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Danken, nicht schenken

Messmodelle

Hintergrund

Danken bekommt bisweilen eine tragische Schlagseite in der Form eines Zurückzahlens oder Zurückerstattens, was vielfach bei Geschenken und Gegengeschenken eine stark motivierende Rolle spielt. Dabei wird der Dank eigentlich in sein Gegenteil verdreht und bedeutet: "Ich brauche nichts geschenkt, ich werde es schon irgendwie wieder wett machen." In der Beziehung zu Gott wird diese Form des Dankens geradezu sinnlos. Denn was sollten wir Gott zurückzahlen, was sollte er brauchen?
Das wäre wohl eine Karikatur, wenn Gott etwa auf unsere unterwürfige Verehrung angewiesen wäre. Im Blick auf die Dankbarkeit des syrischen Heerführers Náaman in der Lesung, kann etwas von der ursprünglichen Form des "dankbar seins" wiederentdeckt werden.
Da dies wesentlich zur gläubigen Lebensform gehört, soll es in diesem Zusammenhang einmal besonders beleuchtet werden.

Material

  • Der Brief an Cordula verpackt in ein großes Geschenkpaket

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Vor der Lesung
  • Nach der Lesung

 

Bibelstellen

1. Lesung: 2 Kön 5, 14-17

In jenen Tagen ging Náaman, der Syrer zum Jordan hinab und tauchte siebenmal unter, wie ihm der Gottesmann Elischa befohlen hatte. Da wurde sein Leib gesund wie der Leib eines Kindes, und er war rein von seinem Aussatz.
Nun kehrte er mit seinem Gefolge zum Gottesmann zurück, trat vor ihn hin und sagte: Jetzt weiß ich, dass es nirgends auf der Erde einen Gott gibt außer in Israel. So nimm jetzt von deinem Knecht ein Dankgeschenk an! Elischa antwortete: So wahr der Herr lebt, in dessen Dienst ich stehe: Ich nehme nichts an. Auch als Náaman ihn dringend bat, es zu nehmen, lehnte er ab.
Darauf sagte Náaman: Wenn so viel Erde, wie zwei Maultiere tragen können; denn dein Knecht wird keinem anderen Gott mehr Brand- und Schlachtopfer darbringen als Jahwe allein.

Evangelium: Lk 17, 11-19

Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und während sie zu den Priestern gingen, wurden sie rein.
Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme. Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war aus Samarien. Da sagte Jesus: Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die übrigen neun? Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden? Und er sagte zu ihm; Steh auf und geht! Dein Glaube hat dir geholfen.

Hintergrund 1. Lesung:

Heilung eines Syrers


Im Abschnitt der Sonntagslesung wird die Heilung des syrischen Heerführers Náamans geschildert, wie sie durch die zuvor erteilte Weisung des Gottesmannes geschah, und das darauffolgende Gespräch zwischen beiden.
Für das Verständnis des Zusammenhangs wäre es gut, das 5. Kapitel zur Gänze nachzulesen, Náaman ist vom "Aussatz" befallen (ein Wort, mit dem die Bibel auch Hautkrankheiten - wie etwa die Schuppenflechte - benennt). Eine israelitische Magd, die in seinem Hause Dienst tut, verweist ihn auf die Hilfe eines Propheten ihres Heimatlandes. Mit wertvollen Geschenken ausgerüstet, macht sich Náaman auf die beschwerliche Reise. Als ihm der Gottesmann keine ausführliche Behandlung zuteilwerden, sondern nur ausrichten lässt: "Geh und wasch dich im Jordan", ist er verärgert.

Jahwe Verehrung gegen Baalskult


Der "Gottesmann" ist Elischa, ein Schüler des Propheten Elija; über beide gibt es in den Königsbüchern eine Reihe von Wundererzählungen. Der geschichtliche Hintergrund ist die Auseinandersetzung zwischen dem israelitischen Königshaus, das aus politischen Gründen einer kulturellen Vermischung Vorschub leistet, wogegen Propheten auftreten (Elija und Elischa namentlich), die dabei die Verehrung des Jahwegottes gefährdet sehen.

Heilung von Gott, nicht durch Magie


In den Wunderberichten wird deswegen besonders die Souveränität Jahwes herausgestellt. In der Vorgeschichte zur Heilung des Syrers Náaman wird dieses Schema sichtbar, gleichzeitig wird in der Unfähigkeit des Königs von Israel der kritische Protest des Gottesmannes eingeleitet. In knappen Worten wird die Heilung geschildert. Das siebenmalige Untertauchen im Wasser des Jordan lässt eine kultische Handlung vermuten (die heilige Zahl 7 ist Symbol der Vollkommenheit und Dringlichkeit). Das Rein werden "wie der Leib eines Kindes" erinnert an Wiedergeburt. Doch die Heilung macht nicht der Ritus und das Jordanwasser aus, wie der zornige Widerstand Náamans gegen die Weisung des Gottesmannes erkennen lässt, sondern die Unterordnung unter das Prophetenwort.

Gottes Heil ist nicht zu kaufen


Als Náaman geheilt zurückkehrt, um sich beim Propheten zu bedanken, tritt Elischa auf, um zu sagen, dass er die falsche Adresse des Dankes ist. In seinem Schwur "so wahr der Herr lebt, dessen Diener ich bin" nennt er den wahren Akteur der Heilung. Die eindringlich wiederholte Bitte Náamans streicht die Bestimmtheit des Propheten heraus.

Dank ist mehr als Dank abstatten


Náaman begreift, dass man sich mit Silber und Textilien nicht aus der Dankschuld Jahwes freikaufen kann. So verlangt er zwei Maultierlasten Israelerde, um in Damaskus eine Enklave zu errichten, wo er dem Jahwe Gott seine Opfer darbringen kann. Diesem (einzigen) Gott ("Jetzt weiß ich, dass es nirgends auf der Erde einen Gott gibt außer in Israel") gebührt allein die Verehrung. Die Dankbarkeit wird zur Quelle der Gottesverehrung.
Das nachfolgende "Gegenbild" des habgierigen Prophetenschülers Gehasi zeigt den heillosen und "krankmachenden" Götterkult, wo die irdischen Opfergaben, Besitz- und Machtstreben im Vordergrund stehen.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Vor der Lesung


Zu Beginn wird ein großes Geschenkpaket in den Altarraum gebracht. Das kann ein großer Karton sein, der durch das Verpackungsmaterial, etwa eine große Masche, als verpacktes Geschenk erkenntlich ist. Im Karton drinnen ist ein kleiner Brief mit folgendem Inhalt:

Liebe Cordula!
Ich danke Dir für Deine Hilfe bei der letzten Hausaufgabe. Ich habe überlegt, Dir etwas zu schenken. Aber dann ist mir eingefallen, dass irgendein Geschenk vielleicht auslöscht, was ich empfinde. Ein wertvolles Geschenk könnte wie eine Bezahlung aussehen, die man einem Nachhilfelehrer gibt.
Deine freundliche Hilfe. Ich habe Deine Freundschaft erlebt. Die ist durch nichts abzugelten. Ich möchte sie durch kein Geschenk vergelten. Allein meine dankbare Erinnerung soll unsere Freundschaft stark machen.

Deine Sigrid


Der Leiter beginnt:
Wie ihr sehr, ist heute großes Geschenk für uns vorbereitet. Wenn ein Geschenkpaket groß ist, dann imponiert das schon. Manche geben auch an mit großen und wertvollen Geschenken. Aber dazu sind sie eigentlich nicht erfunden.
Was ist der Sinn von Geschenken? Was bedeutet es, wenn ich ein Geschenk mache oder bekomme.

Die Kinder überlegen und sagen alles Mögliche, was ihnen einfällt. Es ist keine Wertung notwendig.
Na gut, jetzt wissen wir, wozu Geschenke gemacht werden. Jetzt schauen wir einmal unser großes Paket genauer an. Vielleicht kann mir jemand beim Auspacken helfen.
Eines oder mehrere Kinder helfen beim Auspacken, entdecken schließlich den Brief und lesen ihn allen vor.
Das ist aber ein sehr sonderbares Geschenkpaket, in dem eigentlich nichts drinnen ist, außer einem Brief. Warum solle die Sigrid ihrer Freundin Cordula kein Geschenk machen?
Kinder können die Überlegungen aus dem Brief wiederholen. Vielleicht sagt jemand, dass sie ihr doch ein Geschenk gemacht hat. Dann schließt sich automatisch die Frage an: Was hat die Sigrid doch getan?
Natürlich gibt es verschiedene Ausdrucksformen der Dankbarkeit und manchmal geht das auch ganz gut mit Geschenken.
In der heutigen Lesung hat auch ein Mann viele wertvolle Geschenke gebracht, um sich für seine Heilung zu bedanken. Hören wir, wie das vor sich gegangen ist:

Nach der Lesung


Der Gottesmann Elischa nimmt die Geschenke nicht an. Er sagt, er ist der Diener Gottes. Und der Heerführer aus Syrien, Náaman, begreift, dass er sich bei Gott bedanken muss. Er macht das so, dass er Erde mit in seine Heimat nimmt, wo dieser Gott nicht verehrt wird, damit er dort eine Erinnerungsstätte, einen Altar errichten kann. Diesem Gott möchte er von nun an gehören und ihn in Opferfeiern verehren.
Náaman zeigt uns, wie wir danken können, vor allem, wenn es um Gott geht. Es ist ein bisschen verwandt mit dem Dank der Sigrid. Gott braucht am allerwenigsten irgendein Geschenk, nicht einmal unsere Dankbarkeit. Aber unser Leben wird schöner, wenn wir uns erinnern, was er Gutes getan hat und tut. Unsere Freundschaft mit Gott braucht lediglich die dankbare Erinnerung. Wir danken, wenn wir an ihn denken.

Publikation: Effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 28. Sontag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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