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Mit dem Kopf durch die Wand?

Gruppenstunde | Alter: 10-13 | Aufwand: hoch

Ziel

Kinder sind gegenüber Erwachsenen oft in der schwächeren Position. Dies wird vor allem spürbar, wenn sie ihre Wünsche und Vorstellungen äußern. Daher ist es notwendig, Kindern Alternativen zu dem einfachen "ich will aber" zu eröffnen.
In dieser Gruppenstunde sollen verschiedene Arten des Handelns und Argumentierens erprobt werden, um die eigenen Interessen besser gegenüber Erwachsenen durchsetzen zu können.

Material

  • Packpapier, Decken, Spagat, ... für eine "Wand"
  • Zwei Puppen oder Stofftiere, möglichst groß
  • Eine Sprechblase
  • Circa zehn Situationskärtchen
  • Stecknadeln
  • Für jedes Kind zwei Kärtchen auf verschiedenfärbiges Papier kopiert. Eines mit der Aufschrift "Yeah, super Argument" und eines "Versuch es einmal anders".
  • Naps (oder andere Süßigkeiten), eventuell als Mauerstücke "getarnt". (Auf rotes Naturpapier geklebt, auf dem Ziegelsteine aufgemalt sind)
  • einen Ball

Aufbau

Angeregt durch das dargestellte Sprichwort werden die Kärtchen mit Situationsbeschreibungen gesucht.
Dann teilen sich die Kinder in Kleingruppen (circa drei Kinder) und sammeln Ideen zur Argumentation.
Anschließend wird in kurzen Rollenspielen ausprobiert, wie man Erwachsene überzeugen kann.
Zum Schluß wird noch "Argumentenball" gespielt.

 

Vorbereitung


Vor der Gruppenstunde spannst du durch den Raum eine Schnur, an der du diverse Decken und Packpapier so befestigst, dass eine Wand entsteht. Auf beiden Seiten der Wand soll soviel Platz sein, dass alle Kinder deiner Gruppe gleichzeitig dort stehen können. In diese Wand machst du ein Loch, durch das man auf die andere Seite der Wand steigen kann. Hinter der Wand steht ein Körbchen mit den Naps oder sonstigen Süßigkeiten. Die Puppe oder das Stofftier sind so plaziert, dass der Eindruck entsteht, sie läuft mit dem Kopf gegen die Wand. Bei der Puppen/dem Stofftier ist eine Sprechblase mit der Aufschrift: "Manchmal will ich mit dem Kopf gegen die Wand rennen." befestigt.

Warum


Du erklärst den Kindern nun, dass es einen Grund geben muss, warum die Puppe durch die Wand rennen will. Genau genommen hat sie sogar zehn
Gründe, die auf Kärtchen stehen, die im Gruppenraum versteckt sind. Die Kinder suchen nun diese.

Wenn alle Situationskärtchen gefunden sind, werden sie vorgelesen und mit einer Stecknadel an die künstliche Wand gesteckt.


Die 3.A hat morgen Mathematikschularbeit. Deshalb wollen die Kinder keine Deutschhausübung für morgen bekommen.
Streit mit Deutschlehrer/in

Petras Mutter/Vater geht immer mit ihr Gewand einkaufen und bestimmt, was gekauft wird. Sie möchte ihr Gewand aber selbst aussuchen.
Streit mit Mutter/Vater

Der Klassenlehrer/die Klassenlehrerin der 2.C hat bisher immer bestimmt, wohin der Wandertag gemacht wird. Diesmal wollt ihr selbst das Ziel aussuchen.
Streit mit Klassenlehrer/Klassenlehrerin

Eine CD, die Max gerne haben möchtest, gibt es nur noch diese Woche billiger. Da er nicht genug Geld hat, möchte Max sein nächstes Taschengeld schon früher bekommen.
Streit mit Mutter/Vater

Karin möchte bei ihrem Freund oder ihrer Freundin übernachten.
Streit mit Vater/Mutter

Bei Alexanders neuen Walkman klemmt eine Taste. Er möchte, dass das auf Garantie repariert wird.
Streit mit Verkäufer/in

Michaela möchte sich einen Bildband von ihrem Vater/ihrer Mutter ausborgen, um ihn in der Schule ihrenn Freunden und Freundinnen zu zeigen.
Streit mit Vater/Mutter

Ein paar Freun/innen wollen am Bahnhof Kinderkarten für eine Bahnfahrt lösen. Sie haben aber keine Ausweise, in denen ihr Geburtsdatum steht, mit.
Streit mit Schalterbeamten/Schalterbeamtin

Einige Schüler/innen der 2.B wollen, dass im Musikunterricht auch einmal über Pop-Musik gesprochen wird und ihre Lieblings-CDs gespielt werden.
Streit mit Musiklehrer/in

Georg möchte in seiner Wohnung eine Party mit circa 20 Leuten machen.
Streit mit Mutter/Vater


Argumente, Argumente, Argumente


Du erklärst nun: "Es kann vorkommen, dass ihr gern etwas tun wollt, aber irgendein Erwachsener damit nicht einverstanden ist. Da muss man dann meistens gut erklären können, warum man dies will, damit die Erwachsenen einem zustimmen. Man kann nicht einfach mit dem Kopf durch die Wand, da ist es einfacher Löcher in der Wand zu suchen. Vor solchen Löchern steht jedoch meist ein Erwachsener, den du überzeugen musst, dass er zur Seite tritt."

Nun bittest du die Kinder sich in Kleingruppen (ca. drei Kinder) aufzuteilen, und ein Situationskärtchen von der Wand zu nehmen. In der Kleingruppe sollen die Kinder Argumente und Strategien finden, wie sie einen Erwachsenen von ihren (auf den Kärtchen beschriebenen) Wünschen überzeugen könnten. Wenn die Kleingruppen mit ihren Überlegungen fertig sind, stellt sich das Kind, das den Erwachsenen spielt vor das Loch hin, und die anderen versuchen es nun von ihren Anliegen zu überzeugen. Die Kinder der anderen Gruppen können währenddessen zuschauen, und mit von dir vorbereiteten Kärtchen ("Yeah, super Argument" oder "Versuch es einmal anders") die spielenden Kinder unterstützen.

Wenn eine Gruppe "ihren Erwachsenen" überzeugt hat, kann ein Kind durch das Loch hinter die Wand schlüpfen und für alle Kinder eine Süßigkeit
zur Stärkung hervorholen.
Danach ist die nächste Gruppe an der Reihe den Erwachsenen von ihren Anliegen zu überzeugen.


Ein treffendes Argument


Zum Schluss könnt ihr noch "Ein treffendes Argument " spielen; ein Ball symbolisiert das treffende Argument. Dabei steht ihr alle in einem Kreis, auf einer Seite der Wand. Das Kind, das den Ball hat fängt an. Es ruft den Namen eines anderen Kindes, wirft ihm den Ball zu und steigt durch das Loch auf die andere Seite der Wand. Das Kind, das als letztes den Ball zugeworfen bekommt, wirft ihn durch das Loch wieder zu den anderen Kindern, steigt selber durch, und so kann das Spiel weitergehen.

Autor/in: Julia Klaban und Ursi Schrei

Publikation: KiK 104

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Schlagwörter: Konflikte, Mitbestimmung, Ich