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Die neuen Abenteuer des Indiana Jones

Gruppenstunde Spiele | Alter: 8-15 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Dieses Spiel wurde zu einem Zeitpunkt durchgeführt, als die Serie "Die Abenteuer des Indiana Jones" gerade im Fernsehen lief. Momentan dürfte diese Figur jüngeren Kindern nicht bekannt sein. Daher kann die Figur des Indiana Jones durch jede vergleichbare ausgetauscht werden, die gerade aktuell ist.

Ziel

Dieses Spiel ist im Rahmen eines Faschingsfestes durchzuführen. Es soll eine Alternative oder Erweiterung zu herkömmlichen Faschingsfesttätigkeiten darstellen. Die Spielgeschichte ist an die zahlreichen Versionen des Filmgenres "Abenteurer und Schatzsucher" angelehnt. In einigen Fällen erschien es allerdings nicht sinnvoll, die in diesem Genre enthaltenen Klischees zu übernehmen (v.a. bei dem der "Eingeborenen"). Hier wurde versucht, durch Verfremdung das Klischee zu überwinden.

Material

  • Abenteurerverkleidung, Elephantenpapier, eine (Schatz)Kiste, einen "Schatz", z.B. das Essen für die anschließende Feier oder eine Kleinigkeit für jedes Kind.
  • Bei den einzelnen Stationen:
  • Im Dschungel: z.B. Schnur, Glöckchen, Schellen, Girlanden, breites Klebeband, Decken, Polster
  • Bei den Fälschern: starkes Papierrton (A3), Farben, bunte Papierreste, Klebstoff, Gummilitze; eventuell Selbstklebeettiketten für das Spurenlegen
  • Im Basar: starkes Papier, eventuell Kassettenrecorder und orientalische Musik
  • Die Höhle des Einsiedlers: z.B. große Kartonschachtel oder Decken
  • Im Labyrinth: Schnur, Nägel, Stoffbahnen (Leintücher), Kluppen, eine beliebige Geräuschquelle
  • In der Wildnis: Stoffstücke, Duftwasser; diverse Gegenstände
  • Beim Professor: Schaukelstuhl oder Hängematte, Regal, Bücher
  • Im Dorf der Einheimischen: eine Gesichtsmaske, Kassettenrecorder

Aufbau

Dieses Stationenspiel ist als erster Teil eines Faschingsfestes möglich. Der Schatz, der an seinem Ende gefunden wird, könnten Dinge sein, die für den zweiten Teil des Festes, benötigt werden.
Nach dem Eintreffen und der Einleitung teilen sich die Kinder in Gruppen, in denen sie Stationen besuchen. Bei jeder Station erhalten sie einen Teil einer Schatzkarte, die zusammengesetzt den Ort des Schatzes verraten.

 

Vorbereitungen



Auf der Einladung zum Fest könnte erwähnt sein, daß bei diesem Fest auch ein Stargast dabei sein wird, der einen Schatz mitbringen wird.
Die Schatzkarte zeigt das Spielgebiet. Die einzelnen Stationen sind sinnbildlich dargestellt, z.B. ist an dem Ort, an dem sich die Fälscherwerkstatt befindet, eine Holzmaske eingezeichnet. Außerdem ist an einem Ort, den die Kinder während des Spiels nicht leicht betreten (und dadurch den Schatz zufällig finden) können, eine Schatzkiste oder das übliche x eingezeichnet. Das Ganze bekommt zusätzlich Schatzkartencharakter, wenn diese Zeichnung auf Elephantenpapier kopiert wird.


Eintreffen



Wenn alle Kinder da sind, tritt ein/e Gruppenleiter/in als Indiana Jones auf. Er/sie trägt "Abenteurerkleidung", z.B. Lederkleidung oder Bärenzahnketten. Indiana Jones ist in den Jahren seiner (Fernseh-)Abwesenheit leider ein bißchen aus der Übung gekommen, zudem plagen ihn starke Kreuzschmerzen. Daher konnte er den Schatz, den er für dieses Faschingsfest mitnehmen wollte, nicht selbst suchen. Es ist ihm furchtbar peinlich, daß das Faschingsfest nicht beginnen kann. Vielleicht könnten aber die Kinder einspringen, um den Schatz doch noch zu finden. Indiana Jones weiß zwar nicht genau, wo sich der Schatz befindet, aber er weiß, daß seine Lage auf einer Schatzkarte eingezeichnet ist. Allerdings wurde diese Karte vor langer Zeit, nachdem die ursprünglichen Besitzer den Schatz versteckt hatten, in viele Teile zerschnitten, die mittlerweile in alle Himmelsrichtungen zerstreut sind. Indiana Jones hat nur eine Liste mit den Orten, wo die Teile der Schatzkarte zuletzt gesehen wurden.

Aufgabe der Kinder ist es nun, in Gruppen zu jeweils acht die Kartenteile zu suchen. Jede Gruppe erhält eine Liste, auf der die Namen der Stationen stehen. Die Gruppen können die Stationen in beliebiger Reihenfolge absolvieren, je nachdem, welche gerade frei ist. Während die Kinder suchen, steht Indiana Jones als Ansprechperson für Fragen und Anliegen der Kinder zur Verfügung.

Da es für jede Gruppe eine eigene Karte gibt und daher auch jede Gruppe den Schatz findet, sollte der Schatz entweder erst gehoben werden, wenn alle Gruppen fertig sind, oder ein/e Gruppenleiter/in legt nach jeder Gruppe ein Stück Schatz nach, oder der Schatz liegt in Portionen in Anzahl der Gruppen in der Schatzkiste.


Die Stationen



Im Dschungel



In diesem Raum sind Fäden gespannt, an denen Glöckchen, Schellen oder Rasseln hängen, breite Klebebandstreifen sind mit der klebenden Seite nach oben am Boden verteilt, Girlanden hängen von den Decken herab und sind miteinander verknotet und zum Teil mit einem/r Gruppenleiter/in verbunden, die in der Mitte des Raumes sitzt, Decken und Pölster am Boden können die Dschungelatmosphäre verstärken.
Die Kinder suchen nach dem Kartenteil, der im Raum versteckt ist, ohne dabei den in der Mitte sitzenden Wächter durch Geräusche aufzuwecken. Dieser kann nach eigenem Ermessen bei Störungen aufwachen und die Kinder fragen, was sie hier zu suchen haben. Wenn den Kindern eine gute Ausrede einfällt, läßt er sie gehen, um darauf sofort wieder einzuschlafen und den Kindern eine neue Chance bei der Suche zu geben.

Bei den Fälschern



Hier ist ein Souvenierfälscher damit beschäftigt, "original" afrikanische Gesichtsmasken herzustellen. Wenn die Kinder ihn nach Masken fragen, sagt er, er könne ihnen keine Masken überlassen, weil schon alle verkauft sind, aber wenn sie sich selber eine herstellen wollen, dürften sie sein Material benutzen. An Material gibt es Karton als Trägermaterial und verschiedene Farben und Papiersorten zum Bekleben. Weiters hängen einige fertige Ansichtsexemplare herum. Zwischen den Papieren finden sich auch zwei identische Kartenteile.
Die "Fälscherwerkstatt" ist eine Doppelstation: Sie ist nämlich auch der Ausgangspunkt für ein Spurenlegspiel. Jeweils zwei Gruppen tauschen einen ihrer doppelten Kartenteile aus. Dies tun sie aber nicht direkt, sondern hinterlegen ihren zweiten Kartenteil an einem bestimmten Ort, zu dem sie eine Hinweisspur legen. Wie diese Hinweise ausschauen, ist den Kindern überlassen (möglich sind z.B. versteckte Zettel, auf denen die Lage des nächsten Zettels angegeben ist, oder bestimmte Zeichen, die - in bestimmten Abständen angebracht - den Weg zum Ziel zeigen). Der/die Gruppenleiter/in muß daher jeder Gruppe zunächst den Auftrag geben, eine Spur zu legen. Wenn dieser fertig ist, sagen die Kinder dem Fälscher den ersten Hinweis oder die Art des Zeichens o.ä.. Sobald auch eine zweite Gruppe ihre Spur gelegt hat, erfahren die Kinder den ersten Hinweis von deren Spur, die sie nun bis zum Kartenteilchen verfolgen. Wichtig: Der/die Gruppenleiter/in muß daher im Geiste je zwei Gruppen zusammenspannen und sie daher unterschiedliche Kartenteile finden lassen.
Wenn die Kinder den Fälscher auf die identischen Kartenteile ansprechen, sagt er: "Ja richtig, da fällt mir alles wieder ein. Schon vor kurzem war eine Gruppe bei mir, die ebenfalls zwei gleiche Stücke Papier hatte. Ich soll Euch ausrichten, daß sie bereit sind, diese Papierstücke zu tauschen. Sie haben eines Ihrer Stücke an einem geheimen Ort versteckt. Zu diesem Ort führt eine Spur von Hinweisen. Ich darf den ersten Hinweis nur verraten, wenn Ihr Euren zweiten Kartenteil auch versteckt und mir den ersten Hinweis von Eurer Spur verratet. Versteckt also eines der beiden Stücke, legt eine Spur (evtl. Tips geben, wie die aussehen kann), dann kommt zurück und verratet mir den ersten Hinweis! Dann verrate ich Euch, wo Ihr zu suchen beginnen sollt!"

Im Basar



Für diese Station sind zwei Gruppenleiter/innen nötig. Eine/r spielt den Händler, eine/r den Basaraufseher.
Wenn die Kinder den Raum betreten, tritt ihnen der Basaraufseher entgegen und erklärt in gewichtigen Worten: "In diesem Basar ist es nur offiziellen Händlern erlaubt, Ware zu verkaufen oder zu tauschen. Wenn es jemand anderer dennoch probiert, muß ich die Ware beschlagnahmen!" Während die Kinder durch den Basar spazieren, spricht der Schwarzhändler jedes Kind unauffällig an, ohne daß der Aufseher etwas bemerkt: "In letzter Zeit haben sich so viele Leute für alte zerrissene Karten interessiert. Dieses Schloß kann euch mit dem richtigen Schlüssel zu einer Karte führen!"
Es gibt Schlösser und Schlüssel in Anzahl der Kinder: Auf den Schlössern stehen verschlüsselt Informativen, die in der richtigen Reihenfolge gelesen zu einem Kartenstück führen (z.B. "Ein Kartenstück ist in einer Kiste im ..."[hier folgt der Raum, in dem die Karte ist]).
Die Verschlüsselung könnte z.B. darin bestehen, daß die Buchstaben der Lösungsworte durch andere ersetzt wurden. Diese "Tauschregeln" stehen auf dem jeweils dazugehörigen Schlüssel. Allerdings bekommen die Kinder nicht die zum Schloß gehörigen Schlüssel, sondern andere. Ihre Aufgabe ist es nun, so lange unauffällig Schlüsseln mit dem Schwarzhändler zu tauschen, bis sie einen Schlüssel haben, mit dem die Buchstaben auf dem Schloß Sinn ergeben. Wenn der Basaraufseher eine Schlüsselübergabe bemerkt, ruft er den Kindern z.B. "kein unerlaubter Handel hier" zu. Anschließend holen sie sich vom beschriebenen Ort das Kartenstück.

Die Höhle des Einsiedlers



könnte aus einer großen Kartonschachtel, aus über einen Tisch geworfenen Decken o.ä. bestehen. Sie ist schon lange Zeit unbewohnt. Allerdings ist in einer ihrer Wände ein Rätsel in die Wand gemeißelt/auf die Wand gemalt. Dieses Rätsel könnte ein Rebus (Bilderrätsel) sein, der zum Versteck eines Kartenteiles führt (z.B. "beim rauschenden Wasser" = in der Nähe des Spülkastens auf der Toilette). Eventuell müssen die Kartenteile zwischen den Gruppen nachgelegt werden.

Im Labyrinth



In diesem Raum sind Schnüre in ca. 2 Meter Höhe zwischen den jeweils gegenüberliegenden Wänden gespannt. An diesen Schnüren sind (möglichst leichte) Stoffbahnen oder Leintücher mit Kluppen befestigt. Diese Stoffbahnen machen Biegungen, bilden Abzweigungen oder Sackgassen.
In diesem Labyrinth sitzt ein/e Gruppenleiter/in, die mit Klanghölzern oder ähnlichem in bestimmten Abständen Geräusche erzeugt. Wenn die Kinder zu ihm/ihr gefunden haben, bekommen sie ein Kartenstück.
Die Kinder können natürlich auch öfter suchen, oder einige Kinder verstecken sich und machen Geräusche und werden von den anderen gesucht, oder die Kinder verändern das Labyrinth...

In der Wildnis



Hier empfängt ein Wildhüter die Gruppe, um mit ihr "richtiges Verhalten gegenüber wilden Tieren" zu trainieren. Diese Tips sind in Gruppenspiele verpackt. Der Wildhüter erklärt:

Stinktiere können sehr unangenehme Geruchsspuren hinterlassen, meiden dafür aber alle guten Gerüche: Eine/r (am Beginn der/die Gruppenleiter/in) spielt das Stinktier und versucht, die anderen zu fangen. Diese haben jedoch in Parfum getauchte Stoffstücke dabei, die zu Stoffbällen zusammengeknotet sind. Wer immer so einen Duftball in der Hand hat, wird vom Stinktier gemieden. Da es aber weniger Duftbälle als Mitspieler gibt, werden die Bälle jeweils denen zugeworfen, die Gefahr laufen, gefangen zu werden. Wer vom Fänger berührt wird, ist neuer Fänger.

Löwen tun Menschen für gewöhnlich nichts, vor allem nicht, wenn diese in Gruppen zusammenstehen. Dieses Gruppenbilden wird gleich geübt mit dem Spiel "Rosa Frau". (Spielmappe Nr. 2.6, Anfangsspruch "Wer fürchtet sich vor Löwen?")

Ein Kind ist der Löwe, der an einer Seite des Raumes steht. Auf der anderen Seite stehen die restlichen Kinder. Der Löwe fragt sie: "Wer fürchtet sich vor wilden Löwen?" Die Kinder geben zu: "Alle!" Da der Löwe weiss, dass man sich nicht mehr so fürchtet, wenn man mit anderen zusammen ist, empffiehlt er: "Dann fürchtet euch zu dritt!" Die Kinder ordnen sich in Dreiergruppen, und der Löwe versucht jemanden zu fagen, der in keiner Dreiergruppe steht. (Der Löwe hätte auch eine andere Zahl rufen können!)
Die Gruppen können und sollen sich dabei auch auflösen und neubilden, um einzelne vor dem Löwen zu schützen. Wer dann doch berührt wird, ist der nächste Löwe.

Manche Affen lieben es, Ausrüstungsgegenstände zu entwenden. Es ist gar nicht so leicht, diese wieder zu beschaffen:
Eine/r spielt den Affen, der in der Mitte sitzt. Er hat eine Reihe von (möglichen Ausrüstungs-) Gegenständen vor sich liegen. Die anderen müssen versuchen, an diesen heranzupirschen und diese Gegenstände wegzunehmen, ohne vom Affen berührt zu werden. Passiert dies doch, bleibt der Gegenstand im Besitz des Affen. Bei diesem Spiel gibt es das Kartenstück, es liegt einfach zwischen den Gegenständen.

Wichtig: Der/die Gruppenleiter/in muß am Anfang klarstellen, daß der Wildhüter und die Kinder die genannten Tiere nur darstellen, es handelt sich nur um ein Training. Daher ist kein Kind ein Stinktier oder Affe oder wird von einem Löwen gefressen!

Beim Professor



Dieser sitzt gemütlich in seinem Schaukelstuhl, seiner Hängematte o.ä.. Daneben hat er ein Regal voller Bücher. Er klagt den Kindern sein Leid, daß er alle Bücher schon gelesen hat und sich nun fürchterlich langweilt. Daher bittet er die Kinder, eine neue Geschichte zu erfinden. Da ihm seine Bücher so gut gefallen haben, schlägt er vor, daß die Titel aller Bücher in der Geschichte vorkommen sollen (die Bücher sollten daher gut nach ihrem Titel ausgewählt sein, z.B. "Durch die Wüste", "Das Schloß",...). In einem der Bücher befindet sich als Lesezeichen ein Kartenstück.

Im Dorf der Einheimischen



Hier begrüßt eine Gruppenleiter/in die Kinder und erklärt, daß dieses Dorf regelmäßig von Touristen besucht wird, die "original afrikanische Tänze" sehen wollen. Die Einheimischen sind schon ziemlich erschöpft und haben keine Lust mehr, für die Fotosafaris zur Verfügung zu stehen. Mit Hilfe der Kinder könnte man den Touristen aber ein Schnippchen schlagen: Wenn sich die Kinder Gesichtsmasken besorgen könnten (siehe die Station "Bei den Fälschern"), könnten sie irgendeinen Tanz vorführen, damit sich die Einheimischen ein bißchen erholen könnten.
Entweder alle Kinder kennen einen Tanz oder der/die Gruppenleiter/in schlägt einen vor (z.B. aus dem Behelf "Neue Gruppentänze", erhältlich im Jungscharbüro) und übt ihn mit den Kindern. Wenn die Kinder dann ihre Masken haben, kommen sie noch einmal zurück und führen ihren Tanz vor. Dabei könnten die Touristen von Gruppenleiter/inn/en dargestellt oder auch aus Packpapier hergestellt sein. Als Dank überläßt ihnen der Einheimische einen Teil der Karte.

Die Feier beginnt



Wenn der Schatz gehoben ist, tritt ein/e Gruppenleiter/in auf und dankt Indiana Jones im Namen aller Kinder dafür, daß er uns in seine Welt hat schnuppern lassen und seinen Schatz mit uns geteilt hat. Als kleine Gegenleistung möchten wir ihm zeigen, wie bei uns gefeiert wird und laden ihn zu unserem Faschingsfest ein.

Autor/in: Marcus Bruck, Julia Haass

Publikation: KiK 86

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Schlagwörter: Fasching, Spiel, Spaß