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Zukunftspläne

Gruppenstunde | Alter: 10-12 | Aufwand: niedrig

Hintergrund

Es gibt wahrscheinlich wenig, das uns fremder ist, als unsere Zukunft. Damit diese uns nicht so ungewiss bedrohlich erscheint, sind wir auch ständig dabei, ihre Leerräume auszumalen, uns vorzustellen wie es uns gehen wird, was wir tun, wer wir sein werden, und wir schmieden Pläne, die möglichst gewährleisten sollen, das vorgestellte/gewünschte Szenario auch tatsächlich verwirklichen zu können.

Ziel

Unsere Zukunftspläne gehören mit zu unseren persönlichsten, intimsten Seiten, was an den/die Gruppenleiter/in, der/die sich vorgenommen hat sie zu thematisieren, die Anforderung stellt, dabei so behutsam vorzugehen, daß er eine Atmosphäre schafft, innerhalb derer kein Gruppenmitglied befürchten muß, seiner diesbezüglichen Träume wegen ausgelacht zu werden.

Material

  • Papier und Stifte
  • Plakat
  • "Freunde sind wichtig"-Gedicht

Aufbau

Als Rahmen für diese Gruppenstunde dient ein Rollenspiel. Die Wichtigkeit von Freunden wird thematisiert.

 

Rollenspiel


Das Rollenspiel dauert bis zum Ende der Gruppenstunde (zumindest bis zum Ende ihres thematisch gebundenen Zeitanteils) an und erfährt keine wie auch immer geartete Besprechung.
Wir alle sind ungefähr 60 Jahre alt, und weil wir uns all die Jahre hindurch eigentlich stets gut verstanden haben, sind wir immer noch Jungschargruppe geblieben.
Nach dem der/die Gruppenleiter/in diesen äußernen Rahmen vorgestellt hat, geht's auch schon los. Die Gruppenstunde soll - wie schon vor 45 oder 50 Jahren einmal (wer kann sich da schon so genau erinnern?) - dem Thema "Freunde" gewidmet sein:

Freunde sind wichtig


Der/die Gruppenleiter/in leitet ein:
"Noch als wir Kinder waren, sind Freunde wichtig gewesen. Damals hat mir jemand dieses Gedicht ins Stammbuch geschrieben:"

Freunde sind wichtig zum Sandburgen bauen.
Freunde sind wichtig, wenn andere dich hauen.
Freunde sind wichtig zum Schneckenhaus suchen.
Freunde sind wichtig zum Essen von Kuchen.
Vormittags, abends, im Freien, im Zimmer,
Wann Freunde wichtig sind? - Eigentlich immer!


Wofür sind Freunde nun in unserem Alter wichtig? Wofür waren sie es, als wir 20, 30, 40, oder 50 Jahre alt waren?
Vielleicht gelingt es der Gruppe, wieder ein gereimtes Resultat zustande zu bringen,
etwa:

Freunde sind wichtig zum Führerscheinmachen.
Freunde sind wichtig, wenn nichts ist zum Lachen.
Freunde sind wichtig für die Karriere.
Freunde sind wichtig in der Misere.


Oder aber sie entschließt sich gerade das nicht zu versuchen und möglichts Ungereimtes zu produzieren. Vielleicht werden auch mehrere Strophen erarbeitet, wobei der abschließende Reim: "Vormittags, abends, im Freien, im Zimmer,... Wann Freunde wichtig sind? - Eigentlich immer! Quasi als Refrain unverändert bleibt.

Initiiert der/die Gruppenleiter/in anfangs die Arbeit, so hält er sich nach und nach immer mehr zurück und wird lediglich aktiv, indem er/sie da oder dort vorsichtig nachfühlt, wie das denn "damals" konkreter war (- welche Pläne dieses oder jenes Gruppenmitglies zur Zeit hat...)

Ist auch das neue Gedicht fertiggestellt, wird noch überblicksmäßig überprüft, ob sich während der letzten 50 Jahre diesbezüglich eigentlich viel verändert hat (und wenn ja, was?) oder ob das alte Gedicht auch noch heute Gültigkeit für uns besitzt.

Im Laufe der Jahre


Im Laufe der Jahre haben die einzelnen Gruppenmitglieder - bedingt durch Berufsausbildung, Studium, Heirat, Kinder, Jobsuche,...- einmal mehr, ein andermal weniger Zeit für Freunde und damit vielleicht auch wirklich mehr oder weniger Freunde gehabt.

Wie war das in unserer Gruppe?


Der/die Gruppenleiter/in hat ein Plakat vorbereitet, auf das jedes Gruppenmitglied mit einem Buntstift (jedes erhält einen Stift anderer Farbe) seine persönliche Kurve aufzeichnet. Auf der einen Achse ist das Alter von 10 bis 70 eingetragen, auf der anderen Achse die Anzahl der Freunde. (Es könnte auch günstig sein, wenn zur Vorbereitung dafür alle einen weißen, wie das Plakat gestalteten Zettel erhalten, auf dem erste Überlegungen notiert und die Kurven ein erstes Mal skizziert werden.)
Zu Kurventälern oder -bergen werden im Anschluss stichwortartig die Ursachen für den jeweiligen Umstand geschrieben.

  • Gibt es disbezüglich eher Übereinstimmungen oder Diskrepanzen in unseren Lebensläufen?
  • Worauf führen wir das zurück?


Nie und nimmer! - Oder doch?


Der/die Gruppenleiter/in: "Wir haben einmal, als ihr ungefähr... (hier setzt du das tatsächliche Alter deiner Gruppe ein) Jahre alt wart, eine Liste von Personen angefertigt, die nie und nimmer unsere Freunde sein konnten. Bloß: ich habe die Liste nicht mehr und ich kann mich auch nicht mehr daran erinnern, welche Namen da drauf gestanden sind. Versuchen wir gemeinsam diese Liste zu rekonstruieren."

Als Nachdenkhilfe hat der/die Gruppenleiter/in rund 30 Namen von bekannten Persönlichkeiten aus Politik, Kirche, Sport, Kultur, Gesellschaft, ect. Vorbereitet.
Auf einem mit "NIE UND NIMMER"! Beschrifteten halben Bogen Packpapier werden nun jene Namen aufgeschrieben, von denen die Gruppe "erinnert", dass sich auch damals notiert waren. Erinnern wir auch, warum wir damals diesen Namen aufgeschrieben haben?

Der/die Gruppenleiter/in weiter: "Mittlerweile sind wir aber nicht nur älter, sondern damit vielleicht auch mutiger, geduldiger oder toleranter geworden - mit einem Wort - weiser - geworden. Welche dieser Leute könnten heute sehr wohl Freunde von uns sein? Was hat sich geändert? Welche Erlebnisse haben diesen Geisteswandel begünstigt.
Mit Rotstift wird neben "NIE UND NIMMER"! "ODER DOCH"? Geschrieben, und in der Folge werden alle Namen jener Personen, von denen sich die Gruppe vorstellen kann, dass sie ihre Freunde werden/sein könnten, mit eben diesem Stift eingerahmt.

Die 10 Gebote


Nachdem sich die Gruppe nun das eine oder andere aus ihrer langen Vergangenheit "wieder" bewusst gamacht hat, formuliert sie abschließend, aus ihrem großen Erfahrungsschatz resultierend, zehn Gebote für die Jugend, die diese befolgen soll, will sie die nächsten 50 Jahre erfüllt verbringen.

Diese Gebote werden auf wie (steinerne) Gesetzestafeln aussehende Papierbögen geschrieben.

Der/die Gruppenleiter/in bewahrt das Ergebnis dieser Methode auf, um es bei passender Gelegenheit (Firmung, Ende der Jungscharzeit,...) liebevoll gestaltet und vervielfältigt an die Mitglieder der Gruppe zu verteilen.

Autor/in: Günter Bosek, Judith Pühringer

Publikation: fremdsein

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Schlagwort: Ich