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Haben will!

Gruppenstunde | Alter: 8-10 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Kinder probieren gerne Neues aus, es macht ihnen Spaß Phantasien zu spinnen und In allem was sie tun und dabei auch erfahren und lernen, liegen Schritte zur Selbständigkeit.
In dieser Gruppenstunde wollen wir den Kindern die Exoduserzählung als Geschichte anbieten/näherbringen, in der sie vieles aus ihrem eigenen Leben wiederentdecken können: Es gibt Situationen im Leben, die unangenehm und bedrückend sind, die Dinge können sich aber verändern - ich kann abwarten oder aber mittun, Utopien spinnen und mich auf meine eigenen Beine stellen. Die Entscheidung, Schritte zu setzen, ist nicht immer so leicht, nicht immer kann ich meine Möglichkeiten vorher gut genug abschätzen - die Erfahrung zeigt, daß nicht immer nur das eine richtig und das andere falsch ist. Das ist letztendlich auch gut so und macht das Leben spannend. Das Wissen darum, daß es andere Menschen gab und gibt, die in ähnlichen Situationen sind wie ich, läßt diese Spannung leichter aushalten und womöglich sogar den Schritt wagen, Utopien zu verwirklichen und eigene Schritte (in die Selbständigkeit) zu setzen. Wenn Menschen wissen, wo sie von anderen Hilfe und Unterstützung bekommen, was sie selbst tun können, lassen sich Wüstenwege auch leichter angehen und durchhalten.

Ziel

Die Kinder sollen sich mit Hilfe der Exodusgeschichte klarer darüber werden, daß man sich auch auf die eigenen Füße stellen kann/soll, um wünschenswerte Dinge zu erreichen.

Material

  • A3-Bilder mit Hieroglyphen (Du kannst dir vom Jungscharbüro Kopievorlagen in A4 zuschicken lassen); sie hängen bereits im Gruppenraum, wenn die Kinder kommen
  • Moses-Handpuppe (kannst Du im
  • Jungscharbüro ausborgen )
  • Guckkasten (Karton in Bananenschachtelgröße)
  • Kartonschieber für den Guckkasten
  • große Zeichenblätter (zum Aufkleben auf die Kartonschieber)
  • Stifte
  • Uhu
  • Papier in Schuh- oder Fußabdruckform
  • Goldene Kordel (Sparvariante: gelbe Schnur)
  • Manner Schnitten

Aufbau

In dieser Gruppenstunde seid Ihr Kundschafter/innen und Moses, die Handpuppe, Euer Gast.
Nachdem Euch Moses die triste Lage seines Volkes beschrieben hat, gestaltet Ihr einen Guckkasten mit dem er ins "Gelobte Land" schauen kann.
Davon ausgehend überlegen die Kinder, wie denn so ein "Gelobtes Land" für sie selbst aussehen könnte.
Gemeinsam wird dann gesammelt, ob und wie diese Wünsche zu erreichen wären.
Als Vorgeschmack regnet es abschließend "Manna" vom Himmel

 

Nachricht aus dem Untergrund



Du empfängst die Kinder schon ungeduldig und stellst Ihnen den wartenden Moses (Handpuppe) vor, der sich freut, auf so viele Kundschafter/innen und Expert/innen zu treffen. Dann bittest Du sie, die ausgestellten Werke zu untersuchen und sich gegenseitig über die Ergebnisse zu beraten. Anschließend ruft Moses die Gelehrten zu sich, um eine Beratung abzuhalten. Er erzählt:

Liebe Kundschafter und Kundschafterinnen!
Es ist mir eine große Ehre, Sie hier heute alle versammelt zu wissen.
Ich bin Moses und ich und mein Volk sind auf der Suche nach dem Land, daß man das Gelobte nennt. Es soll so wunderbar schön sein dort und friedlich und frei. Wir möchten unbedingt dort hin! Das ist nur nicht so einfach wie wir uns das vorgestellt haben. Diese Bilder erzählen Euch die Geschichte meines Volkes, was uns betrifft, warum wir überhaupt raus aus Ägypten wollen.

An dieser Stelle haben die Kinder Zeit, ihre Vermutungen und Forschungsergebnisse auszutauschen.

Ja also wie Sie sehen, liebe Kundschafter und Kundschafterinnen, geht es meinem Volk gar nicht gut. Wir wohnen in viel zu kleinen Behausungen, wir haben Hunger, es gibt keine Kleidung, wir haben keinen Arzt und kein Krankenhaus, unsere Kinder können nicht in die Schule gehen und auch nicht spielen, weil sie arbeiten müssen, wir dürfen uns nicht in großen Gruppen treffen und müssen von früh bis spät arbeiten, bekommen aber viel zu wenig und manchmal sogar gar kein Geld dafür.
Ich möchte daher wirklich an den Auszug ins Gelobte Land denken, doch kann ich mich nicht überwinden. Ich möchte mein Volk nicht ins Ungewisse führen! Aber da es wirklich ein gelobtes Land ist muß dort ja alles anders sein als jetzt...
(Moses träumt vor sich hin, dreht sich weg, sucht sich einen Sitzplatz und denkt nach )


Eine Perspektive für Moses



Jetzt steigst Du als eine der Kundschafter/innen wieder ein und stellst den Kindern den Guckkasten vor: Du erzählst Deinen Kolleg/innen von dieser großartigen Erfindung, mit der Moses ins Gelobte Land schauen könnte. Du verteilst Stifte und Zeichenblätter und bittest die Forscher/innen, sich zu zweit oder zu dritt eine Bildschriftstelle auszusuchen. In der Kleingruppe überlegen sich die Kinder ausgehend von den Bildern, was denn im Gelobten Land anders sein könnte. Ihre Ideen zeichnen sie entweder direkt auf die Bildtafel oder sie gestalten mit ihren Vorstellungen eine neue Zeichnung. Die Bilder werden dann auf die Kartonschieber geklebt.Jetzt könnt Ihr sie hintereinander (mit einem Abstand von ca. 3 cm) in den Guckkasten stecken.


...ins Gelobte Land schauen



Wenn alle Schieber im Guckkasten sind, kehrt Moses aus seiner Denkphase zurück und wird von Dir als Expeditionsleiter/in eingeladen, sich doch das Wunderwerk des Guckkastens anzusehen. Gemeinsam mit den Kindern stellt Ihr ihm Eure Ergebnisse vor.

Du stellst den Guckkasten auf einen Sessel und schiebst ihn ein Stück über die Kante. Dann steckst Du die Handpuppe mit dem Stab in die Ritze am Boden des Guckkastens. Moses, die Handpuppe, kann nun durch den Guckkasten marschieren und sich genau anschauen, was ihn denn in diesem Land so erwarten könnte. Auch die Kinder können den Part des Moses übernehmen und so zu anderen Bildern Stellung beziehen.

Nachdem Moses die Bilder betrachtet hat, können diese nun wieder aus dem Guckkasten herausgenommen und hinter dem Sessel am Boden aufgelegt werden.

Moses ist sehr glücklich, erstaunt und gerührt über das, was er sieht. Ihm ist es aber auch wichtig zu erfahren, was den Kundschafter/innen selbst am Herzen liegt.

Ja, wie stellt Ihr Euch eigentlich Euer Gelobtes Land vor? Was ist denn dort besonders lobenswert? Gibt es da viele, große Spielplätze und Rollerskatebahnen, Gratiskino, Schulen mit Sitzbällen für jedes Kind, Gratiseis für Kinder und solche Dinge?

Die Ideen der Kinder werden nun auf weitere Papierkärtchen geschrieben oder gezeichnet und auf die Guckkastenschieber dazugeklebt.


...und los gehts!



Moses ist sehr interessiert an den Vorstellungen der Kundschafter/innen, aber er merkt an, dass es da noch ein kleines Problem gibt:

Ja, aber liebe Experten und Expertinnen, wie kommen wir denn jetzt dahin ins Gelobte Land, was muß geschehen / was müssen oder können wir dazu tun / welche Schritte müssen wir dahin denn machen?Und er überlegt weiters: Wichtig ist einmal wahrscheinlich zuallererst, daß man sich auf die Füße stellt und versucht erste Schritte zu entdecken. Unterwegs wirds dann auch immer wieder Ruhepausen brauchen, das Gelobte Land wird nicht so schnell zu erreichen sein. Aber auch auf dem Weg dort hin gibt es vielleicht aufregend Schönes, Angenehmes zu entdecken.

Gemeinsam versucht Ihr nun auf Notizzetteln in fußsohlenform und -größe Eure Verwirklichungsideen zu sammeln..: Um beispielsweise zu Sitzbällen für eine Schulklasse zu kommen könnten die Kinder vielleicht gemeinsam mit ihren Lehrer/innen eine "Forderungsdemo" in die Direktion oder den Elternverein überlegen.

Wenn alle Ideen auf den Fußsohlenformen gesammelt sind, wird mit der goldenen Kordel in einiger Entfernung vom Guckkasten das Gelobte Land markiert.

Abschließend werden dann die Fußtritt-Zetteln nochmals vorgelesen und gemeinsam als Spur vom Guckkasten ins Gelobte Land gelegt.

Moses bedankt sich bei Euch für die großartige Hilfe:
Liebe Kundschafter/innen und Kundschafter!
Nachdem ich jetzt bei Euch gesehen hab, daß man zwar nicht sofort ins Gelobte Land kommt, aber auch am Weg dort hin viele Erlebnisse warten, werde ich jetzt schnell zu meinem Volk gehen und ihm von Euren Bildern und Ideen erzählen. Vielleicht fällt es dann auch uns leichter, uns auf den Weg zu machen!

Als Vorgeschmack auf das Gelobte Land könnt Ihr abschließend gemeinsam Manna (Manner-Schnitten) jausnen

Autor/in: Marlene Kirchner, Ursi Schrei

Publikation: Haben will

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Schlagwörter: Ich, Bibel, Religiöses