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Der blaue Tiger

Gruppenstunde Bausteine | Alter: 6-14 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Nach dem Sternsingen-Danke-Kino kann es sein, dass einige Kinder noch Fragen zum Film haben oder sich mit einem Thema des Films näher auseinandersetzen möchten. Diese Gruppenstunde soll hierfür Raum geben.

Material

  • Stoff-Tiger oder Bild von einem blauen Tiger
  • Ev. Plakat
  • Papier und Stifte
  • Ev. Klebepunkte
  • Sessel
  • Ev. Geldschein
  • Ev. Globus oder Landkarte von Afrika
  • Eine Landkarte von Tansania
  • Kärtchen mit Schwimmbad, Maisfeld und Fabrik
  • Spielfiguren, welche die Bevölkerung von Tansania darstellen sollen

 

Einstieg


Vor dem Beginn der Gruppenstunde versteckst du einen Stoff-Tiger oder ein Bild vom blauen Tiger im Raum. Wenn die Kinder kommen, erzählst du ihnen, dass du heute schon ein paar Mal einen Schatten vorbeihuschen gesehen hast. Einen sehr großen Schatten, fast wie der von einem Löwen oder einem Tiger! Vielleicht wollen dir die Kinder helfen, die Herkunft des Schattens zu finden.

Anschließend könnt ihr darüber sprechen, woher sie das Suchen nach dem Tiger kennen. So kommt ihr ins Gespräch über den Film. Fasst den Inhalt des Films nochmal gemeinsam zusammen.

Meinung malen


So könnt ihr den Film vor allem mit kleineren (aber auch größeren Kindern) nachbesprechen: Jedes Kind malt, was ihr oder ihm am Film besonders gut oder schlecht gefallen hat, ihre/seine Lieblingsszene etc. Anschließend tauscht ihr euch über die unterschiedlichen Zeichnungen und Meinungen zum Film aus.

Aufstellspiel zum Film


Alternativ oder ergänzend dazu könnt ihr euch zu unterschiedlichen Fragen zum Film und zum Kinobesuch im Raum verteilen: Ihr stellt Fragen zum Film, die beiden Enden des Raumes stehen für entgegengesetzte Antworten. Ihr verteilt euch im Raum und diskutiert dann über eure unterschiedlichen Positionierungen.

Wenn ihr euch nicht soviel bewegen wollt könnt ihr die Fragen auch auf ein Plakat schreiben und eure Position mit Stiften einzeichnen oder mit Klebepunkten aufkleben.

Mögliche Fragen:


Der Film war:

  • gut — schlecht
  • spannend — langweilig
  • lustig — traurig
  • abenteuerlich — ruhig


Das Popcorn war:

  • lecker — grauslich


Die Fahrt zum Kino war:

  • kurz - lang


Natürlich könnt ihr euch auch noch eigene Fragen überlegen — lasst eurer Fantasie freien Lauf!

Bewegungsspiel: Wer fängt den blauen Tiger?


Ein Kind spielt den blauen Tiger, ein anderes Kind spielt Bürgermeister Nörgel. Falls vorhanden können die beiden Rollen durch den Stoff-Tiger sowie einen Geldschein gekennzeichnet werden. Bürgermeister Nörgel jagt den blauen Tiger. Die übrigen Kinder sitzen am Boden und spielen Pflanzen im botanischen Garten. Hinter diesen Pflanzen kann sich der Tiger verstecken. Sobald sich der Tiger hinter eine Pflanze setzt, wechseln die Rollen — Tiger wird zur Pflanze/Pflanze wird zu Bürgermeister Nörgel/Bürgermeister Nörgel wird zum Tiger. Gelingt es Bürgermeister Nörgel den Tiger zu fangen, so wird der Tiger zur Pflanze und ein anderes Kind (am besten die näheste Pflanze) übernimmt die Rolle des blauen Tigers. Hat Bürgermeister Nörgel keine Lust mehr den Tiger zu fangen, kann auch er sich hinter einer Pflanze verstecken und mit ihr Rollen tauschen: Bürgermeister Nörgel wird zur Pflanze und das Kind das zuvor die Pflanze gespielt hat wird zu Bürgermeister Nörgel.

Spiel: Landraub


Stellt mit Sesseln einen Kreis, in dessen Mitte alle Kinder viel Platz zum Bewegen haben. Das ist der Lieblingsplatz jedes einzelnen Kindes. Während du das Spielfeld immer weiter verkleinerst, erzählst du eine Geschichte und stellst dabei Fragen, welche die Kinder mit ihren schauspielerischen Künsten beantworten dürfen:

  • Stell dir vor, du bist an deinem Lieblingsplatz. Dort kannst du du selbst sein. Was würdest du dort jetzt tun?
  • Du erfährst, dass dein Lieblingsplatz — so wie im Film — abgerissen bzw. verändert werden soll. Etwas Neues soll entstehen und den alten Platz ablösen. Welche Gefühle kommen da in dir hoch? Lass deinen Gefühlen freien Lauf! Hier darfst du auch laut schreien!
  • Rund um dich verändert sich die Umgebung, dein Lieblingsplatz wird immer kleiner. Was könntest du tun, um den Fortschritt der Bauarbeiten zu stoppen? Hier dürfen die Kinder versuchen, den/die Gruppenleiter/in mit Argumenten davon zu überzeugen die Arbeiten zu stoppen. Hier ist also Kreativität und Hartnäckigkeit gefragt, denn das Spielfeld wird immer kleiner und kleiner... Ist der/die Gruppenleiter/in überzeugt, dürfen die Kinder ihren Lieblingsplatz wieder vergrößern.

Bezug zur Sternsingaktion


Nach dem Spiel zum Landraub könnt ihr mit den Kindern über das heurige Schwerpunktland Tansania und das Projekt MIICO sprechen. Nutzt dazu einen oder mehrere Bausteine der Gruppenstunde "Eine Familie vereint ihre Kräfte". Weitere Anregungen bietet das Materialpaket Tansania, das ihr euch im Jungscharbüro ausborgen könnt.

Zeig den Kindern auf dem Globus oder der Landkarte wo Tansania liegt und erkläre ihnen, dass es so wie im Film, auch dort Menschen gibt, welche ihr zu Hause tatsächlich verlieren:

Der Mann, der sich ein Schwimmbad bauen wollte


Stellt euch vor ihr seid eine tansanische Bauernfamilie, die von ihrem Land lebt. Eines Tages kommt ein Mann zu eurem Hof. Er bietet euch Geld an, damit ihr euer Land verkauft. Doch nachdem eure ganze Familie von diesem Stück Land lebt, sagt ihr nein. Doch der Mann gibt nicht auf. Er will sich unbedingt ein Schwimmbad dort bauen, davon träumt er schon lange. Das Land kann also nicht mehr für Pflanzen, Obst und Gemüse verwendet werden. Nur der eine Mann soll nun also etwas davon haben.

Setzt euch in einen Kreis und legt die Landkarte von Tansania in die Mitte. Nun nimm kleine Papierfiguren (oder auch Spielfiguren von einem Brettspiel) und stell sie ausgeglichen verteilt auf die Karte. Erklär den Kindern währenddessen, dass es in Tansania genug Land gibt, sodass alle Bäuerinnen und Bauern genug Essen anbauen könnten. Dann nimm das Kärtchen mit dem Schwimmbad und stell es auf die Karte. Die Papierfiguren, die dort standen, müssen jetzt zusammenrücken. Nimm nun das Kärtchen mit dem Maisfeld und leg es genauso hin, sodass alle Maxerln noch enger beisammen stehen müssen. Erklär den Kindern, dass auch viel Mais angebaut wird in Tansania, um davon Tiere zu füttern, die anschließend auf unseren Tellern landen. Auch so bringt der Ertrag vom Land nur sehr wenigen Menschen etwas. Nimm das letzte Kärtchen mit dem Bild einer Fabrik her. Leg auch das dazu. Erkläre den Kindern, dass viele große Unternehmen Land kaufen, damit sie mehr Platz haben zur Produktion. Viele Firmen kaufen Land auch nur deshalb, um mehr Grund zu haben, dann dürfen sie nämlich mehr CO2 Ausstöße haben, die die Umwelt verschmutzen.

Jetzt stehen alle Figuren auf dem Bild sehr eng aneinander gedrängt. Die wenigen Menschen, die so vom Land etwas haben, nehmen den Großteil der Fläche ein.

Durch die Spenden, welche jedes einzelne Kind bei der Sternsingaktion gesammelt hat, können die Bäuerinnen und Bauern in Tansania unterstützt werden. Die Arbeit der Organisation MIICO verhindert, dass ihnen Land weggenommen wird und gewinnt geraubtes Land wieder zurück.
Falls ihr noch Zeit habt, könnt ihr mit dem Baustein "Was können wir tun?" aus der Gruppenstunde "Eine Familie vereint ihre Kräfte" noch weiter zum Thema Landraub in Tansania arbeiten.

Abschluss: Dschungelsalat


Nun kommen wir aber zurück zum Film. Nachdem die Bauernfamilien ihr Land mit Hilfe von MIICO zurückbekommen haben, reisen wir zurück nach Europa und schütteln unsere tansanischen Rollen ab.

Die Kinder sitzen im Kreis. Jedes bekommt ein Tier aus dem Dschungel zugeteilt (z.B. Tiger, Affe, Nilpferd, Panter, Schlange,...), wobei immer mindestens 2 Kinder dasselbe Tier haben müssen. Das Kind in der Mitte ruft ein Tier aus, wobei die betroffenen Kinder die Plätze tauschen müssen. Das Kind in der Mitte versucht einen Platz zu ergattern. Ruft das Kind in der Mitte "Dschungelparty", müssen alle die Plätze tauschen.

Mit Bausteinen aus der Gruppenstunde "Eine Familie vereint ihre Kräfte"
Einige Ideen aus: "Niemand isst für sich allein" Hrsg. Brot für die Welt

Autor/in: Petra Schwarz, adaptiert von Valentina Steigerwald, Johanna Walpoth und Jonathan Scalet

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Schlagwörter: Sternsingen, Welt, Medien