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Gott bereut

Messmodelle

Hintergrund

Nicht selten lassen sich Hörer und Leser der biblischen Botschaft - zumal der alttestamentlichen Geschichte - noch sehr vom "Gewand" der Erzählung beeinflussen und beziehen dann entweder ablehnende oder naiv-positive Stellung zum Text. Manches erscheint mit unserem Weltbild und unserer Gottesvorstellung nicht vereinbar zu sein. Die Verkündigung muss also auf den springenden Punkt hinweisen: Gott wird von der Bibel als der sich selbst und uns treu Bleibende, als der Lebendige und mit uns durch die Geschichte Gehende geschildert. Er ist nicht eine statische Größe, die mit Gemütsregungen wie Zorn und Reue belastet wäre. Seine Unwandelbarkeit besteht im Erbarmen und in der Liebe und deshalb läßt er sich bewegen, fühlt mit uns, lässt sich umstimmen zu unserer Rettung. Menschlich gedachte Vorstellungen von Zorn und Reue sind Hilfsmittel, um Gottes Vergebungsbereitschaft und seine unwandelbare Treue zu schildern.
Der Kontrast der alttestamentlichen Lesung kann - vorsichtig dargestellt - hilfreich sein, um herauszuarbeiten, daß Gott nach menschlichen Maßstäben und streng gerichtlich gesehen auch anders handeln hätte können und müssen. Auch der im Evangelium von Jesus geschilderte barmherzige Vater hätte eigentlich anders reagieren können und nach damaliger Rechtslage sogar anders handeln müssen.

Material

  • Großer Stein

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Lied
  • Vor der Lesung
  • Nach der Lesung

 

Bibelstellen

1. Lesung: Ex 32, 7-11.13-14

In jenen Tagen sprach der Herr zu Mose: Geh, steig hinunter, denn dein Volk, das du aus Ägypten heraufgeführt hast, läuft ins Verderben. Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen vorgeschrieben habe. Sie haben sich ein Kalb aus Metall gegossen und werfen sich vor ihm zu Boden. Sie bringen ihm Schlachtopfer dar und sagen: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten heraufgeführt haben.
Weiter sprach der Herr zu Mose: Ich habe dieses Volk durchschaut: Ein störrisches Volk ist es. Jetzt lass mich, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und sie verzehrt. Dich aber will ich zu einem großen Volk machen.
Da versuchte Mose, den Herrn, seinen Gott zu besänftigen, und sagte: Warum Herr, ist dein Zorn gegen dein Volk entbrannt? Du hast es doch mit großer Macht und starker Hand aus Ägypten herausgeführt.
Denk an deine Knechte, an Abraham, Isaak und Israel, denen du mit einem Eid bei deinem eigenen Namen zugesichert und gesagt hast: Ich will eure Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel, und: Dieses ganze Land, von dem ich gesprochen habe, will ich euren Nachkommen geben und sie sollen es für immer besitzen.
Da ließ sich der Herr das Böse reuen, das er seinem Volk angedroht hatte.

Evangelium: Lk 15, 1-10

In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: "Freut euch mit mir, ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war.
Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren.
Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet? Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte.
Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.

Hintergrund 1. Lesung:

Vorgeschichte


Moses weilt noch auf dem Berg Sinai. Das Volk möchte einen sichtbaren Führer, letztlich einen "begreifbaren", gegenständlich zu Verfügung stehenden Gott. Es wird ein goldenes Kalb gegossen (Vers 4). Das weist auf den in Vorderasien damals weit verbreiteten Stierkult hin, der auch Israel bekannt war (vgl. 3 Kön 12,28). Wobei es vielleicht eine besondere Ironie ist, dass aus dem Gold nur ein Kalb wurde. In dieser abfälligen Ausdrucksweise des biblischen Schriftstellers soll vielleicht auch angedeutet werden, dass Israel zu einem ernst zu nehmenden "Gegenbild" Gottes gar nicht fähig war, vielleicht schwingt auch Spott über die mangelnde Spendenfreudigkeit mit, denn es wurde längst nicht alles Gold und aller Schmuck abgegeben (vgl. Ex 33,4.6).
Die Versuchung, sich fremden Göttern zuzuwenden, ist in Israel immer wieder aufgetreten. Das "Goldene Kalb" ist Bild und Gleichnis aller "gemachten" Götter.

Das Urteil


Die heutige Lesung bringt das Gespräch zwischen Jahwe und Mose nach diesem Vorfall. Der erste Teil bringt die Rede Jahwes, in der er sein Urteil über Israel kundtut. Furchtbar ist der Zorn Jahwes. Sein Volk hat sich ausdrücklich von ihm losgesagt und den erst kürzlich neu geschlossenen Bund (vgl. 24,3-8) gebrochen. Die alte Bundesformel - Ich will euer Gott sein und ihr sollt mein Volk sein - wird nun von Gott selbst widerrufen, wenn er zu Moses sagt: dein Volk, das du aus Ägypten herausgeführt hast! Der distanzierte Akzent ist nicht zu verkennen.

Bundesbruch


Wie in einem Richterspruch werden die Vergehen des Volkes Israel genannt:
Erstens hat es sich ein Kalb gegossen - der Stier vertritt den kanaanäischen Fruchtbarkeitsgott "Baal".
Zweitens hat es sich davor niedergeworfen - also als Gott verehrt und
drittens noch durch ein Schlachtopfer göttliche Anerkennung zum Ausdruck gebracht.
Viertens hat es noch dazu seine Rettung fremden Göttern zugeschrieben, was in krassem Gegensatz zu dem Glaubensbekenntnis steht: Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat (Ex 20,2). Das bedeutet den totalen Bruch des Bundes. Der Herr will Israel vernichten und Moses zur Keimzelle eines neuen Volkes machen. In dieser Szene schwingt die Erinnerung an alle Bundesbrüche mit, die Israel sich zuschulden hat kommen lassen, denen Jahwe aber immer eine Erneuerung des Bundes entgegensetzt.

Gottes "Zorn"


In der recht anthropomorphen (d.h. Menschenartigen) Darstellungsweise bildet der Zorn Jahwes den dunklen Hintergrund, auf dem sich die Güte und Vergebungsbereitschaft Gottes umso heller abheben soll. Der "Zorn" Jahwes ist letztlich die negative Seite seiner sich um das Volk immer wieder mühenden Liebe. Solche biblische Redeweise will sich Gott nicht als ein lebloses Abstraktum vorstellen, sondern als einen lebendigen und mitfühlenden Gott.

Moses "Fürbitte"


Wie schon oft (Ex 19, 20, 24) ist auch in dieser bedrohlichen Situation Moses der große Fürsprecher Israels bei Jahwe, der treue Anwalt seines Volkes. Die Verse 11-13 haben fast den Charakter eines Rechtsstreites:
Jahwe selber war es doch, der mit seinem Volk eine Geschichte angefangen hat. Er denke doch an den Auszug und die Zusagen an die Väter. Das kann doch nicht seine Gültigkeit verlieren. Jahwe darf doch im Angesicht der ägyptischen Feinde "seinen Ruf" nicht aufs Spiel setzen. Er kann doch nicht einen gegebenen Eid und die Zusicherung des versprochenen Landes zurücknehmen.

Gottes "Reue"


Das Unwahrscheinliche geschieht: Gott lässt sich umstimmen. Der Herr ließ sich des angedrohten Unheils gereuen. Dieser Satz ist wohl die entscheidende Aussage und der theologische Kern des Textes. Die Rede von der "Reue" Gottes meint nicht das Einsehen, etwas falsch gemacht zu haben. Sie ist vielmehr Ausdruck einer inneren Anteilnahme, in dem Sinne, dass etwas im Herzen wehtut. Der biblische Gott ist kein unparteilich-neutrales Wesen. Er gerät gleichsam mit sich selbst in Konflikt, in dem schließlich seine leidenschaftlich-bedingungslose Liebe siegt. Gott vergibt. Ohne sein Erbarmen könnten wir nicht leben. Hier wird auch der Grundakkord für das Evangelium angestimmt, das von der Freude Gottes kündet über den Sünder, der umkehrt.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Lied (eventuell zum Beginn)


Als Israel in Ägypten war
1. Als Israel in Ägypten war. Lass mein Volk doch ziehen! Das Joch nicht zu ertragen war. Lass mein Volk doch ziehen! Ref.: Geh’ hin Moses, geh ins Ägypterland, Sag’ König Pharao: Lass mein Volk doch ziehen!
2. Gott will’s sprach Moses vor dem Thron, Lass mein Volk doch ziehen! Sonst töte ich deinen ersten Sohn. Lass mein Volk doch ziehen! Geh hin, Moses ....
3. Genug der Knechtschaft, Last und Fron: Lass mein Volk doch ziehen! Lass ziehen es mit Ägyptens Lohn! Lass mein Volk doch ziehen! Geh hin, Moses.....
4. Und Gott wies Moses Weg und Zeit, Lass mein Volk doch ziehen! Dass er sein Volk zur Freiheit leite. Lass mein Volk doch ziehen! Geh hin, Moses .....

1. When Israel was in Egyptländ. Let my people go, Oppressed so hard they could not stand, Let my people go, Go down Moses, Way down in Egyptland. Tell ole Pharao: Let my people go.
2. Thus spoke the Lord, Bald Moses said: Let my people go, If not I’ll smite your first born dead, Let my people go. Go down Moses....
3. No more shall they in bondage toil. Let my people go, Let them come out with Egypt’s spoil, Let my people go. Go down Moses.......
4. The Lord told Moses what to do, Let my people go. To lead the children of Israel through, Let my people go. Go down Moses ..........
Text: Gerhard Müller
Melodie: Spiritual
aus "Songs junger Christen", Band 1, Hänssler-Verlag, Neuhausen-Stuttgart

Vor der Lesung


Auf dem Ambo oder an anderer gut sichtbarer Stelle liegt ein großer Stein. Etwas entfernt davon stellt sich eine Person auf. Die Gottesdienstteilnehmer werden aufgefordert, genau zu beobachten.
Nun kommen zwei Kinder. Das erste Kind geht zunächst zum Stein und spricht ihn an: Du bist schön, ich mag dich!
Dann kommt das zweite Kind und sagt zum Stein:
Ich mag dich nicht, du gefällst mir nicht!
Dann gehen die beiden Kinder zu der Person und sagen jeweils dasselbe wie zum Stein. Die Person reagiert entsprechend mit einem freudigen bzw. traurigen Gesicht.
Nun fragt der Gottesdienstleiter:
Habt ihr genau aufgepasst? Was war der wichtige Unterschied zwischen Stein und Person? - Der Stein reagiert nicht, bleibt leblos, was immer ich sage. Aber eine Person reagiert auf das, was ihm gesagt wird, je nachdem mit Freude oder Trauer.
Wenn jemand etwas gegen uns sagt oder tut, sind wir beleidigt oder wütend. So stellen wir es uns auch bei Gott vor. Und so haben sich das auch die Israeliten vorgestellt.
Damit wir jetzt verstehen, was uns die Lesung erzählt, ist es auch gut zu wissen, was da vorher passiert ist.

Es empfiehlt sich entweder den Bibeltext schon vom Vers 1 (Exodus 32) vorzulesen oder zu erzählen:
Moses war auf dem Berg Sinai. Dem Volk aber dauerte es schon zu lange, daß er weg war. Sie wollten wie die anderen Völker einen sichtbaren und begreifbaren Gott.
So machten sie das Goldene Kalb (für einen großen Stier, wie ihn die Kanaanäer hatten, reichte das Gold scheinbar nicht, das sie spendeten), verehrten es als einen Gott und meinten, das habe sie aus Ägypten gerettet.
Was musste Gott da von seinem Volk denken?

Nach der Lesung


Gott - so können wir uns denken - ist verärgert und zornig, er will das Volk, das er gerettet hat, vernichten.
Aber Moses ist der Anwalt und Fürsprecher seines Volkes. Er kann Gott umstimmen. Gott "bereut", heißt es in der Bibel!
-Wann bereuen wir Menschen etwas? Wenn wir etwas Schlimmes angestellt haben. Wenn wir einsehen, dass es schlecht war. Wenn es uns leid tut, dass wir Böses verursacht haben.
Aber Gott bereut nicht, weil er etwas angestellt hätte. Ihm tun die Menschen leid, die sich verfehlt und versündigt (=von ihm getrennt) haben. Er will nicht ihren Tod, sondern dass sie sich ändern, besser werden und leben.
Auch im Evangelium geht es heute um Leben und Tod, um die Umkehr des Sünders.
Wenn nämlich zur Zeit Jesu ein Sohn sein Erbe schon vor dem Tod des Vaters haben wollte, dann war der Vater für den Sohn und der Sohn für den Vater praktisch "gestorben" (obwohl sie ja noch lebten), sie gehörten nicht mehr zu einer Familie zusammen, sie waren - wie man so sagt - "geschiedene Leute".
Für die Zuhörer Jesu war es also gar nicht selbstverständlich, sondern überraschend anders, als sie erwarteten, dass der Vater so reagiert, wie Jesus es schildert. So etwas gehörte sich nicht. Das ist unerhört, denkt sich auch der "brave" ältere Bruder. Aber Jesus stellt uns Gott auch als einen vor, der mit uns fühlen kann und Einsehen mit uns hat.

Publikation: Effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 24. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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