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Ein neuer Weg

Gruppenstunde | Alter: 12-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

In diesem Kreuzweg wollen wir uns damit auseinandersetzen, wie Jesus zu Unrecht zum Tode verurteilt wurde. Dieses Ereignis war und ist nicht einmalig, denn auch noch heute, 2000 Jahre später, werden Menschen zu Unrecht verfolgt, verhaftet und getötet.

Jesus hat in seinem Leben, mit seinen Taten und mit den Aussagen, die er getroffen hat, einen neuen Weg eingeschlagen. Er war immer für die Menschen da, obwohl sie ihn am Ende verlassen haben. Andere Menschen hat er nicht verurteilt, sondern versucht, ihnen entgegen zu kommen. Durch seine Auferstehung hat er die Welt verändert. Wir können den Menschen Jesus als Vorbild sehen und an das Gute glauben.

Jesus steht auch in unserem Leben immer an unsere Seite, gerade dann, wenn uns Unrecht widerfahren ist und wir einen Weg finden müssen, damit umzugehen.

Dieser Kreuzweg beschäftigt sich teilweise mit recht anspruchsvollen und schwierigen Themen. Bevor du diesen Kreuzweg mit deinen Kindern machst, überlege dir, ob und inwieweit du ihnen schon diese Themen zumuten kannst.

Material

  • Liedertexte ("Wes Geistes Kind seid ihr" und "Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens")
  • Zettel
  • Stifte
  • Kyrie zum Vorlesen
  • Bibelstellen zum Vorlesen
  • aktuelle Zeitungsausschnitte über Menschenrechtsverletzungen, Naturkatastrophen, Krieg, u.Ä.
  • Liste mit Menschenrechten (diese findest du z.B. auf der Homepage von Amnesty International)
  • Plakat
  • Klebstoff
  • Rufzeichen (aus Papier ausgeschnitten)
  • Schuhsohlen (aus Papier ausgeschnitten)

Aufbau

Der Kreuzweg besteht aus 4 Stationen zu den Themen:

  • Der andere ist auch ein Mensch
  • Wegen Hochverrat zum Tod verurteilt
  • Protest gegen Unrecht
  • Ein neuer Weg beginnt

 

Wir beginnen den Kreuzweg mit einem Kreuzzeichen und einem Lied. (z.B. "Wes Geistes Kind seid ihr").

1. Station: "Der andere ist auch ein Mensch"


Diese Station findet am Eingang zur Kirche statt.

Zu Beginn wird die folgende Geschichte gelesen:
"So ein unfähiger Dummkopf", sagt ein Staatschef über den anderen.
"Die da drüben, die redet immer nur Unsinn", sagt eine Politikerin einer Partei über die Politikerin einer anderen Partei.
"So ein gemeines und dreckiges Gesindel", sagt jemand zu einem Gefangenen.
"Wir werden dich schon fertig machen", sagt eine Sportlerin zum anderen.
"Sie unfreundlicher Miesmacher", sagt ein Nachbar zum anderen.
"Haben sie den Führerschein im Lotto gewonnen?", sagt eine Autofahrerin zur anderen.
"Wenn ihr noch einmal so einen Krach macht in der Nacht, dann könnt ihr aber was erleben", sagt ein Erwachsener zu Jugendlichen.
"Könnt ihr nicht einmal ruhig sein", sagt die Lehrerin zu den Schülern.
"Du bist so ein blöder Trottel", sagst du zu mir.
"Selber Trottel", sage ich zu dir.

Es ist in vielen Situationen einfach, andere Menschen zu beschimpfen und ihnen Gemeinheiten an den Kopf zu werfen. Viel schwerer fällt es uns oft, den Menschen, mit denen wir zu tun haben, einmal zu sagen: "Das find ich gut." oder "Ich mag dich so, wie du bist". Warum ist es so, dass wir so schnell andere wegen irgendetwas schlecht machen, anstatt zuerst zu sehen, was sie alles gut machen?

Probiert doch mal aus, euch nette Dinge mitzuteilen. Das muss nicht mit Worten sein, sondern kann auch anonym und schriftlich erfolgen. Das funktioniert so, dass du allen Kindern einen Zettel auf den Rücken klebst. Dann forderst du sie auf, den anderen auf deren Zettel etwas Nettes drauf zu schreiben. Wenn ihr wollt, könnt ihr die Zettel am Schluss vorlesen, aber ihr müsst nicht.

Warum machen wir uns Feinde? Menschen auf der ganzen Welt werden wegen unterschiedlicher Dinge als Feinde/innen angesehen und verstoßen. Zu diesem Thema gibt es auch eine Stelle in der Bibel.

Mt 5, 43-47: Von der Liebe zu den Feinden
Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

Jesus hat uns an vielen Beispielen versucht zu verdeutlichen, wie man am besten auf Unrecht reagiert.

Kyrie:

(Bitte such drei Kinder, die das Kyrie lesen wollen)

  • Guter Gott, viele Menschen werden verfolgt, weil sie eine andere Hautfarbe haben. Sie werden zu Feinden gemacht.
    Herr, erbarme dich unser.
  • Jesus Christus, viele Menschen werden gehasst, weil sie andere Gewohnheiten haben. Sie werden zu Feinden gemacht.
    Christus, erbarme dich unser.
  • Guter Gott, viele Menschen werden eingesperrt, weil sie ihre Meinung offen gesagt haben. Sie werden zu Feinden gemacht.
    Herr, erbarme dich unser.

2. Station: "Wegen Hochverrat zum Tod verurteilt"


Diese Station findet bei der 1. Station des Kreuzweges statt.

Wir wollen noch einmal auf die Bibelstelle Bezug nehmen, die wir gerade gehört haben. Was könnte es für uns heißen, dass wir unsere Feinde lieben sollen? Wir versuchen anzuerkennen, dass der/die andere, den/die wir nicht leiden können, auch ein Mensch ist, gleich wichtig und wertvoll wie wir selbst. Er/sie hat darum Anspruch darauf, wie ein gleichwertiger Mensch behandelt zu werden.

Dass ist oft nicht so leicht. Im Alltag verurteilen wir oft andere und werden von anderen verurteilt. Es braucht nur jemand etwas zu sagen, was uns nicht so ganz passt und es kann passieren, dass wir/sie ihn verurteilen.

Jesus wurde auch zu Unrecht verurteilt. Das, was er zu sagen hatte, hat den anderen nicht gefallen und sie haben ihn zum Tod am Kreuz verurteilt.

Mt 27, 11-14: Die Verhandlung vor Pilatus
Als Jesus vor dem Statthalter stand, fragte ihn dieser: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete: Du sagst es. Als aber die Hohenpriester und die Ältesten ihn anklagten, gab er keine Antwort. Da sagte Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, was sie dir alles vorwerfen? Er aber antwortete ihm auf keine einzige Frage, sodass der Statthalter sehr verwundert war.

Jesus war mit dem, was er sagte auf Ablehnung gestoßen. Deswegen haben sie ihn verurteilt und er musste sterben. Oft entscheiden die, die Macht haben und nicht diejenigen, die im Recht sind. Weltweit werden die Menschenrechte nicht beachtet und viele Menschen werden zu Unrecht verfolgt, eingesperrt und zum Tode verurteilt. Das gilt für Kinder und Erwachsene, für Menschen aller Rasen und Nationen.

Du hast Zeitungsberichte ausgeschnitten und aufgelegt. Themen könnten z.B. sein: Menschenrechtsverletzungen, Krieg, Naturkatastrophen,...Außerdem hast du einige oder alle Artikel der Menschenrechtskonvention auf Zettel vorbereitet. Die Kids sollen sich nun überlegen, welche Zeitungsberichte und/oder Menschenrechte sie auf das vorbereitete Plakat kleben wollen. Wenn den Kindern noch andere Themen einfallen, können sie sie natürlich auch auf das Plakat schreiben. Es könnten Situationen sein, die die Kinder in ihrer direkten Umgebung als ungerecht erleben, z.B. Situationen in der Schule oder in der Familie.

3. Station: "Protest gegen Unrecht"


Diese Station findet beim Ambo statt.

Den ersten Schritt haben wir gemacht, wir haben uns angeschaut, wo Unrecht geschieht. Wir haben auch betont, dass es wichtig ist, dass wir die anderen als Menschen sehen und gleichwertig behandeln. Das heißt aber natürlich nicht, dass man Unrecht, das begangen wird, hinnimmt. Wir wollen keinen Menschen zu Unrecht verurteilen und ihn schlecht behandeln, aber wir wollen sehr wohl etwas unternehmen, wenn dieser Mensch etwas macht, das nicht in Ordnung ist.
Auch hier gibt es eine Bibelstelle dazu:

Mk 11, 15ff : Die Tempelreinigung
Dann kamen sie nach Jerusalem. Jesus ging in den Tempel und begann, die Händler und Käufer aus dem Tempel hinauszutreiben; er stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler um und ließ nicht zu, dass jemand irgendetwas durch den Tempelbezirk trug. Er belehrte sie und sagte: Heißt es nicht in der Schrift: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes für alle Völker sein? Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht. Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten hörten davon und suchten nach einer Möglichkeit, ihn umzubringen. Denn sie fürchteten ihn, weil alle Leute von seiner Lehre sehr beeindruckt waren. Als es Abend wurde, verließ Jesus mit seinen Jüngern die Stadt.

Jesus hat uns gezeigt, dass wir dagegen protestieren sollen, wenn die Stärkeren den Schwächeren schaden. Jesus war selbst einer von denen, die nicht mächtig und einflussreich waren.
Auch wir sind oft die Schwächeren gegenüber den Erwachsenen und gegenüber den Starken und Einflussreichen in diesem Land und auf der Welt.
Sicher wissen wir aber viel, wogegen wir protestieren wollen und was wir verändern wollen.

Auf das Plakat, das wir bei der letzten Station gestaltet haben, wollen wir nun Rufzeichen kleben. Auf diese Rufzeichen können die Kids nun Möglichkeiten schreiben, was sie gegen Unrecht tun können. Sie müssen dabei nicht daran denken, die ganze Welt zu verändern, sondern können auch an Situationen in ihrer nächsten Umgebung denken und Möglichkeiten dafür aufschreiben.

4. Station: "Ein neuer Weg beginnt"


Diese Station findet beim Altar statt.

Jesus wurde hingerichtet. Heißt das, dass jeder Protest gegen Unrecht, jede Auseinandersetzung mit Starken und Mächtigen vergeblich ist? Nein, denn die Jünger und Jüngerinnen von Jesus haben einen neuen Weg gefunden. Sie haben angefangen, miteinander so zu leben, dass es unter ihnen keine Starken und keine Schwachen gibt.
Der Apostel Paulus schreibt an eine Gruppe solcher Christ/innen:

Gal 3, 26-29: Glaube und Gottessohnschaft
Ihr seid alle durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid "einer" in Christus Jesus. Wenn ihr aber zu Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben kraft der Verheißung.

Es kann schon sein, dass unser Protest nicht immer sofort gehört wird und unsere Vorschläge zu Veränderung nicht gleich in die Tat umgesetzt werden, aber trotzdem wollen wir es versuchen! Außerdem ist es sicher einfacher, wenn es mehrere versuchen, als wenn man alleine gegen den Strom schwimmen muss.

Wir malen unsere Schuhe auf ein Papier und schneiden sie aus. Jede/r schreibt auf einen Fußabdruck das, was er/sie für sich selber versuchen möchte, um andere nicht mehr zu Unrecht zu verurteilen und mit auf den "neuen Weg" zu kommen. Diesen Schuh kann sich jedes Kind mit nach Hause nehmen. Den anderen kleben wir als Weg vom Plakat weg, als neuen Weg, auf dem wir alle gehen wollen. (Wer will, kann auch auf diesen Schuh noch etwas schreiben.)

Wir beten gemeinsam das Vater Unser und singen evtl. zum Abschluss noch ein Lied z.B. Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens.

Publikation: Fasten- & Osterzeit

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Jahreskreis: Fastenzeit

Schlagwörter: Fastenzeit, Kreuzweg, Bibel, Religiöses