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Goldfieber

Gruppenstunde Spiele Lager | Alter: 8-12 | Aufwand: hoch

Ziel

Dieses Modell entspricht den Kriterien für Gruppengeländespiele, das heißt, das Spiel ist für ein größeres Areal gedacht und benötigt nur zwei Gruppenleiter/innen zur Durchführung. Es soll als Beispiel für Suchspiele dienen. Weiters enthält es aber auch ein Fangelement, da nur nach Gegenständen zu suchen nicht ausreichend spannend sein mag.
Die Kinder sollen bei diesem Spiel vor allem das lustige Miteinander - Spielen erleben. Es soll den Kindern ermöglichen, ihr eigenes Spieltempo zu wählen, selbst zu bestimmen, mit wem sie während des Spiels zusammen sein wollen, eigene Strategien zu entwickeln und dadurch den Spielverlauf nach Lust und Laune zu gestalten.

Material

  • zu versteckende Gegenstände:
    • Goldstücke: Kieselsteine, die in Goldfolie (manche Schokoladesorten sind in solcher verpackt) eingewickelt sind.
    • vierblättrige Goldkühle: (grün bemalte) Kluppen, auf die vierblättrige Papierblüten (in rot, gelb und blau) geklebt sind.
    • Eiszapfen: gleichnamige Zuckerl (oder jede andere Zuckerlsorte, die einerseits weißbläulich durchscheinend und andererseits eingewickelt ist (damit man sie verstecken und nachher noch essen kann))
  • in der Apotheke:
    • ein weißer Arbeitsmantel für den Apotheker
    • eine Waage zum Abwägen von Kieselsteinen, also mit Feineinstellung
    • Saft und Gefäße, um kleine Mengen davon abzufüllen (z.B. kleine Fläschchen, Filmdosen,...)
  • Joe McNugget:
    • ein Goldsucherutensil (eine kleine Schaufel, eine Schaufel, einen Lederhut,...)
    • Zettel zum Abgrenzen des Suchgebietes
    • ein Goldfieberthermometer (siehe Skizze): Die Skalierung reicht von 0 Grad bis 100 Grad. Statt einer Quecksilbersäule zeigt eine Schnur, die zur Hälfte blau ist, die Temperatur an. Diese ist durch Löcher am Anfang und am Ende der Skala gefädelt und auf der Hinterseite des Thermometers zusammengeknüpft. Durch Verschieben des Fadens ändert sich der sichtbare Anteil des blauen Fadenstücks und damit die angezeigte Temperatur.
  • für die Kinder:
    • ein Goldbeutel (ein kleines Stoffsäckchen oder auch kleine Nylonsackerl)

Aufbau

Dieses Spiel ist in erster Linie ein Suchspiel. Die Kinder suchen im Spielgebiet nach Dingen, die den Goldsucher Joe McNugget von seinem Goldfieber heilen sollen. Es enthält aber auch ein Fangelement: Einerseits duldet McNugget keine anderen Sucher in seinem Gebiet, andererseits will er sich nicht von seinem Goldfieber heilen lassen und flüchtet vor Menschen, die ihn mit Heilmitteln konfrontieren wollen.
Schlußendlich soll es aber gelingen, McNugget zu heilen und zurück ins Leben zu führen.

 

Tipps zur Durchführung


Das Spielgebiet besteht aus zwei Teilen: Dem Suchgebiet McNuggets, in dem die Gegenstände versteckt sind und innerhalb dessen er den Kindern nachläuft, und einem zweiten Bereich, in dem die Kinder vor McNugget sicher sind und in dem sich auch die Apotheke befindet.

Das Suchgebiet sollte es ermöglichen, daß die Gegenstände so deponiert werden können, daß man sie nicht sofort (aber suchenden Blickes sehr wohl) findet. Weiters sollte es den Mitspielern auch möglich sein, sich selbst zu verstecken. Da die Mitspieler einander nachlaufen werden, muß das auch gefahrlos möglich sein. Gut eignet sich z.B. ein Park mit Baum- und Buschgruppen oder ein lichter flacher Wald. Die Größe des Spielgebietes hängt von der Anzahl der Mitspieler ab, auf jeden Fall sollte es so groß sein, daß man unabhängig voneinander suchen kann.
Auf jeden Fall müssen den Kindern die Grenzen des Spielgebietes klar sein.

Dauer der Spiels: Wenn das Spiel für die Kinder an Reiz zu verlieren beginnt, sollte sich das Fieber McNuggets langsam gegen null hin senken. Ein Richtwert könnte sein, daß jedes Kind 10 Gegenstände gefunden hat oder ca. 5 mal mit McNugget zu tun gehabt hat.

Für dieses Spiel ist es nicht notwendig, fixe Untergruppen zu bilden. Es bleibt den Kindern überlassen, ob sie lieber alleine oder in Gruppen suchen wollen, außerdem können sie im Laufe des Spieles eine Gruppe wieder verlassen oder eine andere aufsuchen.

Vorbereitungen


Im Spielgebiet sind bereits vor dem Eintreffen der Kinder die Gegenstände versteckt worden (das kann der/die Gruppenleiter/in machen, der/die McNugget spielt, da er/sie ohnehin schon vor den Kindern im Spielgebiet sein soll): Goldstücke liegen am Boden, und zwar so, daß die Kinder sie auch finden können, nicht unter Steinen oder Ähnlichem versteckt. Vierblättrige Goldkühle wächst überall, am Boden, auf Sträuchern, an Bäumen usw.. Eiszapfen wachsen auch nicht am Boden, sondern hängen von irgendwo herunter.

Das Suchgebiet McNuggets ist durch an Bäumen und Büschen befestigte Zettel gekennzeichnet, auf denen z.B. steht: "Dieses Gebiet gehört Joe McNugget. Betreten höchst unerwünscht!”

Ein Fall von Goldfieber


Wenn alle Kinder da sind, begebt Ihr Euch zum Spielgebiet. Dort erklärst Du den Kindern das Spiel:
"Gestatten, darf ich mich vorstellen, mein Name ist Mr. Cool, Mr. Keep Cool, von Beruf Apotheker. Gut, daß Ihr hier seid. Ich brauche nämlich Eure Hilfe. Mein alter Freund Joe McNugget ist nämlich dem Goldfieber verfallen. Seitdem ist er ständig auf der Suche nach Goldstücken. Er redet mit niemandem mehr und ist immer nur einsam unterwegs. Wenn er nicht bald von seinem Goldfieber geheilt wird, befürchte ich, daß er nie wieder mit dem Goldsuchen aufhört. Leider kann ich mich nicht selber um ihn kümmern, da ich in meiner Apotheke zu tun habe.”

Die Aufgabe der Kinder


Die Aufgabe der Kinder ist nun, im Spielgebiet einerseits nach Dingen zu suchen, die Mr. McNugget von seinem Goldfieber heilen können, andererseits möglichst viele Goldklumpen zu finden, damit er sich nicht noch stärker in sein Goldfieber steigert, wenn er sie selber findet.

Das Goldfieber kann von Eiszapfen gekühlt (durch Essen oder mit der Haut in Kontakt bringen) und durch eine bestimmte Blumenart, die vierblättrige Goldkühle, gesenkt werden, indem man sie an der Kleidung des Patienten befestigt (das kann auch heimlich passieren, ohne daß McNugget es merkt).

Mit den Goldklumpen, die die Kinder im Suchgebiet finden, können sie in der Apotheke ein fiebersenkendes Medikament kaufen, das vom Patienten getrunken werden muß.

Der Kontakt mit McNugget ist zweierlei Gestalt. Einerseits versucht McNugget, sämtliche Eindringlinge aus seinem Suchgebiet zu vertreiben, aber nicht ohne Ihnen das Gold, das sie gefunden haben, wieder abzunehmen. Strategien für die Kinder sind entweder davonzulaufen oder aber das gefundene Gold zu verstecken.
Andererseits haßt McNugget jede Art von Medizin. Hat er den Eindruck, daß ihn jemand damit behandeln will, sucht er seinerseits das Weite. Möchten die Kinder ihm Medizin verabreichen, können sie ihm nachlaufen oder ihn heranlocken, z.B. indem sie McNugget glauben lassen, daß sie gerade Gold gefunden haben.

Den Strategien der Kinder soll hier keine Grenze gesetzt werden. Fixe Spielregel ist jedoch, daß sie McNugget das Gold, das sie in ihren Goldbeuteln haben, zurückgeben müssen, da sie es in seinem Gebiet gefunden haben.

Der Apotheker Mr. Cool


Er begleitet die Kinder zum Spielgebiet, präsentiert die Spielgeschichte und erklärt die Spielregeln. Danach sitzt er in seiner Apotheke im Spielgebiet, aber außerhalb des Suchgebietes von McNugget. Dort tauscht er Goldklumpen entsprechend ihrem Gewicht in Medizin, das heißt, er füllt nach dem Abwägen der Goldstücke eine bestimmte Menge Saft in ein Fläschchen und schreibt die Wirkung auf die Flasche. Pro 5 Gramm Gold bekommen die Kinder jene Menge Fiebermittel, die das Fieber um 1 Grad senkt. Weiters kann er die Kinder fragen, wie sie vorankommen, mit ihnen Strategien ausdenken und auch Fragen der Kinder (z.B. bezüglich der Spielregeln) beantworten.

Der Goldsucher Joe McNugget


Er bewegt sich nur innerhalb seines Suchgebietes und sammelt dort Goldstücke. Er vertreibt Eindringlinge aus seinem Revier und nimmt ihnen ihr Gold wieder weg (er sucht danach allerdings nur in den Goldbeuteln der Kinder, keine Leibesvisitation). Hat er den Eindruck, daß die Kinder Medizin bei sich haben, flüchtet er vor ihnen. Wenn ihn die Kinder einholen (und das sollte er ermöglichen), versuchen die Kinder, ihn zu überreden/überzeugen, das Heilmittel anzuwenden. Je nach Verfassung und Spaß der Kinder sollte er sich unterschiedlich schwer überzeugen lassen. Bevor die Kinder ihn wieder verlassen, mißt er mit seinem Thermometer sein Goldfieber und justiert es entsprechend der Wirkung der Heilmittel/der gefundenen/der abgenommenen Goldstücke nach.

Ein Vorschlag für die Wirksamkeit der Heilmittel und Goldstücke:

  • Ein Eiszapfen senkt das Fieber um 2 Grad.
  • Das Fiebermittel, das gegen Goldstücke eingetauscht werden kann, senkt das Fieber entsprechend der eingesetzten Goldmenge, z.B. pro 5 Gramm um 1 Grad.
  • Vierblättrige Goldkühle senkt das Fieber um so stärker, je kühler die Blütenfarbe ist. Rote Blumen senken um 3 Grad, gelbe um 4 Grad, blaue um 5 Grad.
  • Ein gefundenes Goldstück erhöht das Fieber um 10 Grad.


McNugget hat die Aufgabe, sein Goldfieber so zu balancieren, daß das Spiel weiterläuft und er schlußendlich geheilt wird. Dies kann er durch mehrere Mechanismen steuern:

  • Selber mehr oder weniger Goldstücke finden.
  • Die zu suchenden Gegenstände im Suchgebiet nachlegen (= unauffällig fallen lassen), je nach Situation eher Goldstücke oder Heilmittel.
  • Das Thermometer manipulieren (das wohl eher nur als Notmaßnahme).

McNuggets Heilung


Wenn das Fieber auf null Grad sinkt, ist McNugget geheilt. Er erwacht aus seinem Goldfieber, blickt sich fragend um, was er denn eigentlich hier mache und wie er es so lange allein hier in der Wildnis ausgehalten habe, und läßt sich bereitwillig von den Kindern zum Apotheker bringen. Dort wird gewartet, bis alle Kinder zurück sind. Bei einem großen Spielgebiet kann ein Signal für das Spielende ausgemacht worden sein.

Am Ende könnte McNugget seinen größten Goldklumpen (eine Tafel "Große Gold"- Schokolade von Bensdorp) als Dank unter den Kindern verteilen.

Autor/in: Marcus Bruck, Helmut Habiger

Publikation: KiK 85

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Lager-Kategorie: Geländespiele

Schlagwörter: Geländespiel, Lager, Spaß, Spiel