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Nichts ohne Liebe

Messmodelle

Hintergrund

Die Lesung vom "Hohen Lied der Liebe" im Korintherbrief ist sehr bekannt. Für Kinder ist Liebe an sich kein Problem, sie denken darüber nicht extra nach. Dennoch ist gerade die Gegenüberstellung von Charismen und Liebe, die Paulus wahrscheinlich auf Grund einer konkreten Notwendigkeit im Gemeindeleben von Korinth macht, von entscheidender Bedeutung. Die Spannung, die dabei aufgezeigt wird, können auch Kinder erleben. Paulus stellt für eine gute Gemeinde die Liebe über alle anderen wichtigen und frommen Tugenden und Fähigkeiten. Freilich ist das nicht nur ein Verzicht zugunsten des jeweils Übergeordneten, sozusagen "Frieden um jeden Preis". Liebe, so stellt Paulus dar, einst eine überaus anspruchsvolle und höchst aktive Fähigkeit.
Kinder haben durchaus eine Sensibilität dafür, gleichzeitig soll diese Tugend auch gefördert werden.

Material

  • Flöte
  • ein Paar Kinderschuhe
  • Geschichte "Die beiden Heuhüpfer"

Aufbau

Beim Gottesdienst mit Kindern wird vorgeschlagen von der Lesung nur einen Teil zu nehmen (1 Kor 13, 1-8a) und das in zwei Abschnitten.

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Enleitung
  • Kyrie
  • vor der Lesung
  • Lesung, 1. Teil
  • Lesung, 2. Teil
  • Antwortlied
  • Verkündigung
  • Fürbitten

 

Bibelstellen

2. Lesung: 1 Kor 12, 31 - 13,13

Brüder und Schwestern! Strebt nach den höheren Gnadengaben! Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt: Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnisse hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.
Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts.
Die Liebe ist langmütig; die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, läßt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende. Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht. Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden; wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk.
Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, lege ich ab, was Kind an mir war.
Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.
Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

Evangelium: Lk 4, 21-30

In jener Zeit begann Jesus in der Synagoge in Nazaret darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt. Seine Rede fand bei allen Beifall; sie staunten darüber, wie begnadet er redete, und sagten: Ist das nicht der Sohn Josefs?
Da entgegnete er ihnen: Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: Arzt, heile dich selbst! Wenn du in Karfanaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat!
Und er setzte hinzu: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt.
Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon. Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman.
Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen. Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.

Hintergrund 2. Lesung:

Charismen und Liebe


Das "Hohelied der Liebe" - wie der Lesungstext genannt wird - steht in der Briefkomposition zwischen Kapitel 12 und 14, in denen es um die vielfältigen Begabungen und Dienst (Charismen) in der Christengemeinde sowie um den rechten Gebrauch dieser geht.
Dieser inhaltliche Zusammenhang ist auch in anderen Stellen beschrieben, etwa 1 Kor 8,1-3 ("Ich weiß natürlich, dass wir alle die wahre Gotteserkenntnis haben. Aber das Wissen macht eingebildet; nur die Liebe baut die Gemeinde auf.")

das "Hohelied"


Literarisch handelt es sich bei diesem Text nicht um ein Lied; vielmehr liegt eine geschliffene pointierte Prosa vor. Eine ähnliche "katalogartige" Form des Lobpreises gibt es im Alten Testament für die Weisheit Gottes. In Weih 7,22ff wir mit 21 Prädikaten diese "Weisheit" beschrieben. Jedoch ist das "Hohelied der Liebe" vielfältiger gestaltet. Es gliedert sich in drei Teile, wobei der erste (VI-3) und letzte Abschnitt (V8-13) unverkennbar von der thematischen Auseinandersetzung des Kontextes um die "Gnadengaben" bestimmt sind, während das ganz ruhig gehaltene Mittelstück davon völlig frei ist.

Maßstab


Paulus gibt den Korinthern den Rat, sich um Fähigkeiten zu bemühen, die für die Gemeinde notwendig sind. Aber über allem steht die eine Begabung: lieben zu können. Im ersten Abschnitt werden verschiedene Geistesbegabungen aufgezählt und der Liebe gegenübergestellt. Refrain artig wird diese als Maßstab über alles gelegt: "Und hätte die Liebe nicht...."
Mag sein, dass bestimmte traditionelle Vorstellungen von Frömmigkeit dabei Pate gestanden haben. So wird etwa in der zeitgenössischen Missionsschrift "Testament Ijobs" Ijob als Urbild eines Frommen dargestellt. Seine Töchter hatten die Gabe der Zungenrede ("Sprache der Engel"); Ijob kannte "Geheimnisse" und besaß "Erkenntnis", er hat einen Teil seines Besitzes verkauft und den Erlös den Armen gegeben, und seinen Leib überließ er dem Satan, der ihn einem "verbrannten Brot" gleichmachen wollte.
Möglicherweise war aber bloß der Eifer in der korinthischen Gemeinde und das, was dabei geschätzt war, der Anlass für die Gegenüberstellung.

Liebe


Im zweiten Teil ist die Liebe handelndes Subjekt, sie ist weder bloß Gefühl, noch ein moralischer Appell.
Die Liebe wird in einem übermenschlichen Maß beschrieben, wie sie aber der Sehnsucht des Menschen entspricht. Wir können diese Liebe in der Zuwendung Gottes erkennen; deswegen liegt es nahe, dass hier von Gottes Liebe gesprochen wird.

Vollendung


"Die Liebe hört niemals auf"; alles wird vergehen. In diesem Zusammenhang werden im dritten Teil nochmals einige wichtige Geistesbegabungen aufgezählt und relativiert. Alles wird dabei auf das Ende, auf die Vollendung hin bezogen. Dann wird alles Unvollkommene durch das Vollkommene aufgelöst. Paulus stellt es am Beispiel des Erwachsenwerdens dar: "Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war." Den gleichen Sachverhalt stellt er im Vergleich mit dem Blick in den Spiegel dar; ".... Dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht".

Weg


Abschließend werden für diesen Weg die christlichen Tugenden als Prinzipien angegeben. Durch die Letztreihung wird die Liebe noch einmal herausgehoben und auch zusätzlich als größte bezeichnet. Die Liebe ist Grundlage, Maßgabe und Endziel der christlichen Gemeinde.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Einleitung


Material: Eine Flöte und ein Paar Kinderturnschuhe. Der/die Gottesdienstleiter/in zeigt die beiden Gegenstände her und sagt:
Eine Flöte und ein Paar Turnschuhe werden uns im heutigen Gottesdienst begleiten. Sie sollen uns helfen, etwas ganz Wichtiges für unser Leben zu bedenken und einen der wichtigsten Sätze der Bibel zu verstehen. Was kann man alles mit diesen Gegenständen machen?
(Kinder können einiges sagen)
Viel Schönes können wir mit diesen Sachen machen. Mag sein, dass es uns nicht immer so gelingt. Wir wollen jetzt Jesus begrüßen, der unsere Fähigkeiten und Absichten kennt.

Kyrie


kann von mehreren Kindern gelesen werden.

Jesus, du hast unter uns Menschen gelebt und uns Gottes Liebe gezeigt. Herr, erbarme dich unser.

Jesus, du warst mit deinen Jüngern beisammen und hast sie gelehrt, als Freunde zu leben. Christus, erbarme dich unser
.
Jesus, du hast gesagt: "Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben." Herr, erbarme dich unser.

Vor der Lesung


Gottesdienstleiter/in nimmt wieder die Flöte und die Turnschuhe:
Ich muss euch jetzt zwei besondere Geschichten zu diesen Sachen erzählen. Diese Flöte gehört Ewald. Er spielt sehr gerne Flöte, er hat schon öfter bei einem Konzert mitgespielt und ist dabei auch schon allein aufgetreten. Einige seiner Freunde sind bei solchen Auftritten immer dabei. Sie haben ihm auch zugeredet, die Flöte in die Schule mitzunehmen und in der Klasse was vorzuspielen. Da haben dann einige Mitschüler gesagt: der will sich bei der Lehrerin und vor den anderen Schülern hervortun. Und er hatte schnell den Ruf, er sei ein Angeber.

Diese Turnschuhe sind von der Vroni. Sie ist die beste Turnerin in der Klasse, das wissen alle. Seit es ein Mädchenfußballteam gibt, ist sie natürlich auch dort dabei. Sie wird von ihren Teamkolleginnen sehr verehrt.

Aber das bringt für einige in der Klasse - nicht nur Buben - das Fass zum Überlaufen. Sie sagen: sie will sich überall in den Mittelpunkt stellen und verehrt werden.
Wenn wir diese Gegenstände in diesen Geschichten anschauen, merken wir, es ist gar nicht so einfach, wenn man etwas gut kann, mit anderen auch gut auszukommen. Diese Probleme tauchen immer wieder auf, wir könnten uns wahrscheinlich jetzt gleich ein paar ähnliche Geschichten, die einige von euch erlebt haben, erzählen. Ich möchte euch aber in der Phantasie in die Christengemeinde von Korinth führen, die zur Zeit des Apostels Paulus anscheinend ähnliche Sorgen hatte. Paulus schreibt ihnen. Die heutige Lesung ist ein Stück dieses Briefes. Hören wir, was Paulus schreibt.

Lesung, 1. Teil


1 Kor 13, 1-3, nur dieses Stück vorlesen.
Gottesdienstleiter/in:
Hier halten wir inne. Wir haben also gehört, worauf es Paulus ankommt. Vielleicht kann es jemand in einem Satz wiederholen. (Kinder sollen die Möglichkeit haben, eigene Formulierungen zu verwenden.)
Und nun, was würden wir dem Ewald oder der Vroni raten? Was sollen sie oder ihre Freunde tun? (Die Kinder können verschiedene Vorschläge machen: Ewald soll nicht mehr in der Schule spielen; es soll eine Klassenkonferenz gemacht werden, wo die Probleme ausdiskutiert werden; es soll jemand mit den Neidern reden; .....)
Es ist gar nicht so leicht, den richtigen Weg in so einer verzwickten Lage zu finden. Wir müssten verschiedene Vorschläge wohl noch genauer überlegen und dann halt ausprobieren.
Jedenfalls sollen wir uns merken: Ohne dass wir einander gern haben, wird nichts gut.
Jetzt passt aber noch das dazu, was Paulus in seinem Brief weiterschreibt.

Lesung, 2. Teil


1 Kor 13, 4-8a
ANTWORTLIED
Als Antwortlied kann gesungen werden: "Gottes Liebe ist so wunderbar" oder "Gottes Liebe ist wie die Sonne"

Verkündigung


Zur Verkündigung kann gegebenenfalls auch die Geschichte "Die beiden Heuhüpfer" erzählt werden. Sie stammt von Ursula Wölfl.

Die beiden Heuhüpfer
Einmal haben zwei Heuhüpfer sich gezankt. Der eine hat gesagt: "Ich bin der beste Heuhüpfer! Ich kann viel höher hüpfen als du." Und er ist auf den hohen Baum gehüpft. Der andere hat gesagt: "Nein!. Ich bin der beste Heuhüpfer! Ich kann viel weiter hüpfen als du." Und er ist mit einem riesigen Sprung über die ganze Wiese gehüpft. Der Heuhüpfer auf dem Baum hat geschrien: "Sieh mich! Sieh mich! Wie hoch ich hüpfen kann." Und der Heuhüpfer in der Wiese hat geschrien: "Sieh mich! Sieh mich! Wie weit ich hüpfen kann. "Aber keiner hat den anderen gesehen und keiner hat den anderen gehört. Der eine hat viel zu hoch oben im Baum gesessen. Den ganzen Tag haben sie geschrien und geschrien, und das war sehr langweilig. Am Abend ist der eine endlich wieder vom Baum gehüpft, und der andere ist endlich wieder über die Wiese zurückgehüpft. Der eine hat gesagt: "Du bist der beste Weithüpfer!" Und der andere hat gesagt: "Du bist der beste Heuhüpfer!" Und sie waren wieder Freunde.

Fürbitten


Jesus Christus, du bist ein Meister der Liebe. Wir bitten dich:

  • Für die Menschen, die Krieg führen, dass sie bald auf die Waffen verzichten und gut miteinander reden können.
  • Für die Künstler und Wissenschaftler, dass sie ihr Können zum Wohl aller Menschen einsetzen.
  • Für unsere Gemeinde, dass wir, Kleine und Große, Wohlhabende und Ärmere, gut aufeinander achten und immer wieder eine schöne Gemeinschaft erleben.
  • Für unsere Familien, dass jede und jeder die eigenen Fähigkeiten entfalten können und füreinander gebrauchen.


Herr Jesus Christus, weil wir nicht immer genug lieben, so dass alle zu ihrem Recht kommen, bitten wir dich um deine Hilfe. Du bist ja zu uns gekommen, damit wir Gottes Liebe erkennen und üben. Sei so mit uns jetzt und immer.
Amen.

Publikation: Effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 4. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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