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Mit Maarifa durch Mukuru

Gruppenstunde | Alter: 8-12 | Aufwand: mittel

Hintergrund

In dieser Gruppenstunde wollen wir über Leben in einem Slum lernen und vom Projekt MSDP (Beispielprojekt der Sternsingaktion 2020) erfahren. Das 10jähriges Mädchen Maarifa führt uns mit Briefen und Informationen durch Mukuru, ihren Wohnort und erzählt uns, wie das Projekt MSDP ihr Leben verändert hat.

Material

Aufbau

Zuerst erfahren die Kinder einiges über Kenia und die Hauptstadt Nairobi, dann machen wir einen gemeinsamen Spaziergang durch das Slum Mukuru und erfahren anschließend etwas über das Projekt MSDP. Am Schluss bringt uns Maarifa noch ein Singspiel bei, das Kinder in Kenia gerne spielen.

 

Einstieg: Weißt du schon was über Kenia?


Im Raum verteilt hängen sechs Plakate mit je einer Frage und den drei Antwortmögichkeiten, beziehungsweise mit einer Aufgabenstellung. Schau, dass bei jedem Plakat einige Stifte liegen. Die Kinder sollen nun von einem zum anderen Plakat gehen und bei der Antwort, die sie als richtig annehmen, einen Punkt hinmalen. Dabei dürfen sie natürlich miteinander reden und sich austauschen.

  • Wo liegt Kenia (ungefähr)?
    Zeichne oder drucke eine Afrikakarte ohne Ländergrenzen aus und die Kinder sollen einen Punkt dorthin malen, wo ungefähr Kenia liegt.
  • Welche drei wilden Tiere sind in Kenia zu finden?
    Elefanten, Nashörner und Hyänen / Murmeltiere, Schlangen und Zebras / Strauße, Pinguine und Löwen
  • Welche Sprachen sprechen die Menschen in Kenia?
    Französisch und Englisch / Igbo und Spanisch / Swahili und Englisch
  • Welches dieser Bilder zeigt Nairobi, die Hauptstadt von Kenia?
    Drucke je ein Foto von Peking, Bogotá und Nairobi aus.
  • Wie ist das Wetter in Nairobi, der Hauptstadt von Kenia?
    sehr heiß und trocken, weil es ja fast am Äquator ist / recht kühl und feucht, weil es so hoch liegt / tagsüber heiß, nachts kalt und immer trocken, weil es in einer Wüste liegt


Geht dann alle gemeinsam von einem Plakat zum nächsten und löst auf, welche Lösungen stimmen. Es geht dabei nicht darum, wer was oder wie viel wusste, sondern um den Austausch und darum, etwas Neues zu erfahren.

Maarifa zeigt uns das Slum Mukuru


Nun seid ihr bereit: ab nach Nairobi! Die Stadt ist sehr groß. Wir fragen nach Mukuru, einem Stadtteil von Nairobi, das eine informelle Siedlung ist, also ein Slum (siehe für mehr Informationen den Artikel "Kenia, weit mehr als Zebras und Elefanten") Dort angekommen suchen wir Maarifa - sie hat uns uns eingeladen, damit wir uns ihre Welt anschauen können. In ihrem Einladungsbrief hat sie uns geschrieben:

"Habari - hallo, liebe Gäste! Ich bin Maarifa, 10 Jahre alt uns lebe in Nairobi, genauer gesagt in Muruku. Ich lebe mit meinem Vater und meinen 5 Geschwistern dort. Meine Mutter ist leider schon gestorben. Seit einiger Zeit kann ich in die Schule gehen, weil mich die Organisation MSDP dabei unterstützt. Wir leben in einem recht kleinen Haus in nur zwei Räumen, wo wir schlafen, kochen, essen, fernsehen und manchmal auch spielen, wenn es draußen regnet zum Bespiel. Sonst halte ich mich sehr viel draußen auf, weil da mehr Platz ist und auch viele andere Kinder unterwegs sind. Wenn ich nicht in der Schule bin, arbeite ich, damit ich etwas Geld für meine Familie verdiene. In meiner Freizeit spiele ich gerne Fußball, wie viele Kinder in Nairobi. Seit ich bei MUSA bin, einer Gruppe vom Projekt MSDP, spiele ich dort in einem Team. Wenn ihr in Mukuru ankommt, wird dort eine Schnitzeljagd auf euch warten! Ich freue mich, wenn ihr mich hier besuchen kommt und ich euch meine Welt zeigen kann - ich glaube, sie ist ganz anders als der Ort, an dem ihr lebt. Liebe Grüße, Maarifa"

Wir sollen also auf die Suche nach Maarifa gehen. Im Raum verteilt stehen je ein Gegenstand mit dem dazugehörigen Brief. Die Kinder sollen sich (in kleinen Gruppen) je einen Gegenstand aussuchen und die Briefe dazu lesen.

  • leeres TetraPak: Im Slum gibt es leider keine Müllabfuhr, weil die Stadt das nicht zahlt, deshalb müssen wir unseren Müll auf die Straße geben. Überall herum liegt deshalb leider Müll. Unsere Klos sind auch an keine Kanalisation angeschlossen, wir müssen sie also in den Fluss leiten. Das stinkt nicht nur, sondern der Müll und das fehlende saubere Wasser macht viele Menschen auch krank. Inzwischen überlegen sich immer mehr Menschen, wie sie den Müll nützen können - so gibt es zum Beispiel Spielzeug aus alten Plastikflaschen.
  • Ball: In Nairobi wird überall Fußball gespielt. Hier in Mukuru gibt es ganz viele Stellen, wo das möglich ist. Deshalb kenne ich auch viele Kinder hier in der Gegend, mit denen ich gemeinsam spiele und die mir auch oft helfen. Hier ist es insgesamt so, dass Menschen viel miteinander reden, teilen und sich helfen - denn jede und jeder hat mal ein Problem, wo er oder sie Hilfe braucht.
  • Cent-Münze: Im Slum leben sehr arme Familien, die kaum genug Geld haben, um ihre Mieten und ihr Essen zu zahlen. Es gibt wenig Jobs und die sind sehr schlecht bezahlt. Daher können sich viele auch die Schule für ihre Kinder nicht leisten. In vielen Familien gehen Kinder schon arbeiten, um auch etwas zu verdienen und so ihre Familien unterstützen zu können. Manche sammeln Müll, andere putzen Schuhe, betteln oder verkaufen etwas.
  • Bild einer Wellblechhütte: Das ist ein Beispiel für die Häuser, in denen Menschen hier leben. Sie sind selbst gebaut und werden auch von den Menschen selbst repariert. Leider sind die Materialien schlecht, deshalb regnet es oft hinein. Ganze Familien leben auf sehr engem Raum zusammen. Mein Zimmer teile ich mir mit zwei meiner Geschwister, im anderen Raum schlafen die älteren drei und mein Vater. Wir haben jetzt aus Papier Girlanden gebastelt, die unser Zimmer viel bunter machen.
  • Pflaster: Leider gibt es in vielen Familien Gewalt gegen Kinder - das kommt auch daher, dass die Eltern oft so verzweifelt sind, dass sie Alkohol oder Drogen als letzten Ausweg sehen. Dann können sie sich nicht mehr ausreichend um die Kinder kümmern und vernachlässigen sie. Auch deshalb gehen Kinder und Jugendliche oft von daheim weg und bevorzugen ein Leben auf der Straße.


Gib den Kindern kurz Zeit, ihre Zettel zu lesen, dann geht ihr alle gemeinsam durchs Slum und lernt die verschiedenen Probleme kennen - die Kinder erzählen kurz, was sie gelesen haben. Am Ende gelangt ihr zu einem Korb mit Fotos und Briefen - Willkommen beim Projekt MSDP!

Das Projekt MSDP


Maarifa hat erzählt, dass sie seit einiger Zeit beim Projekt MSDP - also Mukuru Slum Development Project dabei ist. Das ist ein Projekt, das von der Sternsingaktion unterstützt wird. Sie und ihre Geschwister bekommen da viel Begleitung und Hilfe. Vielleicht erzählt sie uns ja noch mehr?

Ihr lest nun die Briefe vor (wer halt Lust hat) und sucht die passenden Fotos dazu aus.

Maarifa spielt mit einer Gruppe von Jugendlichen Fußball. Das macht ihr riesigen Spaß. Sie kann bald auch mit einer Ausbildung zur Trainerin beginnen und dann selbst ein Fußballteam trainieren. Darauf freut sie sich schon riesig!
Maarifas großer Bruder macht zusammen mit anderen Jugendlichen über MSDP nun eine Ausbildung zum Schneider. Das macht ihn sehr stolz, weil er so eine Chance hat, mal einen guten Job zu finden oder selbst ein Geschäft zu eröffnen.
Kinder, die nicht mehr daheim leben, weil sie Gewalt in der Familie erfahren haben, können vorübergehend in einem Haus unterkommen, wo es Menschen gibt, die sich um sie kümmern. Die Sozialarbeiter/innen arbeiten mit den Kindern und ihren Eltern daran, die Probleme zu lösen, damit die Kinder hoffentlich bald wieder daheim leben können.

Abschuss: Singspiel Chaka-Chaka


Maarifa möchte uns nun noch ein Spiel zeigen, das Kinder in Kenia gerne spielen. Sie meint, dass wir es doch in Österreich anderen Kindern auch beibringen können, wenn wir ihnen von all unseren Erlebnissen in Mukuru und Nairobi erzählen. Geht dafür zu zweit zusammen und stellt euch gegenüber. Legt die Handballen eurer geballten Fäuste aneinander. Wer es schon gut kann, kann es schneller probieren.

Text:


Chaka, Chaka bum bum,
Chaka, Chaka bam bam,
Chaka bum,
Chaka bam,
Chaka, Chaka bum bam.

Handbewegungen:


Chaka - mit den Handballen auf die Handballen des Gegenübers klopfen
Bum - mit den Handflächen auf die Handflächen des Gegenübers klopfen
Bam - mit den Handrücken auf die Handrücken des Gegenübers klopfen

Autor/in: Johanna Walpoth

Publikation: kumquat "sternsingen" 2/2019

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Schlagwörter: Sternsingen, Welt