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Was wir schon können

Messmodelle

Hintergrund

Wie Paulus mit der Gemeinde von Thessalonich umgeht und welche Aufforderungen er an sie richtet, das birgt wesentliche Hinweise auch für unseren Weg mit den Kindern. Er betont, dass die Mitglieder der Gemeinde schon so viel können und dass diese Fähigkeiten und Fertigkeiten noch weiter vertieft werden sollten. So wird auch in diesem Gottesdienst mit den Kindern überlegt, was wir schon alles können und wie wir unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten noch besser entwickeln können. Dadurch wird deutlich, dass christliches Leben nicht etwas überwältigend Schweres sein muss, das in seinen Anforderungen für uns unerreichbar bliebe.

Material

  • Puppe Advenia
  • Brief
  • Sessel für einen Sesselkreis

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Beginn
  • Kyrie
  • Verkündigung
  • Fürbitten

 

Bibelstellen

2. Lesung: 1 Thess 3,12 — 4,12

Brüder und Schwestern! Der Herr lasse euch wachsen und reich werden in der Liebe zueinander und zu allen, wie auch wir euch lieben, damit euer Herz gefestigt wird und ihr ohne Tadel seid, geheiligt vor Gott, unserem Vater, wenn Jesus, unser Herr mit allen seinen Heiligen kommt.
Im übrigen Brüder und Schwestern, bitten und ermahnen wir euch im Namen Jesu, des Herrn: Ihr habt von uns gelernt, wie ihr leben müsst, um Gott zu gefallen, und ihr lebt auch so: werdet darin noch vollkommener! Ihr wisst ja, welche Ermahnungen wir euch im Auftrag Jesus, des Herrn gegeben haben.

Evangelium: Lk 21, 25-28. 34-36

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen.
Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.
Nehmt euch in acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht, so wie man in eine Falle gerät; denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen. Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.

Hintergrund 2. Lesung:

Die Stadt


Zur Zeit des Paulus verfügt die Stadt Thessalonich über einen Rat, der von der Volksversammlung gewählt wird. Die Leitung obliegt einem Stadtpräfekten. Aufgrund der günstigen Verkehrslage an einem Hafen und an der großen römischen Überlandstraße Via Egnatia bildet die Stadt einen Mittelpunkt des Handels und des Handwerkes. Darum sind dort auch Juden niedergelassen, die eine eigene Synagoge besitzen.

Die Gemeinde


Auf seiner sogenannten Missionsreise kommt der Apostel Paulus um 49 n.Chr. nach Thessalonich. Sie ist die erste europäische Großstadt, die Paulus betritt. Nach den Erzählungen der Apostelgeschichte (Kapitel 17) predigt Paulus zunächst drei Sabbate hintereinander in der Synagoge während des Gottesdienstes. Es ist ja Recht jedes erwachsenen Juden, nach Verlesung und Auslegung der alttestamentlichen Lesungen sich zu Wort zu melden. Durch diese Reden und durch persönliche Gespräche während der Woche gelingt es ihm, Juden und Heiden für den Glauben an seine Botschaft zu gewinnen. Das führt zu heftigen Auseinandersetzungen in der Synagogen Gemeinde und letztendlich zur Bildung einer eigenen christlichen Gruppe. Die Mitglieder dieser Gruppe treffen sich neben dem Synagogen Gottesdienst häufig - wenn nicht sogar täglich - in einem Privathaus zu Gebet, Glaubensgespräch und Gottesdienst. Durch die Apostelgeschichte erfahren wir etwa von einem wohlhabenden Mann namens Jason, bei dem Paulus vermutlich wohnt. Durch seine Reden und sein Leben erwirbt sich Paulus in der Gemeinde große Autorität, die von den Mitgliedern nachzuahmen versucht wird.

Der Brief


Der erste Thessalonicher-Brief dürfte das älteste Dokument des Neuen Testaments sein, das um das Jahr 50 n.Chr. geschrieben wird. Es macht deutlich, wie Paulus nach seiner Vertreibung aus der Stadt voll Sorge um das Weiterbestehen und das Leben der Gemeinde ist. Die Sehnsucht nach der Gemeinde kommt immer wieder zum Ausdruck. Er wartet zunächst in Athen und dann in Korinth auf Nachrichten aus Thessalonich. Als Timotheus schließlich nach einiger Zeit in Korinth eintrifft und berichtet, dass die Gemeinde nicht nur fest im Glauben steht, sondern sich sogar vergrößern will, diktiert Paulus voll Erleichterung, Freude und Dankbarkeit einen Brief. Dies wird besonders in der heutigen Lesung spürbar.

Geheiligt sein


Wenn Paulus die Gemeinde auffordert, "ohne Tadel", das heißt "geheiligt" zu leben, so meint er keinen Zustand, sondern vielmehr eine innere Haltung der Menschen Gott gegenüber. Sie ist Grundlage allen Handelns, sie ermöglicht ein Leben, "wie es Gott gefällt". Wenn die Christen in alles durchdringender Liebe lebten, dann bräuchten sie, so betont Paulus, keine Furcht vor der bald erwarteten Wiederkunft des Herrn haben.

"Ihr könnt es!"


Paulus weist die Gemeinde darauf hin, dass sie auf dem richtigen Weg ist, dass sie bereits so lebt, wie es Gott gefällt. Es braucht keiner strengen Ermahnungen und keines Tadels. Alles, was Paulus verlangt, ist, dass die Gemeinde das, was sie gelernt hat und was sie bereits tut, noch intensiver betreibt. Dadurch käme sie einem vor den Augen Gottes vollkommenen Leben näher. Auf ihrem Weg zu Gott sollten die Christen niemals stehenbleiben.

Gestaltungselemente zu Adventsonntagen und Weihnachtsfeiertag


Die Sonntage des Advents und das Weihnachtsfest sind auch heuer wieder durch ein Gestaltungselement miteinander verbunden. Dieses durchgängige Anschauungsprinzip soll es den Kindern einerseits ermöglichen, die Advents- und Weihnachtszeit als eine Einheit zu erleben und die Vorfreude schön langsam zu steigern; zugleich ermöglicht diese durchgezogene Idee auch, sich einmal intensiver mit einem Schwerpunkt auseinanderzusetzen. Der Schwerpunkt liegt auf der Briefliteratur des neuen Testaments. Die Briefe waren meistens Schreiben, in denen auf die konkrete Situation der Adressaten eingegangen wurde, ihre Fragen beantwortet und Lösungsvorschläge für ihre Probleme gemacht wurden oder sie einfach "Tips" bekamen.

Um den Kindern diese Grundstruktur der Briefe des Neuen Testaments verständlich zu machen, schlagen wir für die Adventszeit folgendes vor:

Advenia, ein acht-jähriges Mädchen, ist heuer in der Adventszeit zu Gast in unserer Pfarrgemeinde. (Advenia wird durch eine selbstgemachte Puppe verkörpert.) Advenia ist deshalb in der Pfarre zu Gast, weil bei ihr zu Hause umgebaut wird. Die Wohnung ist eine einzige Baustelle. Und obendrein ist ihre Mutter auch schwanger und erwartet um Weihnachten herum ein Kind. Advenia und ihr Bruder sind also zur Zeit nicht zu Hause, aber sie bekommen regelmäßig Briefe per Post. Diese Briefe, die dann eine wichtige Rolle in den jeweiligen Gottesdienstmodellen spielen, haben auch immer mit den Briefen zu tun, aus denen die jeweiligen Lesungstexte stammen. Nach der Adventszeit verläßt Advenia wieder die Pfarre, um allen Kindern von zu Hause einen abschließenden Brief zu schicken, der dann zu Weihnachten vorgelesen wird.

Basteanleitung für die Puppe "Advenia"


Eine Strumpfhose oder eine lange Unterhose, an welche an den unteren Öffnungen der Beine Socken genäht werden, und ein langärmeliges Leiberl werden aneinandergenäht; das ergibt die Hauthülle. Um sie zu komplettieren, werden an die Öffnungen der Arme noch kleine, flache Stoffsäckchen als Hände genäht (im Idealfall: weiße Stoffhandschuhe). In die Hauthülle werden dann zu "Würsten" gedrehte Stoffbahnen (an einigen Stellen sind diese mit einem Spagat zusamengebunden, damkt sie nicht wieder entrollen) derart eingeführt, daß sie etwas von der Funktion der Knochen in unserem Körper erfüllen - also: den Armen und Beinen etwas Halt verleihen. Die noch übrig gebliebenen Zwischenräume zwischen "Haut" und "Knochen" werden mit Stoffresten aufgefüllt. Dafür eignet sich auch Zeitungspapier. Der Rumpf der Puppe wird, um Stoff zu sparen, einfach mit einer zusammengedrehten Decke oder zwei oder drei alten Decken oder Polstern ausgestopft. Der Koopf, ein aus weißem Stoff genähter Sack, wird zuerst mit Stoffresten gefüllt und danach (möglichst ohne Hals, das verhindert, daß der Kopf dann immer wieder umkippt) an den Halsausschnitt des Leiberls genäht.

Jetzt ist die Puppe rundum abgeschlossen und mit "Fleisch" gefüllt. Es können nun nach Belieben Ohren oder Nase angenäht werden und mit einem dicken, schwarzen Filzstift ein Gesicht angedeutet werden.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Zu Beginn


Der/die Gottesdienstleiter/in stellt den Kindern die Puppe Advenia vor. Da ihre Eltern gerade das Haus bzw. Die Wohnung umbauen, wodurch diese vorübergehend nahezu unbewohnbar geworden ist, wurden Advenia und ihr Bruder für drei Wochen zu Bekannten geschickt. Noch dazu kommt, dass Advenias Mutter schwanger ist. So kommt es, dass Advenia drei Wochen lang bei uns in .... (Name des Pfarrortes) ist.
Gerade hat Advenia einen Brief von ihren Eltern bekommen, und hat erlaubt, dass dieser Brief allen vorgelesen wird.

Darin steht:

Liebe Advenia!
Mit dem Umbau kommen wir gut voran. Eure Zimmer werden recht hübsch aussehen. Bald werden wir die Wände verputzen können. Hoffentlich geht es Dir gut. Wir fragen uns oft, was Du wohl machst und wie es Dir in der Schulklasse gefällt,. In der Du diese drei Wochen verbringst. Wir wissen schon, wir brauchen uns keine Sorgen zu machen. Du kannst ja schon so viel. Du kannst allein in öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, also kommst Du ohne Hilfe sicher in die Schule. Du hast ja auch schon immer mit anderen Kindern leicht Kontakt gefunden. Das kannst Du wirklich gut. Mit Menschen, die Du noch gar nicht gut kennst, ein nettes Gespräch führen.
Du erkennst auch, wenn im Haushalt Hilfe nötig ist. Du kannst eigentlich schon fast alles, was wichtig ist, wenn man von zu Hause fort ist. Das freut uns. So, jetzt müssen wir uns der Betonmischmaschine widmen, damit die Arbeit vorangeht.
Übrigens: Gestern hat das Baby im Bauch wieder ganz schön gestrampelt!
Viele dicke Bussis schicken Dir
Mama und Papa


Advenia hat sich sehr gefreut, dass ihre Eltern betonen, was sie schon alles kann und ihr nicht noch viele Anweisungen und Tipps geben, damit sie sich gut benimmt. Wir können sicher vieles, was wichtig ist. Um das einander zu erzählen, spielen wir das Spiel "Mein rechter, rechter Platz ist leer". Einige Spielrunden bekommen jeweils ein gemeinsames Thema z.B. "Was wir schon können, wenn wir einkaufen gehen wollen". Wir sitzen in einem Sesselkreis, wobei ein Sessel mehr als Mitspielende vorhanden sein muss. Ein Platz ist also vorerst leer. Das Kind, dessen rechter Platz leer ist, überlegt sich etwas, das man können sollte, wenn man einkaufen gehen will (Geld zählen; sich entscheiden, was man will; gut auswählen etc.). Es sagt nun: "Mein rechter, rechter Platz ist leer, da wünsche ich mir alle her, die Geld zählen können". Alle, die meinen, dass sie gut Geld zählen können, setzen sich nun auf diesen Sessel oder rund um ihn herum. So werden einige nächste Plätze frei. Ein Kind, deren rechte Plätze nun leer sind, fährt fort.

Nach ein paar Runden wird das Thema gewechselt. Mögliche weitere Themen sind: "Was wir schon können, wenn wir einen Besuch machen wollen", "...mit anderen spielen wollen", "... jemanden, der traurig ist, aufmuntern wollen", .... jemandem eine Freude machen wollen".
Es muss nicht zu allen Themen das Spiel gespielt werden. Wenn die Kinder nicht mehr spielen wollen, können die entsprechenden Fähigkeiten und Fertigkeiten auch im Gespräch gesammelt werden. Dabei werden die einzelnen Antworten auf kleine Zettel geschrieben, die mit Stecknadeln an das Gewand der Advenia gesteckt werden. Auch die während des Spieles genannten Wörter werden nachträglich auf Zettel geschrieben.

Kyrie


Wir haben nun einander einiges von dem erzählt, was wir schon gut können. Es gibt jemanden, der so viel Gutes kann, dass wir uns viel von ihm abschauen können. Damit meine ich Jesus. Darum wollen wir jetzt auch an ihn denken.

Lieber Jesus, du hast gut mit Menschen, die deine Freunde und Freundinnen waren, zusammenleben können.
Herr, erbarme dich unser.

Lieber Jesus, du hast den Menschen, die zu dir gekommen sind, gut zuhören können.
Christus erbarme dich unser.

Lieber Jesus, du hast den Menschen in vielen Situationen echte Hilfe und gute Tips für ihr Leben geben können.
Herr, erbarme dich unser.

Lieber Gott, bitte schau auf das, was wir können und hilf uns, es noch besser machen zu können. Das bitten wir dich durch Jesus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Vor der Lesung


Nicht nur die Advenia oder wir selbst erhalten Post. Schon vor fast 2000 Jahren hat es Christen gegeben, die einander Briefe geschrieben haben. Das, was der Apostel Paulus einmal den Christen der griechischen Stadt Thessalonich geschrieben hat, hat einige Ähnlichkeiten mit dem Brief, den die Advenia von ihren Eltern bekommen hat. Darum will ich euch jetzt ein Stück davon vorlesen. Vielleicht fällt euch auf, worin die Gmeinsamkeit dieser beiden Briefe besteht.

Verkündigung


Auch Paulus schreibt davon, dass er froh ist, weil die Christen dieser Gemeinde schon alles wissen und können, was für ein gutes Leben wichtig ist. Er schreibt aber noch mehr. Er fordert die Christen dazu auf, das was sie können, noch besser zu üben, damit sie es ganz besonders gut machen können. Schauen wir noch einmal auf das, was wir besonders gut können (die entsprechenden Zettel sind am Gewand der Advenia angebracht)). Jetzt können wir überlegen, auf welche Weise wir diese Fähigkeiten und Fertigkeiten noch besser üben könnten. Dazu wird jeder Zettel einzeln vorgelesen. Die Antworten werden im gemeinsamen Gespräch gesucht. Wenn die Zeit dafür vorhanden ist, kann das Suchen nach Antworten aber auch in Form des Rätsel-Ratens vor sich gehen. Dabei denkt sich ein Kind eine Möglichkeit aus, die zur Debatte stehende Fähigkeit bzw. Fertigkeit zu verbessern, und die anderen Kinder versuchen, durch Nachfragen zu erraten, was gemeint ist. (Die Zettel werden für den nächsten Sonntag aufgehoben).

Fürbitten


Lieber Gott, lass uns erkennen, was wir schon alles können, um miteinander gut auszukommen.
Lieber Gott, hilf uns, unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten immer weiter zu verbessern.
Lieber Gott, lass uns und die anderen Menschen nicht übersehen, dass wir auch Fehler machen, die wir eingestehen sollten.
Lieber Gott, zeig uns immer wieder Wege, Neues kennenzulernen.

Publikation: Effata

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Jahreskreis: Advent

Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 1. Sonntag im Advent

Schlagwörter: Gottesdienst, Advent/Weihnachten

 

Mit Kindern Gottesdienst feiern ist eine besondere Herausforderung. In dieser Publikation der Jungschar gibt es neben einigen grundsätzlichen Überlegungen eine Reihe von praktischen Anregungen für die Arbeit in pfarrlichen Kindergruppen ...