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Wir brauchen Gottes Geist

Messmodelle

Hintergrund

Ein Gottesdienstmodell für den Pfingstsonntag

Es gibt zu diesem Lesungstext verschiedene Frageansätze, die unterschiedlich gewichtet werden können. Wir haben uns für den heutigen Modellvorschlag eine Frage herausgesucht, die wir mit den Kindern näher betrachten wollen: Worauf müssen wir achten, wenn wir gemeinsam etwas machen wollen? Dies soll anhand eines Experimentes deutlich werden.

Material

  • Schuhschachteln
  • Plakat
  • Stifte

 

Bibelstellen

1. Lesung: Gen 11, 1-9

Alle Menschen hatten die gleiche Sprache und gebrauchten die gleichen Worte. Als sie von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Land Schinar und siedelten sich dort an. Sie sagten zueinander: Auf, formen wir Lehmziegel, und brennen wir sie zu Backsteinen. So dienten ihnen gebrannte Ziegel als Steine und Erdpech als Mörtel. Dann sagten sie: Auf, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm mit einer Spitze bis zum Himmel, und machen wir uns damit einen Namen, dann werden wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen.
Da stieg der Herr herab, um sich Stadt und Turm anzusehen, die die Menschenkinder bauten. Er sprach: Seht nur, ein Volk sind sie, und eine Sprache haben sie alle. Und das ist erst der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen nichts mehr unerreichbar sein, was sie sich auch vornehmen. Auf, steigen wir hinab, und verwirren wir dort ihre Sprache, so daß keiner mehr die Sprache des anderen versteht.
Der Herr zerstreute sie von dort aus über die ganze Erde, und sie hörten auf, an der Stadt zu bauen. Darum nannte man die Stadt Babel - Wirrsal -, denn dort hatte der Herr die Sprachen der Welt verwirrt, und von dort aus hatte er die Menschen über die ganze Welt zerstreut.

Es empfiehlt sich, die erste Lesung vom Vorabend mit der Lesung aus der Apostelgeschichte (2, 1-11: 1. Lesung vom Tag) zu kombinieren, da das Pfingstereignis das Gegenstück zur Sprachverwirrung darstellt.

2. Lesung: Apg 2, 1-11

Und als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt, wie durch Feuer; und ersetzte sich wie auf einen jeglichen unter ihnen, und sie wurden alle voll des Heiligen Geistes und fingen an zu predigen in anderen Zungen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.
Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht alle da, die reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeder seine Sprache, darin wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und in Judäa und Kappadozien, in Pontus und der Landschaft Asiens, Phrygien und Pamphylien, in Ägypten und der Gegend von Libyen bei Kyrene und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unseren Zungen die großen Taten Gottes reden.

Evangelium: Joh 20, 19-23

Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, daß sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

Hintergrund 1. Lesung:

Erklärungsgeschichte


Die bekannte Erzählung vom Turmbau zu Babel ist trotz ihrer Kürze und Klarheit vielschichtig. Sie gibt eine Erklärung für die Existenz der verschiedenen Sprachen und für den Namen der Stadt Babylon, erzählt vom Versuch einer Stadtgründung und von dessen Scheitern. Oft schon hat daher die Literaturkritik versucht, aus der Gesamterzählung einige einzelne ältere, voneinander unabhängige Erzähltraditionen herauszuschälen. Doch das ist nie schlüssig gelungen. Aber vielleicht gab es vorliterarische Traditionen zum Zerstreuungsthema (im Zusammenhang mit der Sintflut) bzw. zur Turmbaugeschichte.

Erfahrung des Scheiterns


Auf den ersten Blick zeigt die Geschichte einen sehr menschlichen Gott. Die Menschen, die noch eine gemeinsame Sprache sprechen, wollen eine Stadt und einen Turm bauen, um einander nicht zu verlieren und um vereint zu bleiben. Ein neugieriger Gott beobachtet das und scheint aus Angst, Neid und Eifersucht ein boshaftes Zerstörungswerk zu tun. Auf dieser Ebene schildert die Geschichte wohl die Grunderfahrung menschliche Scheiterns, das keine Ursache für den Mißerfolg erkennt und die Schuld für das versagte Gelingen nicht bei sich oder der verstehbaren Wirklichkeit findet. Die Ursache des Scheiterns muß also außerhalb des eigenen Tuns liegen. Schuld ist dann der Zufall, oder - wie hier aus der Sicht der Menschen - Gott. Das ist eine Reaktion, die bis heute in vielen Alltagssituationen vorkommt. Machen nicht auch heute noch Menschen häufig Gott für ihre Mißerfolge verantwortlich? Diese Erfahrung der Turmbauer hat bereits Kain gemacht - und auch er ist nicht damit fertig geworden.

Geschichtsdeutung


Der Autor des Textes deutet (ebenso wie die Quelle, die er zusammenfaßt) die Geschichte und stellt sie in einen klaren Zusammenhang: der Mensch muß scheitern, wenn er sich gegen Gott erhebt bzw. wenn er versucht ohne ihn auszukommen. So wird die Geschichte aus der Sicht der Menschen zum Träger einer religiösen Botschaft.

Bau eines Tempelturms


Der Verfasser stellte sich wohl die Zeit knapp nach der großen Flut vor, da alle Menschen noch eine gemeinsame Sprache sprechen. Deren Stadtgründung meint sicher Babylon. In diesem Land, in dem es keine Steine gibt, ist auch die erwähnte Ziegelbauweise aufgekommen. Aus mehreren Fundstätten sind uns Reste der damals üblichen Türme erhalten. Ein solcher "Zikkurat" hatte eine Grundfläche von etwa 90 mal 90m und erreichte Höhen bis zu 70m. Die Erbauung eines solchen Tempelturmes galt in Mesopotamien keineswegs als Frevel, ganz im Gegenteil ist er ein den Göttern gefälliges Werk, weil er die Verbindung zwischen Himmel und Erde herstellt.

Unvollendeter "Zikkurat"


Der Zikkurat Marduks wurde im 12. Jahrhundert vor Christus begonnen, er wurde jedoch erst im 6. Jahrhundert vor Christus vollendet. Ein babylonisches Spottlied auf diesen zunächst gescheiterten Bau ist bis heute erhalten. Vielleicht klingt es in unserer Erzählung noch durch, wenn der Verfasser eine ironische Anmerkung anbringt: Die Menschen wollen einen Turm bis zum Himmel bauen. Der Herr aber muß heruntersteigen, um das Werk begutachten zu können. So hoch kann es also nicht geworden sein. In Mesopotamien jedenfalls waren solche Türme sichtbarer Eindruck einer eindrucksvollen Kulturleistung.

Zerstörerische Eigendynamik


Gerade solche Kulturleistungen aber deutet der Verfasser negativ - übrigens auch schon an früheren Stellen der Urgeschichte. Er sieht die Gefahr des Mißbrauchs und von Fehlentwicklungen. Das betrifft auch den Turmbau. Ein solches Vorhaben erfordert das exakte, planmäßige Zusammenarbeiten sehr vieler Menschen. Das geht wiederum nicht ohne Organisation, exakter Verwaltung und berechnender Menschenführung. Die Lasten und Kosten solcher Unternehmen trägt dann die Mehrheit, das Volk. Das Projekt - ein Turm, eine Stadt, eine Großplanung - wächst und wird unüberschaubar und unregierbar. Es entwickelt mit dem Wachstum auch Eigendynamik, die die Planung durchkreuzen und zu neuen Problemen führen. Die Betroffenen durchschauen nur mehr Teilbereiche, keiner von ihnen überschaut das Ganze. Sie reden aneinander vorbei, die große Verwirrung bricht aus. Streit entsteht.

Großvorhaben außer Kontrolle


Insofern ist diese Geschichte eine sehr moderne. Das Scheitern großer und komplizierter Organisationen, die dann notwendigerweise zentralistisch und autoritär sind, erscheint fast zwangsläufig. Die Zerstörung der Menschen beginnt immer wieder neu, wenn das Maß des Menschen - und das ist eben das Maß Gottes - vergessen wird. Nur wenn alle etwas Gemeinsames, Gott, nicht aus dem Blick verlieren, etwas, das zum Menschen hin und nicht von ihm weg führt, sind Zerstreuung, Chaos und Streit vermeidbar.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Einstieg


Im Kirchenraum liegen viele Kartonschachteln (Schuhschachteln) auf einem Haufen. Die Kinder bekommen nun den Auftrag, einen möglichst großen Turm zu bauen. Wenn das gelungen ist - und es soll gelingen, nötigenfalls mit Hilfe der Gottesdienstleiter/in, beendet der/die Gottesdienstleiter/in das Vorhaben und überlegt gemeinsam mit den Kindern, worauf sie während des Bauens achten mußten (zum Beispiel: wer baut wo; Kinder sind unterschiedlich groß; die einen müssen den Turm halten, während die anderen oben neue Schachteln auflegen; wenn man unvorsichtig ist, fällt der Turm um; man muß sich absprechen; dabei kommt man leicht ins Streiten; etc.) Die Antworten der Kinder werden auf einem Plakat festgehalten.

Gottesdienstleiter/in:Die Menschen, die damals diesen Turm zu bauen versuchten, haben auf all das, was wir jetzt beachtet haben, nicht geachtet. Ihnen war der Turm wichtiger als die Menschen. Sie haben sich nicht einigen können, sie haben sich nicht abgesprochen. Wenn eine Sache wichtiger wird als die Menschen, für die sie ist, ist das nicht im Sinne Gottes. Gott will, daß wir uns gut verstehen. Dann gibt es eben keine großen Türme, die bis in den Himmel reichen. Aber uns geht es gut. Wie sich Menschen, die einander sonst nicht verstehen, plötzlich verstehen können, und wie Gott das möglich macht, hören wir dann im Evangelium.

Verkündigung


Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 2, 1-11)

(nach einer Vorlage aus dem Werkbuch: Meßfeiern mit Kindern, Bernward Verlag)
L. = Lektor/in, F. = Fragende/r, S. = Sprecher/in


L.: Das Pfingstfest war gekommen.
Die Apostel und die Freunde Jesu waren alle an einem Ort in Jerusalem versammelt.
Sie hatten die Türen verschlossen.
1.F.: Warum hatten sie die Türen verschlossen?
2.F.: Hatten sie Angst?

L.: Ja sie hatten Angst vor den Gegner Jesu.
Sie dachten: Vielleicht töten sie auch uns, wie sie Jesus am Kreuz getötet
haben.
Plötzlich entstand vom Himmel her ein Brausen von einem gewaltigen Sturm.
Das ganze Haus, in dem sie saßen, war voll davon.
Und da erschienen Zungen wie von Feuer.
Die verteilten sich auf alle, auf jeden einzelnen von ihnen.
1.F.: War das ein richtiger Wind?
2.F.: Waren das richtige Zungen?
3.F.: War das richtiges Feuer?

L.: Nein, es waren die Zeichen des Heiligen Geistes.
Denn als das alles geschah, da kam der Heilige Geist auf jeden von ihnen
herab.
Sie wurden voll des Heiligen Geistes.
1.F.: Haben auch andere Leute etwas davon gemerkt?

L.: Die Apostel gingen hinaus. Und sie erzählten laut von Gottes großen Tagen. Und die Leute
staunten und wunderten sich sehr, denn alle konnten verstehen, was die Apostel sagten.
1.S.: Ich stamme aus Mesopotamien.
2.S.: Ich bin aus Armenien hierhergekommen.
3.S.: Meine Heimat ist Ägypten.
4.S.: Und meine ist Libyen.
5.S.: Ich bin Römer.
6.S.: Und ich bin Araber.
1.S.: Ich kann alles verstehen, was diese Männer sagen - und dabei bin ich doch Ausländer-
2.S.: Es ist wirklich sonderbar, auch ich höre genau was sie sagen - und dabei habe ich nie ihre
Sprache gelernt.
3.S.: Ich verstehe sie auch!
4.S.: Ich ebenfalls.
5.S.: Das begreife ich nicht.
6.S.: Wie mag das kommen?
4.S.: Das ist eigentlich unmöglich.
5.S.: Was soll das bedeuten? Was geht hier vor?
6.S.: Ha, ich glaube, die sind nicht mehr ganz nüchtern.
Die sind betrunken - voll Wein! Seht ihr nicht, wie eigenartig sie sich benehmen?

L.: Da trat Petrus vor die Leute hin und sprach:
Hört ihr alle!
Wir sind nicht betrunken.
Es ist ja erst neun Uhr am Morgen. -
Nein, Gottes Heiliger Geist ist ausgegossen über uns - wie ihr es alle seht und hört. Und
auch euch wird dieser Heilige Geist geschenkt, wenn ihr an Jesus glaubt.
Wenn wir uns verstehen und vertragen, ist Gottes Geist bei uns.
1.F.: Was taten die Leute, als Petrus das sagte?

L.: Viele waren begeistert und glaubten den Worten des Petrus.
Sehr viele der Leute ließen sich taufen.

Fürbitten


P.: Vater, wir bitten dich heute besonders um deinen Heiligen Geist. Durch ihn machst du alles neu: die Erde und uns selber.
1.V.: Es gibt so viel Traurigkeit in der Welt und so viele Menschen, die weinen.
2.V.: Schenk uns den Geist der Freude, damit alle sich freuen können.

Alle: Wir bitten dich erhöre uns.
1.V.: Es gibt so viel Angst in der Welt, deshalb denken so viele Menschen nur an sich.
2.V.: Schenk uns den Geist der Gemeinschaft, damit wir auch gut miteinander leben können.

Alle: Wir bitten dich erhöre uns.
1.V.: Es gibt viele Lügen in der Welt und so viele Menschen, die sich nicht trauen, ehrlich und
aufrichtig zu sein.
2.V.: Schenk uns den Geist der Wahrheit, damit wir zueinander ehrlich sein können.

Alle: Wir bitten dich erhöre uns.
1.V.: Es gibt so viel Haß in der Welt und so viele Menschen, die miteinander nicht zurecht
kommen.
2.V.: Schenk uns den Geist des Friedens, damit wir uns gut verstehen.

Alle: Wir bitten dich erhöre uns.

Publikation: effata

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Jahreskreis: Ostern

Lesejahr: A

Sonntag im Jahreskreis : Pfingstsonntag

Schlagwörter: Gottesdienst, Ostern

 

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