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Andenken, denken, danken

Messmodelle

Hintergrund

Der 1. Fastensonntag bringt in der ersten Lesung ein altes Glaubensbekenntnis, das mit verschiedenen Erinnerungen gefüllt und verknüpft ist.
Dadurch angeregt schlagen wir vor, dass Kinder ihre Andenken und Erinnerungen sammeln und in das gemeinsame Zelt "einflechten". Es ist wohl klar, dass Kinder noch keine derart reichhaltige Erinnerung und womöglich reflektierte Erfahrung ausgebildet haben wie Erwachsene. Deswegen sollen Interpretationen vermieden werden. Es soll eine assoziative Verbindung mit den Erinnerungen und dem Glaubensbekenntnis des Volkes Israel hergestellt werden.

Damit die Kinder die Fastenzeit als eine Einheit und die Fastensonntage als untereinander zusammenhängend erleben können, schlagen wir vor, ein in allen Gottesdiensten gemeinsames Gestaltungselement vorzusehen, das als durchgehendes Symbol die verschiedenen Inhalte der Fastensonntage miteinander verbindet.

Material

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Enleitung
  • Kyrie
  • Lesung
  • Verkündigungen
  • Präfation

 

Bibelstellen

1. Lesung: Dtn 26, 4-10

In jenen Tagen sprach Mose zum Volk: Wenn du die ersten Erträge von den Früchten des Landes darbringst, dann soll der Priester den Korb aus deiner Hand entgegennehmen und ihn vor den Altar des Herrn, deines Gottes, stellen. Du aber sollst vor dem Herrn, deinem Gott, folgendes Bekenntnis ablegen:
Mein Vater war ein heimatloser Aramäer. Er zog nach Ägypten, lebte dort als Fremder mit wenigen Leuten und wurde dort zu einem großen, mächtigen und zahlreichen Volk.
Die Ägypter behandelten uns schlecht, machten uns rechtlos und legten uns harte Fronarbeit auf. Wir schrien zum Herrn, dem Gott unserer Väter, und der Herr hörte unser Schreien und sah unsere Rechtlosigkeit, unsere Arbeitslast und unsere Bedrängnis. Der Herr führte uns mit starker Hand und hoch erhobenem Arm, unter großem Schrecken, unter Zeichen und Wundern aus Ägypten, er brachte uns an diese Stätte und gab uns dieses Land, ein Land, in dem Milch und Honig fließen.
Und siehe, nun bringe ich hier die ersten Erträge von den Früchten des Landes, das du mir gegeben hast, Herr.
Wenn du den Korb vor den Herrn, deinen Gott, gestellt hast, sollst du dich vor dem Herrn, deinem Gott, niederwerfen.

Evangelium: Lk 4, 1-13

In jener Zeit verließ Jesus, erfüllt vom Heiligen Geist, die Jordangegend. Darauf führte ihn der Geist vierzig Tage lang in der Wüste umher, und dabei wurde Jesus vom Teufel in Versuchung geführt. Die ganze Zeit über aß er nichts; als aber die vierzig Tage vorüber waren, hatte er Hunger.
Da sagte der Teufel zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl diesem Stein, zu Brot zu werden. Jesus antwortete ihm: in der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot.
Da führte ihn der Teufel auf einen Berg hinauf und zeigte ihm in einem einzigen Augenblick alle Reiche der Erde.
Und er sagte zu ihm: All die Macht und Herrlichkeit dieser Reiche will ich dir geben; denn sie sind mir überlassen, und ich gebe sie, wem ich will. Wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest, wird dir alles gehören.
Jesus antwortete ihm: In der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.
Darauf führte ihn der Teufel nach Jerusalem, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürze dich von hier hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich zu behüten und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. Da antwortete ihm Jesus: Die Schrift sagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.
Nach diesen Versuchungen ließ der Teufel für eine gewisse Zeit von ihm ab.

Hintergrund 1. Lesung:

Glaubensbekenntnis


Der Lesungstext gehört zu den wichtigsten Texten des Alten Testamentes. Er enthält ein Bekenntnis, das sogenannte "historische Credo", das die Hauptereignisse der jüdischen Glaubenstradition (von der Väter Zeit bis zur Landnahme) rekapituliert und stichwortartig in Erinnerung ruft.
Dieses alte Credo wurde vom Verfasser des Deuteronomiums in das ebenfalls vorliegende Darbringungsgebet des alten Erntedankritus eingefügt.

Erinnerung


Die Erinnerung, in der sich der opfernde Gläubige in die Zeit "damals" versetzt, ist Kern und Wesensmerkmal des Glaubensbekenntnisses. Dabei werden geschichtliche Daten aufgezählt und auch mit einer entsprechenden Deutung verbunden.
Die Erinnerung an frühere Notsituationen (heimatlos, unterdrückt) wird dem jetzigen Wohlstand gegenübergestellt. Die Wende erwirkte - entsprechend der Deutung - das hilfreiche Eingreifen Gottes.
Diese Erinnerung gibt einerseits dem (Ernte-)Dank seinen besonderen Inhalt, andererseits verweist sie auf menschliche Grunderfahrungen. Bei näherem Hinsehen illustrieren die genannten geschichtlichen Daten bestimmte Grunderfahrungen des Menschen.
So ist die Erinnerung nicht eine auferlegte Dankesschuld sondern bringt die Wertschätzung des eigenen Lebens zum Ausdruck, macht bewusst, wo es sich herleitet und wo es hinführt, und gibt Hoffnung für die Zukunft.

Herkunft von Nomaden


Im Unterschied zu den anderen altorientalischen Völkern bildet dieser heimatlos aramäische Stammvater (gemeint ist Jakob, der auf der Suche nach Nahrung in Ägypten landet) den Anfang der Volksgeschichte. Es ist kein urzeitlicher Held oder gar Halbgott wie bei den anderen Völkern.

Verheißung


Gerade bei einer solchen ungesicherten Existenz setzt Jahwes erwählende Liebe ein. An der kleinen Ahnensippe, die in Ägypten zu "einem großen, mächtigen und zahlreichen Volk" wird, erfüllen sich die wunderbaren Fruchtbarkeitsverheißungen Gottes an die Väter (Abraham).

Fremd sein


Das Leben als Fremder repräsentiert eine Erfahrung, die später ganz Israel gemacht hat. Es wird zu einer Aufgabe allen "Fremden in den eigenen Mauern" gegenüber, wie es öfter im Alten Testament betont wird.

Errettung aus der Not


Das Schreien, das Gott mit aller Emotionalität auf die Notsituation aufmerksam macht, ist wesentlicher Bestandteil der Erlösung. Die Gliederungsfolge "Not - Hilferuf - Erhörung - Hilfe" gehört zu den ältesten und grundlegenden religiösen Erfahrungen.

Mit starker Hand


Der Doppelausdruck "mit starker Hand und hocherhobenem Arm" macht darauf aufmerksam, dass die Befreiung des versklavten Israel nicht durch Loskauf, sonder durch berechtigte gewaltsame Einforderung geschah. "Unter großem Schrecken" deutet auf den göttlichen Hintergrund aller Ereignisse hin. Diese geschahen sozusagen vor aller Augen und sind erwiesenermaßen Gottes Werk, was der Ausdruck "unter Zeichen und Wundern" bedeuten mag.

Land


Die Errettung durch Jahwe umfasst die Heraus Führung und die Hineinführung. Das Land, das sie bewohnen dürfen, bedeutet Leben. Es ist ein Leben in Fülle, das wiederum im Erntedank zum Ausdruck kommt.
Im abschließenden Darbringungsgebet wird Gott gebeten, auf die Gaben zu schauen. Er soll sich gleichsam an seine "starke Hand" erinnern und sie erneut zeigen.
Der Opfernde soll sich vor Jahwe niederwerfen, um ihn als den einzigen zu ehren und gleichzeitig erneut seinen Segen zu empfangen.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern


Die Kinder sollen schon vor dem Gottesdienst angeregt werden, Andenken (Erinnerungsstücke) zum Gottesdienst mitzunehmen; Gegenstände, die sie an aufregende Erlebnisse erinnern, an Geschehnisse, die gut vorübergegangen sind.

Weiteres soll für den Gottesdienst vorbereitet werden:
Zettel (Format A5), Buntstifte oder wenigstens Bleistifte

Einleitung


Der/die Gottesdienstleiter/in lädt nach der Begrüßung die Kinder ein, das Zelt anzuschauen, das im Kirchenraum steht und fordert sie auf zu sagen, was ihnen zum Zelt einfällt:
Wir haben ein Zelt bei uns in der Kirche aufgestellt, das uns die ganze Fastenzeit begleiten wird. Wir werden es an den einzelnen Sonntagen auch noch schmücken. Zuerst aber: was fällt euch ein, wenn ihr so ein Zelt seht? Habt ihr schon einmal in einem Zelt übernachtet?
(Die Kinder können einzelne Erlebnisse kurz erzählen)
Neben den verschiedenen Erinnerungen, die ihr jetzt erzählt habt, soll uns das Zelt auch an das Volk Israel erinnern helfen, die eine lange Zeit von einem Lagerplatz zum anderen gezogen sind und dabei immer in Zelten gewohnt haben. Sie haben dabei viel Interessantes erlebt, das zum Teil in der Bibel aufgeschrieben wurde. Das Zelt wurde für sie auch zu einem Erinnerungsstück ihres Glaubens, da sie erlebten, dass ihr Gott sie begleitete und ihnen in der gefährlichen Wüste begleitete und ihnen beistand. So kam es auch zum Ausdruck "das Zelt Gottes unter den Menschen", und das bedeutete, dass Gott unter den Menschen wohnt. Das glauben wir ja auch, wenn wir uns zum Gottesdienst versammeln, dass Gott bei uns ist.

Kyrie


Begrüßen wir jetzt den menschgewordenen Gott Jesus Christus im Lied "Herr erbarme dich unser".

Zur Lesung


Der/die Gottesdienstleiter/in:
Als die Israeliten in das "Gelobte Land" kamen, brauchten sie keine Zelte mehr, sie bauten sich feste Häuser. Dennoch erinnerten sie sich immer wieder an die Zeit der Wanderung, so etwa besonders beim Erntedankfest, wie wir es jetzt in der Lesung hören werden.

Verkündigung


Wir haben gehört, dass das Volk Israel die Erinnerung an bestimmte Ereignisse feierlich wiederholt haben, um nicht auf Gott zu vergessen, der sie immer begleitet hat und der ihnen auch jetzt nahe ist. Jeder von uns hat solche Erfahrungen, die er gerne erzählt, wo etwas sehr Aufregendes gut ausgegangen ist. Manch einer hat dazu ein Erinnerungsstück oder Andenken.

Der/die Gottesdienstleiter/in nimmt selber ein Andenken mit und zeigt es jetzt vor und erzählt kurz die Geschichte dazu:

  • Zum Beispiel ein Stock, dieser Stock erinnert mich an eine Wallfahrt, die ich mitgemacht habe; zu Fuß natürlich. Mir ist es bald nach dem Aufbruch schlecht gegangen, mein linkes Knie hat mich furchtbar geschmerzt. Ich dachte, ich muss aufgeben. Einer hat mir dann aber diesen festen Stock abgeschnitten, auf den ich mich dann gestützt habe und so konnte ich mit allen anderen das gemeinsame Ziel doch noch erreichen.
  • Oder: Ein Foto von einem Ferienlager
  • Oder: Ein alter Kerzenstummel, der an eine traurige Zeit, aber auch einen guten Freund erinnert, der mir damals diese Kerze geschenkt hat.


Wer von euch hat ein Andenken mitgenommen? Wer möchte auch so eine Erinnerung erzählen?

Während des Glaubensbekenntnisses und/oder der Gabenbereitung können die Kinder ihre Andenken oder die damit verbundenen Erinnerungen auf eines der vorbereiteten Blätter zeichnen.

Präfation


Zu Beginn des großen Dankgebetes (Hochgebet) können die Zeichnungen hergezeigt werden und noch einmal mit einem Satz kommentiert werden, so dass sie wie beim Erntedankfest der Israeliten in das Dankgebet eingeflochten werden.

Der/die Gottesdienstleiter/in:
Gott wir danken dir. Wenn wir nachdenken, fällt uns vieles ein, was wir erlebt haben und worüber wir froh sind, dass es gut ausgegangen ist. Das möchten wir dir als unseren Dank sagen.
Jetzt können die Kinder ihre Bilder zeigen und noch einen Satz dazu sagen. Dann können die Blätter auf eine Zellwand geklebt werden.
Gott für all das, was wir erleben konnten, danken wir dir und für noch vieles andere.
Wir danken dir für Jesus, der als Mensch unter uns gelebt hat.
Wir preisen dich mit allen Mächten im Himmel und auf der Erde und singen dein Loblied: (Heiligenlied)

Publikation: Effata

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Jahreskreis: Fastenzeit

Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 1. Fastensonntag

Schlagwörter: Gottesdienst, Fastenzeit

 

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