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Achtung vor dem Feind

Messmodelle

Hintergrund

Kinder stehen manchmal in Auseinandersetzung mit anderen, die sie oft als sehr belastend und tief empfinden. Ihre Konfliktgegner sind oft Gleichaltrige, aber auch oft genug Erwachsene. Sehr oft klagen Kinder, vor allem, wenn sie sich als Unterlegene oder Schwächere fühlen über mangelnde Fairness. Der Stärkere denkt gar nicht daran fair zu sein, jedes Mittel ist recht, seinen Willen durchzusetzen. Beim anderen bleibt dann oft nur Wut und Ohnmacht. Von David können wir heute lernen, daß es klug ist, nicht jedes Mittel einzusetzen.

Material

  • zwei Plakate
  • Stifte
  • Zettel

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Kyrie
  • vor der Lesung
  • nach der Lesung
  • Friedensgruß

 

Bibelstellen

1. Lesung: 1 Sam 26, 2.7-9.12-13.22-23

In jenen Tagen machte sich Saul mit dreitausend Mann, ausgesuchten Kriegern aus Israel auf den Weg und zog in die Wüste von Sif hinab, um dort nach David zu suchen. David und Abischai kamen in der Nacht zu den Leuten Sauls und fanden Saul mitten im Lager schlafen; sein Speer steckte neben seinem Kopf in der Erde, und rings um ihn schliefen Abner und seine Leute. Da sagte Abischai zu David: Heute hat Gott deinen Feind in deine Hand gegeben. Jetzt werde ich ihn mit einem einzigen Speerstoß auf den Boden spießen, einen zweiten brauche ich nicht dafür. David erwiderte Abischai: Bring ihn nicht um! Denn wer hat je seine Hand gegen den Gesalbten des Herrn erhoben und ist ungestraft geblieben?
David nahm den Speer und den Wasserkrug, die neben Sauls Kopf waren, und sie gingen weg. Niemand sah und niemand bemerkte etwas, und keiner wachte auf; alle schliefen, denn der Herr hatte sie in einen tiefen Schlaf fallen lassen. David ging auf die andere Seite des Tales hinüber und stellte sich in größerer Entfernung auf den Gipfel des Berges, so dass ein weiter Zwischenraum zwischen ihnen war.
David sagte: Seht her, hier ist der Speer des Königs. Einer von den jungen Männern soll herüberkommen und ihn holen. Der Herr wird jedem seine Gerechtigkeit und Treue vergelten. Obwohl dich der Herr heute in meine Hand gegeben hatte, wollte ich meine Hand nicht an den Gesalbten des Herrn legen.

Evangelium: Lk 6, 27-38

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern; Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln.
Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halte auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd. Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück.
Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen. Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden.
Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder. Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen.
Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.
Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!
Richtet nicht, dann werdet ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.
Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

Hintergrund 2. Lesung:

Saul und David


Die heutige Lesung aus dem 1. Samuel Buch schildert einen Teil der höchst dramatischen Auseinandersetzung zwischen Saul und David. Das Buch ist nach Samuel benannt, den Propheten, der Saul - aber auch David - zum König von Israel gesalbt hat.
Saul ist also der erste König Israels. Gott selber hat ihn auf Bitte des Volkes zum König berufen, obwohl eigentlich geplant war, dass Israel gar keinen König braucht, denn Gott selber ist der eigentliche König. Nach anfänglichen, recht großen Erfolgen verliert Saul aber die Gunst Gottes, er taugt in seinen Augen nicht mehr zum König. Daher wird Samuel beauftragt, einen Nachfolger zum König zu salben. Gott hat sich dazu David aus Betlehem ausgesucht. Samuel salbt also David zum neuen König, obwohl Saul noch am Leben und an der Macht ist. Saul weiß gar nichts davon und David ist Saul gegenüber absolut loyal.

Salbung als Amtseinführung


Salben war die damals übliche Methode, einen Menschen zu einem bestimmten Amt zu ernennen. Dabei wurde Öl, meist Olivenöl, von einem "heiligen Mann" über das Haupt des Erwählten gegossen. Das galt damals als Auszeichnung und als Amtseinführung. Das Wort Christus bedeutet auch auf Griechisch, wie Messias auf Hebräisch "Gesalbter". Auch Jesus ist Gesalbter des Herrn. In der Taufe werden auch wir gesalbt, werden wir Christus ähnlich gemacht, auch wir Gesalbte des Herrn.
Gesalbter zu sein, heißt aber nicht nur, dass man von Gott einen bestimmten Auftrag bekommt, Gesalbter zu sein, bedeutet auch, dass Gott zu einem steht.

Davids Aufstieg


Mit dem Sieg Davids über Goliath beginnt seine Karriere. Er wird vom Unterhalter zum Speerträger des Königs und zum Schildknappen des Feldherrn und ist an Tüchtigkeit Saul weit überlegen. Auch die Leute bewundern David immer weit überlegen. Auch die Leute bewundern David immer mehr, mehr als Saul. Aber Saul ist psychisch krank. Er leidet an Depressionen und Verfolgungswahn. Auf der einen Seite braucht er den tüchtigen Feldherrn David, auf der anderen Seite ist er auf dessen Ruhm und Erfolg wahnsinnig eifersüchtig. David wird zu einer ständigen Bedrohung für ihn, glaubt Saul. Und so setzt er alles daran, seinen Widersacher aus dem Weg zu räumen. Es setzt eine wilde Verfolgungsjagd ein. Doch Gott ist auf Seite Davids. Die heutige Lesung ist eine Szene aus dieser wilden Verfolgungsjagd.

"Die" Chance


Als Saul in seinem Nachtlager schläft, dringen David und seine noch verbliebenen Gefolgsleute in sein Lager ein. Dort ergibt sich für David, nicht zum einzigen Mal, die scheinbare Chance seines Lebens. Saul liegt tief schlafend vor ihm. Neben seinem Kopf steckt im Boden sein Speer. David braucht nur zuzugreifen und Saul den Speer durch den Schädel rammen, dann hätte er ein für allemal Ruhe und er könnte sogar den Thron besteigen. Er wäre endlich am Ziel. Es scheint alles so einfach. Sein Begleiter Abischai macht ihm noch Mut dazu: "Der Herr hat ihn in deine Hand gegeben". Er versucht David davon zu überzeugen, dass das ein Fingerzeig Gottes ist, dass Gott will, dass er Saul endlich umbringt. So leicht wird es wohl nicht mehr gehen, wenn er diese Chance nicht nützt.
Auch für David ist es ein Zeichen Gottes, er versteht es aber in eine andere Richtung als Abischai.

David ist loyal


David ist fest davon überzeugt, dass ein Gesalbter des Herrn gesalbt ist und bleibt. Er, David, darf ihm nichts zuleide tun, er würde somit Gott selber etwas antun und das kommt einfach gar nicht in Frage. David ist absolut loyal. Er nützt aber trotzdem die Chance, die Gott ihm bietet, aber auf seine ganz eigene Weise.

Eine Warnung


Er nimmt Sauls Speer und seinen Wasserkrug heimlich mit. Diese zwei Gegenstände sind gerade in der Steppe, in der sie sich aufhalten, besonders wichtig. Ohne Speer kann Saul nicht kämpfen, ohne Wasserkrug muss er verdursten. David nimmt also Sauls Lebensinhalt und Lebensgrundlage weg. Der eine Satz "... Der Herr hatte sie in einen tiefen Schlaf fallen lassen" zeigt, wie sehr Gott auf Davids Seite ist.
David zieht sich also mit Sauls Speer und Wasserkrug wieder in sein Versteck zurück. Saul wurde kein Haar gekrümmt, er hat tief und fest geschlafen und überhaupt nichts mitbekommen.

David ist fair


Am nächsten Tag wendet sich David, allerdings aus großem Sicherheitsabstand, an Saul. Er zeigt ihm seinen Speer und seinen Wasserkrug und will ihn damit davon überzeugen, dass er sich von David nicht bedroht zu fühlen braucht. Er hätte ihn in der Nacht umbringen können, hat es aber nicht getan, weil er sich an einem Gesalbten des Herrn nicht vergreifen will. David bietet Saul sogar die Rückgabe von Speer und Wasserkrug an. Er will ihm nichts zuleide tun, Saul soll aber doch einsehen, dass es ungerecht und unfair ist, David zu verfolgen.
David versucht also mit fairen Methoden Saul von seiner unfairen und ungerechten Verfolgungsjagd abzubringen.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Kyrie


Herr Jesus, du magst alle Menschen gleich gern und hältst zu jedem von uns. Herr, erbarme dich unser.

Herr Jesus, du bist stark und mächtig, doch du behandelst uns liebevoll. Christus, erbarme dich unser.

Herr Jesus, du überforderst keinen von uns mit dem Angebot, deine Freunde sein zu dürfen. Herr, erbarme dich unser.

Vor der Lesung


In der Lesung werden wir jetzt gleich hören, wie David eine sehr große Chance, seine großen Schwierigkeiten ein für allemal zu beenden, scheinbar nicht nützt. Aber es gibt für David wichtigeres, als seinen Fein Saul, der ihn sinnlos verfolgt, umzubringen. Saul ist der von Gott eingesetzte und gesalbte König. Deshalb wagt es David nicht, ihm auch nur ein Haar zu krümmen.

Nach der Lesung


Nach der Lesung werden zwei Plakate aufgehängt:
Die Kinder werden gebeten, kurz zu schildern wo sie das Gefühl haben, mit unfairen Methoden konfrontiert zu werden. Nicht nur von Erwachsenen, sondern auch von anderen Kindern. Ein Helfer kann diese Szenen stichwortartig auf das Plakat schreiben. Als Überschrift auf dieses erste Plakat könnte man schreiben: "DAS IST UNFAIR":

Als zweiten Schritt können alle gemeinsam überlegen, mit welchen Mitteln man sich dagegen wehren kann. Die einzelnen Ideen werden auf Zetteln geschrieben. Diese Zettel werden dann auf das zweite Plakat geklebt und zwar nach zwei Gesichtspunkten geordnet:
Das ist FAIR Das ist UNFAIR

Nachher wird wieder auf das Beispiel Davids aus der Lesung verwiesen. Er hat doch die fairen Mittel bevorzugt. Warum? Es wäre gut, gemeinsam zu erarbeiten, dass die unfairen Mittel zwar oft im ersten Augenblick wirksamer erscheinen und die persönliche Aggression besser abgebaut werden können, aber auf lange Sicht gesehen erzeugen die unfairen Mittel oft nur wieder unfaire Gegenmittel, was oft nur eine Verschlimmerung der Situation zur Folge hat.
David hatte Achtung vor seinem Feind, weil er gewusst hat, dass auch sein Feind ein Gesalbter des Herrn ist. Er hat auch die Würde seines Gegners geachtet.
Schließlich sind wir alle Gesalbte des Herrn, sind wir alle von Gott gleich geliebt und beachtet. Wir müssen zwar einander nicht täglich drei Mal um den Hals fallen, aber unfaire Mittel anzuwenden, ist das wirklich unsere Sache?
Sich mit fairen Mitteln zu wehren, wie David das z.B. getan hat, ist schon eine ganz andere Sache.

Zum Friedensgruß


Beim Friedensgruß kann das noch einmal aufgegriffen werden. Zum Friedensgruß kann das folgende Lied gesungen werden (mit den dazu passenden Bewegungen, wenn das die Kinder gern tun möchten)

Von Mensch zu Mensch eine Brücke bauen
(Hände auf die Schultern des Gegenübers)
dem andern in die Augen schauen
(das ganz einfach tun)
in jedem Menschen Jesus sehn
(eine kleine Verneigung vor dem anderen machen)
und nicht an ihm vorübergehen
(einander die Hände geben)

Publikation: Effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 7. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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