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Streit-Post

Gruppenstunde Spiele | Alter: 8-10 | Aufwand: mittel

Ziel

Die Kinder probieren und üben anhand von vorgegebenen Situationen, wie sie bei Konflikten reagieren können, sodass der Ausgang des Konflikts für beide Seiten vertretbar ist.

Material

  • 2 Stimmungsscheiben: eine Kartonscheibe in Form eines Halbkreises, wo auf der einen Seite eine Sonne, auf der anderen Seite eine dunkle Wolke und vielleicht ein Blitz aufgezeichnet ist. In der Mitte unten soll ein Pfeil befestigt sein, der sich drehen läßt, sodass er zur Sonne oder zur Wolke zeigen kann
  • Requisiten für das Rollenspiel (sind bei den jeweiligen Situationen angeführt)

Aufbau

Zu Beginn wird "Rückenpost" mit Begriffen, die etwas mit Konflikten zu tun haben, gespielt. Danach werden im Rollenspiel Konflikt-Situationen und mögliche Lösungen ausprobiert. Es wird bewertet, ob diese Lösungen für beide Seiten in Ordnung sind. Am Schluss wird ein Brief mit Streit-Tipps abgeschickt.

 

Rückenpost


Zum Einstieg spielt ihr ein paar Durchgänge "Rückenpost" (Spielemappe 4.18) mit Wörtern, die mit Streiten zu tun haben (z.B. raufen, unfair, schimpfen): Die Kinder sitzen in gleicher Blickrichtung hintereinander am Boden. Das Kind, dem ein Begriff einfällt, setzt sich ans Ende der Reihe und "schreibt" die Buchstaben des Wortes mit dem Finger auf den Rücken des Vorderkindes. Hat das davor sitzende Kind den Begriff erkannt, so schreibt es ihn auf den Rücken seines Vorderkindes. So wandert der Begriff durch die Reihe, bis das vorderste Kind den Begriff sagt, der bei ihm angekommen ist.

Was soll das?!


Nun geht es ans Rollenspielen. Du hast die Konflikt-Situationen (siehe unten) auf Kärtchen vorbereitet. Jeweils zwei Kinder suchen sich ein Kärtchen aus und erhalten die dazugehörigen Requisiten. Die beiden Kinder spielen die Situation und den Ausgang des Konflikts vor. Hast du mit deiner Gruppe erst selten Rollen gespielt, dann könntest du Handpuppen (z.B. aus Kochlöffeln) vorbereiten, und die Kinder leihen den Handpuppen ihre Stimmen.

Ist das fair?


Im Anschluss an das Rollenspiel bekommen die beiden spielenden Kinder eine "Stimmungsscheibe" umgehängt. Der Rest der Gruppe ist in zwei gleich große Kleingruppen geteilt, die jeweils zu einer der im Rollenspiel verkörperten Personen "gehören". Anhand der Stimmungsscheibe überlegen die Kleingruppen, ob und wie zufrieden "ihre" Person mit dem Ausgang des Konfliktes ist.

z.B.: Daniel kann sich nicht durchsetzen: Er darf sich den Film nicht ansehen und muss ins Bett. Daniels Kleingruppe einigt sich darauf, dass Daniel sehr enttäuscht und wütend ist. Daher wird der Zeiger auf Daniels Stimmungsscheibe zur dunklen Wolke gedreht. Die Stimmungsscheibe des Vaters wird von der anderen Kleingruppe eingestellt. Er ist recht zufrieden, daher zeigt der Zeiger in Richtung Sonne.

Sollte es wie in der eben beschriebenen Situation geschehen, dass die Stimmungsscheiben sehr verschieden eingestellt werden, so ist der Konflikt wahrscheinlich nicht fair abgelaufen. Daher beratschlagen die Kinder, wie eine fairere Lösung des Konflikts aussehen könnte. Auch diese Lösung wird gespielt und bewertet wie oben beschrieben. Hat die Gruppe eine Lösung gefunden, die alle fair finden, so spielt ihr die nächste Situation.

Situationen:


Helene nimmt Max seinen Lieblingsteddy weg und reißt ihm einen Arm aus, weil Max zum hunderttausendsten Mal seine Märchenkassette mit voller Lautstärke aufgedreht hat. Helene hat Max davor schon einige Male gebeten, die Kassette leiser zu hören.
Requisiten: Teddy

Paul will mit seinem Heft nach vor zur Tafel gehen. Am Weg dorthin stellt ihm Stefanie ein Bein, und Paul fällt hin. Stefanie hat nämlich vorher das Gerücht gehört, dass Paul nicht mehr ihr Freund ist.
Requisiten: Schulheft (Paul), Tisch (hinter dem Stefanie sitzt)

Sarah hat ihre Hausübung gemacht, aber sie hat darauf vergessen, das Hausübungsheft in ihre Schultasche zu packen. Ihr Lehrer behauptet, dass Sarah die Hausübung gar nicht gemacht hat.
Requisiten: leerer Schulrucksack (Sarah), ein Stück Kreide (Lehrer)

Daniel mag sich einen Film im Fernsehen anschauen, auf den er sich schon gefreut hat. Morgen in der Schule werden sicherlich alle über diesen Film reden. Sein Vater ist grantig, weil ihm das Gulasch angebrannt ist und sagt, dass der Film zu spät ist und dass Daniel jetzt ins Bett muss.
Requisiten: TV-Programm (Daniel), Daniels Kuscheltier (Vater)

In der Straßenbahn schimpft eine Frau darüber, dass Frederik so laut telephoniere.
Requisiten: Handy (Frederik), Sackerl (Frau)

Ab in den Postkasten!


Am Schluss sammelst du mit den Kindern Streit-Tipps: Was haben die Kinder im Rollenspiel gemacht, damit der Streit gerecht ausgeht? Du notierst diese Tipps auf Briefpapier und adressierst den Brief an die Kinder in den Streit-Situationen. Dann werft ihr den Brief beim nächsten Postkasten ein.

Autor/in: Christine Anhammer und Lisi Paulovics

Publikation: Kumquat_4/01

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Schlagwörter: Konflikte, Mitbestimmung