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Jesus verschafft uns Ruhe

Messmodelle

Hintergrund

Im Gottesdienst wird ausgehend von einer Erklärung, was eigentlich ein "Joch" ist, übergeleitet auf die Mühen und Plagen der Menschen (besonders der Kinder) im Alltag und hingeführt zu der Tatsache, dass Jesus die Menschen einlädt, zu ihm zu kommen und Ruhe vor den Alltagsbelastungen zu finden.

Material

  • ein Bild von einem Joch bzw. vielleicht auch ein echtes Joch oder eine kleinere Nachbildung
  • kleine Ochsen aus Papier
  • Wiese (z.B. ein grünes Tuch)
  • Papierblumen
  • Stifte
  • evtl. Plakat

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Kyrie
  • Einleitung zum Evangelium
  • Verkündigung
  • Fürbitten
  • Vaterunser
  • Friedensgruß
  • Gebet nach der Kommunion

 

Bibelstellen

1. Lesung: Sach 9,9-10

So spricht der Herr: Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin. Ich vernichte die Streitwagen aus Efraim und die Rosse aus Jerusalem, vernichtet wird der Kriegsbogen. Er verkündet für die Völker den Frieden; seine Herrschaft reicht von Meer zu Meer und vom Eufrat bis an die Enden der Erde.

2. Lesung: Röm 8,9.11-13

Brüder und Schwestern! Ihr seid nicht vom Fleisch, sondern vom Geist bestimmt, da ja der Geist Gottes in euch wohnt. Wer den Geist Christi nicht hat, der gehört nicht zu ihm. Wenn der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat, auch euren sterblichen Leib lebendig machen, durch seinen Geist, der in euch wohnt. Wir sind also nicht dem Fleisch verpflichtet, Brüder, sodass wir nach dem Fleisch leben müssten. Wenn ihr nach dem Fleisch lebt, müsst ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die sündigen Taten des Leibes tötet, werdet ihr leben.

Evangelium: Mt 11,25-30

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.

Hintergrund Evangelium:

Offenbarung für die Unmündigen


Matthäus beginnt dieses Evangelium mit einem Lob- und Dankgebet (Vers 25 und 26) und sagt damit gleichzeitig etwas aus über seine Vollmacht und sein Verhältnis zum Vater. Die Vateranrede Jesu wird noch erweitert durch die jüdische Redeweise "Herr des Himmels und der Erde". Darin spricht sich der Glaube an Gottes Schöpfung, Weltregierung und Geschichtswirken wie in vielen jüdischen Gebeten aus. Der Form und dem Aufbau nach erinnert diese Redeweise an die Weisheitsliteratur (etwa Sir 51). Dem Inhalt nach setzt sich Matthäus aber von der Weisheitsliteratur ab. Dort gelten Weisheit und Erkenntnis als Weg zu einem erfüllten Leben, und die Weisen und Klugen werden über die Unwissenden und Ungebildeten gestellt. Die Pharisäer und Schriftgelehrten, die in der Tradition der Weisheitsliteratur stehen, haben das Wirken Gottes in der Person von Jesus nicht erkannt, die Unmündigen hingegen haben die Offenbarung des Vaters angenommen. Diese Worte Jesu knüpfen auch an Psalmen an, in denen Jahwe dem nicht Weisen Weisheit schenkt (Psalm 19,8b: "Das Gesetz des Herrn ist verlässlich, den Unwissenden macht er weise" oder Psalm 116,6a: "Der Herr behütet die schlichten Herzen").

Vater und Sohn


Diese Stelle (Vers 27) bietet viele Schwierigkeiten, weil der Sinn der ersten Zeile nicht deutlich ist. Die grundsätzliche Frage ist, was mit "alles" gemeint ist? Dadurch, dass der Vater dem Sohn "alles" übergibt, erkennt der Sohn den Vater. Die vom Vater geschenkte "Offenbarung" geht über den Sohn, nur der Sohn erkennt den Vater. Zwischen Vater und Sohn besteht ein einzigartiges Verhältnis gegenseitigen Erkennens. Mit "Offenbarung" dürfte das gesamte Wirken Jesu gemeint sein. In Vers 27 wird dieses "Offenbaren" auf die Beziehung Jesu zu seinem Vater bezogen.

Das Joch


Ein Joch war ein Holzstück, mit dem man die Köpfe eines Ochsenpaares bändigte. In weiterem Sinne war ein Joch Symbol für Sklaverei, Unterdrückung, Tragen von Lasten, Knechtschaft unter einem Tyrannen usw. In unserem Evangelium wird das Bild vom Joch des Lastenträgers verwendet, der sich das schwere Holz auf die Schultern legt. Im Judentum wurde es auf die freiwillige, freudige Übernahme der Thora übertragen. Aber das von Israel als Gabe Gottes und Weisung zum Leben verstandene Gesetz wurde durch die Auslegung der Schriftgelehrten — es gab 613 Gebote — zur drückenden Last. Alle sind von Jesus eingeladen ("Kommt alle zu mir"): diejenigen, die unter den 613 Geboten pharisäischer Gesetzesauslegung leiden, und die Unmündigen. Die Einladung an die sich Plagenden und durch Lasten Niedergebeugten erinnert an die Seligpreisungen. "Ruhe finden für eure Seele" bedeutet nicht einen Seelenfrieden, sondern nach biblischer Redeweise die Heilserlangung des ganzen Menschen.

Zusammenhang


Die von Matthäus zusammengestellten Worte dieses Evangeliums stellen sehr stark die Einfältigen, Mühseligen und Beladenen als Zielgruppe der vom Vater geoffenbarten und vom Sohn überbrachten Botschaft heraus. Jesus verspricht ihnen "Ruhe für die Seele", andererseits verlangt er auch ein Lernen und das Aufsichnehmen seines Jochs (Vers 29). Dieses Joch ist aber im Vergleich zum Joch der Weisheits- und Gesetzeslehrer sanft und leicht. Jesus überfordert seine Jünger nicht.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Kyrie


Herr, Jesus Christus, du hast den Menschen, denen es schlecht ging, gesagt: "Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt." Auch uns bedrückt manches in unserem Leben.

Herr, Jesus Christus, du hast gesagt: "Ich bin gütig und von Herzen demütig." Auch wir brauchen immer wieder deine Güte.

Herr, Jesus Christus, du hast den Weg des guten Lebens vorgelebt und uns an vielen Beispielen gezeigt. Aber uns fällt es manchmal schwer, als Christinnen und Christen zu leben.

Einleitung zum Evangelium


Im heutigen Evangelium kommt ein Wort vor, das nicht alle Kinder kennen werden. Es ist das Wort "Joch". Mit so einem "Joch" wurde früher, zur Zeit Jesu und auch noch später, ein Ochsengespann zusammengehalten. Ein Bild von einem Joch kann hergezeigt werden, vielleicht wird auch ein echtes Joch oder eine kleinere Nachbildung als Beispiel für die Kinder in der Kirche aufgebaut. In der Mitte des Holzstücks war der Pflug befestigt, der nach unten drückte. Es ist ganz klar, dass ein solches Joch zu tragen und die angehängte Last zu ziehen für die Tiere sehr anstrengend war.

Für die Jüdinnen und Juden zur Zeit Jesu bedeutete "Joch" aber auch das strenge Einhalten der Vorschriften des jüdischen Gesetzes — das war für die Menschen nicht immer leicht. Mit "Joch" meinte man aber nicht nur das Holzgestell zum Pflügen, nicht nur die jüdischen Gesetze und Gebote, sondern alles, was Menschen belastet, niederdrückt, unterdrückt, versklavt usw. Auch für uns Menschen heute gibt es viele Dinge, die für uns anstrengend und belastend sind, die ein "Joch" für uns sind.

Die Kinder und auch die Erwachsenen können nun überlegen, welche Dinge in ihrem Leben anstrengend und belastend sind. Sie bekommen kleine Ochsen aus Papier ausgeteilt, auf diese Ochsen schreiben sie diese Dinge (sie können auch gemeinsam arbeiten). Wir haben jetzt also viele Dinge gesammelt, die uns in unserem Leben belasten und unser Leben anstrengend machen. Im heutigen Evangelium sagt uns Jesus, dass er genau weiß, wie schwer manchmal unser Leben ist und dass wir alle zu ihm kommen können.

Verkündigung


Beim Lesen des Evangeliums wird bei den Worten "Kommt alle zu mir ..." vor dem Bild des Jochs eine Wiese aufgebaut (kann zum Beispiel ein grünes Tuch sein). Auf dieses Tuch werden Papierblumen (so viele wie Ochsen ausgeteilt wurden) gelegt, auf denen folgende Zeilen zu lesen sind: Jesus sagt: "Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen."

Was ist euch beim Hören des Evangeliums in Erinnerung geblieben? (Antworten der Kinder abwarten.) Jesus nimmt die Menschen an mit all den Dingen, die sie belasten und an denen sie schwer zu tragen haben. Ist euch noch etwas Besonderes aufgefallen? (Anspielung auf die Blumenwiese, falls diese Idee nicht schon zuvor von den Kindern angesprochen wurde.) Warum wurde denn eine Wiese aufgebaut, was meint ihr?

Auf der Wiese können sich die Ochsen, die die schweren Lasten tragen, erholen. Jesus lädt uns auf eine wunderschöne Wiese ein. Jesus sagt den Menschen, sie sollen "sein Joch", das Christsein, auf sich nehmen. Das "christliche Joch" drückt aber nicht, es ist nicht schwer, wie das Joch der Ochsen — es ist ganz leicht, ja, es tut sogar gut, es ist wie eine Blumenwiese! Wir haben die Freiheit, uns für "sein Joch" zu entscheiden. Und das Joch Jesu drückt nicht und ist leicht.

Fürbitten


"Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt", so spricht Jesus im heutigen Evangelium zu uns. Darum wollen wir jetzt vor Jesus mit unseren Bitten hintreten:

Die Kinder und die Erwachsenen kommen mit ihren Ochsen nach vorne. Wer möchte, kann selbst aus den Dingen, die er /sie auf den Ochsen geschrieben hat, eine Bitte formulieren. Vielleicht wird auch der untenstehende Anfangssatzteil als Plakat aufgehängt. Wenn jemand nicht selbst formulieren möchte, aber die Dinge, die auf seinem Ochsen stehen, gerne als Bitte formuliert haben möchte, kann er/sie auch dem Priester seinen Ochsen geben, damit dieser formuliert. Wer sein Anliegen einfach nur nach vorne tragen möchte, kann auch das tun. Wichtig ist, dass die Formulierungen allgemein bleiben.

Wer seinen Ochsen nach vorne gebracht hat, legt ihn auf die Blumenwiese.
Papierblume
Wir bitten dich für alle Menschen, die ... (Bitten entsprechen den Beschriftungen der Ochsen.)
Alle: Denn dein Joch drückt nicht und deine Last ist leicht.

Wir bitten für alle Menschen, die ... (Bitten entsprechen den Beschriftungen der Ochsen.)
Alle: Denn dein Joch ...

usw.

Vaterunser


Alle Kinder werden eingeladen, einen großen Kreis mit den Ministrant/innen und dem Priester um den Altar zu machen. Dabei wird die Wiese mit den Ochsen und den Blumen darauf in die Mitte des Kreises gelegt.

Wir beten das Gebet, das uns Jesus gelehrt hat. Wir können zu Gott, unserem Vater, beten. In der Mitte liegen all die uns belastenden und anstrengenden Dinge. Wir sind eingeladen, so wie wir sind zu Gott zu kommen.

Eventuell kann das Vaterunser auch mit Bewegungen gestaltet werden.

Friedensgruß


Die Kinder nehmen sich beim aus dem Kreis Gehen Papierblumen mit, die sie beim Friedensgruß (zu dem sie in die Bankreihen ausströmen) an die Menschen in der Kirche verteilen.

Gebet nach der Kommunion


Christus hat keine Hände, nur unsere, um geplagten und unterdrückten Menschen das Joch von ihren Schultern zu nehmen.
Christus hat keine Füße, nur unsere Füße, um wie Jesus für die Freiheit der Menschen einzutreten.
Christus hat keinen Mund, nur unseren Mund, um die Befreiung der Unterdrückten zu fordern. Amen.

Publikation: effata

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Lesejahr: A

Sonntag im Jahreskreis : 14. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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