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Grüss Gott

Messmodelle

Hintergrund

Ein Gottesdienstmodell für den Dreifaltigkeitsonntag.

Die zweite Lesung, der Schluß des zweiten Briefes des Apostels Paulus an die Korinther, stellt eine Folge von Grußformeln dar. So unbedeutend das auf den ersten Blick aussehen mag, so informativ kann ein derartiger Text sein. Er gibt uns einerseits Einblick in einen Aspekt der gebräuchlichen Umgangsformen und deren Stil, und andererseits enthält er eine Grundaussage des paulinischen Glaubensgutes, nämlich die Aussage über den dreieinigen Gott. Diese beiden Aspekte stehen auch im Mittelpunkt des Gottesdienstes mit Kindern, wobei der Aspekt des Grüßens und der verschiedenen Gruß- und damit verbundenen Umgangsformen im Vordergrund steht. Die Aussage über die Dreifaltigkeit Gottes ist für die Kinder sehr schwer verstehbar. So wird sie abschließend im Gottesdienst nur kurz bearbeitet. Um den Kindern das Mitvollziehen der Worte der Lesung zu erleichtern, ist hier eine Zusammenstellung der Einheitsübersetzung und der "Guten Nachricht" abgedruckt.

Material

  • rotes, ein gelbes und ein grünes Kärtchen

 

Bibelstellen

2. Lesung: 2 Kor 13, 11-13

Brüder und Schwestern! Freut euch, kehrt zur Ordnung zurück, laßt euch ermahnen, seid eines Sinnes, und lebt in Frieden! Dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein.
Grüßt einander mit dem heiligen Kuß! Es grüßen euch alle Heiligen.
Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

Evangelium: Joh 3, 16-18

Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.

Hintergrund 2. Lesung:

Der Brief


Der uns heute bekannte Text des zweiten Briefes des Apostels Paulus an die Gemeinde von Korinth läßt aufgrund verschiedener Spannungen und Unebenheiten darauf schließen, daß es sich dabei um eine Sammlung von Briefen handelt, die Paulus an seine Schwestern und Brüder in Korinth richtete. Dementsprechend kann man auch die Entstehungsgeschichte rekonstruieren. Die Korrespondenz mit der Gemeinde in Korinth begann schon mit dem ersten Korintherbrief. Anlaß für diese zweite Reihe von Briefen dürften besorgniserregende Nachrichten aus der Gemeinde gewesen sein, die Paulus zur Reaktion veranlaßten. Offenbar waren dort Männer aufgetreten, die die Autorität des Apostels zu untergraben versuchten und die Gemeinde in Korinth gegen Paulus einnahmen. Paulus setzte sich intensiv mit den Anschuldigungen, die gegen ihn laut wurden, auseinander. So können wir auch annehmen, daß derartige Spannungen auch innerhalb der Gemeinde zu Konflikten führten. Vor diesem Hintergrund erhält die ausführliche Grußformel zu Ende des Briefes (das ist der Text der heutigen Lesung) eine besondere Bedeutung.

Gruß...


Dem Grüßen galt ein besonderer Stellenwert, war es doch in dem meisten Fällen mit dem Segenswunsch und mit dem Ausdruck der gegenseitigen Achtung verbunden. Paulus hat im zweiten Korintherbrief mit der Gemeinde viel Unangenehmes auszuhandeln gehabt. Nun betont er, daß das die herzliche Bezogenheit der Christen untereinander, die sich auch im gegenseitigen Gruß äußert, nicht stören soll. So sind die Grüße und die Segenswünschen in den letzten Kapiteln dieses Briefes besonders ausführlich formuliert.

... und Kuss


Schon im Alten Orient war der Kuß ein Begrüßungszeichen, dann Ausdruck von Liebe und Freundschaft, aber auch der Achtung vor den Eltern und den Rabbinern. So bestätigt die Aufforderung des Paulus, daß sich die Gemeindemitglieder mit dem "heiligen Kuß" grüßen sollten, daß es ihm um eine herzliche Verbundenheit miteinander, die Achtung voneinander und um das Bewußtsein des gemeinsamen Glaubens ging. Auch bei der Feier des Abendmahls gab man sich in den christlichen Gemeinden den "Bruderkuß" oder "heiligen Kuß" auf die Wange. Der heilige Kuß ist auch heute noch in den orthodoxen Kirchen gebräuchlich.

Heilige


Paulus richtete der Gemeinde Grüße von "allen Heiligen" aus. Die Bezeichnung "heilig" wird im Neuen Testament nur selten genannt, denn, daß Gott heilig ist, wird mehr vorausgesetzt als eigens ausgeführt. Auch Jesus wird nur selten als "heilig" bezeichnet. Vor allem aber wird der Geist Gottes heilig genannt. Durch ihn sind im paulinischen Verständnis die Christen geheiligt. Durch die Gemeinschaft im Geist Gottes sind die Berufenen Heilige, die auch den Auftrag haben "heilig zu leben". So wird deutlich, daß Paulus Grüße von all jenen ausrichtet, die so wie die Gemeinde in Korinth sich vorgenommen haben, ein christliches, ein "heiliges" Leben zu führen.

Dreifaltigkeit


Der dreifache priesterliche Segen begegnet uns schon in den Schriften des Alten Testaments. Die hier von Paulus formulierte Version ist eine neue christliche Form des Segenswunsches. Er bringt damit deutlich zum Ausdruck, daß Gott, Jesus und der (Heilige) Geist ganz und gar zusammengehören. Die Offenbarung Gottes geschieht in Jesus Christus und dann, nach seiner Aufnahme in den Himmel, durch die Gegenwart des Geistes Gottes, des Heiligen Geistes. "Gnade", "Liebe" und "Gemeinschaft" sind die charakteristischen Bezeichnungen für diese Dreifaltigkeit, sie sind im christlichen Leben von zentraler Bedeutung. "Die Gemeinschaft des "Heiligen Geistes" bedeutet einerseits Gemeinschaft mit Gott und andererseits Gemeinschaft der Christen untereinander, die der Heilige Geist möglich macht.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Spiel zu Beginn


Zu Beginn des Gottesdienstes stellen sich alle im Kreis auf. Jeder streckt seinen rechten Arm in die Mitte. dann gehen alle langsam aufeinander zu, bis sich in der Mitte die Fingerspitzen aller rechten Hände berühren. Nun rollt jeder seine rechte Hand ein wenig ein, so daß alle in der Mitte befindlichen Hände in einer Spirale eingerollt sind. Sind wir soweit, machen wir die für eine Begrüßung typische Handbewegung und sagen "Grüß Gott". So können wir alle einander begrüßen. Und wir begrüßen auch den lieben Gott.

Das ist aber nur eine Form des Begrüßens. Wir kennen sicher noch andere Formen, die auch gleich ausprobiert werden können. Dazu bleiben alle im Kreis stehen. Ein Kind geht auf ein anderes zu und begrüßt es entweder in einer sehr gebräuchlichen oder in einer sehr originellen Form. Die anderen versuchen, das dann nachzumachen. Dann zeigt ein anderes Kind eine Begrüßungsform vor, die die anderen wiederum nachahmen. Wenn wir zum Gottesdienst zusammenkommen, haben wir auch eine besondere Form, Gott zu begrüßen. Wir machen das Kreuzzeichen und zeigen auf diese Weise, daß wir nun miteinander an Gott denken.

Besinnung


Jedes Kind bekommt ein rotes, ein gelbes und ein grünes Kärtchen. Nun rufen wir uns die Begrüßungsformen, die wir zuvor einander nachgemacht haben, in Erinnerung. Wir betrachten jede Begrüßung einzeln und überlegen, ob es sich dabei um eine freundliche, liebliche Form des Grüßens handelt, ob diese Form eigentlich ausdrückt, daß einem der andere egal ist, oder ob diese Form überhaupt unfreundlich ist. Wer findet, eine Begrüßungsform ist freundlich, zeigt eine grüne Karte, wer sie für unfreundlich hält, zeigt rot, und wer findet, sie drückt Gleichgültigkeit aus, zeigt gelb. Dann können wir uns überlegen, was unser Urteil beeinflußt hat. Und wenn noch Zeit bleibt, erzählen wir einander, wie jede/r einzelne andere Leute üblicherweise grüßt.

Lesung


In der Lesung hören wir heute auch Grüße. Denn Paulus schließt gerade einen Brief ab, den er an die Gemeinde von Korinth geschrieben hat.

"Lebt wohl, liebe Schwestern und Brüder! Nehmt euch meine Worte zu Herzen und laßt euch wieder auf den rechten Weg bringen. Seid eines Sinnes und lebt in Frieden miteinander! Dann wird Gott, der uns seinen Frieden und seine Liebe schenkt, bei euch sein. Grüßt einander mit dem heiligen Kuß! Die ganze Gemeinde läßt euch grüßen. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Hilfe des heiligen Geistes sei mit euch allen!"

Verkündigung


Gespräch des Gottesdienstleiters/in mit den Kindern: Welche der drei Farbkarten zeigst Du für die Form des Grüßens von Paulus? Wichtig ist hier, daß auch etwaige rote und gelbe Kärtchen ernstgenommen werden und die Kinder, die so wählen, sagen dürfen, was ihnen nicht gefällt.
Gibt es einen Satz, der dir besonders gut gefällt? Einen Satz, der dir besonders aufgefallen ist?
Paulus fordert seine Freunde auf, einander mit dem heiligen Kuß zu begrüßen. Das klingt für uns vielleicht komisch, aber so eigenartig ist das gar nicht. Wem geben wir zur Begrüßung oder Verabschiedung ein Bussi? Das sind sicher Menschen, die wir gern haben! Wir zeigen damit, daß wir einander mögen. Das meint auch der Apostel Paulus: wenn ihr gut und in Frieden miteinander lebt, dann könnt ihr das auch zeigen, indem ihr einander mit einem Kuß begrüßt. Weil ihr euch bemüht, so zu leben, wie Jesus uns das gezeigt und gesagt hat, ist dieser Kuß sogar "heilig"!
Das, was Paulus im letzten Satz sagt, erinnert uns vielleicht an das Kreuzzeichen:
die Liebe Gottes - an die können wir denken, wenn wir "im Namen des Vaters" sagen;
die Gnade unseres Herrn Jesus Christus - die kann uns einfallen, wenn wir "im Namen des Sohnes" sagen;
die Hilfe des heiligen Geistes - erbitten wir, wenn wir "im Namen des heiligen Geistes" sagen.

Wenn wir das Kreuzzeichen machen, haben wir also alle etwas gemeinsam: wir versuchen alle so zu leben, wie Jesus es uns gesagt und gezeigt hat. Wir glauben, daß in Jesus ein Gott erfahrbar wird, der uns alle liebt. Und das, was uns gemeinsam ist, wenn wir hier sitzen und an Gott und Jesus denken, nennen wir "Heiliger Geist".

Publikation: effata

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Lesejahr: A

Sonntag im Jahreskreis : Dreifaltigkeitsonntag

Schlagwörter: Gottesdienst, Ostern

 

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