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I bin haaß

Gruppenstunde | Alter: 10-13 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Es gibt Situationen im Leben, wo alles in einem zu brodeln beginnt, wo man Lust hätte, an die Wand zu picken oder ihm/ihr an die Gurgel zu springen. Noch bevor man aber handgreiflich wird, steht eines bereits fest: "Des mocht mi haaß"!
Wie man aber mit dieser inneren "Erhitzung" gut umgehen kann, wird selten geübt und meist bleibt jede/r mit diesen "Ärgerwallungen" alleine. In dieser Gruppenstunde soll gerade hier Abhilfe geschaffen werden: Es werden "haaßmachende" Situationen gesammelt, zu denen verschiedenste Reaktionsmöglichkeiten ausprobiert werden.

Ziel

Wir wollen verschiedene Möglichkeiten, unseren Ärger zu artikulieren, finden und ausprobieren, und überlegen was sie der konkreten Situation und den beteiligten Personen bringen.

Material

  • Plakat, kleine Zetteln, Stifte
  • eine auf Pappe gemalte lebensgroße Figur
  • Liste mit Eigenschaftswörtern
  • Spielfigur oder -stein für jedes Kind

Aufbau

Sammeln von Situationen in denen wir uns ärgern und wie wir darauf reagieren.
Bewertung der Situationen
Ausprobieren der verschiedenen Handlungsmöglichkeiten in einem Rollenspiel
Abschlußspiel: Ärgerei

 

Zum Beginn der Gruppenstunde könnt ihr ein oder zwei bewegungsintensive Spiele spielen, um euch auszutoben.

Des mocht mi haaß!



Vielleicht sind ja schon während des Spielens Situationen aufgetreten, in denen sich jemand geärgert hat. Daran kannst du anknüpfen und die Kinder bitten, sich Situationen zu überlegen, in denen sie sich ärgern und wie Sie darauf reagieren. Um ihnen das zu erleichtern, kannst du ihnen mit Fragen helfen, z.B.: wann streitest du mit Freunden, wann ärgerst du dich über Lehrer oder Eltern usw. Bei jeder genannten Situation überlegt ihr gemeinsam, welche Möglichkeiten zu reagieren euch einfallen. Du notierst jede Situation und die Handlungsmöglichkeiten in Stichworten auf einem kleinen Zettel. Habt ihr genügend Situationen gesammelt oder fallen euch keine mehr ein, macht ihr euch daran, die genannten Reaktionen zu bewerten.


Was bringt´s?



Zu diesem Zweck hast du ein Plakat vorbereitet, auf das du drei Punkte gemalt hast, die voneinander gleich weit entfernt sind. Zu jedem Punkt hast du eine der drei folgenden Fragen geschrieben:

  • Was bringt´s mir?
  • Wie ist es für den/die Anderen?
  • Wie verändert es die Situation?



Sind euch viele Situationen eingefallen, wäre es sinnvoll, für die folgenden Punkte einige auszusuchen, die ihr interessant findet und die ihr weiter behandeln wollt.
Du liest nun jeweils eine Situation vor und eine der genannten Reaktionsmöglichkeiten. Diese versucht ihr nun auf dem Plakat einzuordnen:

Bringt sie mir sehr viel, liegt der Zettel nahe bei diesem Punkt, usw. Natürlich können Zettel auch außerhalb des Dreiecks liegen. Nachdem ihr die Situationen bewertet habt, könnt ihr euch gemeinsam überlegen wo auf dem Plakat die ideale Reaktion liegen würde.


so... oder so... ?



Nun ist es natürlich naheliegend, die verschiedenen Handlungsmöglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, auch auszuprobieren. Dafür stellst du eine in Lebensgröße auf Pappe gemalte Figur auf. Du liest nun eine Situation vor. Die Gruppenmitglieder können nacheinander verschiedene Reaktionen der Figur gegenüber ausprobieren. Als Unterstützung dafür kannst Du eine Liste aufhängen, auf der verschiedene Eigenschaftswörter stehen: wie reagiere ich wenn ich cool, müde, gereizt, gelangweilt, gestreßt, in Zeitnot, gleichgültig, gut gelaunt, übermütig, risikofreudig, beschäftigt, ... bin.

Jede Reaktion wird nun wieder mit Hilfe des Plakats bewertet. Dazu bekommt dieses Mal jedes Gruppenmitglied einen Spielstein (oder ähnliches) den es auf das Plakat auflegt. Sicher ist es interessant zu sehen, ob und wie die Situation anders eingeschätzt wird, wenn man z.B. den Tonfall leicht ändert, andere Worte wählt, verschieden gestikuliert, usw. Du solltest darauf achten, daß alle Gruppenmitglieder die Möglichkeit haben, verschiedene Reaktionen auszuprobieren.


Aha !



Habt ihr alle genug probiert, kannst du die Gruppenstunde je nach Verlauf etwa wie folgt zusammenfassen:
Es gibt verschiedene Aspekte, die wir beachten sollten, auch wenn wir so richtig "haaß" sind (vergleiche die Eckpunkte des Dreiecks). Wie wir selbst gerade ausprobiert haben gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, auf ärgerliche Situationen zu reagieren, die alle Vor- und Nachteil haben.


So ein Ärger



Habt ihr noch genügend Zeit, könnt ihr zum Abschluß noch "Ärgerei" spielen. Dies ist eine Abwandlung des Spiels "Löffelei" (Spielemappe 1.21). Dazu setzt ihr euch im Kreis auf. In der Mitte liegen mehrere Stifte, und zwar um einer weniger als Mitspieler. Alle haben die Hände auf dem Rücken. Du fängst an eine Geschichte zu erzählen. Sobald ein Wort wie ärgern, wütend, sauer sein, haaß sein, usw. fällt, versucht jeder einen Stift zu ergattern. Wer keinen mehr bekommt erzählt die Geschichte weiter.

Autor/in: Christine Anhammer,Marcus Bruck

Publikation: KiK 90

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