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Beleidigt sein

Gruppenstunde | Alter: 8-10 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Wie schon der Begriff ausdrückt, bedeutet "beleidigt sein", Leid zu erfahren. Leid, das durch andere zugefügt wird.
Jemand, der/die beleidigt ist, wird gerne als "eingeschnappt", "beleidigte Leberwurst" oder sogar "Mimose" bezeichnet. Ein Verhalten, das es dem oder der Betroffenen nicht gerade erleichtert, wieder den Weg zu denen zu finden, die an seinem/ ihrem momentanen Befinden ursächlich beteiligt sind, sondern eher noch die negative Einschätzung ihnen gegenüber bestätigt.
Ist die Beleidigung nun einmal geschehen, kann die Situation - wie bei jedem Konflikt - von beiden Seiten verbessert werden. Beim Verursachenden ist die Einsicht, dass er/sie etwas getan hat, was dem Gegenüber nicht angenehm war, nötig. Für den/die Beleidigte/n ist es sicherlich noch schwieriger, einen Schritt auf die andere Person zuzumachen. Es ist jedoch nicht unbedingt sinnvoll, alleine in seinem Schmerz oder seiner Wut verharrend zu warten, bis der oder die andere etwas unternimmt. Hier setzt die Gruppenstunde an.

Ziel

Die Kinder sollen angeregt werden, Beleidigungen nicht hinzunehmen, sondern nach Schritten zu suchen, durch die die unangenehme Situation verbessert bzw. zu einem guten Ende geführt werden kann.

Material

  • Plakat "Türe"
  • Kärtchen mit Situationen, in denen jemand beleidigt wurde
  • einige leere Zettel, Schreibzeug
  • Klebstoff
  • zwei Schlüsselbünde aus Papier
  • Papier-Pakete

Aufbau

Der Sammlung dessen, weshalb jemand beleidigt sein könnte, folgen...
Überlegungen, welche ersten Schritte von Seiten des/der Beleidigten aus gehen könnten bzw.
in einer zweiten Phase, welche weiteren Schritte möglich und günstig wären, damit nicht nochmals jemand beleidigt wird und eine Tür "einschnappt".

 

"Eingeschnappt"


Wenn jemand beleidigt ist, so sagt man dazu auch "Der oder die ist eingeschnappt!" Einschnappen heißt es auch, wenn eine Tür ins Schloß fällt. Vielleicht eine Tür, wie auf dem Plakat, das Du im Gruppenraum aufgehängt hast?

Für den Anfang der Stunde hast Du Kärtchen mit Situationen vorbereitet, in denen jemand beleidigt wurde. Vielleicht fallen Euch auch noch weitere Situationen ein, die Ihr dann auf leere Zettel schreiben könnt. Anschließend wählt Ihr noch die Kärtchen aus, die für Euch passend sind, und klebt sie auf die Fensterscheibe der Plakat-Türe.

Die Situationen


Klaus erfährt, daß sein bester Freund, Christoph, ein Geheimnis vor ihm hat.
Elke hat sich zum Geburtstag ein ganz bestimmtes Buch gewünscht und es dann nicht bekommen.
Pauls Eltern schimpfen mit ihm, weil er ein neues Geschirrtuch versaut hat. Dabei wollte er sie nur damit überraschen, daß er den Herd geputzt hat.
Gabi hört, dass ihre Freundinnen, Sabine und Monika, miteinander ins Kino gegangen sind, ohne ihr etwas davon zu sagen.
Heute in der Schule hat Fritz zu Thomas "Depp" gesagt.
Verena darf sich den Nachtfilm nicht anschauen. Ihre Mutter sagt, der wäre noch nichts für sie.
Ottos Vater sagt, daß er nichts anderes kann, als kindisch sein.
Lisa hat ganz alleine den Salat für's Mittagessen zubereitet. Und kein Mensch sagt nun ein Wort, wie er schmeckt.
Die Aufgabe, für die Florian gestern fast zwei Stunden gesessen ist, ist leider falsch. Seine Lehrerin meint, daß er eben zu faul ist.
Nora spielt mit ihrer Schwester Mikado. Ihre Schwester schummelt.

So ist das also!


Die Türe ist eingeschnappt! Die Kinder, die beleidigt worden sind, sind nun von den anderen Personen in den Situationen getrennt. Weil die Zettel auf der Scheibe kleben, sieht man die, die auf der anderen Seite der Türe sind, gar nicht mehr - oder zumindest nicht mehr so leicht wie vorher.
Aber das ist ja kein Zustand! Gibt es vielleicht eine Möglichkeit, die Türe wieder aufzubringen?

Der Schlüsselbund


Ihr wählt nun zwei der aufgeklebten Zettel aus, deren Text Euch am meisten zusagt. Zu jedem der beiden geschilderten Probleme bildet sich eine Kleingruppe, die je einen Schlüsselbund aus Papier und Schreibmaterial erhält.
Die Aufgabe lautet nun, sich zu überlegen, welche Lösungen den Kindern, die beleidgt worden sind, für die unangenehme Situation einfallen könnten. Die verschiedenen Vorschläge und Überlegungen werden auf die Schlüsselzetterl geschrieben. Dabei können ruhig auch sehr eigenwillige und lustige Ideen notiert werden!
Sind beide Gruppen fertig, treffen sie wieder zusammen, tauschen die Schlüssselbünde aus und versuchen draufzukommen, welche(r) Schlüssel von der anderen Gruppe als passend gedacht wurde(n).
Die gegenseitigen Einschätzungen werden anschließend bestätigt oder korrigiert, außerdem können noch weitere Vorschläge eingebracht werden. Schlußendlich entscheiden sich die Gruppen dann für zwei, den beiden Problemen entsprechende Schlüssel. Diese werden von den Bünden abgenommen und zum Türschloß geklebt.

Die offene Tür


Jetzt ist die Türe wieder offen! Du drehst nun das Plakat um. Auf der anderen Seite ist die gleiche Türe - nur geöffnet abgebildet.
Ihr habt also die passenden Schlüssel für die Situationen gefunden. Damit die Türe aber nicht gleich wieder zufallen kann und jemand von neuem beleidigt wird, könnt Ihr Euch jetzt noch überlegen, was man denn zwischen Türe und Türstock stellen könnte, um zu verhindern, daß die Tür nochmals "einschnappt".
Auf Papier-Pakete werden als Abschluß Beiträge von den Kindern und von den anderen Personen auf den Situationskärtchen, sowie Beiträge, die von beiden Seiten kommen könnten, mit verschiedenen Farben aufgeschrieben.

Publikation: Wir und die anderen

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