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Osterbräuche bei uns und anderswo

Gruppenstunde | Alter: 8-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Sicher kennt jede/r von uns Osterbräuche, vielleicht kennen die einen aber die einen und die anderen die anderen und vielleicht kennen wir manche sogar gar nicht. Bei dieser Spielaktion haben die Kinder nun die Gelegenheit, Bräuche aus Österreich und anderen Ländern kennen zu lernen. Wenn du diese Aktion so wie hier beschrieben durchführst, dauert sie länger als 1 Stunde. Deswegen kannst du diese Aktion verkürzen oder in den Ferien durchführen.
Es geht einerseits um die spielerische Auseinandersetzung mit verschiedenen Bräuchen und andererseits um das Kennenlernen.

Material

  • Bräuche in verschiedenen Schriftarten (siehe unten) entweder in Eiform oder in verschiedenen Schachteln (z.B. Filmdosen, Überraschungseiern)
  • Zutaten für Schokoladefondue (Obst, Schokolade,...)
  • Symbole auf Zettel (je eines für jeden echten Brauch - siehe Kopiervorlage) - auf der Rückseite der Österreich-Kärtchen ergibt sich eine Karte mit der Umgebung der Pfarre bzw. ein Plan der Pfarrräumlichkeiten

Aufbau

"Prof. Brauchtum" begleitet die Kinder durch das Spiel. Die Kinder suchen Hinweise, setzen sie zusammen und stellen sie pantomimisch dar. Dafür erhalten sie Bilder, deren Rückseite eine Karte ergibt, die die Kinder zu den Zutaten für den Osterbrauch der Zukunft führt: Schokoladefondue. Dieses genießt ihr gemeinsam zum Abschluss.

 

Willkommen in der Zukunft


Wir befinden uns in der Zukunft, in der es ein großes Problem ist, dass sich niemand mehr so genau an Osterbräuche erinnern kann. Es gibt zwar schon noch so etwas wie "Bräuche", die gemacht werden, aber keiner weiß mehr so genau, woher sie kommen und ob es überhaupt "ursprüngliche Bräuche" sind. "Prof. Brauchtum" (ein/e Gruppenleiter/in) taucht auf und bittet die Kinder um Hilfe, denn er möchte eine Zeitung herausgeben, in der Bräuche rund um Ostern, vor allem aus Österreich dokumentiert werden. Er/Sie bleibt die ganze Zeit in Reichweite, um mit Rat und Tat den Kindern auf der Suche nach Osterbräuchen zur Seite zu stehen.

Hinweis gesucht


"Prof. Brauchtum" schickt die Kinder nun los und sagt ihnen, dass in der Umgebung Hinweise versteckt sind. Einerseits können diese in Eiern (Überraschungseiern oder Filmdosen bzw. auf eiförmigen, gelben Zetteln) versteckt sein oder sie sind einfach nur so in der Natur zu finden.

Tipp: Wenn du Hinweise versteckst, zähle sie vorher ab, damit du weißt, ob die Kinder alles gefunden haben. Außerdem wäre es gut, wichtige Informationen doppelt zu verstecken.

In diesen Eiern sind auf Kärtchen Teile von Bräuchen zu finden. Wenn die Kinder einige Eier bzw. Hinweise gefunden haben, werden sie entdecken, dass diese in verschiedenen Schriftarten geschrieben sind. Nachdem sie diese nach den unterschiedlichen Schriften geordnet haben, haben sie eine Liste von Bräuchen aus Österreich, aus anderen Ländern und erfundene Bräuche. (siehe Material)

Am Bazar


Wenn die Kinder einige Hinweise richtig zusammengesetzt haben, erzählt "Prof. Brauchtum" von einem Bazar, zu dem sie die Hinweise bringen sollen, um herauszufinden, welche Bräuche nun die echten sind und welche die falschen. Der/die Gruppenleiter/in, der/die beim Bazar sitzt, spricht allerdings eine Fantasiesprache und so sollen die Kinder die Bräuche pantomimisch darstellen.

Wenn die Kinder einen richtigen Brauch dargestellt haben, bekommen sie ein Symbol dafür und werden für die Zeitung fotografiert. (Symbole siehe Material und Bräucheliste)

Die Kinder können schon während der Suche hin und wieder zum Bazar gehen und müssen nicht warten, bis sie alle Hinweise gefunden haben.

Der Osterbrauch der Zukunft


Nachdem auch diese Aufgabe gelöst wurde, tritt "Prof. Brauchtum" wieder in Aktion. Er erinnert die Kinder daran, dass zu Ostern auch viel gesucht wird. Die Teile der Bräuche aus Österreich ergeben eine Karte, auf der einige Hinweise eingezeichnet sind. Du hast, bevor du die Seite mit den österreichischen Bräuchen zerschnitten hast, auf die Rückseite einen Plan vom Spielgebiet gezeichnet.

Zu diesen Orten, die auf dem Plan deutlich markiert sind, sollen die Kinder nun gehen. Dort werden sie verschiedene Dinge finden (z.B. Obst, Schokolade). Außerdem ist ein besonderer Ort eingetragen, bei dem sich alle wieder treffen. Dort hast du die Schokolade der Überraschungseier eingeschmolzen und die Kinder bekommen als Belohnung für ihre Hilfe beim Erstellen der Zeitung über Bräuche den Osterbrauch der Zukunft: Gemeinsam esst ihr Schokoladefondue! (Wenn das zu kompliziert ist, könnt ihr auch einfach Obst in Schokosauce tunken.) "Prof. Brauchtum" bedankt sich bei den Kindern und freut sich über die tolle Zeitung über Osterbräuche!

Variante für mehr Kinder und Gruppenleiter/innen


Wenn ihr mehr Gruppenleiter/innen seid, könnt ihr auch noch "Zeitpolizisten/innen" in das Spiel einbauen, die den Kindern, die zu auffällig nach Hinweisen suchen, einige wieder abnehmen. Dabei sollen sie nicht ständig anwesend sein, sondern nur einen kleinen Spannungsmoment in das Spiel bringen. Die Hinweise werden von den "Zeitpolizisten/innen" natürlich wieder versteckt, wenn die Kinder nicht herschauen. Außerdem ist eine zweite Ansprechperson am Bazar bzw. ein zweiter Bazar gut.
Je nachdem, wie viele Kinder mitspielen, kannst du natürlich auch die Anzahl der Hinweise variieren.

Material

Osterbräuche international


Das Aufstellen eines großen Osterkreuzes hat hierzulande eine lange Tradition. Das Holz für das Kreuz stammt vom Weihnachtsbaum, der am 6. Jänner abgeschmückt und für diesen Zweck aufgehoben wurde. Am Ostermorgen vor dem Gottesdienst bringen die Kinder der Kirchengemeinde Blumen und schmücken damit das Kreuz.
(Kalifornien) Symbol: Kreuz

Der 2. Osterfeiertag wird dazu genutzt, um mit der Familie ein großes Picknick zu machen. Zu essen gibt es "Torta di Pasquetta", ein salziger Kuchen mit gekochten Eiern und Spinat.
(Italien) Symbol: Picknickkorb

Es werden am Karfreitag Veilchen ausgesät. Das sind die Blumen der Göttin Persephone, diesen Brauch nennt man "Veilchen aussähen".
(Bretagne) Symbol: Veilchen

Die Menschen ziehen kurz vor Sonnenaufgang am Ostermontag in kleinen Prozessionen auf die nahe gelegenen Hügel. Sie begrüßen die Sonne, Symbol für die Auferstehung Christi, mit einem Tanz. In einigen Gegenden versucht man, mit einem Wasserbassin die Reflektionen der tanzenden Sonnenstrahlen einzufangen.
(Wales, Großbritannien) Symbol: Sonne

Früher war es üblich, Schulanfänger/innen das ABC aufzuschreiben, es klein zu zerschneiden und in der Früh mit ihrem Karfreitagsei zusammen zu servieren.
(Deutschland) Symbol: ABC

Wer am Karfreitag in einen Fluss springt, einen am Grunde liegenden Kieselstein herausholt und diesen mit der linken Hand weit hinter sich wirft, soll das ganze Jahr über von Zahnschmerz verschont bleiben.
(Tschechien) Symbol: kleiner Stein

Am Palmsonntag werden Freund/innen und Bekannte leicht mit der Birkenrute geschlagen. Das soll Glück bringen und erinnert an die Palmwedel, mit denen Jesus vor 2000 Jahren in Jerusalem empfangen wurde.
(Finnland) Symbol: Palmwedel

Am Ostersonntag heißt es: Ohren zuhalten! Dann nämlich ziehen die Kinder mit allem, was Krach macht, durch die Straßen und beenden so die "stille Woche".
(Finnland) Symbol: Ratsche

Die Kinder freuen sich am meisten auf den Samstag, der "langer Samstag" genannt wird. Dann verkleiden sie sich mit Kopftüchern und langen Röcken als "Osterweiber", rennen mit einem Kaffeekessel von Tür zu Tür und betteln um Süßigkeiten.
(Schweden) Symbol: Kopftuch

Osterbräuche in Österreich


Die Osterpredigt hatte früher auch das Ziel, die Hörer/innen nach der Zeit des Leidens und des Gedächtnisses an das Leiden zum Lachen zu bringen ("risus paschalis"), was man dann Osterlachen nennt.
Symbol: lachendes Gesicht

Zum christlichen Osterfest gehört auch das Osterlamm. Entstanden ist das Osterlamm aus dem Ritual der Juden, zum Passahfest ein Lamm zu schlachten und zu verspeisen. Dabei wird das Lamm zum Gedenken an Gott geschlachtet. Im Christentum wurde das Tier symbolisch zum Lamm Gottes und wird, versehen mit der Fahne als Zeichen des Sieges, als Symbol des Lebens verstanden. Mit seinem weißen Fell ist es daneben auch ein Symbol für Reinheit und friedliche Lebensweise und soll damit als Zeichen des Friedens dienen.
Symbol: Lamm

Die Verbindung des Hasen mit Ostern hat verschiedene Ursachen: So war früher in Byzanz der Hase ein Symbol für Christus, der im Tod das Leben gebracht hat. Da der Hase keine Augenlider hat, schläft er mit "offenen Augen". Zum anderen gilt der Hase wegen seiner starken Vermehrung mit bis zu 20 Jungen im Jahr als Symbol der Fruchtbarkeit, was zum Fest der Auferstehung und des Lebens passt. Auch der Termin des Osterfestes lässt eine Verbindung zum Hasen zu: Das Osterfest wird am ersten Sonntag des Frühlingsvollmondes gefeiert - der Hase gilt als Mondtier.
Symbol: Hase

Der Brauch, zu Ostern Eier zu verschenken, hat verschiedene Ursprünge. Bereits in der Urchristenzeit war das Ei Sinnbild des Lebens und der Auferstehung, sodass Toten ins Grab ein Ei mitgegeben wurde: Das Ei hält etwas verborgen, ist wie ein verschlossenes Grab. Aus einem scheinbar toten Körper schlüpft schließlich etwas Lebendiges. Damit wird die Beziehung zur Auferstehung Christi deutlich. Auch die Frage nach der Ewigkeit kann durch die Form des Eies - ohne Anfang und Ende - und die Frage, ob zuerst Ei oder Huhn war, gedeutet werden.
Symbol: Osterei

Daneben war das Ei im Mittelalter eine Berechnungseinheit für Pacht und Zins. Zu Ostern, als feststehendem Zahlungstermin, wurden den Grundherren als Gegenleistung für gepachtetes Land Eier überreicht. Zudem war während der Fastenzeit auch der Genuss von Eiern untersagt. Bis zum Osterfest, das die Fastenzeit beendet, sammelten sich somit viele Eier an.
Symbol: Osterei

Das Licht gilt als Zeichen des Lebens. Die Osterkerze und die Lichtfeier zu Beginn der Liturgie haben ihre frühesten Wurzeln in der Sitte der alten Kirche, die Osternacht mit zahlreichen Kerzen zu erhellen.
Symbol: Kerze

Auch die Tradition des Osterfeuers reicht in die vorchristliche Zeit zurück. Das Feuer ist schon im Altertum den Menschen und Göttern heilig gewesen. Mit Frühlingsfeuern wurde in heidnischer Zeit die Sonne begrüßt, die als Mittelpunkt des Lebens galt. Dieser Kult sollte Fruchtbarkeit, Wachstum und die Ernte sichern. Die Bedeutung der Frühlingsfeuer wurde im 8. Jahrhundert in Frankreich auf den christlichen Glauben übertragen. Der Sieg über den Winter und das Erwachen nach einer langen kalten Zeit wurden auf die Auferstehung Jesu umgedeutet, der als Licht der Welt die Finsternis erhellt. Die Entzündung des heiligen Osterfeuers ist ein zentrales Ereignis für die Christ/innen. Das Feuer wird am Ostersamstag vor der Kirche entfacht und geweiht. Daran wird die Osterkerze entzündet, die dann in feierlicher Prozession mit dreimaligem Singen des "Lumen Christi" (Licht Christi) in die noch dunkle Kirche getragen wird. In zahlreichen Gemeinden werden am Abend des Ostersonntags große Osterfeuer abgebrannt, die wiederum mit der Osterkerze entzündet werden.
Symbol: Holzscheit

Der Ursprung des Osterwassers liegt in vorchristlicher Zeit. Das Wasser gilt als Ursymbol des Lebens und der Fruchtbarkeit. In den Jahrhunderten nach Christus wurde es als Symbol für das Leben mit Ostern in Zusammenhang gebracht. So wurde schon seit dem 2. Jahrhundert das Taufwasser nur zwei Mal im Jahr geweiht, nämlich in den Nachtfeiern von Ostern und Pfingsten. Nach dem Volksbrauch muss das Osterwasser in der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang aus einem Bach geschöpft und schweigend nach Hause getragen werden. Es soll ein ganzes Jahr lang Augenleiden, Ausschlag und andere Krankheiten heilen, für ewige Jugend und Schönheit sorgen.
Symbol: Wasser

Erfundene Osterbräuche


Es ist üblich, dass man am Karsamstag die Schuhe verkehrt herum trägt, dies soll ein Gefühl von Neuem vermitteln.

Der Ursprung des Brauchs lila Halstücher zu tragen, stammt von der Farbe der Blumen, die zu der Zeit blühen. Wer während der Feiertage ein lila Halstuch trägt, schützt sich vor dem bösen Blick.

Für viele ist es üblich, am Ostertag schon sehr früh aufzustehen. Sie wollen den neuen Tag damit begrüßen, dass sie schon vor Sonnenaufgang einen langen Spaziergang hinter sich haben.

Der Brauch des frisch gepressten Saftes stammt schon von unseren Vorfahren. Während der Fastenzeit durfte kein Saft getrunken werden. Am Ostersonntag erfreuten sich alle über die frisch gepressten Säfte, die ein Zeichen von Frühlingserwachen bedeuten.

Sowie am Gründonnerstag immer nur Grünes gegessen werden darf, darf man am Palmsonntag nur lauter rote Speisen zu sich nehmen.

Schon immer war es so, dass am Ostermontag großzügige Essensspenden verteilt wurden. Die Bauer/innen schlachteten mehr Tiere und die Bäcker/innen backten mehr Brot. An diesem Tag sollten es sich alle zusammen gut gehen lassen.

Publikation: Fasten- & Osterzeit

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Jahreskreis: Ostern

Schlagwörter: Ostern, Religiöses, Gesellschaft, Spaß