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Wir machen uns Bilder von Menschen

Gruppenstunde | Alter: 10-13 | Aufwand: hoch

Hintergrund

In unseren Köpfen entstehen Bilder von Menschen. "Ich mache mir ein Bild von Dir" - Viele kleine Facetten lassen so ein Bild von einem anderen Menschen in meinem Kopf entstehen. Ich kenne dieses Bild und glaube deswegen, daß ich den anderen kenne. Aber von Zeit zu Zeit muß ich dieses Bild ummalen. Plötzlich erkenne ich neue Facetten in dem Bild, oder die Person tut etwas, was ich gar nicht von ihr erwartet hätte und mein Bild von ihr wird plötzlich gänzlich zerstört.

Ziel

Ziel der Gruppenstunde ist es, sich bewußt zu werden, daß diese Bilder von Menschen eben nur Bilder sind und nicht den ganzen Menschen zeigen. Deshalb muß ich darauf gefaßt sein, daß ich in manchen Situationen draufkommen kann, daß mein Bild mit der Realität gar nicht 100%ig übereinstimmt.

Material

  • Bilder von bekannten Personen
  • einige Blätter Papier
  • Schreibutensilien, Tixo
  • 1 Bild von jedem Kind
  • ausgeschnittene Eigenschaftswörter in Schachteln oder Körberln.
  • Karton mit Tetraeder-Ausschneidevorlagen
  • Kataloge, Zeitschriften, Bilder, Farbstifte, Alufolie, buntes Papier
  • ein oder zwei Fotoapparate

Aufbau

Die Personen, von denen die Kinder Bilder mitgebracht haben, werden in Bildern beschrieben. Danach versetzen wir uns in die Situation von einigen dieser Personen, spielen uns diese Szenen vor und überlegen uns, was alles für diese Reaktion Ursache sein könnte. Wenn es nun darum gegangen ist, andere Personen zu betrachten, dann geht es jetzt um uns. Zuerst bekommt jedes Gruppenmitglied von den anderen Rückmeldungen, welches Bild sie von ihm haben, zum Abschluß bastelt jede/r einen Ich-Tetraeder und stellt sich selbst dar.

 

In der vorhegehenden Gruppenstunde ...


bittest Du die Kinder, Bilder von bekannten Persönlichkeiten (Stars, Prominente oder Personen, die zumindest alle Gruppenmitglieder kennen) mitzubringen. Sie sollen aber den anderen Gruppenmitgliedern nicht verraten, wen sie mitgenommen haben.

Außerdem soll jedes Kind ein Bild von sich selbst mitnehmen. (Hilfreich ist es, den Kindern ein Zetterl zur Erinnerung mitzugeben.)

Wir machen uns Bilder


Wir halten Personen gerne auf Bildern fest aber wir beschreiben Personen auch gerne in sprachlichen Bildern. Darum geht es nun:
Ein Kind sucht sich eines seiner mitgebrachten Bilder aus und legt es verdeckt vor sich hin. Diese Person soll es nun in Bildern beschreiben:
Und zwar fragen die anderen Kinder folgendermaßen nach der gesuchten Person: Was wäre die Person wenn, sie ... z.B. ein Tier wäre. (oder was wäre die Person, wenn sie ein Land wäre, eine Speise, ein Tier, Auto, Buch, Lied, Landschaft, Baum, Farbe, Blume, Haarfarbe, Hobby, Kirche, Statue, Ort, .... - wenn sich die Kinder anfangs schwertun, kannst du ihnen mit diesen verschiedenen Fragen helfen)

Die Person wird nun auf diese Weise immer näher beschrieben. Die Antworten schreibst Du stichwortartig auf ein Blatt Papier, sodaß ihr euch nicht alles merken müßt und wenn sie erraten wird, kann der nächste eine bekannte Persönlichkeit beschreiben.

Reaktion erraten


Personen reagieren nicht immer gleich. In verschiedenen Situationen unter verschiedenen Voraussetzungen reagieren sie ganz unterschiedlich: Dazu versetzen wir uns nun in eine dieser bekannten Personen und spielen uns Situationen vor:

Ihr teilt euch in 2-3 Gruppen. Jede Gruppe sucht sich einen "Star" aus und spielt eine Szene vor, die wirklich im Leben des Stars vorkommen könnte. Gleichzeitig soll sie sich überlegen, warum dieser Star so reagiert, was die Vorgeschichte zu dieser Szene war.
Denn diese Vorgeschichte sollen dann die anderen Gruppen durch Ja/Nein-Fragen erraten.

Ein Beispiel:
Die Gruppe entscheidet sich für die Szene: Michael Jackson ist einmal ohne Leibwächter unterwegs und wird von einem Jugendlichen angesprochen, der mit ihm mitgeht und ihm um ein Autogramm bittet. Jackson geht aber einfach weiter ohne ein Wort mit dem Jugendlichen zu reden. (Die Gruppe einigt sich auf eine Vorgeschichte: z.B.: Jackson hat die ganze Nacht Klavier gespielt und ist jetzt müde und will keinen Menschen sehen.)

Die anderen Kinder versuchen nun diese Vorgeschichte zu erraten. Die Gruppe antwortet mit Ja oder Nein. Da es wohl unendlich viele Möglichkeiten gibt, sollte die Gruppe nach einiger Zeit auch Hinweise geben, damit es nicht zu schwierig wird.
Andererseits ist es ja auch das Ziel dieses Spieles, sich viele verschiedene Vorgeschichten vorzustellen, deshalb sollte auch dafür genügend Zeit sein.

Wenn du in die Geschichte eingeweiht bist, dann kannst du den ratenden Kindern besser behilflich sein. Auch die Frage "Ist die Situation eher realistisch oder unrealistisch?" kann helfen, wenn sich die Gruppe eine sehr phantasievolle Vorgeschichte ausgedacht hat.

Welches Bild haben andere von mir?


Jedes Kind hat ein Bild von sich mitgenommen. Dieses Foto wird nun mit Tixo auf ein A3 Blatt geklebt. Diese Blätter werden nun in einem Kreis aufgelegt. Du hast die folgenden Eigenschaftswörter einige Male kopiert, zerschnitten und auf mehrere Körberl oder Schachteln aufgeteilt (es sollten auch weiße Zettel dabei sein, damit Zettel die ausgehen, nachgeschrieben werden können bzw. ganz andere Eigenschaftswörter auch dazugefügt werden können.)

Jedes Gruppenmitglied soll nun zu den Fotos jene Zettelchen dazukleben, die es passend findet. Die Zettelchen sollen aber nicht nur anonym hingeklebt werden, sondern der oder die Kleber/in kennzeichnet das Zetterl mit seinem Namen, damit die Person am Foto erkennen kann, von wem sie so eingeschätzt wird.

  • neugierig
  • nachtragend
  • risikofreudig
  • langweilig
  • egoistisch
  • lustig
  • jähzornig
  • chaotisch
  • beleidigt
  • freundlich
  • neidisch
  • sparsam
  • ernst
  • witzig
  • ehrlich
  • schwach
  • begabt
  • erfinderisch
  • zurückgezogen
  • naschhaft
  • langsam
  • umweltbewußt
  • vernünftig
  • stark
  • oberflächlich
  • ungeduldig
  • gemein
  • sportlich
  • rauflustig
  • unzufrieden
  • zufrieden
  • gutmütig
  • fröhlich
  • gläubig
  • praktisch
  • verliebt
  • zerstreut
  • verletzlich
  • berechenbar
  • ängstlich
  • modebewußt
  • geschickt
  • zaghaft
  • mürrisch
  • unsicher
  • mutig
  • stur
  • faul
  • einsam
  • komisch
  • eingebildet
  • nachdenklich
  • ruhig


Im Anschluß an diese Kleberunde kann man sich sein Bild mit den aufgeklebten Rückmeldungen der anderen anschauen. (Dadurch daß die Kinder ihre Namen auf die Zetterl geschrieben haben, ist es für jene Kinder, die das wollen, möglich, bei anderen nachzufragen, warum diese auf die Idee kommen, sie z.B. als ruhig einzuschätzen. Da dieses Bedürfnis aber von Kind zu Kind sehr verschieden ist, und den Rahmen der Gruppenstunde wahrscheinlich sprengen würde, können sich die Kinder die A3-Blätter mitnehmen und es bleibt jedem überlassen, was er oder sie damit weitertun möchte.)

Dieses Bild, das die anderen von mir haben kann stimmen, aber vielleicht habe ich doch ein anderes Bild von mir. Deshalb geht es zum Abschluß darum, welches Bild ich selbst von mir habe. Das wird nun in Form des ICH-Tetraeders dargestellt.

Ich-Tetraeder


Für jedes Kind ist ein Ausschneidebogen für ein Tetraeder vorbereitet. Bevor dieser zusammengeklebt wird, werden diese 4 Seiten mit Dingen, die mich beschreiben, gestaltet.
Dafür sind ausreichend Kataloge, Zeitschriften, Bilder, Farbstifte, Alufolie, bunte Papiere, ... vorhanden.

Sehr viel spannender wird das ganze, wenn Du ein oder zwei Kameras mitgenommen hast, mit denen jedes Kind mit 3-6 Fotos verschiedene Seiten von sich ablichten (von oben, von unten, von der Seite, ...) oder darstellen (Eigenschaften, Vorlieben, besondere Fähigkeiten, ...) kann.

Der Ich-Tetraeder wird dann zwar erst in der nächsten Gruppenstunde fertig, aber er wird doch um einiges persönlicher und ausdrucksstärker.

Autor/in: Christoph Watz, Andrea Rohrer

Publikation: KiK 87

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Schlagwörter: Ich und die anderen, Kreativität