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Jesus rettet die Menschen

Messmodelle

Hintergrund

Als zentrale Aussage für den Gottesdienst des Dreifaltigkeitssonntags wurde der Vers Joh 3,17 aus dem Evangelium ausgesucht: "Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird." Ausgehend von der Legende des Hl. Augustinus über das Geheimnis der Dreifaltigkeit wird übergeleitet zum Evangelium, dass das Ziel der Liebe Gottes die Rettung des Menschen ist.

Material

  • kleine Plastilinkugeln für jedes Kind eine gelbe, eine rote und eine grüne

Aufbau

Wenn nur eine Lesung genommen wird, empfehlen wir jene aus dem 2. Brief an die Korinther. Wegen der besseren Verständlichkeit für Kinder empfehlen wir bei der 2. Lesung die Übersetzung der Guten Nachricht, die auch hier abgedruckt ist.

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Kyrie
  • Legende des Hl. Augustinus
  • Überleitung zum Evangelium und zur Verkündigung
  • Verkündigung
  • Fürbitten
  • Gabenbereitung
  • Gebet nach der Kommunion
  • Schlusssegen

 

Bibelstellen

1. Lesung: Ex 34,4b.5-6. 8-9

In jenen Tagen stand Mose am Morgen zeitig auf und ging auf den Sinai hinauf, wie es ihm der Herr aufgetragen hatte. Der Herr aber stieg in der Wolke herab und stellte sich dort neben ihn hin. Er rief den Namen Jahwe aus. Der Herr ging an ihm vorüber und rief: Jahwe ist ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig, reich an Huld und Treue. Sofort verneigte sich Mose bis zur Erde und warf sich zu Boden. Er sagte: Wenn ich deine Gnade gefunden habe, mein Herr, dann ziehe doch mein Herr mit uns. Es ist zwar ein störrisches Volk, doch vergib uns unsere Schuld und Sünde, und lass uns dein Eigentum sein!

2. Lesung: 2 Kor 13,11-13

Gute Nachricht
Lebt wohl, Brüder und Schwestern! Nehmt meine Worte zu Herzen und lasst euch wieder auf den rechten Weg bringen. Seid einer Meinung und lebt in Frieden miteinander! Dann wird Gott, der uns seine Liebe und seinen Frieden schenkt, bei euch sein. Grüßt einander mit dem Bruderkuss! Die ganze Gemeinde lässt euch grüßen. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Hilfe des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

Evangelium: Joh 3,16-18

Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.

Hintergrund Evangelium:

Nikodemus


Im Evangelium des Dreifaltigkeitssonntags wird ein Teil eines Gesprächs zwischen Nikodemus und Jesus wiedergegeben. Nikodemus, der Pharisäer und vornehmer Jude war, besucht Jesus in der Nacht, um mit ihm zu sprechen. Später hat dann Nikodemus Jesus im Hohen Rat gegen eine vorschnelle Verurteilung verteidigt (Joh 7,50f) und am Begräbnis von Jesus teilgenommen (Joh 19,39). Für Nikodemus ist Jesus ein gotterleuchteter Lehrer, darum unterhält er sich mit ihm über die Weisungen des Gesetzes, und darum sucht er ihn wie einen Rabbi bei Nacht auf.

Das ewige Leben


Das Gespräch zwischen den beiden ist durch das christliche Bekenntnis bestimmt: Gott hat in Liebe zu uns seinen eigenen Sohn nicht geschont. Die Güte und das Wohlwollen des Vaters finden in der Sendung des Sohnes ihren tiefsten Ausdruck. Wer an diesen Sohn glaubt, der findet das Leben, um das sich Nikodemus müht und das er mit seinen gedanklichen Mitteln zu verstehen sucht. Bereits in den vor diesem Evangelium liegenden Versen (Joh 3,1-12) geht es um die Frage nach dem "Sinn des Lebens", um die Frage nach dem "Heil". Die grundsätzliche Frage des Nikodemus ist, ob die erlösungsbedürftige Menschheit auf das "Heil" hoffen darf? Selbstverständlich ja, denn der letzte Grund des Heilsgeschehens liegt in der maßlosen und unbegreiflichen Liebe Gottes. Besonders die Verse 16 und 17 zeigen deutlich, wie sehr die geschichtliche Sendung des Sohnes im Heilswillen des Vaters begründet ist. Das Ziel dieser liebevollen Zuwendung Gottes zu den Menschen ist die Rettung der Welt durch Jesus Christus.

Nicht Richter, sondern Retter


Der Vater beauftragt den Sohn nicht mit der Durchführung eines Strafgerichts, sondern er sendet seinen Sohn, um die Menschheit bedingungslos zu retten. Nur durch den Glauben ist es möglich, dem Endgericht zu entgehen. Glaube und Unglaube entscheiden über Heil und Unheil, über ewiges Leben oder Gericht. Die Erlösungstat wurzelt letztlich in der zuvorkommenden Liebe Gottes, der seinen Sohn hingab. Ziel der Sendung ist die Rettung aller, die glauben. Die freie Entscheidung lässt auch den Unglauben zu. Das Gewicht der Entscheidung, die der Mensch in Glaube oder Unglaube trifft, verdeutlicht die Androhung des Gerichts. Der Nichtglaubende verhängt das Gericht über sich selbst.

Hintergrund


Das Hauptproblem, das der Evangelist Johannes im Gespräch Jesu mit dem Pharisäer Nikodemus anspricht, ist die Beziehung des unfassbar großen Gottes zu dem "Menschensohn" Jesus Christus, der von Gott in die Welt gesandt wurde. Die Juden haben offenbar Probleme damit gehabt, dass der große Gott, von dem es kein Bild geben und dessen Namen man nicht aussprechen durfte, in einem Menschen in Raum und Zeit erfahrbar würde. Es bestand die Angst, ob das nicht eine Vermenschlichung Gottes oder eine Gotteslästerung sei: Wie kann Gott, der "Allmächtige und Ewige", den Menschen so nahekommen, wie Jesus es tat?

Zusammenhang


So richtet sich das über Leben und Tod des Menschen entscheidende Urteil nach der Person Jesu und nicht mehr nach der Thora, wie Nikodemus und andere vorher glaubten. Der Glaube an Gott ist nicht nur eine Frage theologischer Auseinandersetzung, sondern auch die Erfahrung des unfassbar großen Gottes, der uns in Jesus einmalig persönlich nahekam, und den wir dort heute noch spüren, wo Menschen im Geiste Jesu miteinander leben. Das letzte Ziel der Liebe Gottes ist die Rettung aller Menschen.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Kyrie


Herr, Jesus Christus, du bist vom Vater gesandt, damit wir das ewige Leben haben.

Herr, Jesus Christus, du bist vom Vater gesandt, damit jeder, der an dich glaubt, stark ist im Leben.

Herr, Jesus Christus, du bist vom Vater gesandt, damit die Welt durch dich gerettet werde.

Legende des Hl. Augustinus


Vor mehr als tausend Jahren lebte in Afrika ein Mann, der sehr weise war. Er war ein großer Gelehrter. Sein Name war Augustinus. Augustinus dachte viel nach über Gott und über die Menschen. Und was er sich überlegt hatte, schrieb er auf. Seine Bücher sind so bedeutungsvoll, dass sie heute noch, nach weit mehr als tausend Jahren, gelesen werden. Die Menschen haben ihn geachtet und geehrt, und wegen seiner Weisheit und Frömmigkeit wurde er Bischof. Eines Tages ging Bischof Augustinus am Strand des Meeres entlang und dachte über das Wesen Gottes nach. "Gott ist einer — und er ist doch Vater, Sohn und Geist. Gott ist einer — und er ist doch dreifaltig. Wie soll ich das verstehen, und wie soll ich das den Menschen erklären?", grübelte er. "Wir Menschen sind immer nur einer — wie kann einer drei, wie können drei einer sein?" Da wurde er plötzlich in seinen Gedanken von einem kleinen Buben gestört. Der saß im Sand und spielte mit einer Muschel. Er hatte ein Loch gegraben und schöpfte nun mit der Muschel Wasser aus dem Meer in das Loch. "Was tust du da?", fragte Augustinus. "Ich fülle das ganze Meer in meine Grube!", antwortete das Kind. "Und du glaubst, dass dir das gelingt?", fragte der kluge Mann und lächelte. Da sagte das Kind: "Eher passt das große Meer in meine kleine Grube als das Geheimnis des großen Gottes in deinen kleinen Kopf." So sagte es, und dann war es verschwunden.

Überleitung zum Evangelium und zur Verkündigung


Von Augustinus, der Professor und Bischof war und ungefähr 354 bis 430 gelebt hat, erzählt man diese Legende. Er war ein gescheiter Mann, trotzdem gab es viele Dinge, die er nicht verstehen konnte, eben das, was wir das Wesen Gottes nennen. Das kleine Kind zeigt dem gescheiten Augustinus auf, dass es in unserem Glauben eben Dinge gibt, die wir nicht verstehen können. Wie soll das Geheimnis des großen Gottes in unseren kleinen Kopf passen? So fragt das Kind den Gelehrten Augustinus. Das heutige Evangelium sagt uns etwas darüber, wie Gott ist: Evangelium: Joh 3,16-18.

Verkündigung


Alles, was wir von Gott wissen, entnehmen wir dem Wort Gottes aus der Heiligen Schrift. Das meiste von Gott haben wir von Jesus selbst über Gott erfahren. Wenn wir Jesus sehen, wie er lebt, wie er mit den Menschen umgeht, was er sagt und tut, dann können wir eine Ahnung davon bekommen, wie Gott ist. Mit unserem Menschenverstand ist die Größe Gottes nicht erfassbar. Wir können Gott nicht in unsere kleine menschliche Vorstellung zwingen.
Heute feiern wir den Sonntag der Dreifaltigkeit. Wer von euch weiß denn, was das bedeutet? (Antworten der Kinder werden abgewartet.) Dieses Fest hat mit Gott Vater, Jesus und dem Heiligen Geist zu tun. Wir werden versuchen, uns ein bisschen vorstellen zu können, wie das denn eigentlich gemeint ist, dass die drei drei sind und doch eigentlich eins.

Für die Verkündigung wurden kleine Plastilinkugeln vorbereitet, für jedes Kind eine gelbe, eine rote und eine grüne. Von helfenden Erwachsenen werden die Kugeln an der jeweiligen Stelle an die Kinder ausgeteilt.

Wir haben hier Plastilin vorbereitet. Zuerst haben wir grüne Kugeln geformt. (Jedes Kind bekommt eine grüne Kugel.) Diese grüne Kugel steht für Jesus. Welche Geschichten fallen euch zu Jesus ein? (Kinder können kurz erzählen.)
Wir halten diese grüne Kugel in der Hand und denken dabei an Jesus.
Nun kommt eine gelbe Kugel. Diese gelbe Kugel steht für Gott. Alle bekommen eine gelbe Kugel. Was wissen wir denn über Gott? (Kinder können kurz erzählen.) Wir halten die gelbe Kugel in Händen und denken an Gott.
Nun kommt eine rote Kugel. Alle bekommen eine rote Kugel. Diese Kugel steht für den Heiligen Geist. Wissen wir etwas über den Heiligen Geist? (Kinder können kurz erzählen.) Wir halten die rote Kugel in der Hand und denken an den Heiligen Geist.
Und jetzt kommt etwas ganz Besonderes. Wir legen alle drei Kugeln auf unserer Handfläche zusammen und rollen sie, sodass sie zu einer Kugel werden. (Die Kinder und auch der Priester rollen die drei Kugeln zu einer großen Kugel, die dreifärbig ist.) So könnrn wir uns das auch mit Gott und Jesus und dem Heiligen Geist vorstellen. Sie sind wie in der großen Kugel: alle eins. Und doch kann man die unterschiedlichen Farben gut erkennen und jede Farbe ist etwas Besonderes.

Das, was unser Vater Gott getan hat, dadurch, dass er Jesus in die Welt gesandt hat, sollte heute durch das Wirken des Geistes Christi fortwirken in unserer Welt. Unsere Aufgabe als Christinnen und Christen ist es, das, was durch Jesus begonnen wurde, zu vollenden.

Fürbitten


Herr, unser Gott, im Vertrauen auf deine grenzenlose Liebe, die in Jesus Christus offenbar wurde und im Heiligen Geist unter uns lebendig ist, tragen wir dir unsere Bitten vor:

Wir bitten dich für die Gemeinschaft unserer Kirche, schenke ihnen den Geist deiner Liebe.

Wir bitten dich für alle Christinnen und Christen, führe sie in Einheit zusammen.

Wir bitten dich für alle, die den Glauben an dich verloren haben, führe sie auf den Weg zu dir.

Wir bitten dich für alle Menschen auf der Welt, schenke ihnen den Geist des Friedens.

Gabenbereitung


Wenn die Kinder möchten, können sie zur Kommunion ihre Kugeln vor den Altar auf ein vorbereitetes Tablett legen.

Gebet nach der Kommunion


Denn bei dir sind Liebe, Einheit und Friede. Dich loben wir durch deinen Sohn im Heiligen Geist.
Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist — groß ist dieses Geheimnis, ich fasse es nicht.
Lass mich aber trotzdem aus deiner Liebe, in deiner Liebe und für deine Liebe leben. Lass deinen Heiligen Geist über mir und in mir sein und aus mir wirken.
Das gewähre uns der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Schlusssegen


Die Kinder können nun ihre Kugeln wieder vom Tablett holen, in die Bankreihen gehen und die Kugeln zum Segen in die Höhe halten.

Wir haben versucht, uns vorzustellen, wie Gott, Jesus und der Heilige Geist zusammengehören. Lass uns im Alltag, wenn wir jetzt aus der Kirche gehen, nicht vergessen, dass wir durch diese drei, die eins sind, besonders beschützt und getragen sind.

Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Publikation: effata

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Lesejahr: A

Sonntag im Jahreskreis : Dreifaltigkeitssonntag

Schlagwörter: Gottesdienst, Kinderpastoralwoche

 

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