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Anders als die anderen

Gruppenstunde | Alter: 8-12 | Aufwand: niedrig

Hintergrund

Anders als andere sein, anders zu tun als andere, muss nicht immer schlecht sein. Ganz im Gegenteil kann es für eine Gruppe von großem Vorteil sein, wenn nicht alle Gruppenmitglieder gleich sind und gleiches tun.

Ziel

Ausgehend von einer Kurzgeschichte setzen wir uns mit dieser Frage auseinander.

Material

  • Plakat "Du bist widerlich!"
  • Papier und Stifte

Aufbau

Am Anfang der Gruppenstunde soll propiert werden, dass alle das selbe tun. Ihr überlegt gemeinsam wie es euch als Gruppe dabei gegangen ist. Danach wird eine Geschichte über Möwen vorgelesen, die alle -außer eine- mit dem Schnabel in den Wind sitzen. Über bestimmte Aussätze der Möwen soll nachgedacht werden, ob sie sinnvoll sind. Außerdem sollen eigene Situationen im täglichen Leben gefunden werden, wo es manchmal gut ist, manchmal schlecht ist, wenn alle gleiche tun.

 

Alles gleich tun


Heute kündigts du deinen Kindern ein sehr schwieriges Spiel an: es klingt vielleicht einfach, aber wir müssen uns darauf einstellen, dass es uns beim Spielen gar nicht so leicht fällt.
Die Spielaufgabe ist leicht erklärt: Es geht darum, dass wir alle möglichst alles gleich machen.

Es wird gut sein, wenn wir uns zum Ausprobieren genug Zeit nehmen. Dann wird es nämlich für uns leichter sein, uns im Anschluss mit ein paar Fragen zu befassen:

  • Ist es uns gelungen, die Spielaufgabe zu erfüllen?
  • Was ist besonders schwer gefallen?
  • Nach wem haben wir uns gerichtet? Auf wen haben wir geachtet?
  • Finden wir einen vernünftigen Grund, warum alle alles gleich machen sollten?


Fabel von der Möwe


In der folgenden Geschichte geht es auch darum, dass alle etwas gleich machen sollen.
"Du bist widerlich", sagten die Möwen, die auf der grünen Uferwiese nebeneinander saßen, zu der einen.
"Alle stellen wir uns mit den Schäbeln zum Wind. Nur du als einzige machts es umgekehrt!" "Wenn es mir nun mal Spaß macht", erwiedert die eine. "Schadet's euch?" "Du zerreist unsere Gemeinschaft!" warfen sie ihr vor und schauten weiterhin dem Wind entgegen.
Nur die eine machte es umgekehrt.

Da schlich sich eine Katze durch das Gebüsch an, erspähte die Vögel, prüfte den Wind, der ihr günstig war und duckte sich zum Sprung. - Die eine sah sie. "Gefahr! Flieht!" schrie sie. Da stob der ganze Möwenschwarm auf. "Du bist ein ekelhafter Individualist", schimpften sie die eine, mit der sie gemeinsam flogen.

Du bist wiederlich


Auf einem Plakat sehen wir die Möwen auf der Uferwiese sitzen. Alle bis auf eine schauen aufs Meer hinaus. Am oberen Plakatrand steht der Satz: "Du bist wiederlich!"

Aus irgendwelchen Gründen ist es den Möwen offenbar sehr wichtig, dass alle in die gleiche Richtung schauen. Auf Denkblasen sammeln wir, wieso sie das so wichtig finden. Was denken sie sich, wenn sie sagen: "Du bist widerlich!" Vielleicht: "wenn das jeder täte?!" oder "eine echte Möwe schaut gegen den Wind".
Die Denkblasen kleben wir auf das Plakat und beurteilen dann, ob wirklich wichtige Gründe dabei sind.

Die Möwen in der Geschichte sagen auch: "Du zerreist unsere Gemeinschaft!" Finden wir das richtig? Hat die Möwe das getan oder hat sie die Gemeinschaft nicht eher zusammengehalten ?
Was heißt eine Gemeinschaft sein? Heißt das, dass alle das gleiche tun - oder heißt das etwas anderes, z.B. miteinander spielen, geminsam Spaß haben, einander zuhören, miteinander (und nicht gegeneinander) streiten, miteinander lachen, ...

Anders als die andere


Wir überlegen, wo dieses Problem uns betrifft. Gemeinschaft gibt es ja unter Menschen auch. Dazu sammeln wir auf einzelnen Zetteln Situationen, in denen von uns verlangt wird, etwas zu tun wie alle anderen (in der Schule aufpassen wie alle, bei der Jause ruhig sitzen wie Mama und Papa, in der Straßenbahn nur leise reden wie alle, jedes Spiel mitspielen, gemeinsam dem Franzi einen Streich spielen, dieselbe Musik hören wie alle, Ordung halten, sich gemeinsam gegen den/die ungerechten Lehrer/in wehren, sich für etwas einsetzen...)
Nun überprüfen wir Situation für Situatuion, ob das, was da von uns verlangt wird, auch wirklich einen guten Grund hat. Sicher gibt es Gelegnheiten, wo es gut ist, wenn alle gleich handeln. Bei anderen Gelegenheiten wiederum ist es besser für alle, anders zu handeln als "alle anderen".

Autor/in: Klaus Richter

Publikation: fremdsein

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