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Jesus betet für die Menschen

Messmodelle

Hintergrund

Im Evangelium des heutigen Sonntags gibt Jesus einen Rechenschaftsbericht an den Vater über sein Leben in der Welt. Ausgehend von der Idee, was Jesus seinem Vater über die Welt erzählen würde, wenn er heute lebte, versuchen wir im Gottesdienst, die Verantwortung der christlichen Gemeinde in der Welt heute herauszuarbeiten. (Jesus sagt: "... in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt ..." - Joh 17,10b-11a)

Material

  • Plakat oder Flipchart

Aufbau

Wenn nur eine Lesung genommen wird, sollte wegen des Zusammenhangs jene aus der Apostelgeschichte genommen werden.

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Kyrie
  • Verkündigung
  • Fürbitten

 

Bibelstellen

1. Lesung: Apg 1,12-14

Als Jesus in den Himmel aufgenommen war, kehrten die Apostel vom Ölberg, der nur einen Sabbat weg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zurück. Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus. Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern.

2. Lesung: 1 Petr 4,13-16

Brüder und Schwestern! Freut euch, dass ihr Anteil an den Leiden Christi habt; denn so könnt ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit voll Freude jubeln. Wenn ihr wegen des Namens Christi beschimpft werdet, seid ihr selig zu preisen; denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes, ruht auf euch. Wenn einer von euch leiden muss, soll es nicht deswegen sein, weil er ein Mörder oder ein Dieb ist, weil er Böses tut oder sich in fremde Angelegenheiten einmischt. Wenn er aber leidet, weil er Christ ist, dann soll er sich nicht schämen, sondern Gott verherrlichen, indem er sich zu diesem Namen bekennt.

Evangelium: Joh 17,1-11a

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. Denn du hast ihm die Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast. Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.

Hintergrund Evangelium:

Einleitung


Das 17. Kapitel des Johannesevangeliums bezeichnet man als das "Abschiedsgebet des Herrn". Von der literarischen Gattung her findet man verschiedene Ähnlichkeiten mit jüdischer und biblischer Literatur (Abschiedssegen der Väter, Fürbitte des Scheidenden um das Erbarmen Gottes mit dem Volk) und gnostischen Texten. (In den Gemeinden des Johannes gab es gnostische Abspaltungen - gnosis, aus dem Griechischen "Erkenntnis, Wissen": religiöse Bewegungen, die das Heil nur in der Erkenntnis der göttlichen Geheimnisse suchten und die irdischen Werte verleugneten.) Vor diesem Hintergrund schrieb Johannes sein Evangelium. Jesus legt in dieser Perikope vor seinem Vater Rechenschaft ab über sein Werk (Joh 17,1-8) und bittet für die Seinen (Joh 17,9-11a). Der Vater, der den Sohn gesandt hat, soll das Werk in Obhut nehmen, da der Sohn zum Vater zurückkehrt. Das Abschiedsgebet ist konzentrierter Ausdruck johanneischer Christologie in der Form eines Gebetes.

Die Gemeinde des Johannes


Es dürfte eine größere christliche Gemeinde gegeben haben, in der eine Gruppe von Schüler/innen und Freund/innen des "Lieblingsjüngers Johannes" und er selbst beheimatet gewesen sein dürften. Es dürfte aber auch einige Gemeinden in der Nachbarschaft gegeben haben, die von der johanneischen Gemeinde beeinflusst waren. Eine genaue Lokalisation der Johannesgemeinde(n) ist wissenschaftlich umstritten. So werden genannt: Syrien? Kleinasien-Ephesus? Alexandrien? Die Frage ist auch, ob die johanneische Gemeinde eine exklusiv-elitäre Gemeinschaft mit ausgeprägtem Erwählungsbewusstsein, die sich von der "Welt" abgrenzt und auf ihr inneres Leben zurückzieht, oder eine bereits "gnostisch angehauchte" Gemeinde am Rande des Urchristentums war. Im ersten Johannesbrief lesen wir in 2,19: "Sie sind aus unserer Mitte gekommen, aber sie gehörten nicht zu uns." Es dürfte sich dabei um "gnostische" Abtrünnige von der johanneischen Gemeinde gehandelt haben.

Jesu Bitte um Verherrlichung (Joh 17,1-5)


Das Gebet beginnt mit der Gebetshaltung der "zum Himmel erhobenen Augen" und der Anrede Gottes als "Vater", die auf das aramäische "Abba" zurückgeht und das Urvertrauen zu Gott zum Ausdruck bringt. Das Abschiedsgebet, von dem nur Johannes berichtet, stellt einen Höhepunkt dar, genau an der Stelle, wo Jesus seine Reden an die Jünger beendet hat, um sich auf den Weg der Passion zu begeben (18. Kapitel). Mit dem Satz "die Stunde ist da" meint Jesus die Stunde des Todes. Was der Sohn für sich erbittet, geschieht wieder nur, um den Vater zu verherrlichen. Die Verherrlichung des Vaters durch den Sohn geschieht dadurch, dass "er allen ewiges Leben schenkt".
"Ewiges Leben" bedeutet "den einzigen wahren Gott und Jesus Christus zu erkennen". Das Wort "erkennen" bedeutet aber mehr als unser Ausdruck für "intellektuell begreifen". Wenn die Bibel von "erkennen" spricht, denkt sie an eine Beziehung von höchster Intimität, z.B. der ehelichen Vereinigung (vgl. Mt 1,25a: "Josef erkannte Maria nicht, bis sie ihren Sohn gebar" oder Lk 1,34: "Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne"). Wer also mit Gott so vertraut ist wie mit einem über alles geliebten Menschen, der hat teil am "ewigen Leben". Ewiges Leben erlangt man durch die Gemeinschaft mit Gott und seinem Sohn Jesus Christus. Jesus begründet seine Verherrlichung damit, dass er das ihm aufgetragene Werk auf Erden vollbracht hat. In dieser Stunde des nahenden Todes erbittet Jesus die Einsetzung in seine ursprüngliche Herrlichkeit beim Vater.

Bitte für die Jünger (Joh 17,6-11a)


Jesus umschreibt sein Werk als Offenbarung des göttlichen Namens. Angesprochen ist die Jüngergemeinde, die die spätere Kirche repräsentiert. Christus hat den Jüngern das Wort Gottes gegeben, sie haben es angenommen. In Christus hat sich der Name Gottes den Menschen kundgetan (vgl. Jes 52,6: "Darum soll mein Volk an jenem Tag meinen Namen erkennen"). Jesus hat den Namen Gottes nur den Menschen geoffenbart, die ihm der Vater "aus der Welt" gegeben hat. Diese Verengung auf den Kreis der Glaubenden wird aber im gleichen Kapitel noch relativiert: Joh 17,23: "... damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast ...". Jesus bestätigt damit den Jüngern, dass sie am Wort des Vaters "festgehalten" haben. So kann Jesus jetzt betont sagen, dass er für sie bittet. Jesus empfiehlt "die Seinigen" dem Vater, weil alles ihm Gehörende auch dem Vater gehört (vgl. das Bild vom Hirten und seiner Herde in Joh 10,1-18). Jesus spricht noch in der Welt, aber schon im Bewusstsein, dass er sie verlässt und die Jünger in der Welt zurücklässt. Die Sorge Jesu richtet sich auf die Jünger und ihre Existenz in der Welt, gleichsam ohne ihn. Man kann also sagen, dass die Abschiedsrede Jesu sehr stark gemeindeorientiert ist.

Zusammenhang


Im 10. Vers sagt Jesus, dass er durch die Jüngergemeinde "verherrlicht wird". Die Jüngergemeinde muss das Wesen Gottes, die Liebe, zum sichtbaren Ausdruck bringen. Das enge Verhältnis von Vater und Sohn, ihre austauschbaren Tätigkeiten, sollen immer wieder die Einsicht vermitteln, dass sich in Christus Gott geoffenbart hat. Die christliche Gemeinde leidet an der Welt, aber sie rüstet sich für das Zeugnis, das sie vor der Welt abzulegen hat, denn durch die Gemeinde wird Christus in der Welt "verherrlicht". Dieses Wort Jesu ist nicht nur für die damalige Jüngergemeinde oder die johanneische Gemeinde, sondern selbstverständlich auch für unsere gegenwärtigen Gemeinden gültig.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Kyrie


Herr, Jesus Christus, du hast noch für die Jünger und für uns gebetet.

Herr, Jesus Christus, du hast den Jüngern und uns ewiges Leben versprochen.

Herr, Jesus Christus, du hast die Jünger und uns für die Aufgaben in der Welt durch dein Wort gestärkt.

Verkündigung


Wir hören im heutigen Evangelium, wie Jesus seinem Vater über sein Leben und über die Welt erzählt, man könnte sagen: Jesus legt vor seinem Vater einen Rechenschaftsbericht ab über das, was er in der Welt getan hat, und über die Situation der Menschen, die durch Jesus zum Glauben gekommen sind. Was glaubt ihr würde Jesus heute seinem Vater von unserer Welt erzählen?

Die Antworten der Kinder werden in Stichworten auf ein vorbereitetes Plakat oder ein Flipchart aufgeschrieben, wobei nach jedem Stichwort Platz sein sollte, um später noch etwas dazuzuschreiben.
Mögliche Antworten können sein: Ungerechtigkeit in der Welt, viele Kriege, Arbeitslosigkeit, Umweltverschmutzung usw.

Jesus sagt im heutigen Evangelium über die Jüngergemeinde: "Sie gehören dir, du hast sie mir gegeben und sie haben an deinem Wort festgehalten" (Vers 6b), "sie sind zum Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast" (Vers 8b), "für sie bitte ich, denn sie gehören dir" (Vers 9), "in ihnen bin ich verherrlicht" (Vers l0b) und "ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt" (Vers 11a). Was über die Gemeinde der Jünger damals ausgesagt wurde, gilt auch für uns als Gemeinde heute:

  • Die Gemeinde gehört zu Gott ("gehört" im Sinne von "dazugehören", nicht im Sinne von "besitzen").
  • Wir alle, die wir zur Gemeinde Jesu gehören, sind mitverantwortlich, was aus der Sache Jesu in unserer Welt wird.
  • Die Gemeinde Jesu hat die Aufgabe, das Reich Gottes in dieser Welt zu verwirklichen, das fortzusetzen, was Jesus begonnen hat.
  • Wenn die Gemeinde am Wort Jesu festhält, zum Glauben an Gott kommt und in der Welt aktiv ist, dann wird Jesus durch die christlichen Gemeinden "verherrlicht".


Wir wollen also versuchen, zu überlegen, was wir als Christinnen und Christen in unserer Welt verändern könnten. Wir schreiben zu jedem der auf unserem Plakat gesammelten Stichworte, was wir als Kirche, als christliche Gemeinde, als Pfarrgemeinde damit zu tun haben, bzw. was wir zu einer Veränderung beitragen könnten.
Mit einer anderen Farbe werden zu jedem Stichwort Möglichkeiten des christlichen Handelns der Gemeinde geschrieben. Anschließend an das Schreiben werden aus dem Zusammenhang die Fürbitten formuliert.

Fürbitten


Die Kinder formulieren frei Fürbitten bezüglich dessen, was sie als Christ/innen bzw. als christliche Gemeinde in der Welt verändern möchten (z.B. "Hilf uns Christinnen und Christen, die Ungerechtigkeit in der Welt zu verändern"). Wenn die Kinder sich keine Fürbitten zu formulieren trauen, genügt es, wenn sie das Anliegen sagen (z.B. "Ungerechtigkeit"), und der Priester formuliert eine Bitte zum Anliegen des jeweiligen Kindes, oder der Priester formuliert die Bitten gleich selbst, wobei er sich aber explizit auf die am Plakat stehenden Dinge bezieht. (Beispiel: "Hier haben wir das Wort Ungerechtigkeit aufgeschrieben. Guter Gott! Es gibt viele Situationen, in denen Ungerechtigkeiten passieren. Hilf uns, wachsam zu sein und uns für Gerechtigkeit einzusetzen. Wir bitten dich, erhöre uns.")

Publikation: effata

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Jahreskreis: Ostern

Lesejahr: A

Sonntag im Jahreskreis : 7. Sonntag der Osterzeit

Schlagwörter: Gottesdienst, Ostern

 

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