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Was wir schenken

Messmodelle

Hintergrund

Die Lesung zum heutigen Adventsonntag bringt eines ganz deutlich zum Ausdruck: Es geht nicht um formelle Opfer, sondern um die Haltung, die zu den jeweiligen Taten motiviert.
Es geht eben nicht darum, einer Form Genüge zu tun, sondern "um der anderen willen" zu tun, was not-wendig oder sinnvoll ist.
Ein naheliegender Bereich, wo es genau um diese Fragen, um diese eben genannte Grundhaltung geht, ist das Schenken zu Weihnachten. Keine "opferverdächtige Pflichtgeschenke"; sondern schenken, wen man gerne beschenkt und was man gerne schenkt.

Material

  • Puppe Advenia
  • Brief
  • Plakat, das wie ein Geschenk eingepackt ist
  • Schreibzeug
  • Geschenkanhänger

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Beginn
  • Kyrie
  • Vor der Lesung
  • Nach der Lesung
  • Fürbitten

 

Bibelstellen

2. Lesung: Hebr 10, 5-10

Brüder und Schwestern! Bei seinem Eintritt in die Welt spricht Christus:
Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert, doch einen Leib hast du mir geschaffen; an Brand- und Sünde opfern hast du kein Gefallen. Da sagte ich: Ja, ich komme - so steht es über mich in der Schriftrolle -, um deinen Willen, Gott, zu tun.
Zunächst sagt er: Schlacht- und Speiseopfer, Brand- und Sünde Opfer forderst du nicht, du hast daran kein Gefallen, obgleich sie doch nach dem Gesetz dargebracht werden; dann aber hat er gesagt: Ja, ich komme, um deinen Willen zu tun.
So hebt Christus das erste auf, um das zweite in Kraft zu setzen. Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Opfergabe des Leibes Jesu Christi ein für allemal geheiligt.

Evangelium: Lk 1, 39-45

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.
Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

Hintergrund 2. Lesung:

Hebräerbrief


Der Hebräerbrief ist noch immer eines der ungelösten Rätsel des Neuen Testamentes, wenngleich sich auch einige Schleier zu heben beginnen: Der Brief ist eine Mahn rede, sozusagen eine "Predigt in schriftlicher Form", in der vor allem versucht wird, mit Hilfe alter, theologischer Ausdrücke neue Inhalte auszudrücken. So verwendet der Hebräerbrief viele Ausdrücke aus dem jüdischen Tempelkult, deutet diese aber im Zusammenhang mit Christus um, aktualisiert und kritisiert sozusagen zugleich. Christus ist die "Brille", durch die der Verfasser des Hebräerbriefes alles sieht und allem neue Perspektiven abgewinnt. Auch die heutige Lesung ist ein Beispiel dafür.

Opfern ist wirkungslos


Um den heutigen Lesungstext richtig verstehen zu können, muss man den Zusammenhang kennen, in den er gestellt ist. In den Versen Hebr 10, 1-4 wird beschrieben, dass der alte Opferkult am jüdischen Tempel wirkungslos ist, denn - so argumentiert der Verfasser - "hätte man nicht aufgehört zu opfern, wenn die Opfernden ein für allemal gereinigt und sich keiner Sünde mehr bewusst gewesen wären?" (V2) Aus der Tatsache, dass die Opfer im Tempel immer wieder durchgeführt werden, wird also geschlossen, dass sie eigentlich wirkungslos, ihren eigentlichen Zweck verfehlend sind.

Gott fordert nicht Opfer


Beweis für diese Annahme bringt der Verfasser des Hebräerbriefes nun einen Schriftbeweis. Er zitiert Psalm 40, 7-9: "Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert,..... an Brand- und Sünde opfern hast du kein Gefallen. Da sagte ich: Ja, ich komme - so steht es über mich in der Schriftrolle -, um deinen Willen, Gott, zu tun."
Diese Art der Schriftbeweise scheinen uns heute öfters etwas seltsam und willkürlich gewählt zu sein, doch befand sich der Verfasser des Hebräerbriefes damit erstens in bester, rabbinischer Tradition und zweitens ganz auf der Höhe der damaligen theologischen wissenschaftlichen Praxis. Der Psalm - in der Tradition der prophetischen Kulturkritik stehend - ist das Gebet eines Frommen, der seinen Dank nicht durch die kultischen Opfer, sondern durch ein Leben entsprechend der Schrift und den Geboten abstatten will.

Er ist selbst das Opfer


Wie schon oben erwähnt, ist Christus die "Brille", durch die der Verfasser des Hebräerbriefes alles, auch das eben verwendete Psalmzitat, sieht.
Das Anliegen, das mit der Praxis des Opfers verbunden war - nämlich die "Heiligung Israels und die Eröffnung des Zuganges zu Gott" (d.h. es den Menschen zu ermöglichen, ganz heil an Leib und Seele zu werden und zu Gott zu kommen) - ist keineswegs vorbei und erledigt. Im Gegenteil: Erst Christus ermöglicht alles.
Was also durch die bisherigen Opfer am Tempel nicht gelungen ist, das wird durch das "Opfer Christi" erreicht.
Um zu verdeutlichen, was Christus bedeutet und für uns getan hat, verwendet der Verfasser alte, (Kult-)theologische Ausdrücke und bezeichnet das Christusgeschehen, das eigentlich nicht in Worte zu fassen ist, mit ähnlichen Ausdrücken, um so ein analoges Verständnis zu ermöglichen. Die alten Begriffe wie z.B. "Opfer" sind aber eigentlich nichts anders als "Hilfskonstruktionen", um einigermaßen verständlich machen zu können, was und wer Christus eigentlich ist.

Die Absicht des Verfassers


Indem der Verfasser des Hebräerbriefes das, was Christus getan hat, als den "einzig wahren Kult beschreibt" (das legt er durch die verwendeten Worte und Begriffe nahe), bringt er aber noch etwas Weiteres, Wichtiges zum Ausdruck. Indem die Menschen am Tempel den Opferkult den jeweiligen Vorschriften entsprechend ausübten, konnten sie sich leicht in einer gewissen Sicherheit wiegen. Etwas pointiert formuliert: Man gibt dem Gott das Seinige, und dieser hat dann gefälligst für die, die ihm opferten zu sorgen.
Das ist mit dem "Opfer Christi" (s.o.) vorbei. Es kommt nicht auf die "Brand- und Sünde Opfer" an, sondern auf etwas anderes. Ja, ich komme .... Um deinen Willen, Gott, zu tun." (V7)

Elemente für eien Gottesdienst mit Kindern

Zu Beginn


Heute hat Advenia einen Brief von ihrer Freundin Hanni bekommen. Dieser Brief wird am Anfang des Gottesdienstes vorgelesen.

Liebe Advenia!
Bald ist Weihnachten. Ich freue mich schon sehr darauf. Etwas ist aber immer sehr anstrengend vor Weihnachten. Ich tu mir so schwer mit dem Geschenk aussuchen. Mir fallen so wenige Dinge ein, die ich anderen schenken könnte und die ihnen auch Freude machen. Außerdem hab’ ich so wenig Geld und die Geschenke kosten immer so viel. Hast Du vielleicht ein paar Ideen, was ich den Leuten schenken könnte?
Freust Du Dich schon auf Dein kleines Geschwisterl? Ich möchte euch in den Weihnachtsferien gerne einmal besuchen, damit ich Deine kleine Schwester oder Deinen kleinen Bruder sehen kann.
Viele Grüße Hanni


Gottesdienstleiterin
Gottesdienstleiter/in: Vielleicht könnten wir Advenia ein paar Tips für den Antwortbrief an Hanni geben. Wir könnten ihr zum Beispiel schreiben, über welche Geschenke man sich freuen kann. Vielleicht kann das Hanni eine Anregung sein und sie weiß dann besser, was sie wem schenken könnte.
Auf einem großen Plakat, das wie ein Geschenk eingepackt ist, können die Kinder nun all die Dinge aufschreiben, die ihnen selber Freude machen, die sie freuen würden, wenn sie sie als Geschenk erhalten würden.
Außerdem kann man auch alle Sachen dazuschreiben, von denen man weiß, dass sie schon einmal anderen Leuten, die sie als Geschenk bekommen haben, Freude bereitet haben. (Der Brief wird in die Tasche hineingesteckt, die die Puppe von Advenia umgehängt hat).

Kyrie


Der liebe Gott will, dass es uns gut geht, dass wir Freude am Leben haben und dass wir einander Freude machen. Leider gelingt uns das nicht immer so gut.
Jesus, unser Bruder. Du hast vielen Menschen geholfen und Freude in ihr Leben gebracht. Herr, erbarme dich unser.
Jesus, unser Bruder. Du hast den Menschen gut zuhören können und hast genau darauf aufgepasst, was den Menschen fehlte, wenn sie sich nicht freuen konnten. Christus, erbarme dich unser.
Jesus, unser Bruder. Du hast uns auch ermutigt, daß wir es den anderen Menschen sagen sollen, wenn wir etwas brauchen. Herrn, erbarme dich unser.

Vor der Lesung


Wir haben es ja auch schon an den letzten drei Adventsonntagen bemerkt. Nicht nur Advenia, nicht nur wir Menschen heute bekommen Briefe. Auch die Menschen früher haben Briefe bekommen, in denen ihnen einige wichtige Dinge mitgeteilt wurden. Heute hören wir ein Stückchen aus dem Hebräerbrief, in dem ein heißer Tipp fürs Schenken drinnen steckt.

Nach der Lesung


Der Brief ist schon ziemlich alt - ungefähr 2000 Jahre ist es her, dass er von einem sehr gescheiten Menschen geschrieben wurde. Seit dieser Zeit hat sich sehr viel verändert. Und deshalb ist es für uns heute gar nicht mehr so einfach verständlich, was da alles in dem Brief gemeint ist. Ich werde zu erklären versuchen, wo für uns in diesem Brief der heiße Tipp fürs Schenken drinnen liegt. Früher hat man Gott Opfer dargebracht. Das war an und für sich ganz gut gemeint. Man wollte Gott damit eine Freude machen und zeigen, dass er für uns wichtig ist. Allerdings ist dann auch oft folgendes passiert. Die Menschen haben nicht mehr gefragt, ob das Gott recht ist und gefällt, sondern sich gedacht: "Ach was, ich bringe ihm ganz einfach ein Opfer und er soll mich dann gefälligst in Ruhe lassen. Ich habe meine Pflicht getan. Und damit basta." Genau das findet der Verfasser dieses Hebräerbriefes gar nicht gut. Er schreibt, dass "Gott an Brand- und Sühneopfer kein Gefallen hat". Gott freut sich, wenn wir "selber kommen" - im Lesungstext heißt es genau: "Ja, ich komme, um Deinen Willen, Gott zu erfüllen". Das ist eine sehr alte Sprache - für uns schon fast wie eine Fremdsprache - die man übersetzen muss. Man könnte sagen, da das ungefähr so viel heißt wie: "Lieber Gott, du bist uns nicht egal. Wir wissen, dass du willst, dass es allen Menschen gut geht. Und wir wollen uns auch bemühen, dabei mitzutun, dass es allen Menschen gut geht".

Vielleicht ist dem einen oder der anderen schon eine Idee gekommen, wo der Tipp fürs Schenken in dieser Lesung vorkommt. Oft passiert es nämlich zu Weihnachten, dass man - ähnlich wie die Menschen, die Gott nur ihre Opfer brachten, damit sie vor ihm Ruhe hatten - einander Geschenke macht, weil es halt sein muss und so üblich ist.
Beim Schenken kommt es aber auf etwas anderes an. Es kommt darauf an, dass man einander etwas gerne schenkt. Und dass man sich vorher auch ehrlich ein bisschen überlegt: "Na, will ich dem anderen damit wirklich eine Freude machen?"

Und es kommt beim Schenken überhaupt nicht darauf an, dass die Geschenke teuer oder kostbar sind. Wichtig ist, dass wir einander wirklich eine Freude machen wollen. Und das kann man oft genauso gut mit ganz kleinen, einfachen Dingen tun.

Als kleine Erinnerung an diesen Tipp fürs Schenken, der in der Lesung drinnensteckt, habe ich hier einen großen Geschenkanhänger mitgebracht, den könnte nun wer auf das Geschenkpaket, auf dem all die Sachen, die uns freuen würden, draufstehen, anbinden.

Auf dem Anhänger steht: DU BIST MIR NICHT EGAL! Wenn wir einander etwas schenken, dann soll das zum Ausdruck bringen, dass wir einander gerne haben und uns Freude machen wollen.

Fürbitten


Wir bitten Dich für uns alle, dass wir ehrlich zueinander sein können.
Wir bitten Dich für uns alle, dass wir Menschen kennen, denen wir es sagen können, wenn wir etwas brauchen.
Hilf uns, dass wir gute Ideen haben, wenn wir füreinander Weihnachtsgeschenke aussuchen.
Wir bitten dich für uns alle, dass wir zu Weihnachten mit Menschen zusammen sein können, die uns spüren lassen, dass wir ihnen nicht egal sind.

Publikation: Effata

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Jahreskreis: Advent

Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 4. Sonntag im Advent

Schlagwörter: Advent/Weihnachten, Gottesdienst

 

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