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Wir leben auf zu großem Fuße!

Gruppenstunde | Alter: 8-12 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Der ökologische Fußabdruck ist eine Kennzahl die angibt, auf wie großem Fuße wir leben. Das heißt, wie viele "Erden” wir brauchen würden, wenn alle Menschen so leben würden wie wir in Mitteleuropa, wir in Österreich. Einflussfaktoren sind unter anderem welche Verkehrsmittel wir verwenden, was wir essen, Transportwege, die unsere Nahrung, unsere Kleidung und unsere sonstigen Verbrauchsgegenstände zurücklegen müssen und natürlich wie wir wohnen. Durch diese Vielfalt an Einflussfaktoren kann der persönliche ökologische Fußabdruck auf verschiedene Arten — manchmal mehr und manchmal weniger einfach — reduziert werden.

Ziel

Die Kinder setzen sich damit auseinander, was der ökologische Fußabdruck ist und wissen welche Handlungsmöglichkeiten es gibt, um ihn zu verkleinern.

Material

  • Decke
  • Weltkarte
  • Papierfußabruck in der Größe Österreichs auf der Karte
  • Luftballons
  • Kreppklebeband
  • Nadeln
  • Post-its
  • Buntpapier

Aufbau

Zu Beginn setzt ihr euch im Rahmen eines Spieles damit auseinander, wie groß der ökologische Fußabdruck verschiedener Länder der Welt ist. Dann habt ihr den viel zu großen österreichischen Fußabdruck im Raum aufgeklebt und füllt ihn mit den durch Luftballons symbolisierten Faktoren, die ihn so aufgeblasen werden lassen. Manche der Faktoren können geringer werden, manche ganz verschwinden. Durch Auslassen oder Zerplatzen der Luftballons verdeutlicht ihr das und lasst so den ökologischen Fußabdruck auf Normalgröße schrumpfen. Abschließend schreibt ihr euch die möglichen Handlungen auf Handabdrücke. Als Zeichen dafür, dass wir unseren eigenen Abdruck den wir hinterlassen, selbst in der Hand haben, könnt ihr die Handabdrücke mit nach Hause nehmen. Als Spiel am Ende der Gruppenstunde fangt ihr noch das überflüssige CO2 aus der Atmosphäre.

 

Wie viel Platz brauchen wir überhaupt?


Mit dem ökologischen Fußabdruck wird versucht zu berechnen, wie viel Ressourcen ein Mensch verbraucht und wie viel Hektar Land dafür notwendig sind, diese Ressourcen bereitzustellen. Das ist ein Versuch zu messen, wie nachhaltig einzelne Länder leben, das heißt, ob sie z.B. mit der ihr zur Verfügung stehenden Landesfläche auskommen würden.

Am Boden wird eine Decke aufgelegt, sodass alle Kinder darauf Platz haben und sich auch noch doppelt so viele ausgehen würden.
Wir stellen uns jetzt vor, die Decke ist die gesamte Erde und wir sind alle Menschen, die darauf leben. So wie sie jetzt da liegt, haben noch fast doppelt so viele Menschen Platz, das heißt wir bräuchten mit allem, was wir verbrauchen nur die halbe Erde. Auf diese Art und Weise leben zum Beispiel die Menschen in Jamaika, Kenia, Marokko, Georgien oder Sri Lanka. Nun wird die Decke in die Hälfte geteilt, es sollte sich jetzt gut ausgehen, dass alle noch genug Platz haben aber nicht mehr einfach Personen dazu kommen können. Jetzt sind wir bei den Menschen die so leben, dass es sich mit allem was sie verbrauchen genau auf der Erde ausgehen würde. Das erreichen im Durchschnitt Länder wie Albanien, Bolivien, Südafrika, Aserbaidschan oder China. Nun wird die Decke wieder geteilt. Alle Kinder sollten gerade noch darauf Platz finden. So eng würde es werden, wenn alle Menschen so wie in Deutschland, Singapur oder Libyen leben würden, dann bräuchten wir nämlich zweimal die Erde. Einmal wird die Decke jetzt noch in der Hälfte gefaltet. Es gibt nämlich auch Länder, in denen die Menschen so viele Ressourcen verbrauchen, dass wir mehr als vier Erden bräuchten, wenn alle Menschen so leben würden. Das sind zum Beispiel die USA oder Saudi Arabien.

Österreich hat dabei einen Wert von 2,4 Erden, also ein bisschen mehr als Deutschland.

Das schauen wir uns jetzt auf der Weltkarte an. Natürlich sind diese Zahlen ein Mittelwert, das heißt es wird in jedem dieser Länder Menschen geben, die mehr verbrauchen und welche, die sparsamer sind. Aber alle zusammen gerechnet kommen diese Werte heraus.

Im Internet findet ihr unter www.beobachter.ch/natur/natuerlich-leben/artikel/laendervergleich_fussabdruck-der-nationen eine Liste aller Länder. Nun schauen wir uns die an, die uns interessieren, wo wir auf Urlaub waren, wo unsere Eltern herkommen oder die wir einfach spannend finden. Für diese Länder schneiden wir deren Umriss in der entsprechenden Größe aus Papier aus und legen ihn auf. Wenn wir die Beispiele von vorher nehmen, ist der Umriss von Jamaika nur halb so groß und der von Deutschland doppelt so groß, wie auf unserer Karte.

Unser Fußabdruck ist viel zu aufgeblasen!


Du hast am Boden zwei ineinander liegende Fußabdrücke mit Kreppband aufgeklebt. Das Verhältnis zwischen den beiden entspricht etwa dem Verhältnis zwischen dem Soll und dem Ist des "österreichischen” Fußabdruckes (wenn man beim Beispiel Österreich bleibt, ist der zweite Fußabdruck 2,4-mal so groß wie der erste). Ihr denkt nun gemeinsam darüber nach, warum der aktuelle Abdruck so aufgeblasen ist. Jeden dieser Gründe schreibt ihr auf einen Luftballon, den ihr so weit aufblast, wie er eurer Meinung nach zum zu großen Fußabdruck beiträgt. So befüllt ihr den zu großen Abdruck mit Luftballons.
Wenn der Fußabdruck voll ist, schaut ihr die Luftballons noch einmal an. Was fällt euch auf? Welche Luftballons sind besonders groß?

Um den Fußabdruck zu verkleinern, müssen wir Dinge, die den Fußabdruck so groß werden lassen, verringern oder ganz weglassen. Sucht euch nun Ballons, die für Handlungen stehen, auf die ihr ganz oder teilweise verzichten könntet. Dann überlegt ihr euch was nötig ist, dass dieser Faktor aus dem Fußabdruck verschwindet oder kleiner wird. Das sammelt ihr auf Post-its, die ihr neben den Fußabdruck klebt. Wenn ihr ganz auf das Ding am Ballon verzichten könnt, könnt ihr den Luftballon mit einer Nadel zerstechen. Falls ihr dem nur weniger Platz einräumen wollt, könnt ihr entweder den Knoten öffnen und Luft auslassen oder einen Tixostreifen auf den Luftballon kleben und dort mit der Nadel einstechen, dann geht nur etwas Luft aus.

Wenn ihr es geschafft habt, den Fußabdruck auf die Normalgröße zu reduzieren, schaut ihr euch nochmal all die Möglichkeiten an, die ihr gefunden habt um den Abdruck kleiner zu machen. Falls euch noch welche einfallen, könnt ihr sie noch dazutun.

Ich hab meinen Fußabdruck in der Hand


Jede und jeder von uns hat es selbst in der Hand, was er oder sie tut und wie groß der eigene ökologische Fußabdruck ist. Um das nicht zu vergessen, paust ihr euren Handabdruck noch auf Buntpapier ab und schreibt eine der Handlungsmöglichkeiten, die euch besonders gut gefällt, auf und nehmt den ausgeschnittenen Handabdruck mit nach Hause.

Wir fangen das CO2 aus der Atmosphäre


Einer der vielen Gründe für den Treibhauseffekt ist das viele CO2, das frei in der Atmosphäre ist. Wie schade, dass man das nicht so einfach einfangen kann. Aber innerhalb unseres Jungscharraumes ist das sehr wohl möglich. Ihr seid alle CO2-Moleküle und schwebt durch die Atmosphäre während ein/e CO2-Fänger/in versucht, euch in möglichst langen Ketten zu binden. Wenn ihr von diesem/dieser Fänger/in gefangen werdet, hängt ihr euch links oder rechts an und versucht nun mit ihm/ihr gemeinsam die restlichen Moleküle einzufangen.

Autor/in: Marco Skodak und Veronika Schippani

Publikation: movi 1/2017

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Schlagwörter: Umwelt, Gesellschaft, Welt