• Jungschar vor Ort
  • Corona
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

Wir werden angesprochen

Messmodelle

Hintergrund

Gott will uns Menschen nahe sein. Er hat uns etwas zu sagen und will es auch tun, wenn wir ihn nur lassen. Er will sich aber nicht aufdrängen, es bleibt daher oft unklar, ob unter den vielen Stimmen auch seine Stimme ist, und welche. So wie Samuel seinen Eli hatte, der ihm geholfen hat, auf das Richtige darauf zu kommen, ist es auch für uns heute wichtig, den richtigen Gesprächspartner zu finden. Es muss nicht immer der naheliegendste sein, wichtig ist, dass wir vertrauen können. Im Gespräch ist es dann oft leichter zu erklären, bzw. draufzukommen, was wirklich los ist. Es ist gerade für Kinder und Jugendliche wichtig, dass sie sich selber den Gesprächspartner aussuchen können.

In diesem Gottesdienst werden wir das Sprechen und Zuhören ganz einfach einmal miteinander "üben ". Außerdem kann das Vertrauensverhältnis zu bestimmten Personen zu bestimmten Zeiten verschieden tief sein.
Die Samuelberufung wird oft und gerne als Paradestelle aus dem AT in Gottesdiensten für geistliche Berufe verwendet. Wichtig scheint es aber in diesem Zusammenbang zu sehen, dass sich Gottes Aussagen nicht auf Berufungen zum Priester, zum Ordensmann oder zur Ordensfrau oder zu einem anderen geistlichen Beruf beschränken. Er bat uns sicherlich viel mehr zu sagen und möchte es auch tun. Unsere Aufgabe ist es, wie Samuel IHN reden zu lassen und ihm nicht vorzuschreiben, was er zu sagen hat.

Material

  • ausgeschnittene Papiermünder und Papierohren, welche auf buntem Papier gedruckt sind
  • Lied "Herr, gib uns Mut zum Hören", Gotteslob Nr. 521

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Kyrie
  • Vor der Lesung
  • Verkündigung
  • Fürbitten
  • Lied
  • Friedensgrußaktion

 

Bibelstellen

1. Lesung: 1 Sam 3, 3b-10.19

Eines Nachts schlief er (Eli) an seinem gewohnten Platz, und auch Samuel schlief im Heiligtum, ganz in der Nähe der Bundeslade. Die Lampe im Heiligtum brannte noch. Da rief der Herr: Samuel! Ja, antwortete der Junge, lief schnell zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Nein, sagte Eli, ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen! Samuel ging und legte sich wieder hin.
Noch einmal rief der Herr: Samuel!, und wieder stand der Junge auf, ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Aber Eli wiederholte: Ich habe dich nicht gerufen, geh nur wieder schlafen!
Samuel wusste nicht, dass es der Herr war; denn er hatte seine Stimme noch nie gehört. Der Herr rief zum dritten Mal, und wieder ging Samuel zu Eli und meldete sich. Da merkte Eli, dass es der Herr war, der den Jungen rief, und er sagte zu ihm: Geh wieder schlafen, und wenn du noch einmal gerufen wirst, dann antworte: Sprich, Herr, ich höre!
Samuel ging und legte sich wieder hin. Da trat der Herr zu ihm und rief wie zuvor: Samuel! Samuel! Der Junge antwortete: Sprich, Herr, ich höre!
Samuel wuchs heran. Der Herr stand ihm bei und ließ alles in Erfüllung gehen, was Samuel ankündigte.

Evangelium: Joh 1, 35 — 42

In jener Zeit stand Johannes am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus.
Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde.
Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben des Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte - Christus. Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels - Petrus.

Hintergrund 1. Lesung:

Kontext


Das 1. Buch Samuel gehört in großem Zusammenhang gesehen zum sogenannten deuteronomischen Geschichtswerk. Das heißt, dass im Anschluss an die zweite (deutero) Verkündigung bzw. die Fassung des Gesetzes (nomos) die Geschichte des Volkes Gottes mit seinem Gott erzählt werden soll. Das geschieht allerdings rückblickend. Die Texte werden erst sehr viel später aufgeschrieben, die Autoren haben dabei auch immer eine besonders aktuelle Situation vor Augen, in deren Licht sie die damaligen Ereignisse sehen und deuten.

Samuel


Samuel steht zwischen der Zeit der Richter und der Zeit der Könige. In schwierigen Zeiten hat Gott seinem Volk immer wieder geholfen, indem er charismatische Führer, die sogenannten Richter, berufen hat. Samuel ist auch ein solch Berufener. Seine Berufungsgeschichte ist der Inhalt der heutigen Lesung. Während seiner Zeit wendet sich das Bild. Statt der charismatischen Richter, die eine bestimmte umgrenzte Aufgabe zu erfüllen haben, gibt es nun Könige, die sich sogar zu einer Institution, zu einer dauerhaften Einrichtung entwickeln. Das geht sogar soweit, dass das Königtum schließlich sogar vererbt wir, ja manchmal sogar an Personen kommt, mit denen Gott gar nicht so einverstanden ist. Samuels Aufgabe ist es, die beiden ersten Könige einzusetzen und zu salben: Saul und David.

Wer ruft


Im Vers 1, der nicht Bestandteil der heutigen Lesung ist, wird festgehalten, dass zur Zeit Samuels Gottesworte an Menschen nicht allzu häufig waren. Der dreimalige Anruf an Samuel ist daher als besondere Auszeichnung des Gerufenen zu verstehen.

Bundeslade


Samuel ist im Tempel des Herrn, dort ist auch die Bundeslade, das Zeichen der Gegenwart Gottes und seines Besorgtseins um sein Volk, aufbewahrt. Solange die Bundeslade bei den Israeliten ist, davon sind sie überzeugt, ist der Herr bei ihnen, solange kann ihnen nichts passieren.

Gott ruft


Dieser gegenwärtige Gott bricht nun sein langes Schweigen und redet Samuel an. Aber weder er, noch der irrtümlich zunächst für den Rufer gehaltene Eli verstehen zu Beginn, was los ist.
Erst beim dritten Versuch kommt Eli darauf, dass es ja Gott sein könnte, der von Samuel etwas will.

Haltung des Angerufenen


Eli empfiehlt Samuel, Gott Offenheit und Bereitschaft zu signalisieren. Und tatsächlich, Gott versucht es noch einmal. Diesmal mit Erfolg.

Nähe Gottes


Dem hörenden, bereiten Menschen ist Gott nahe, sogar physisch. Man könnte auch sagen, dem der Gott lässt, ist er nahe. Er tritt an Samuel heran und redet ihn noch einmal an: Samuel!
Gott will uns Menschen nahe sein, er sagt uns nicht bloß etwas, sondern er will ganz bei uns sein.

Was sagt Gott


Das wird uns nicht verraten. Wir können den Inhalt des nächtlichen Gespräches nur erahnen. Die Folgen werden uns mitgeteilt: Samuel wächst heran, und der Herr ist mit ihm.

Zusammenhang mit dem Evangelium


Auch im Evangelium spricht Jesus seine späteren Jünger an - er will nichts von ihnen, im Gegenteil: er fragt sie, was sie wollen. Das ist neu, dass ein Prophet, dass Gott selbst seine Jünger nach ihrem Willen fragt und anspricht! Die Jünger dürfen sein Zuhause sehen. Gott wird menschlich! Nun erkennen die Jünger, dass sie den Messias gefunden haben - denn er hat sie eingeladen.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern


Kyrie


Jesus, du möchtest uns sagen, was du Großartiges mit uns vorhast.
Herr erbarme dich unser.

Jesus, du willst uns auch manchmal durch gute Freunde helfen, dich besser zu verstehen.
Christus erbarme dich unser.

Jesus, manchmal tut es uns gut, wenn wir jemandem erzählen können, was uns bedrückt oder freut.
Herr erbarme dich unser.

Vor der Lesung


Der/die Gottesdienstleiter/in teilt an die eine Hälfte der Kinder ausgeschnittene Papiermünder und an die andere Hälfte ausgeschnittene Papierohren aus (möglichst auf farbigen Papier). Außerdem hat er/sie noch für jeden weiteren Messebesucher einen Mund oder ein Ohr vorbereitet.

Verkündigung


Damit zwei miteinander sprechen kennen, müssen beide bereit sein, zuzuhören und zu sprechen. Wir haben in der Geschichte über Elija gehört, dass Gott ihn angesprochen hat. Auch uns spricht er an, wir müssen nur offene Ohren haben. Aber das ist ja gar nicht so einfach. Doch Gott hat Elija Zeit gelassen, Elija konnte Gottes Stimme nicht gleich erkennen. Auch uns gibt Gott Zeit, seine Stimme zu hören und zu erkennen.
Wir wollen jetzt einmal ausprobieren, wie das so funktioniert, wenn wir angesprochen werden bzw. seiber ansprechen: Einige von euch haben Münder bekommen, ihr seid also Sprechende. Aber wenn alle sprechen, ist das noch nicht genug. Wir brauchen auch Menschen, die zuhören, was andere sprechen. Deswegen haben einige von euch Ohren ausgeteilt bekommen. Ihr seid nun Zuhörende. Aber Zuhörende alleine sind auch noch nicht sehr sinnvoll. Erst wenn Sprechende und Zuhörende aufeinander treffen, seid ihr Gesprächspartner. Versucht nun Zuhörende bzw., Sprechende zu finden. Der Sprecher, der ja einen Mund in der Hand hat, beginnt zu reden, der Zuhörer lauscht zunächst einmal. Ihr könnt dann natürlich auch die Ohren und Münder untereinander tauschen, damit ihr einmal zuhören und das andere Mal sprechen könnt.

Fürbitten


Nicht immer fällt es uns leicht, das zu sagen, was uns wirklich am Herzen liegt. Jesus, gib uns bitte den Mut, unseren Mund aufzumachen.

So vieles hören wir tagaus tagein, doch ein Großteil geht bei dem einen Ohr hinein und bei dem anderen wieder hinaus. Jesus, hilf uns bitte zu erkennen, was wir nicht überhören sollten.

Es ist oft schwierig zu entscheiden, ob wir eher zuhören oder sprechen sollten. Jesus,
lass uns ein Gefühl dafür bekommen, was in welcher Situation gut wäre.

Lied



Friedensgrußaktion


Der/ die Gottesdienstleiter/in wendet sich nun ganz bewusst an die Eltern/Erwachsenen:
Liebe Eltern, liebe Erwachsene!
Wie Sie vorhin bestimmt mitbekommen haben, haben wir das Zuhören und Sprechen geübt. Doch Gott spricht nicht nur Kinder an, sondern auch Sie. Deswegen werden nun die Kinder weitere Münder und Ohren austeilen. Nehmen Sie sich das als kleinen Anstoß mit nachhause. Wenn wir alle gemeinsam besser aufeinander hören, aber auch bewusst miteinander sprechen, werden wir auch Gott eher hören und wahrnehmen.
Der Friede und die Fähigkeit zuzuhören und bewusst miteinander zu sprechen sei mit uns allen.

Publikation: effata

Share |

 

Jahreskreis: Neujahr

Lesejahr: B

Sonntag im Jahreskreis : 2. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwörter: Gottesdienst, Ich und die anderen

 

Mit Kindern Gottesdienst feiern ist eine besondere Herausforderung. In dieser Publikation der Jungschar gibt es neben einigen grundsätzlichen Überlegungen eine Reihe von praktischen Anregungen für die Arbeit in pfarrlichen Kindergruppen ...