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Die Gruppenstunde der Mitbestimmung

Gruppenstunde | Alter: 10-13 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Diese Gruppenstunde ist an das Thema des welt.sichten-Tages 2020 angelehnt, der sich um Demokratie und Mitbestimmung dreht. In dieser Gruppenstunde findet ihr Ideen, wie ihr das Thema mit den Kindern aufarbeiten könnt, denn Mitbestimmung ist auch ein Kinderrecht.

Material

  • Zettel mit "Du bist wahlberechtigt" und "Du bist nicht wahberechtigt"
  • Wahlurne
  • leere Zettel
  • Zettel mit unterschiedlichen Begriffen zum Thema "Demokratie" und mit drei anderen Wörtern darunter
  • Kreppband
  • drei gleich lange Schnüre
  • Emojy oder Zettel mit Audrücken für die abschließende Reflexion (siehe Foto)
  • kleine Kärtchen in drei verschiedenen Farben
  • eventuell ein Plakat

Aufbau

Du begrüßt die Kinder zu Beginn und erklärst, dass ihr heute vor allem Spielen wollt. Was aber gespielt wird, dürfen sie entscheiden, weil Mitbestimmung etwas ganz wichtiges ist. Es gibt viele verschiedene Arten von Mitbestimmung, du erzählst, dass ihr ein paar heute ausprobieren wollt. Nach jeder Abstimmung, bei der ihr jeweils abwechselnd eine der drei vorgestellten Möglichkeiten anwendet, spielt ihr das der vorgeschlagenen Spiele, das ausgewählt wurde. Am Ende überlegt ihr euch noch, wie euch die Möglichkeiten zur Mitbestimmung gefallen haben, welche ihr noch kennt, was euch beim Mitbestimmen wichtig ist und worauf ihr in Zukunft achten wollt.

 

Abstimmungsmöglichkeiten

1, 2 oder 3


Die Gruppenleiter/innen nennen den Kindern drei Spielenamen und die Kinder dürfen durch das Spiel "1, 2 oder 3" selbst entscheiden, welches Spiel gespielt werden soll. Das Spiel, auf dessen Feld die meisten Kinder stehen, wird gespielt.

Bist du wahlberechtigt?


Nicht alle Menschen, die in einem Land/in einer Stadt leben, sind dort auch wahlberechtigt. In Österreich dürfen alle wählen, die 16 Jahre oder älter sind und die österreichische Stattsbürgerschaft haben. Wer wahlberechtigt ist und warum manche Menschen nicht wählen gehen dürfen wird von der Politik bestimmt und kann sich mit der Zeit auch ändern. Bei den Gemeinderatswahlen 2015 in Wien waren beispielsweise 1.143.076 Menschen wahlberechtigt, die ihren Hauptwohnsitz in Wien hatten. 400.000 Menschen, die zu diesem Zeitpunkt in Wien gelebt haben und alt genug waren, waren allerdings nicht wahlberechtigt und durften somit nicht mitbestimmen.

Vor der Abstimmung werden Zettel ausgeteilt, auf denen entweder "Du bist wahlberechtigt" oder "Du bist nicht wahlberechtigt" steht. Bei der jetzigen Entscheidung dürfen nur die Leute mitstimmen, die wahlberechtigt sind. Hier ist es wichtig, dass nach der Entscheidung gemeinsam darüber gesprochen wird, wie das gerade für die wahlberechtigten Kinder war so eine Entscheidung für alle zu treffen und wie es für die nicht-wahlberechtigten Kinder war, nicht mitgewählt zu haben.

In einer zweiten Abstimmungsrunde tauscht ihr die Rollen und alle Kinder, die vorher nicht wahlberechtigt waren, dürfen jetzt wählen und die anderen nicht. Es soll am Ende auch noch eine sogenannte "Pass-egal-Wahl" geben, bei der alle mitwählen dürfen. Hier sollte auch besprochen werden, wie weit sich die Wahlergebnisse voneinander unterscheiden.

Die Geheimwahl


Den Kindern werden drei Spiele genannt und sie dürfen das Spiel, das sie als nächstes spielen wollen, aufschreiben. Den Zettel falten sie zusammen und geben ihn in eine Wahlurne. Eine Wahlkommission zählt die Stimmen aus und verkündet das Ergebnis.

Spiele

Tabu


Auf Zetteln stehen unterschiedliche Begriffe zum Thema "Demokratie", die verbal erklärt werden sollen. Unter diesen Begriffen stehen jedoch auch noch jeweils drei weitere Wörter, die nicht verwendet werden dürfen. Beispiel: "Wahl" und es dürfen die Begriffe "Urne, Stimme und Briefe" nicht verwendet werden. Mögliche weitere Wörter können sein: Demokratie, Diktatur, Teilhabe, Menschenrechte, Staat, Parlament und Gesetz.

Wetterchaos


Über eurer Gemeinde liegt gerade eine Kaltfront — den Leuten ist kalt. Das ist gar nicht gut, denn am Sonntag finden die Gemeinderatswahlen statt. Die Regierung hat deswegen beschlossen, freiwilliger Helfer/innen durch die Gemeinde zu schicken, um eingefrorene Menschen wieder aufzuwärmen, damit sie wählen können. Dazu braucht es ein Kind, das die Kaltfront darstellt und die Wähler/innen einfriert. Alle anderen Kinder stellen die freiwilligen Helfer/innen dar und können die anderen Kinder warmrubbeln.

Unterstütze das Volksbegehren


In der Raummitte wird mit Kreppband eine Linie gezogen, auf der ein freiwilliges Kind steht. Alle anderen Kinder stehen auf einer Seite des Raumes. Das Kind in der Mitte sammelt gerade Unterstützungserklärungen für ein Volksbegehren. Dazu muss es versuchen, die anderen Kinder zu fangen. Die Kinder laufen von einer Seite zur anderen und das Kind in der Mitte muss versuchen, sie beim Überqueren der Linie zu fangen. Es darf sich jedoch nicht von der Linie entfernen. Das Ziel ist es, dass es möglichst viele Kinder fängt, die das Volksbegehren dann unterstützen und auf der Linie stehend mitfangen dürfen.

Warst du schon demonstrieren?


Alle Kinder verteilen sich im Raum. Zwei freiwillige Kinder starten. Das erste Kind muss versuchen, das zweite Kind zu fangen. Das Kind, das gefangen wird, kann eines der anderen Kinder, die im Raum stehen, fragen: "Warst du schon demonstrieren?". Das Kind, das gefragt wurde, hat die Möglichkeit mit "ja" oder "nein" zu antworten. Antwortet es mit "ja", so wird es zum neuen Fänger/zur neuen Fängerin. Das Kind, das davor gefangen hat, wird zu der Person, die gefangen wird. Das Kind, das die Frage gestellt hat, bleibt stehen. Während des Spieles sind immer nur zwei Kinder gleichzeitig in Bewegung. Antwortet das Kind, das gefragt wird, ob es schon demonstrieren war, mit einem "Nein", muss das Kind, das die Frage gestellt hat, weiterlaufen und sich ein anderes Kind suchen, das schon demonstrieren war. Wird das weglaufende Kind gefangen, werden die Rollen getauscht.

Abschluss


Am Boden legst du drei (oder mehr) gleich lange Schnüre parallel zueinander auf und markierst das eine Ende mit einem begeisterten Emojy oder Ausdrücken wie "Total!", "Voll!" oder "100%" und das gegenüberliegende Ende mit einem traurigen Emojy oder Ausdrücken wie "Gar nicht!" oder "0%". Zu jeder dieser Schnüre hast du eine Aussage vorbereitet. Diese könnten sein:

  • "Mir hat diese Möglichkeit Spaß gemacht"
  • "Ich habe die Möglichkeit gehabt, meine Meinung zu sagen."
  • "Ich habe das Gefühl gehabt, dass meine Meinung berücksichtigt wurde."
  • Oder "Ich finde, das ist eine faire Art der Mitbestimmung."


Jeder Mitbestimmungsmethode wird eine Farbe zugeteilt und die Kinder deiner Gruppe bekommen auch kleine Kärtchen in diesen drei Farben. Du erklärst, dass jede Schnur eine Skala — ähnlich einem Thermometer — darstellt, und dass sie neben die erste Schnur ihre Einschätzung der ersten Aussage legen sollen, jeweils dorthin, wie es für die jeweilige Methode für sie passt. Nach dem ihr eine Aussage für alle drei Methoden bearbeitet habt, schaut ihr auf das Gesamtbild und besprecht es kurz nach, bevor ihr zur nächsten Aussage übergeht.

Abschließend könnt ihr noch ein schönes Plakat für den Gruppenraum gestalten, auf dem ihr die Quintessenz dieser Abschlussrunde festhaltet, nämlich: "Das ist uns beim Mitbestimmen wichtig!".

Autor/in: Celina Grafl und Anna Teichmeister

Publikation: welt.sichten Juni 2020

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Schlagwörter: Gesellschaft, Mitbestimmung, Politik