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Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt!

Gruppenstunde | Alter: 8-12 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Die Kinder sind in ihrem Alltag über die Medien oder über andere Kinder und Erwachsene oft mit großen Themen wie Nachhaltigkeit oder schwierigen Fragen wie der nach sozialer Gerechtigkeit konfrontiert. Normalerweise werden sie dazu nicht nach ihrer Meinung gefragt. Umso wichtiger ist es, ihnen den Raum zu geben, sich altersgerecht damit auseinanderzusetzen.

Material

  • bunter Hut/Schal/Mantel/... für Frau/Herrn Kunterbunt
  • Fragezeichen aus Pfeifenputzern
  • Stoffsackerl
  • alles weitere Material ist bei den jeweiligen Stationen angegeben

Aufbau

Durch die Stunde führt Pixel Kunterbunt. Nach einem Spiel mit geschlossenen Augen besuchen die Kinder verschiedene verwirrte Personen und helfen ihnen, sich zu erinnern. Je nachdem, wie viele Kinder und Gruppenleiter/innen anwesend sind, könnt ihr die Personen alle gemeinsam nacheinander besuchen oder ihr teilt sie auf Stationen auf, die die Kinder dann in Kleingruppen besuchen. Dabei ist die Reihenfolge nicht wichtig und auch die Dauer der Stationen könnt ihr individuell anpassen. Ihr solltet nur darauf achten, dass nicht zu viele Kinder bei einer Station sind — ausgelegt sind sie auf jeweils etwa sechs Kinder. Ihr müsst auch nicht alle Stationen anbieten und wählt die Anzahl nach der zur Verfügung stehenden Zeit. Durch die Auswahl legt ihr fest, ob es eher um Nachhaltigkeit und Umweltschutz oder eher um soziale Gerechtigkeit und gutes Zusammenleben (oder eben um beides) gehen soll. Zum Abschluss spielen sie ein Fangspiel.

 

Eine kunterbunte Versammlung


Pixel Kunterbunt kommt vorbei und ist ganz fertig, weil ein großes Unglück passiert ist. Alle Erwachsenen haben vergessen, wie die Welt funktioniert. Sie wissen einfach nicht mehr, wie man zusammenlebt, was man darf und was nicht, wie man am besten mit der Natur umgeht oder was man überhaupt alles zum Leben braucht. Das ist unglaublich schrecklich, weil sich nun einfach niemand mehr auskennt und alles ein einziges Chaos ist. Pixel Kunterbunt hat aber gehört, dass die Kinder schon noch Bescheid wissen, und bittet euch daher um Unterstützung, die Welt in Ordnung zu bringen. Vieles müsste man sich neu ausmachen, daher braucht es dringend eine Versammlung. Nur leider irren die Kinder in diesem Chaos verwirrt herum. Sie scheinen wie blind und können sich nicht finden.

Alle Kinder schließen die Augen, ein Kind ist Pixel Kunterbunt, bekommt den Hut/Schal/... und stellt sich irgendwo im Raum auf. Der/die Gruppenleiter/in steht am Rand des vorher ausgemachten Spielfelds mit offenen Augen und passt auf, dass niemand das Spielfeld verlässt oder sich verletzt. Die Kinder, die ihre Augen geschlossen haben, gehen langsam herum. Wenn sie auf jemanden treffen, fragen sie: "Kunterbunt?". Fragt die andere Person ebenfalls "Kunterbunt?", gehen beide weiter und versuchen es bei der nächsten Person erneut. Treffen sie auf Pixel Kunterbunt, bekommen sie keine Antwort und dürfen die Augen wieder öffnen. Ab dann geben auch sie keine Antwort mehr, wenn sie "Kunterbunt?" gefragt werden. Ihr könnt so lange spielen, bis alle Kinder die Augen wieder offen haben.

Ein gutes Leben für alle


Pixel Kunterbunt ist froh, dass wieder alle beinander sind. Nun ist es an der Zeit, den Erwachsenen zu helfen. Vielleicht können sie sich dann erinnern, wie gutes Zusammenleben ausschaut. Oder ihr überlegt euch mit ihnen gemeinsam, wie die Welt sogar noch besser werden könnte, als sie vorher war.

Stationen

Gemeinsame Gesetze


Material: Ordner, Locher, Papier, Stifte oder Wasserfarben oder Kreiden

Geschichte: Frau Richtig hat als Richterin eigentlich die Aufgabe, Recht zu sprechen, aber leider nicht nur alle Gesetzesbücher verloren, sondern auch die Inhalte komplett vergessen. Für ein funktionierendes Zusammenleben braucht es aber Regeln, die von allen eingehalten werden. Sie braucht das als Grundlage für ihre Urteile.

Tätigkeit: Ihr versucht gemeinsam Regeln zu formulieren und sammelt sie als Text oder Bilder im Buch des Zusammenlebens.

Schätze angeln


Material: Kleine bunte Zettelchen, Stifte, Kreppband, Büroklammern, Besenstiel, Schnur, Magnet

Geschichte: Frau Wert möchte gerne wissen, worauf es im Leben ankommt. Wenn sie sich in der Welt umsieht, kann sie jedoch nicht unterscheiden, was wichtig und wertvoll ist und was nicht. Gegenstände, Verhaltensweisen, alle möglichen Phänomene sind gleich für sie. Sie kann sich nur erinnern, dass im See Bükla die Antworten zu finden sind. Nur wie soll sie darankommen?

Tätigkeit: Die Kinder schreiben auf kleine Zettelchen, was für sie im Leben wichtig ist. Auf jeden Zettel stecken sie eine Büroklammer und legen sie in den am Boden mit Kreppband markierten "See". Dann zeigen sie Frau Wert, wie man mit Hilfe einer Magnetangel die Zettelchen herausfischen kann.

Aufeinander aufpassen


Material: Schafherde mit min. 8 verschiedenen Schafen (gebastelte, Figuren, Fotos, Stofftiere, Zeichnungen, ...), Post-Its, Stifte, Plakat, Eddings, Bibel

Geschichte: Frau Watch erzählt dass wir für ein gutes Zusammenleben auch aufeinander schauen müssen, weil jeder Mensch ganz anders ist. Sie konnte das mal ganz gut, hat aber vergessen, wie das geht. In der Bibel steht an vielen Stellen, dass gute Hirten genau das können, also möchte sie das mit so einer Schafherde üben.
Um nichts zu vergessen, notiert Frau Watch alles auf ein Plakat. Zum Schluss fallen ihr vielleicht noch ein paar Bibelstellen wieder ein, in der es um den guten Hirten geht (Ez 34, 11-12.15-17; Mt 18,12-14 und Lk 15,3-7) und liest die eine oder andere vor.

Tätigkeit: Die Kinder überlegen sich zu jedem Schaf einer Herde einen Namen und ein paar Eigenschaften (da gibt es z.B. Rea, die abenteuerlustig ist und immer abhaut, oder Rudi, ein kluges und schüchternes Schaf, vielleicht eins das manchmal ausgelacht wird, ein vorlautes/freches, eins, das immer Witze über andere macht, ein verfressenes, usw.). Notiert Namen und Eigenschaften auf Post-Its und klebt sie auf die Schafe.
Dann sammeln sie, was ein Hirte so alles zu tun hat, damit es allen Schafen gut geht.

Verrottung


Material: Bilder eines verrottenden Apfels (Stufen), Schilder mit versch. Verrottungsdauer, Küchenrolle, Apfel, Zeitung, Kartonschachtel, Holzstück, Baumwoll-Tshirt, Banane, Wollsocken, Plastiksackerl, Glasflasche, PET-Flasche, Konserven-, Getränkedose

Geschichte: Herr Schimmel hat verschiedene Bilder, aber weiß nicht mehr genau in welche Reihenfolge die Bilder gehören und wann der Apfel noch gut genießbar ist und wann nicht.
Dadurch erinnert sich Herr Schimmel langsam wieder und kann sagen, wie verschiedene Materialien verrotten.

Hintergrundinfo: Mikroorganismen zersetzen organisches Material, sodass es wieder zu Erde wird. Plastik wird von ihnen nur sehr langsam zerkleinert und bleibt als Mikroplastik zurück. Banenen brauchen länger, weil sie nicht heimisch sind und es höhere Temperaturen bräuchte.

Tätigkeit: Die Kinder bringen die Bilder in die richtige Reihenfolge und bewerten die Genießbarkeit.
Die Kinder plaudern mit Herrn Schimmel über Dinge, die verrotten, schimmeln, faulen etc. Dann versuchen sie, den herumliegenden Gegenständen die richtige Verrottungsdauer zuzuordnen. Vielleicht können sie ihm auch erklären, wie das mit der "Verrottung" von Plastik ist.

Franz von Assisi


Material: Heiligenlegende von Franz von Assisi mit eingebauten Fehlern, Tischglocke

Geschichte: Frau Merkwürdig hat ein Buch gefunden über einen sehr schlauen Mann, der vor langer langer Zeit gelebt hat. Sie liest den Kindern seine Geschichte vor in der Hoffnung, ihre Erinnerungen wiederzufinden.

Tätigkeit: Die Kinder müssen bei der Lebensgeschichte von Franz von Assisi gut aufpassen, denn es haben sich Fehler eingeschlichen. Wenn ihnen etwas auffällt, das ihnen komisch vorkommt, dann klingeln sie mit der Tischglocke und überprüfen, ob ihre Vermutung stimmt.

Sonnengesang


Material: Zeichenpapier A3, Becher, Wasserfarben, Pinsel, Sonnengesang für Kinder in einzelnen Strophen

Geschichte: Herr Schöpf hat Teile von einem alten Gedicht oder Lied gefunden. Er kann aber beim besten Willen nicht verstehen, was das heißen soll und bittet die Kinder, es ihm aufzuzeichnen.

Tätigkeit: Die Kinder malen zu jeder Strophe des Sonnengesangs von Franz von Assisi ein Bild. (Im Stationenbetrieb malt jede Gruppe eine Strophe.)

Nachhaltigkeits-Tabu


Material: Tabu-Kärtchen mit Begriffen (plus Erklär-Hilfen) zum Thema Nachhaltigkeit

Geschichte: Herr Weiß liest sehr gerne Bücher über die Umwelt. Leider hat er vergessen, was viele davon bedeuten. Er bittet die Kinder, sie ihm zu erklären.

Tätigkeit: Ein Kind nach dem anderen zieht ein Kärtchen mit einem Begriff und versucht, ihn den anderen zu erklären. Zur Hilfe sind noch weitere Wörter abgedruckt, die verwendet werden dürfen/sollen.

Grundeinkommen


Material: Zettel mit Gütern (pro Kind mind. je 1x Häuser und Jausenboxen, verschiedene Luxusgüter zur Auswahl)

Geschichte: Herr Leistung ist ganz traurig, weil er kein System entwickeln kann, in dem es allen Menschen gut geht. Daher bittet er die Kinder, zwei verschiedene Systeme auszuprobieren. Im ersten System hat jedes Kind (je nachdem, wie sportlich es ist) unterschiedlich viel bekommen. Im zweiten System ist egal, wer wie viel/schnell gelaufen ist.
Wenn ihr beides probiert habt, möchte er gerne wissen, was die Kinder davon halten. Welche Variante ist fairer? Bei welcher Variante geht es mehr Leuten gut? Was ist z. B. wenn ein Kind nicht laufen könnte, weil es sich den Fuß gebrochen hat?

Tätigkeit: Die Kinder haben eine bestimmte Zeit, um möglichst viele Runden um einen Tisch/Baum/etc. zu laufen. Für jede geschaffte Runde bekommen sie Güter:

  • 1. Runde Wohnung
  • 2. Runde Essen
  • ab 3. Runde verschiedene Luxusgüter

Alle Kinder laufen wieder in einer vorgegebenen Zeit Runden. Diese werden zusammengezählt und die Güter werden solidarisch auf alle Kinder aufgeteilt.

Kapitalismus vs. Verteilungsgerechtigkeit


Material: 1 große Schüssel, 3 kleine Schüsseln, viele Holzperlen, mehrere Paar Essstäbchen

Geschichte: Frau Geiz hat jede Menge Perlen von großem Wert in einer Schüssel. Sie fragt sich, wie man sie gerecht auf mehrere Gruppen (kleine Schüsseln) aufteilen kann. Die Kinder bekommen Essstäbchen als Werkzeug, sie selbst hat einen Becher und beginnt nach einiger Zeit, sich an ein System namens "Kapitalismus" zu erinnern. Von da an schaufelt sie immer wieder viele Perlen auf einmal in immer die gleiche kleine Schüssel. Sie hört erst auf, wenn sie überzeugt wurde.

Tätigkeit: Die Kinder holen mit den Essstäbchen (oder den Fingern) eine Perle nach der anderen aus der großen Schüssel und verteilen sie möglichst gerecht auf die kleinen Schüsseln.
Wenn den Kindern Ungerechtigkeit auffällt, sprechen sie sie natürlich an! Die Kinder müssen nun Argumente liefern, warum das ungerecht ist, damit Frau Geiz aufhört, zu schaufeln.

Erzählt es allen Menschen!


Pixel Kunterbunt bittet nun alle Kinder wieder zusammenzukommen und bedankt sich recht herzlich. Einige Erinnerungen konnten wiederhergestellt werden, in anderen Bereichen wurden sogar bessere Ideen fürs Zusammenleben entwickelt. Jetzt müsst ihr nur noch gemeinsam die neuen Informationen an alle Menschen bringen — egal wer oder was sie sind.

Alle Kinder spielen nun ganz unterschiedliche Menschen, die sich auch unterschiedlich bewegen. Dazu suchen sie sich selbst eine Rolle (wie z. B. Bürgermeisterin, frisch Verliebter, Bauarbeiterin, Straßenkehrerin, Tourist, Gärtner etc.) und bewegen sich entsprechend schnell oder langsam, beschäftigt oder entspannt durch den Raum. Ein Kind ist Fänger/in und hat ein Fragezeichen aus Pfeifenputzern in der Hand. Wer berührt wird, vergisst alles und kann daher nur noch still stehen, sich wundern und verwirrt dreinschauen. Zum Glück habt ihr aber schon viele neue Ideen gesammelt. Daher gibt es ein zweites Kind mit einem Sackerl voll Ideen für ein gutes Zusammenleben. Es kann mit einer Berührung allen Verwirrten wieder zu Erinnerungen verhelfen. Sie dürfen sich dann wieder wie vorher durch den Raum bewegen. Möchte eines der beiden Kinder nicht mehr fangen oder erlösen, können sie ihr Fragezeichen bzw. ihr Sackerl ablegen und ein anderes Kind kann es aufheben und damit die Rolle übernehmen.

Danach bedankt sich Pixel Kunterbunt recht herzlich und wünscht den Kindern, dass sie auch weiterhin viel mitbestimmen können. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr eure Ergebnisse auch in der Pfarre verkünden oder sichtbar machen.

Autor/in: David Pöder, Sandra Fiedler, Johanna Walpoth

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Schlagwörter: Umwelt, Gesellschaft, Ungerechtigkeit