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Milde ist Zeichen der Stärke

Messmodelle

Hintergrund

Der Schwerpunkt des heutigen Gottesdienstes liegt auf den Aussagen der 1. Lesung (Weish 12, 13. 16-19). Es geht um die Frage: Wie ist Gott? Was macht seine Stärke aus? In der Verkündigung als Überleitung von der Lesung zum Evangelium wird versucht den Unterschied zwischen menschlicher Stärke und der Stärke Gottes herauszuarbeiten. Als Impuls wird dazu das Gesicht von Halfdan Rasmussen "Der stärkste Mann" verwendet. Die Hauptaussageabsicht liegt darin, daß unser Gott ein milder, barmherziger und liebender Gott ist, dessen Stärke darin liegt, daß er uns immer wieder verzeiht.

 

Bibelstellen

1. Lesung: Weish 12, 13. 16-19

Es gibt keinen Gott, Herr, außer dir, der für alles Sorge trägt; daher brauchst du nicht zu beweisen, daß du gerecht geurteilt hast.
Deine Stärke ist die Grundlage deiner Gerechtigkeit, und deine Herrschaft über alles läßt dich gegen alles Nachsicht üben. Stärke beweist du, wenn man an deine unbeschränkte Macht nicht glaubt, und bei denen, die sie kennen, strafst du die trotzige Auflehnung. Weil du über Stärke verfügst, richtest du in Milde und behandelst uns in großer Nachsicht; denn die Macht steht dir zur Verfügung, wann immer du willst.
Durch solches Handeln hast du dein Volk gelehrt, daß der Gerechte menschenfreundlich sein muß, und hast deinen Kindern die Hoffnung geschenkt, daß du den Sündern die Umkehr gewährst.

Evangelium: Mt 13, 24-30, 36-39. 43b

In jener Zeit erzählte Jesus der Menge das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg.
Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt denn das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und das Unkraut ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Laßt beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.
Dann verließ er die Menge und ging nach Hause. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker.
Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut, sind die Söhne des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel.
Wer Ohren hat, der höre!

Hintergrund 1. Lesung:

Buch der Weisheit


Das Buch der Weisheit ist das jüngste Buch unseres christlichen Alten Testaments. Es wurde im ersten vorchristlichen Jahrhundert von einem gebildeten Juden in Alexandrien verfaßt. Der dritte Teil des Buches behandelt das Wirken Gottes an seinem Volk beim Auszug aus Ägypten und während des Zuges durch die Wüste. Die Verse der heutigen Lesung sind einer "Einschaltung" in Salomons großer Gebet (8, 19-19, 22) entnommen und setzen sich mit der Spannung, die sich aus der Vorstellung eines strafenden und zugleich barmherzigen Gottes ergibt, auseinander.

Der strafende Gott


Der ausgewählte Abschnitt der heutigen Lesung enthält die verallgemeinernde Schlußfolgerung einer vorangehenden geschichtlichen Betrachtung (11, 55 ff). Gott straft die Ägypter und Kanaaniter für ihre in den Augen der Israeliten frevelhaften Gebräuche wie z. B. Darbringen von Kinderopfern und kanibalistische Bräuche. Die Milde und Barmherzigkeit Gottes zeigt sich nach Auffassung des Verfassers aber darin, daß Gott diese Völker nicht auf einen Schlag ausrottet, obwohl er die Macht dazu hätte, sondern immer wieder Gelegenheit zur Umkehr gelassen hat.

Der starke und gerechte Gott


Gott ist "stark" und "gerecht". Er setzt seine Stärke für die Menschen ein - ebenso wie seine Macht. Das braucht er nicht zu beweisen. Er ist gut und gerecht - er weiß, was jeder Einzelne braucht und möchte es ihm ermöglichen. So sollen auch die Menschen sein - stark, gerecht, gut - und menschenfreundlich.

Der starke und gütige Gott


Der Gott, "der für alles Sorge trägt", erweist sich selbst im gerechten Gericht "milde". Er behandelt uns alle mit großer und verständiger "Nachsicht". Liebe und Nachsicht sind aber Zeichen der Stärke. Wer zu Gottes Volk gehört und letztlich an Gottes Macht teilhat, soll und kann - so wie Gott und in seiner Nachahmung - selber "menschenfreundlich" sein. Und alle, vor allem aber seine "Söhne" und "Töchter" dürfen stets mit Gottes verzeihender Nachsicht rechnen. Der hoffende Glaube an die Macht und Gerechtigkeit Gottes, vor allem aber der Glaube an seine Liebe ist die stets gültige bleibende Basis der beständig offenstehenden Umkehr.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Kyrie


Jesus, in der heutigen Lesung hören wir von Gott, unserem Vater, daß er Sorge trägt für alles.

Jesus, in der heutigen Lesung hören wir von Gott, unserem Vater, daß seine Stärke die Milde ist und er uns mit Nachsicht behandelt.
Jesus, in der heutigen Lesung hören wir von Gott, unserem Vater; daß auch wir menschenfreundlich und gerecht und stark sein können, weil wir an Gottes Stärke teilhaben.

Verkündigung


In der heutigen Lesung geht es um die Frage: Wie ist Gott zu den Menschen? Wie ist er zu den Sündern? Die Frage wird so beantwortet, daß unser Gott ein gerechter Gott ist - "Deine Stärke ist die Grundlage deiner Gerechtigkeit" - haben wir gerade im Buch der Weisheit gelesen. Es geht also um Stärke, um das "Stark-Sein".

  • Wann ist jemand stark? Kinder antworten.
  • Wenn er viel Kraft hat
  • Wenn er sportlich ist
  • Wenn er gut reden kann
  • Wenn er schnell ist
  • Wenn er gescheit ist
  • usw.



Ich habe ein Gedicht gefunden, das handelt von einem Mann, der stark ist. Hört euch das Gedicht an und überlegt euch, was es uns über das "Stark-Sein" sagt.

Der stärkste Mann

Der stärkste Mann der Welt
mit den Zähnen ein Flußpferd hält,
er hebt eine Straßenbahn hoch,
klatscht dabei in die Hände noch -

Aber Kornblumen auf einen Strohhalm stecken,
den Himmel mit Kornblumen zu decken,
meiner Schwester den ersten Milchzahn schenken:
Daran kann der starke Mann nicht denken.
Ein Gedicht aus Rassmusen Halfdan, aus: Hans Baumann (Hrsg.), Ein Reigen um die Welt, Sigbert Mohn Verlag, Gütersloh 1965

  • Was kann der stärkste Mann, was kann er nicht? - Kinder antworten
  • Was unterscheidet die Stärke dieses Mannes von der Stärke Gottes? Kinder antworten.


In der heutigen Lesung heißt es: Gott braucht seine Stärke nicht zu beweisen. Da Gott stark ist, richtet er in Milde und behandelt uns mit Nachsicht. Das heißt: unser Gott ist ein milder, barmherziger Gott, der uns liebt, und unsere Fehler immer wieder verzeiht; seine Nachsicht ist immer wieder Zeichen seiner Stärke.

Auch im Gleichnis vom Unkraut (im heutigen Evangelium) geht Gott mit Milde und Nachsicht mit dem Unkraut um und läßt es nicht gleich ausreißen. Auch wenn es dann bei der Ernte ausgerissen werden muß, wird es doch noch für einen nützlichen Zweck verwendet, nämlich als Brennstoff. Gott geht nachsichtig mit unseren Fehlern (unserem Unkraut) um und so können wir aus ihnen lernen und noch Gutes (Weizen) daraus machen. Die Stärke unseres milden Gottes liegt darin, daß er uns annimmt und liebt, so wie wir sind. Und auch wir können so stark sein und "Kornblumen auf einen Strohalm stecken". Die Kinder bekommen als Friedensgruß solche Strohhalme mit Kornblumen darauf, die sei weiterschenken können.

Fürbitten


Guter Gott, wir danken dir dafür, daß du dich immer um uns sorgst, und bitten dich, daß auch wir bereit sind, für andere Menschen Sorge zu tragen.

Guter Gott, wir danken dir dafür, daß du uns immer wieder unsere Fehler verzeihst und wir bitten dich, daß auch wir verzeihen können.

Guter Gott, wir danken dir dafür, daß deine Stärke die Güte ist, und bitten dich, daß auch unser Handeln gerecht, menschenfreundlich und gütig ist.

Guter Gott, wir danken dir dafür, daß du Geduld mit uns Menschen hast, und bitten besonders für unsere Gemeinde, daß auch wir Geduld haben mit allem, was für uns Unkraut zu sein scheint, damit der Weizen des Guten gedeihen kann - in anderen und in uns selbst.

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Lesejahr: A

Sonntag im Jahreskreis : 16. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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