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Kämme oder: die Kunst des Auskämmens

Gruppenstunde | Alter: 10-13 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Eine Methode zum Sammeln und Bearbeiten von Problemen.
Bei der Planung dieser Gruppenstunde wurde nicht vom Thema, sondern vom Material ausgegangen - ein etwas experimenteller Ansatz, aber hoffentlich nicht minder brauchbar.
Was kann man alles mit Kämmen tun? Als technisches Hilfsmittel können Kämme beim Marmorieren behilflich sein, man kann Muster damit machen ("Willst du ein Muster auf der Butter, fahr´mit´m Kamm drüber!"). Etwas zweckentfremdet kann man Kämme zum Musik machen verwenden. Oder, im übertragenen Sinn, kann man auch eine Gegend abkämmen. Oder mit Kämmen etwas auskämmen. Vorher sollte man sich überlegen, was einem gegen den Strich geht. Diesem letzten Gedanken soll in dieser Gruppenstunde nachgegangen werden.

Dieses Gruppenstundenmodell hat insofern kein Thema, sondern erklärt nur die Methode, mit der Du ein selbstgewähltes Thema in der Gruppenstunde behandeln könntest. Wichtig ist, daß der gewählte Problembereich tatsächlich mit der Lebensrealität Deiner Kinder zu tun hat. Das könnte z.B. sein: Wohnumgebung, Pfarre, Schule,... jedenfalls Bereiche, in denen die Kinder gemeinsame Erfahrungen machen können.

Achtung: Mach’ Deinen Kindern keine unrealistischen Erwartungen, was sich alles ändern könnte! In dieser Stunde geht es einmal darum, Probleme ansprechen zu können und Wuschvorstellungen etwas Raum zu geben. Das ist übrigens eine Vorstufe des politischen und demokratischen Handelns.

Ziel

Wir wollen uns überlegen, was uns "gegen den Strich" geht und wie wir das "auskämmen" könnten. Sprich: Was stört uns, und was könnten wir dagegen tun.
Achtung: Dieses Ziel gehört ergänzt: Du mußt Dich vorher entscheiden, über welchen Lebensbereich Du mit den Kindern nachdenken willst!

Material

  • Je nach gewähltem Thema ein passender Plan, der sozusagen einen räumlichen Überblick über den Lebensbereich gibt, um den es gehen soll.
  • Zerraufte Köpfe zum Notieren der Probleme
  • Gekämmte Köpfe zum Notieren der Lösungsvorschläge
  • Kämme zum Notieren des Weges zur Lösung
  • Diverse Materialien, je nach gewählter weiterer Vorgangsweise

Aufbau

Sammeln: Wir durchkämmen einen bestimmten Lebensbereich nach Problemen.
Wunschvorstellungen: Wir überlegen, wie es ausschauen sollte, damit sich unsere Situation verbessert.
Konsequenzen: Wir tun etwas, um unserer Wunschvostellung Realität zu verschaffen.

 

Einen Lebensbereich durchkämmen



Die Methode wird im folgenden anhand des Beispiels "Wohnumgebung" erklärt. Natürlich sind hier Veränderungen nötig, wenn Du Dich für ein anderes Thema entscheidest.

Du erklärst den Kindern, daß wir uns heute überlegen wollen, was uns in unserer näheren Wohnumgebung stört, was uns dort sozusagen "gegen den Strich" geht. Dazu hast Du einen etwas vergrößerten Plan mitgebracht. Auf Zetterln mit dem Kopf eines ziemlich zerrauften Menschen können die Kinder nun aufschreiben, wo und worin sie Probleme sehen. Kopiervorlagen für einen solchen Kopf finden sich weiter unten. Diese Köpfe werden dann mittels Stecknadel oder Tixo an der entsprechenden Stelle fixiert.

Das könnte z.B. sein: ungemütliche und starkbefahrene Straßen, subjektiv als häßlich empfundene Gebäude, verkommene Parkanlagen,...

Wenn Du Dich für das Thema "Schule" enschieden hast, könnstest Du einen Plan einer Schule verwenden, auf dem die Kinder die Köpfe kleben. Wenn´s um die Pfarre geht - einen Plan des Pfarrheim incl. Pfarrkirche. etc.


Wie wär´s zurechtgekämmt?



Wie könnte jetzt diese Sache aussehen, sodaß sie niemanden gegen den Strich geht? Die Wunschvorstellung wird auf einen gekämmten Kopf geschrieben - auch für diesen findest Du Kopiervorlagen etwas weiter unten.


Konsequenzen



Wie soll es jetzt weitergehen? Wenn wir nun Problempunkte benannt haben und uns bereits überlegt haben, wie es ausschauen sollte, können wir uns nun überlegen, wie der Weg dazwischen aussieht. Eine oder mehrere Ideen dazu werden - auf einen Kamm geschrieben. Achte darauf, daß hier möglichst konkret notiert wird, wer angesprochen werden muß, was diese Person(en) erfahren müssen etc. Überlegt auch, ob eine Idee reicht oder man mehrere braucht.


Handeln oder: Auskämmen konkret



Jetzt müßt ihr euch in der Gruppe auf ein konkretes Problem einigen, weil wohl kaum alle behandelbar sind. Habt ihr euch entschieden, gibt es zwei Möglichkeiten, was mit Ideen bzw. Lösungsansätzen dazu geschehen könnte:

Entweder nur Einzelne haben damit ein Problem bzw. ich kann nur individuell handeln, weil sich das Problem auf mein engstes Lebensumfeld beschränkt, z.B. wenn es um Familie geht. Dann könnten wir Tips sammeln, wie ein/e jede/r mit diesem Problem umgehen könnte.

Z.B. wenn ich (im Bereich meiner Wohnumgebung) mir mit der Überquerung einer stark befahrenen Straße schwer tue, könnten wir andere Übergangsmöglichkeiten suchen. Solche Tips sammeln wir auf Kärtchen oder einem attraktiv gestaltetem Plakat.

Oder das Problem geht einen breiteren Kreis von Menschen etwas an: Wenn wir dann bereits eigene Ideen haben, was zu tun wäre, sollten wir das auch kundtun: Ein Plakat im Pfarrsaal, ein Artikel für den Pfarrbrief, eine Wandzeitung, ein Brief an alle Eltern, an den Bezirksvorsteher, an den Bürgermeister,... je nach dem, auf wen sich das Problem bezieht.

Z.B. könnten wir an die entsprechen Behörden weiterleiten, welcher Bereich unserer Wohnumgebung nicht sehr ansprechend ist.

Autor/in: Gerald Faschingeder, Christine Anhammer

Publikation: KiK 86

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Schlagwörter: Ich, Werte