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Gegen die Ausbeutung

Messmodelle

Hintergrund

Amos prangert den Betrug der Armen und Rechtlosen durch die reichen Kaufleute an. Die Schwäche derjenigen, die die Lebensmittel, bei deren Erwerb sie betrogen werden, dringend zum Leben brauchen, wird von den Kaufleuten in gemeiner Weise ausgenützt. Ausbeutung ist in diesem Sinn also das Ausnützen des Schwächeren, das Leben auf dessen Kosten, das "Beute machen" bei den Kleinen. Auf diesen Gedankengang wird im Gottesdienst eingegangen, nachdem die Kinder selbst experimentiert haben, wie denn das ist, jemanden im Abwägen von Waren zu betrügen.

Material

  • Küchenwage mit Gewichten
  • Ein Eimer und einige Erdäpfel (oder Obst)
  • Großes Plakat
  • Stifte

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Vor der Lesung
  • Nach der Lesung
  • Zum Evangelium

 

Bibelstellen

1. Lesung: Am 8, 4-7

Hört dieses Wort, die ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Lande unterdrückt. Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein Paar Sandalen die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld. Beim Stolz Jakobs hat der Herr geschworen: Keine ihrer Taten werde ich jemals vergessen.

Evangelium: Lk 16,19-31

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen. Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein.
Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich. Doch -ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin.
Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem anderen zu sich kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin und schrieb fünfzig".
Dann fragt er einen anderen: Wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib "achtzig". Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit Ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.
Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht.
Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen.
Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen?
Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben? Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.

Hintergrund 1. Lesung:

Buch Amos


Mit dem Buch Amos vollzieht sich im Alten Testament ein Übergang zur Schriftprophetie. Die Schriftpropheten verkünden ihr Wort, und sie oder ihre Schüler schreiben es später auf. So sind sie durch ihre Bücher bekannt (im Gegensatz zu den jenen Propheten, die nur aus Berichten anderer bekannt sind). Das Buch Amos ist das älteste Buch der Schriftprophetie, obwohl es im Zwölfprophetenbuch erst an dritter Stelle steht. Wie jede Prophetenschrift weist auch das Buch Amos auf eine längere Redaktionsgeschichte hin. Es ist geprägt von Drohworten und Visionen.

Visionsbericht


Die Stelle der heutigen Lesung schließt an die vierte Vision an. Sie beginnt mit einer prophetischen Anklage und verkündet dann ein göttliches Strafurteil. Die Schelt- und Drohsprüche sind wahrscheinlich redaktionell eingeschoben. Der Autor hat dabei habgierige Kaufleute vor Augen, deren Denken und Reden sehr lebensnah zitiert wird. Sie werden als die Ausbeuter der Armen und Wehrlosen dargestellt. Ihre Unredlichkeit bei Maß und Gewicht und ihr Betrug in bezug auf die Qualität der Ware sind nur einige Zeichen dafür, dass sie Gott und die Menschen verachten.

Neumondfest


Die Israeliten feierten das Neumondfest zu Beginn des Monats. An diesem Fest sollte ein Ruhetag gehalten und Jahwe besondere Opfer dargebracht werden. Amos prangert an, dass die Kaufleute das Neumondfest nur mehr als Tag des Gewinnausfalls betrachten.

Sabbat


Der Sabbat ist der siebente Tag der Woche und ein Ruhetag. Zu ihm gibt es außerhalb des Judentums keine zeitgenössische Parallele. Die Bibel führt den Sabbat auf Mose zurück und weist dabei auf zwei wesentliche Zeichen hin: Zum einen verweist sie auf den Schöpfungsbericht, in dem der siebente Tag der Woche die Vollendung der Schöpfung auszeichnet. Zum zweiten ist der Sabbat auch ein Verweis auf den Aufenthalt des Volkes Israel in Ägypten.
Ursprünglich hat der Sabbat nur einen sozialen Aspekt ohne tieferen theologischen Sinn. Der Mensch soll ruhen, auch der Kleinste soll an diesem Tag vor seinem Nächsten gesichert sein. Erst allmählich wird aus dem Sabbat ein Feiertag, ausgezeichnet durch Opfer für Jahwe. Als das Volk Israel im Exil war, vollzog sich zusätzlich ein Wandel des Sabbats zum "Gott geheiligten Tag". Dieser war ein Zeichen des Bekenntnisses und des Bundes mit Gott, ein Merkmal der Jahwe-Zugehörigkeit. In der spätjüdischen Zeit entwickelte man Gebote, um eine "Entweihung des Sabbats" zu verhindern.

Geld


Geld wurde in Form von Barren, Ringen und Zungen abgewogen. Das geprägte Edelmetallstück kommt erst unter der Perserherrschaft in Umlauf. Um den genauen Wert des Geldstücks festzustellen, wurde es wie andere Maße auch, gewogen. Bei dieser Praxis konnte es natürlich leicht zu Betrug durch den Abwägenden kommen. Diesen Missbrauch prangerte Amos an.

Schwur Gottes


Amos verkündet einen Schwur Gottes, der die reichen Kaufleute darauf hinweisen soll, dass sie bei all ihrer Macht die Erde doch nicht in der Hand haben. Er droht nicht mit einer konkreten Strafe sondern beschreibt ein prinzipielles Verhalten Gottes: das "Nicht-Vergessen" der Untaten, ist eine für Amos besonders schlimme Strafe.

Appell an das Gewissen


Letztendlich appelliert Amos noch an das Gewissen seiner Zuhörer. Er erinnert sich dabei an ein Erdbeben, das tatsächlich zur Zeit Amos im Nordreich festgestellt werden konnte und fragte: "Sollte deshalb die Erde nicht beben?" Der Zuhörer wird aufgefordert, sich zu besinnen, sich vorzustellen, wie sich die Erde "hebt und senkt wie der Nil", um das Auf und Ab des menschlichen Lebens zu bedenken. So erkennen wir in dieser kurzen Stelle drei wesentliche Anliegen von Amos: Konfrontation mit den Taten der Ungerechten, Drohungen gegen die Unterdrücker und Aufforderung zur Besinnung.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Vor der Lesung


Der Gottesdienstleiter hat eine Waage mitgenommen. Am geeignetsten ist eine Küchenwaage mit Gewichten. Ist es nicht möglich, eine solche mitzunehmen, so kann auch mit einer Personenwaage gearbeitet werden. Wenn im Raum keine leicht beweglichen Gegenstände vorhanden sind, so sollten einige mitgenommen werden. In jedem Fall soll ein Eimer und einige Erdäpfel (oder Obst) bereitstehen
Die Kinder können nun die verschiedenen Gegenstände abwägen.
Zuletzt wird auch der Eimer mit den Erdäpfeln (bzw. mit dem Obst) abgewogen. Dieses Wäge-Ergebnis wird dann aufgeschrieben.
Dann können die Kinder versuchen, die Waage zu manipulieren. Sie können beim Abwägen versteckt einen zweiten Gegenstand auf die Waage legen, sie können versuchen, den Gewichtsanzeiger festzumachen oder auch beim Wägen einfach mit eigener Kraft nachdrücken. Sie ist es leicht nachzuvollziehen, dass es gar nicht so schwer ist, jemanden beim Abwägen einer Ware zu betrügen. Zuletzt wird wieder der Eimer mit den Erdäpfeln abgewogen. Der Messwert beim Wägen mit einer manipulierten Waage und der erste Messwert werden dann miteinander verglichen.
Daraus ergibt sich logisch die Überlegung, daß ein Händler, der seine Ware nicht richtig abwägt, mehr Geld dafür verlangt, als er eigentlich dürfte. Wollten wir die Erdäpfel verkaufen und nach dem zweiten Messwert die Kosten berechnen, dann würden wir den Käufer betrügen.
Was ist eigentlich "Betrug"?, werden sich die Kinder eventuell fragen. Wenn wir das Wort in seinen Silbenteilen betrachten, dann ist es leicht erklärt. "Trug ist, wenn sich jemand täuscht, wenn jemand einen anderen absichtlich täuscht, ihm etwas Falsches sagt oder vormacht, um selbst einen Vorteil davon zu haben.

In der heutigen Lesung hören wir etwas, das ein Prophet einmal gesagt hat. Der Prophet heißt Amos und regt sich darüber auf, daß Kaufleute so oft und so gemein ihre Kunden, die meist arme Leute sind, betrügen.

Nach der Lesung


Während der Verkündigung wird mit den Kindern gemeinsam ein Plakat beschrieben. Es soll die Größe eines ganzen Papierbogens haben.
Zunächst stellen wir uns die Frage, was denn die Kaufleute, die in diesem Bibeltext angeklagt werden, den Armen wegnehmen. (den Ruhetag, ihr Geld, mühsame Arbeitszeit etc.) Jedes Wort, das da genannt wird, wird auf das Plakat geschrieben, sodass dann mehrere Wörter untereinander stehen.
Dann fragen wir uns, warum das Handeln der Kaufleute denn so gemein war. (Die Armen hatten keine Möglichkeit sich zu wehren. Außerdem brauchten sie ja das Getreide zum Essen, sie mussten also die Ware kaufen, auch wenn sie teuer war.) Auch von dieser Sammlung wird jeweils ein Stichwort auf das Plakat unter die anderen Wörter geschrieben.
Wenn wir uns dann das Plakat mit den gesammelten Wörtern ansehen, dann werden wir bemerken, dass da die Kaufleute einfach ausnützen, dass sie mit jemandem zu tun haben, der schwächer ist als sie. Sie nützen also die armen Menschen nach all ihren Möglichkeiten aus.
Wenn wir das Plakat ansehen, dann fallen uns dazu sicher Sachen ein, die wir selbst auch erleben oder schon einmal erlebt haben.
Was ist zum Beispiel bei uns der Ruhetag? Wir in unserer Umgebung jemandem sein "Ruhetag" auch weggenommen? Gibt es Leute, die an diesem Ruhetag arbeiten müssen? Die Parallele, die uns einfällt, wird mit einem Filzstift anderer Farbe neben das bereits Festgehaltene auf das Plakat geschrieben. So überlegen wir uns das zu allen notierten Wörtern.
Ist das geschehen, betrachten wir gemeinsam unser Plakat und überlegen, ob es uns selbst auch manchmal passiert, dass wir andere auf diese Weise ausnützen. Jedes Wort, zu dem uns etwas aus dem eigenen Verhalten auffällt, wird unterstrichen. So erkennen wir auf den ersten Blich, wo wir selbst auch aufpassen müssen, dass wir andere nicht ausnützen.
Der Prophet Amos tritt mit all seiner Kraft dagegen auf, dass Menschen ausgebeutet werden, dass die einen "Beute machen" auf Kosten von anderen. Vielleicht fallen uns diese Worte des Propheten zwischendurch einmal ein, wenn uns auffällt, dass jemand von einem anderen ausgenützt und ausgebeutet wird.

Zum Evangelium


Auch Jesus wehrt sich dagegen, dass Menschen ausgenützt und ausgebeutet werden. Er will, dass die Menschen fair miteinander umgehen. Weil er das seinen Zuhörern begreiflich machen wollte, erzählte er ihnen einmal folgende Geschichte.

Publikation: Effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 25. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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