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Gott glaubt an die Menschen

Messmodelle

Hintergrund

In der heutigen Lesung aus dem Buch der Weisheit drückt der Autor für sich und die Gemeinde, in der er damals in Alexandrien lebte, aus, was sie von Gott dachten und welches Gottesbild sie hatten.
Die Vorstellung von Gott, die Kinder haben, ist von großer Bedeutung. Von den Gottesbildern der Kindheit hängt es auch ab, ob der Glaube auch noch als Erwachsener mündig und bewusst gelebt werden kann. Gott wird uns in der heutigen Lesung als ein "Freund des Lebens, als einer, der "an den Menschen glaubt" vorgestellt. Für Kinder ist es von größter Wichtigkeit, diese Begriffe von Gott nicht nur zu hören, sondern auch zu erleben und mit Inhalt und Bedeutung füllen zu können. - Kinder müssen von ihrer Umwelt erfahren, dass sie geliebt und gewollt sind, so wie sie eben sind.

Material

  • Blumenstock (keine Schnittblumen)
  • Kleine Kärtchen mit Blumenstöcken abgebildet
  • Eventuell Blumenstöcke

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Vor der Lesung
  • Nach der Lesung
  • Friedensgruß

 

Bibelstellen

1. Lesung: Weish 11, 22- 12,2

Herr, die ganze Welt ist vor dir wie ein Stäubchen auf der Waage, wie ein Tautropfen, der am Morgen zur Erde fällt. Du hast mit allen Erbarmen, weil du alles vermagst, und siehst über die Sünden der Menschen hinweg, damit sie sich bekehren. Du liebst alles, was ist, und verabscheust nichts von allem, was du gemacht hast; denn hättest du etwas gehasst, so hättest du es nicht geschaffen. Wie könnte etwas ohne deinen Willen Bestand haben, oder wie könnte etwas erhalten bleiben, das nicht von dir ins Dasein gerufen wäre? Du schonst alles, weil es dein Eigentum ist, Herr, du Freund des Lebens.
Denn in allem ist dein unvergänglicher Geist. Darum bestrafst du die Sünder nur nach und nach; du mahnst sie und erinnerst sie an ihre Sünden, damit sie sich von der Schlechtigkeit abwenden und an dich glauben, Herr.

Evangelium: Lk 19, 1-10

In jener Zeit kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort wohnte ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war sehr reich. Er wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war klein. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste.
Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.
Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt.
Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück.
Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Hintergrund 1. Lesung:

Weisheitsliteratur


Zurzeit, als das Buch der Weisheit geschrieben wurde, waren die Juden in alle Teile des damals bekannten Erdkreises zerstreut - in die sogenannte Diaspora. Innerhalb einer ihnen nicht immer freundlich gesinnten Umwelt behaupteten sie ihre Religion, waren dabei aber offen für vielerlei neue Einflüsse von außen.
Das Buch der Weisheit wurde im 1. Jahrhundert v. Chr. Von einem Juden aus Alexandrien - einem Zentrum des damaligen Diaspora-Judentums - geschrieben. Der Autor verrät große Vertrautheit mit dem Denken der hellenistischen Philosophie. Doch obwohl das Buch von Anfang an in griechischer Sprache verfasst wurde, ist der Autor fest im biblischen Denken verwurzelt. Die "Alttestamentliche" Weisheit, von der er in seinem Buch schreibt, ist nicht nur - wie in der griechischen Philosophie - die geistige Fähigkeit zur Meisterung des Lebens und zu Kunstfertigkeit jeglicher Art; sie beinhaltet auch den ethischen Sektor und den Bereich der Religion. Aber mit dem weiten Begriff der "Weisheit" hatte der Autor einen Begriff gefunden, mit dem er die alte biblische Botschaft in einer für den Menschen in der hellenistischen Umgebung Alexandriens aktueller und verständlicher Form anbieten konnte.

Die Gottesfrage


Die Juden blieben nicht unbehelligt in ihrer Art zu leben - immer wieder wurde versucht, sie auch mit Gewalt - zu einer griechisch hellenistischen Lebensart zu bringen. Der Hintergrund der heutigen ersten Lesung ist die Frage nach dem Eingreifen Gottes in dieser Situation der Bedrängnis.
Zwei Bilder veranschaulichen, wie der Mensch seine Position vor dem Gott der Geschichte sieht:
• Als ein Stäubchen auf einer Waage, sein verschwindendes Gewicht ändert nichts am Gesamtergebnis.
• Als Tautropfen, der am Morgen zur Erde fällt, versickert oder verdunstet.

Wie groß ist im Gegensatz dazu Gottes Stärke und Macht. Aber gerade dadurch kann Gott sich mit aller Liebe und mit Erbarmen der Welt und den Menschen zuwenden. Gott selbst hat ja alles geschaffen wie es ist und es so gewollt. Gott nützt seine Kraft und Stärke dazu, ein "Freund des Lebens" (26) zu sein.

Gotteserfahrung


Durch Anspielungen innerhalb des gesamte Abschnittes (Weish. 11, 15, 12-27), durch die der fromme schriftgebildete Jude der damaligen Zeit immer wieder an seine Geschichte, die in der Bibel erzählt wird, erinnert ist, deutet der Autor an, wie Gott schon immer an seinem Volk Israel und den Menschen gehandelt hat.
Er erinnert an die Bewohner des Landes Kanaan, bevor die Israeliten es in Besitz nahmen (12,3). Gott wusste, dass die Menschen immer wieder Fehler machen würden aber er ist einer, der nur "nach und nach" bestraft. Das heißt, er lässt viel Zeit, um die eigenen Fehler einzusehen und sich zu ändern; er gibt immer noch eine Chance; er ist einer, der "an den Menschen glaubt" - an alle Menschen, die er ja alle gewollt und geschaffen hat.
Wenn von Gott als dem "Freund des Lebens" gesprochen wird, so erinnert das den Leser auch an die Geschichte vom Propheten Jona, der den Assyrern in Ninive (den Todfeinden Israels - sie zerstörten das Nordreich) das Strafgericht Gottes ankündigte. Als die Assyrer sich bekehrten, ließ Jahwe von seinem Strafplan ab. Jona passte das nicht, aber Gott belehrte ihn darüber, dass es ihm leid wäre um "mehr als hundertzwanzigtausend Menschen....." (Jona 4,11).
Die heutige Lesung zeigt auch, womit Gott "bestraft" - dadurch, dass sich die Menschen zum eigenen Schaden von Gott entfernen - durch ihre Sünden - sind sie schon bestraft (11,16; 12,23). Gott ist also einer, der sich um den Menschen müht - um jeden Menschen. Er will, dass es ihm gut geht. Deshalb geht Gott auch auf die Menschen zu und gibt ihnen immer wieder Chancen, so wie dem Zöllner Zachäus aus Jericho (im heutigen Evangelium). Gott hat seine Liebe, Geduld und Menschenfreundlichkeit zuerst Israel, und dann aber allen Menschen zugesagt. Und daran hält er fest, er "glaubt an den Menschen".

Elemente für einene Gottesdienst mit Kindern

Vor der Lesung


Der Leiter der Verkündigung, ein/e Gruppenleiter/in, lädt die Kinder zu einem Spiel ein: Alle Kinder stehen in einem Kreis. Zu Musik (als Musik eignet sich z.B. Ragtime oder Dixie, also bewegte, aber nicht aggressive Musik) macht dann ein Kind eine Bewegung vor, die dann die anderen nachmachen.
Das "Vormacherkind" zeigt dann auf ein anderes Kind, das nun zum Vormacher wird und eine andere Bewegung vorzeigt. Wenn einem Kind einmal keine Bewegung einfällt, kann es natürlich auch gleich auf ein nächstes Kind zeigen.
Wichtig bei diesem Spiel: Die Bewegungen müssen keinen Sinn nachzumachen. Wichtig ist der Spaß und dass jeder "seine" Bewegung findet.
Der Spielleiter sollte der erste sein, der mit einer Bewegung beginnt. Zum Vorzeigen des Spieles ist es auch günstig, es gemeinsam mit zwei, drei anderen, die das Spiel schon kennen, den anderen vorzuführen.
(Die Kinder werden vor der Lesung eingeladen, heute einmal ganz besonders darauf aufzupassen, da nachher noch darüber gesprochen werden wird. Sie sollen vor allem darauf aufpassen, was ihnen gefällt oder auffällt.)

Nach der Lesung


Der Leiter der Verkündigung hat heute einen Blumenstock (keine Schnittblumen) mitgenommen. Zu Beginn bespricht er mit den Kindern, was so eine Blume alles braucht, dass sie gut wachsen und gedeihen kann. Dabei können Dinge kommen wie
• gießen
• düngen
• an einen guten, sonnigen Platz stellen
• abstauben
• Geduld haben.
Damit diese Blume also schön werden kann und gut wachsen kann, braucht es viele Dinge. Und niemandem würde es einfallen, von der Blume zu verlangen, in ganz kurzer Zeit ganz groß zu werden. Es gibt auch solche Pflanzen, wie z.B. Elefantengras, aber unsere Blume ist eine ganz gewöhnliche Zimmerpflanze. Es würde auch niemandem einfallen, von dieser Blume (hier wird der Name der Blume genannt) zu verlangen, z.B. eine Orchidee zu sein.
Sie ist eben eine ...... und das ist gut so.
Heute in der Lesung haben wir gehört, wie Menschen, die vor langer Zeit lebten, von Gott dachten. Diese Menschen hatten erkannt, daß Gott ein "Freund des Lebens" ist. Sie wussten, dass sie vor ihm keine Angst haben müssten, da er alles, das auf der Erde ist, liebt (bei dieser kleinen Rückschau könnten die Kinder gefragt werden, was ihnen an der Lesung besonders gut gefallen hat und was ihnen aufgefallen ist. Die entsprechenden Sätze können nochmals vorgelesen werden). Heute würde man diese Erkenntnis vielleicht so ausdrücken: "Gott ist einer, der an den Menschen glaubt".
Gott ist nämlich einer, der mit den Menschen so wie mit Blumen umgeht: Er will, dass sie gut wachsen und schön werden können.
Gott hat Geduld mit den Menschen, er kann warten und will nicht alles auf einmal. Gott weiß, dass jeder Mensch anders ist. Und er mag jeden Menschen so wie er ist. Das ist so wie mit verschiedenen Blumenarten: Es gibt Gänseblümchen und Löwenzahn, Kornblume und Margerite, Schlüsselblume und Heckenrose ..... und jede Blume ist auf ihre Art schön und einzigartig. Es wäre wirklich nicht klug, von einer Tulpe zu verlangen, sie sollte eine Nelke sein.
Erinnert ihr euch noch an das Spiel, das wir zu Beginn gemeinsam spielten? Dort ist es so ähnlich gewesen. Jeder hat eine andere Bewegung gemacht. Es war gar nicht wichtig, dass alle die gleiche Bewegung ausgeführt haben, wichtig war, dass jeder daran Spaß hatte.
Gott will also, dass jeder das wird, was er ist. Er verlangt von uns nichts Unmögliches. Wenn einer zum Beispiel gut zeichnen kann, dann braucht er nicht unbedingt auch noch ein Musikinstrument dazu lernen, wenn ihm das überhaupt keinen Spaß macht. Wenn einer gerne ein Tischler ist, warum sollte er dann Installateur werden .... Gott ist auch einer, der viel Geduld mit den Menschen hat. Er weiß schon, dass uns nicht alles auf einmal gelingt. Aber er "glaubt an uns", das heißt, er lässt uns viel Zeit und gibt uns immer wieder eine Chance, es nochmals und besser zu probieren. Wenn Gott so lieb zu uns ist, dann können und sollen auch wir so zueinander sein.
Wir sollten miteinander so umgehen, als wären wir Blumen und müssten nun dafür sorgen, dass wir möglichst gut wachsen können. Dabei müssen wir uns überlegen, was ein jeder von uns braucht, damit er gut "wachsen" kann, damit es ihm gut geht. Und natürlich wird es auch immer wieder vorkommen, dass wir miteinander unzufrieden sind. Aber wir brauchen nicht mutlos oder ungeduldig werden: Gott glaubt an uns und so können auch wir einander glauben.

Friedensgruß


Zum Friedensgruß beschenkt sich die Gemeinde mit kleinen Kärtchen, auf denen Blumenstöcke abgebildet sind zum Zeichen dafür, miteinander so umgehen zu wollen, wie auch Gott mit uns umgeht. In einem kleineren Kreis wäre es auch möglich, einander wirklich kleine Blumenstöcke zu schenken.

Publikation: Effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 31. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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