verschiedenen Elemente unseres heutigen Weihnachtsfestes (Christbaum, Sternspritzer ...) für uns bedeuten.

 

Hintergrund:
Unser gängiges Bild, wie es bei der Geburt von Jesus ausgesehen hat, ist eines, das sich durch Jahrhunderte hindurch entwickelt hat. Die verschiedenen Elemente wie "Ochs und Esel", "Stern", "Stall" haben eine bestimmte Bedeutung, z. B. sollen sie die Erfüllung von alttestamentlichen Verheissungen, die das Kommen des Messias ankündigen, bestätigen. Auch in unserem Weihnachtsfest gibt es Dinge, wie z. B: Christbaum, Weihnachtskarpfen ..., die beim "ursprünglichen Weihnachten" sicher nicht dabei waren. Doch auch diese Elemente haben ihren Sinn, der uns aber, wenn sie zum Weihnachtsfest positiv beitragen sollen, bekannt sein sollte. Denn Traditionen und Bräuche sind für unser Zusammenleben nur solange gut und hilfreich, solange ihr Ursprung auch noch verstanden und nachvollzogen werden kann bzw. sie für uns Bedeutung haben.

Du hast eine Geburtsdarstellung Jesu folgendermaßen vorbereitet: Auf einem Packpapierbogen ist die (wahrscheinlichste) Darstellung der Geburt Jesu zu sehen.

Darauf befestigt (am besten mit Stecknadeln) sind nun all die Elemente, die im Laufe der Zeit aus den verschiedensten Gründen dazugekommen sind:

Ochs und Esel


Im apokryphen (das sind die Schriften, die nicht in die Bibel aufgenommen sind) Matthäusevangelium lesen wir folgendes:

Am dritten Tage nach der Geburt unseres Herrn Jesus Christus trat die seligste Maria aus der Höhle, ging in einen Stall hinein und legte ihren Knaben in eine Krippe, und Ochs und Esel beteten ihn an. Da erfüllte sich, was durch den Propheten Jesaja verkündet ist, der sagt: "Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn" (Jes 1,3).
So beteten sogar die Tiere, Ochs und Esel, ihn ständig an, während sie ihn zwischen sich hatten. Da erfüllte sich, was durch den Propheten Habakuk verkündet ist, der sagt: "Zwischen zwei Tieren wirst du erkannt" (Hab 3,2; griechische Übersetzung). Josef blieb am gleichen Ort mit Maria drei Tage. (Pseudo-Matthäus 14,1-4)


Der Verfasser dieses Evangeliums will, indem er Jesaja zitiert, darauf hinweisen, daß sich die Verheißung der Geburt Jesu erfüllt hat.

Drei Könige


In einem armenischen Kindheitsevangelium ist folgendes zu lesen:

Und alsbald begab sich ein Engel eilends ins Land der Perser, um den weisen Königen Kunde zu bringen, daß sie das neugeborene Kind anbeten sollten. Und nachdem der Stern die Könige neun Monate lang geführt hatte, erreichten sie ihr Ziel in dem Augenblick, als die Jungfrau Mutter wurde. Denn in jener Zeit übertraf das Reich der Perser durch seine Macht und seine Siege alle Könige im Morgenland. Und jene Könige der Magier waren drei Brüder: der erste war Melkon, der über die Perser herrschte; der zweite, Baltasar, herrschte über Indien, und der dritte, Kaspar, besaß das Land der Araber. Sie hatten ihre Reise beschleunigt und waren genau zu der Zeit zugegen, als Jesus geboren ward.

Aus der Erfahrung, daß Jesus beim eigenen Volk nicht ankam, hingegen aber bei den Fremden und den Heiden, kamen die Schriftsteller zu dieser Hinzufügung. Aberdie Huldigung Jesu durch die fremden Könige sollte auch noch einmal die Bedeutung von Jesus unterstreichen: Was muß das für ein Kind sein, wenn sogar Könige ihm huldigen. Auch hier liegt ein Zitat aus dem Alten Testament zugrunde. (Psalm 72,10)

Gaben der Könige


Auch den Gaben, die die Könige gebracht haben, liegt ein Zitat aus dem Alten Testament zugrunde (Jesaja 60,3-6): Diese Gaben sind nicht nur Geschenke, sondern Kultgaben, "Erfüllungsgaben", die die Erfüllung der alttestamentlichen Verheißungen der Geburt Jesu anzeigen sollen. Die drei Gaben werden so gedeutet: Gold ist Zeichen der Königsherrschaft, Weihrauch ist Zeichen für das Priestertum und Myrrhe ist Zeichen für den Gekreuzigten, der die Welt erlöste.

Kamel


Das Kamel ist natürlich Reittier der Könige.

Stern


Lange Zeit meinte man diesen Stern bestimmen zu können; denn die Astrologen (unter ihnen Johannes Kepler, 1571-1630) errechneten gerade für die Zeit der Geburt Jesu (7 v.Chr.) eine seltene Sternkonstellation, die sich nur alle 794 Jahre wiederholt: Saturn, der Schutzstern Israels und Jupiter, der Königsstern, stehen im Sternbild der Fische, das den Anbruch der Endzeit anzeigt. Ein jüdischer Astrologe hatte dieselbe Sternkonstellation für das Jahr 1396 v.Chr. errechnet; das Jahr, in dem man glaubte, die Geburt des ersten Retters (Mose) ansetzen zu können.

Dieser "Stern der Weisen" wird aber höchstwahrscheinlich ein "theologischer" Stern sein, das heißt ein weiteres Zeichen, das die Bedeutung des Ereignisses in Betlehem unterstreichen soll.

Betlehem


Der Geburtsort Jesu - alle nennen ihn Jesus aus Nazareth - ist manchmal diskutiert worden. Auf jeden Fall ist auch Betlehem eine Art Hinweis für die große Bedeutung Jesu. König David war aus Betlehem. Und als Messias wurde ein "neuer König David" erwartet.

Stall


Daß manche Nachbildungen der Geburtsstätte Jesu bei uns eher wie Tiroler Almhütten, Scheunen oder andere einheimische Behausungen aussehen; daß die Landschaften oft mit Kirchen und Häusern ebenfalls nicht israelischer Herkunft ausgestattet sind, hat wohl unter anderem auch folgende Gründe: Erstens hatten die Krippenhersteller nichtdie Möglichkeit eines Lokalaugenscheins und konnten so auch nicht wissen, wie es in Israel wirklich aussah; und zweitens wird so auch eines sehr schön deutlich: Jesus ist auch unter uns, in unserer Umgebung, Mensch geworden. Er ist auch noch immer mitten unter uns. Und das kommt durch die Abbildung der vertrauten Lebensumgebung der Menschen sehr schön zum Ausdruck.

Und außerdem ...


Nicht abnehmbar sind folgende Elemente:
Jesus, in einer Wohnhöhle liegend
Maria und Josef
Die Hirten - gerade die einfachen, ungebildeten, oft verachteten Menschen sind die ersten Zeugen der Geburt.
Engel sind ein besonderes Zeichen, ein Zeichen dafür, daß hier etwas ganz Besonderes geschieht, etwas, wo Gott da ist. Und das Besondere dieser - jetzt sehr einfachen Darstellung von der Geburt - ist ja da: Gott ist in Jesu Mensch geworden.

Auf einer Seite des Plakates mit der Geburtsdarstellung hängt ein (andersfarbiges) Plakat, auf dem folgende Bibelstellen aufgeschrieben sind:

Jes 1,3
Jeder Ochse kennt seinen Besitzer und jederEsel die Futterkrippe seines Herrn.

Ps 72,10
Die Könige von Tarschisch und von den Inseln bringen Geschenke, die Könige von Saba und Seba kommen mit Gaben.

Jes 60,3-6
Völker wandern zu deinem Licht, und Könige pilgern zu deinem strahlenden Glanz ... Auch den Reichtum des Meeres bringt man herbei, die Schätze derVölker kommen zu dir. Zahllose Kamele strömen ins Land, Dromedare aus Midian und Efa. Ganz Saba kommt und bringt Weihrauch und Gold und verkündet den Ruhm des Herrn.

Aus dem Testament Juda
Und darauf wird euch ein Stern aus Jakob in Frieden aufgehen ... Über ihn werden sich die Himmel öffnen, auszugießen den Segen des Geistes vom Vater.

Micha 5,1
Aber du Betlehem-Efrata, so klein unter den Gauen Judas, aus dir wird einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll.

Du erklärst, daß die Weihnachtsdarstellung, so wie wir sie gewohnt sind, ursprünglich etwas anders ausgesehen hat. Viele Dinge sind aber in die "gängigen" Krippendarstellungen aufgenommen worden, da sie auf alttestamentliche Stellen Bezug nehmen. Die Dinge, die in den Stellen auf dem Plakat erwähnt werden, werden von dem "Krippenplakat" abgenommen und zu den entsprechenden Bibelzitaten gehängt.

Der Stall wird zwar in keiner der angegebenen Stellen erwähnt, aber so wie er aussieht, paßt er wohl kaum in die galiläische Landschaft. Also wird er auch auf dem zweiten Plakat befestigt. Du erklärst nun, daß viele dieser Elemente in die Krippendarstellung und teilweise in die Weihnachtsevangelien aufgenommen wurden, um so zu zeigen, daß die Verheißungen des Alten Testamentes durch die Geburt Jesu in Erfüllung gingen. Und wenn Details wie Ochs und Esel stimmen, dann soll das anzeigen, daß auch die "große" Verheißung - die Ankunft des Erlösers - Wirklichkeit wurde. Vieles hat aber noch zusätzliche Bedeutungen (der Besuch der Könige, ihre Gaben, ...). Diese Bedeutungen könnt ihr nun sammeln, auf kleine Kärtchen schreiben und auch auf dem Plakat befestigen (Informationen siehe oben).

Anschließend betrachtet ihr die übriggebliebene Krippendarstellung: Wenn man die Geburt Jesu photographiert hätte, würde sie diesem Bild ähnlicher sehen als dem Bild vom Beginn der Stunde. Trotzdem scheinen die Details, die wir von dem Bild weggenommen haben, in fast allen Krippendarstellungen auf, eben weil sie etwas Bestimmtes ausdrücken.

Auch wenn wir Weihnachten feiern, benutzen wir Zeichen, Symbole, Rituale, weil wir etwas damit ausdrücken wollen, bzw. weil sie für uns Bedeutung haben. Diese Dinge sammeln wir auf einem weiteren Plakat (Stille Nacht, Sternspritzer, Krippe, Weihnachtsschmaus, Geschenke, ...). Diese Dinge hast Du entweder mit, und ihr klebt sie auf, oder ihr schreibt bzw. zeichnet sie auf das Plakat.

Wir überlegen dann weiter: Was kann die Bedeutung all dieser Dinge sein, warum verwenden wir sie bei unserem Fest? Bringen sie ähnliches wie "die Könige" oder einige der am Anfang untersuchten Elemente zum Ausdruck? Wie wichtig sind sie uns beim Feiern?

Autor/in: Franz Korinek, Thomas Narosy

Publikation: KiK 85

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Jahreskreis: Weihnachten

Schlagwort: Advent/Weihnachten