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Das Leben des Jeremia

Messmodelle

Hintergrund

Im Mittelpunkt des heutigen Gottesdienstes steht der Prophet Jeremia. Von ihm wird in der ersten Lesung erzählt. Darin beklagt sich Jeremia, daß er sogar schon von seinen Freunden verfolgt und verleumdet wird. Ebenso wird aber sein unerschütterliches Gottvertrauen deutlich. Diese hier beschriebene Situation des Propheten nachzuvollziehen, ist für Kinder sehr schwer, weil sie in keiner Weise vergleichbare Alltagserfahrung machen. Darum geht es in der vorgeschlagenen Gestaltung des Gottesdienstes nicht um einzelne Worte, sondern um die Person und das Leben des Propheten Jeremia. In spielerischer Form sollen einige Facetten seines Lebens erfahrbar gemacht werden, wobei einzelne Bilder erleichtern sollen, den Zusammenhang zu erfassen.

Material

  • Bilder von Jeremia
  • Karton, in dem verschiedene Gegenstände liegen: ein Messer; eine Peitsche (oder ein Seil); ein Geldbeutel; eine Sprechblase mit dem Satz "Du blöder Nichtsnutz"; ein Fläschchen feines Parfum mit Preisschild; ein Bild von einem reich gedeckten Tisch, unter dem einige arme Leute sitzen; ein Stück Holz.
  • Tuch
  • Krone aus Papier

 

Bibelstellen

1. Lesung: Jer 20, 10-13

Jeremia sprach: Ich höre das Flüstern der Vielen: Grauen ringsum! Zeigt ihn an! Wir wollen ihn anzeigen. Meine nächsten Bekannten warten alle darauf, daß ich stürze: Vielleicht läßt er sich betören, daß wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.
Doch der Herr steht mir bei wie ein gewaltiger Held. Darum straucheln meine Verfolger und kommen nicht auf. Sie werden schmählich zuschanden, da sie nichts erreichen, in ewiger, unvergeßlicher Schmach.
Aber der Herr der Heere prüft den Gerechten, er sieht Herz und Nieren. Ich werde deine Rache an ihnen erleben; denn dir habe ich meine Sache anvertraut.
Singt dem Herrn, rühmt den Herrn; denn er rettet das Leben des Armen aus der Hand der Übeltäter.

Evangelium: Mt 10, 26-33

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunklen sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern.
Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann.
Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.
Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Hintergrund 1. Lesung:

Jeremia


Jeremia wurde um 650 v. Chr. als Sohn des Hilkijas aus dem Priestergeschlecht von Anatot geboren. Über seine Kindheit und Jugendzeit wissen wir nur, daß er nördlich von Jerusalem aufgewachsen sein dürfte. Bei seiner Berufung war er etwa 25 Jahre alt. 40 Jahre lang, vom religiösen Aufschwung, bis zum Untergang des Königreichs Juda, nahm er mahnend, drohend, fürbittend und mitleidend Stellung zum Schicksal seines Volkes. Er kritisierte das Einschleichen von fremden, heidnischen Kulten und kam dabei auch in Konflikt mit dem herrschenden König Jojakim. Auch mit dessen Nachfolger hatte er einige Auseinandersetzungen, sodaß er sogar ins Gefängnis gesperrt wurde. Doch dem Untergang Judas ging er nicht mit ins Exil, sondern ging in sein Land, von wo er schließlich von erfolglosen Rebellen nach Ägypten verschleppt wurde. Von seinem Tod wissen wir nichts Genaues, es gibt aber jüdische Erzählungen, nach denen Jeremia von Angehörigen seines eigenen Volkes gesteinigt worden sein soll.

Ermahnungen


Jeremia deckt die Sünden seines Volkes auf und wirft ihm die Abkehr vom lebendigen Gott und ein heidnisches Treiben vor; er droht sogar mit dem göttlichen Zorngericht: In der zweiten Periode seines Wirkens ruft er zur Umkehr auf. Durch seine offenen Angriffe gegen jede falsche Sicherheit nach innen und nach außen schafft er sich viele Feinde, auch im Kreis seiner Familie. Diese setzen alles daran, den lästigen Mahner mundtot zu machen. In der dritten Periode seines Wirkens spricht Jeremia von einer lang dauernden Herrschaft Babels. Seine Mahnreden kosten ihm fast das Leben. Seine Bemühungen haben wenig Erfolg, seine prophetische Sendung zeigt keine positive Wirkung. Dennoch ist Jeremia nicht gescheitert, denn seine Sendung schließt das Leiden ein, das ihn aber in keiner Phase seines Klagens von seinem Gottvertrauen und der Heilszuversicht abbringt. So hoffnungslos Jeremias Lage auch zu sein scheint, so konsequent und hoffnungsvoll bleibt er seiner Berufung treu.

Gottvertrauen


Kein Mittel ist Jeremias Gegnern zu schlecht, um sich des unerwünschten Propheten zu entledigen und ihn zum Schweigen zu bringen. Auch seine ehemaligen Freunde schrecken nicht vor gemeinsten Intrigen zurück. Aber Jeremia hat die Gewißheit, daß Gott auf seiner Seite steht. Das gibt ihm immer wieder Kraft und Zuversicht.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Für den Gottesdienstleiter sind fünf Bilder vorbereitet, die Jeremia in verschiedenen Lebenssituationen zeigen.

  • 1)Jeremias Berufung
  • 2)Jeremia hält Mahnrede
  • 3)Jeremia streitet mit den König
  • 4)Jeremia wird von allen Freunden verlassen
  • 5)Jeremia vertraut auf Gott

Beginn


Der/die Gottesdienstleiter/in zeigt den Kindern das erste Bild von Jeremia und erklärt:Jeremia sitzt unter einem Baum, als er merkt, daß Gott zu ihm spricht und ihm sagt, daß er im Auftrag Gottes zum Volk Israel sprechen und es ermahnen soll, weil viele Menschen ein schlechtes Leben führen. So beruft Gott Jeremia zum Propheten. Jeremia aber wehrt sich zuerst und sagt, daß er zu jung dafür sein. Er fürchtet sich sicher vor so einer großen Aufgabe. Wir wollen nun gemeinsam überlegen, was sich der Jeremia in diesem Moment alles gedacht haben könnte. Dazu nimmt der/die Gottesdienstleiter/in einen Ball zur Hand, der einem Kind (oder in der ersten Runde einem Erwachsenen) zugeworfen wird mit den Worten: "Jeremia, ich rufe dich!. Der/die jenige, der den Ball jetzt hat, sagt einen Satz der ausdrückt, was sich Jeremia in dieser Situation gedacht haben könnte, (z. B. "ich traue mich nicht", "die anderen werden mich auslachen", "das ist mir zu gefährlich", "ich weiß ja gar nicht, was ich da tun soll" etc.). So können wir vielleicht ein wenig nachvollziehen, wie es Jeremia, der fortan ein Prophet genannt wird, damals ergangen ist.

Bußakt


Nun wird das zweite Bild von Jeremia gezeigt. Wir sehen ihn, wie er sich vor die Leute stellt und sie ermahnt, weil sie sich von Gott abgewandt haben und kein gutes Leben führen. Auch hier wollen wir versuchen zu ergründen, wogegen sich Jeremia geäußert haben könnte und was er in unserer Zeit kritisieren würde. Als Hilfe steht in der Mitte ein Karton, in dem verschiedene Gegenstände liegen: ein Messer; eine Peitsche (oder ein Seil); ein Geldbeutel; eine Sprechblase mit dem Satz "Du blöder Nichtsnutz"; ein Fläschchen feines Parfum mit Preisschild; ein Bild von einem reich gedeckten Tisch, unter dem einige arme Leute sitzen; ein Stück Holz. Außerdem steht ein Tuch zur Verfügung, das man sich umhängen kann. Der/die Gottesdienstleiter/in beginnt nun und hängt sich das Tuch um. Er/sie ist jetzt der Prophet Jeremia. Er/sie geht jetzt zu der Schachtel, nimmt sich einen Gegenstand heraus und bringt eine Kritik an, die irgendwie mit dem Gegenstand zusammenhängt. Wenn er/sie sich z.B. das Bild mit dem reich gedeckten Tisch nimmt, kann er sagen: "So viele Menschen schauen nur darauf, daß sie selbst ein luxuriöses Leben führen können, und es ist ihnen egal, daß viele andere Menschen hungern müssen." Dann wird das Tuch wieder abgelegt und der Gegenstand zurück in den Karton gegeben. Nun kann sich ein Kind das Tuch umhängen, sich einen Gegenstand aussuchen und eine Ermahnung anbringen. Die Gegenstände können auch öfter verwendet werden. Das geht so lange, bis niemandem mehr etwas einfällt.

Daraufhin spricht der/die Gottesdienstleiter/in:
"Lieber Gott,
Jeremia hat die Menschen in seinem Volk ermahnt und auf ihre Fehler hingewiesen. Auch wir machen Fehler und sehen, daß Menschen ein schlechtes Leben führen.
Hilf uns, daß wir erkennen, was gut und was schlecht ist, damit wir andere und uns selbst darauf aufmerksam machen können. Amen."

Vor der Lesung


Vor der Lesung wird das dritte Bild gezeigt, auf dem zu sehen ist, wie Jeremia mit dem König streitet. Immer wieder ermahnt der Prophet seinen König, ein besseres Leben zu führen und den Glauben des Volkes Israel nicht anderen Völkern auszuliefern. Jeremia hat verschiedene Könige erlebt. Einer von ihnen, der König Zidkija, wirft den Propheten wegen seiner Reden sogar ins Gefängnis. Dazu mußte er ihn aber zuerst suchen. Ein Kind hängt sich nun das Jeremia-Tuch um, ein anderes setzt sich eine Krone aus Papier auf den Kopf. Der "König" begibt sich in seinen Palast, das heißt, er stellt sich in eine Ecke des Raumes und schaut ein. Währenddessen versteckt sich "Jeremia". Dann versucht der König Jeremia zu finden. Die anderen Kinder können nun selbst entscheiden, ob sie dem König helfen und ihm Hinweise auf das Versteck des Jeremia geben wollen, oder ob sie lieber zu Jeremia halten wollen und nicht verraten, wo er sich aufhält. Hat der König Jeremia in seinem Versteck gefunden, können zwei andere Kinder die Rollen des Königs und des Propheten spielen.

Zur Lesung


Zur Lesung wird das vierte Bild gezeigt, auf dem zu sehen ist, wie sich sogar Jeremias Freunde von ihm abwenden. Der Prophet wird schließlich sogar von seinen Freunden bekämpft. Darüber klagt er sehr, das hören wir heute in der Lesung.

Zum Evangelium


Jeremia hat zwar viel erleiden müssen, er hat aber sein Vertrauen auf Gott nicht verloren. Auch im Evangelium geht es heute um das Vertrauen auf Gott. Jesus ermuntert seine Jünger und Jüngerinnen, sich nicht vor den schlechten Menschen zu fürchten und immer auf Gott zu vertrauen.

Fürbitten


Zu den Fürbitten wird das fünfte Bild von Jeremia gezeigt. Wir sehen, wie er trotz seiner schlechten Lage weiterhin auf Gott vertraut und zu ihm betet. Auch wir beten jetzt zu Gott und bitten ihn, den Menschen zu helfen, daß sie immer wieder auf ihn und seine Hilfe vertrauen können. Dazu überlegen wir uns, wem wir wünschen, Vertrauen auf Gott zu gewinnen (z. B. allen, die schwer krank sind, allen, die Angst haben etc.). Nach jeder Personengruppe, die genannt wurde, sagen alle: "Wir bitten dich erhöre uns".

Publikation: Effata

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Lesejahr: A

Sonntag im Jahreskreis : 12. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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