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Der Splitter im Auge deines Bruders

Messmodelle

Hintergrund

Das Gleichnis vom Splitter im Auge des Bruders fordert uns zu etwas mehr Großmütigkeit gegenüber den Fehlern anderer auf, also zu dem großen Mut, anderen positiven zu begegnen und vor allem nicht in Schwarz-Weiß-Malereien zu verfallen. Dieser Gedanke steht im Mittelpunkt der Verkündigung dieses Gottesdienstes.

Material

  • Große Kartonmaske
  • kleine Kartonmasken zum Umbinden (Anzahl soll der der Kinder entsprechen)

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Eröffnung
  • Kyrie
  • Verkündigung
  • Friedensgruß

 

Bibelstellen

1. Lesung: Sir. 27, 4-7

Im Sieb bleibt, wenn man es schüttelt, der Abfall zurück; so entdeckt man die Fehler eines Menschen, wenn man über ihn nachdenkt. Töpferware wird nach der Brennhitze des Ofens eingeschätzt, ebenso der Mensch nach dem Urteil, das man über ihn fällt. Der Art des Baumes entspricht seine Frucht; so wird ein jeder nach seiner Gesinnung beurteilt. Lobe keinen Menschen, ehe du ihn beurteilt hast; denn das ist die Prüfung für jeden.

2. Lesung: 1 Kor. 15, 54-58

Schwestern und Brüder!
Wenn sich dieses Vergängliche mit Unvergänglichkeit bekleidet und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit, dann erfüllt sich das Wort der Schrift: Verschlungen ist der Tod vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch Jesus Christus, unseren Herrn. Daher, geliebte Schwestern und Brüder, seid standhaft und unerschütterlich, nehmt immer eifriger am Werk des Herrn teil und denkt daran, dass im Herrn eure Mühe nicht vergeblich ist.

Evangelium: Lk 6, 39-45

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Kann ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in eine Grube fallen? Der Jünger steht nicht über seinem Meister; jeder aber, der alles gelernt hat, wird wie sein Meister sein.
Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge siehst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen, während du den Balken in deinem eigenen Auge nicht siehst? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus seinem Auge; dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen. Es gibt keinen guten Baum, der schlechte Früchte hervorbringt, noch einen schlechten Baum, der gute Früchte hervorbringt. Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten: von den Disteln pflückt man keine Feigen, und vom Dornstrauch erntet man keine Trauben. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist; und ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil ein seinem Herzen Böses ist. Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.

Hintergrund Evangelium:

Einleitung


Der Abschnitt des heutigen Evangeliums beschließt die Feldpredigt mit drei verschiedenen, gleichnishaften Bildworten: Vom Blinden, der einen Blinden führt; vom Splitter und Balken im Auge; vom Baum, der schlechte Früchte bringt. Dabei hebt Lukas die Forderung sehr hervor, dass es niemandem nützt, wenn er die Worte Jesu hört und für gut hält, aber sie nicht in die Praxis umsetzt. Lukas betrachtet die Vorgabe Jesu als für jeden Christen praktikabel.

Der Blinde in der Grube


Jesus sagt: Wer andere Menschen führen will, braucht offene Augen. Auch der Jünger bzw. Gemeindevorsteher darf nicht selber blind sein er muss sehen, worum es geht, was der Mensch braucht und ihm gut tut. Er muss auf seine Augen achten. Die Augen sind im Verständnis Jesu der Glaube. Wer nicht glaubt, ist ein Blinder. Dass mit demjenigen, der den Blinden führen will, Jesus selbst gemeint ist kommt im Vers 40 deutlich zum Ausdruck: "Der Jünger steht nicht über seinem Meister", aber der Jünger wird sein "wie sein Meister" wenn er "gelernt hat". Jesus stellt damit den "gelehrigen und 'gläubigen" Jünger auf seine Stufe, die Stufe des Meisters. Jesus möchte also, dass möglichst viele Jünger(innen) auf seine Stufe kommen. Es handelt sich dabei um eine Ermutigung Jesu für seine Jünger, um sich durch Belästigungen und Verfolgungen nicht beirren zu lassen. Für die Jünger Jesu beißt das, ihrem Meister, nämlich Jesus, in allem zu folgen.

Splitter und Balken im Auge


Im zweiten Bild des heutigen Evangelium geht es wieder um das Sehen (= Glauben). Wer einen Splitter oder sogar einen Balken im Auge hat, kann eigentlich nicht gut sehen bzw. glauben. Jesus regt die heuchlerische Sorge für das Seelenheil und die Fehler des anderen auf wenn der Mensch und Christ über seine eigenen Fehler hinwegsieht. Jesus schildert dieses Missverhältnis mit dem Gleichnis vom Splitter und Balken im Auge. Wer sich in der Gemeinde als "sehender Führer der anderen profilieren will, soll nicht über die Forderungen Jesu noch hinausgehen wollen. Der Jünger soll Ja wie der Meister sein. Am Liebesgebot als oberste Norm orientiert sich geschwisterliche Zurechtweisung, Urteilen und Gemeindeführung. Nur wer seine eigenen Fehler erkannt hat und sie korrigiert hat, hat dieses geschwisterliche Recht. Selbstkritik führt dazu, mit Kritik am Bruder oder der Schwester und mit Verurteilung vorsichtig zu sein. Jesus warnt damit die Jünger vor überheblichem Besserwissen und dem Anspruch moralischer Überlegenheit. Diese Warnung ist gerade heute brandaktuell.

Der Baum und die Früchte


Bei den Juden unterschied man gute Bäume, den Feigenbaum, den Weinstock mit guten, das heißt essbaren Früchten, und schlechte Bäume, die Disteln und der Dornstrauch, mit schlechten, das heißt für den Menschen ungenießbaren Früchten. Das Kriterium der guten und schlechten Früchte lässt an eine sittlich bedenkliche Einstellung oder Praxis in der Jüngerschaft bzw. in den christlichen Gemeinden schließen. Eine genaue Beschreibung gegen welche Strömungen in der Urkirche sich Lukas richtet - z.B. Pharisäer oder Zeloten -ist nicht möglich. Die Jüngerschaft Jesu lässt sich von den "guten Früchten", vom praktisch feststellbarem "Erfolg" her beurteilen. "Ein guter Mensch bringt Gutes hervor" gilt nicht nur für Lehrer und Meister, sondern für alle Jünger. Von den minderwertigen Pflanzen -Dornen und Disteln - können keine hochwertigen Früchte wie Trauben und Feigen geerntet werden. Diese Erfahrungstatsache gilt auch im Umgang mit "Heuchlern", deren Früchte nur hochwertig sind, wenn "in ihrem Herzen Gutes ist". Das abschließende Sprichwort belegt das: "Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.". Die Rede des Mundes und die Taten des Menschen legen die Qualität seines Herzens offen. Wenn Wort und Tat nicht übereinstimmen, wird jedes Christsein unglaubwürdig - auch daran hat sich bis heute nichts geändert.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern


Eröffnung


Beim Einzug wird eine überdimensionale Maske aus Karton mitgetragen. Das Gesicht der Maske ist zur Hälfte weiß, zur Hälfte schwarz. Die Maske wird für alle gut sichtbar im Altarraum aufgestellt.

Kyrie


Jesus Christus, es ist schwierig, einen Menschen wirklich zu kennen, so wie es nicht möglich ist, das Gesicht hinter einer Maske zu erkennen. Darum urteilen wir oft vorschnell über einen anderen. Herr, erbarme dich.

Jesus Christus, oft urteilen wir über einem Menschen nach dem ersten Eindruck, ohne viel von ihm zu wissen. Du aber willst, dass wir einander nicht Richter, sondern Freunde sind. Christus, erbarme dich.

Jesus Christus, oft legen wir uns selbst eine Maske an und machen anderen etwas vor. Du willst, dass wir das nicht notwendig haben. Herr, erbarme dich.

Verkündigung


Im heutigen Evangelium haben wir gehört, dass wir nicht so kleinlich sein sollen, und uns über "den Splitter im Auge deines Bruders" nicht aufregen sollen. Das heißt, wir sollen nicht immer die kleinen Fehler und Schwächen der anderen beanstanden - wir haben ja auch Fehler.

Wir sollen etwas großmütiger sein, das heißt den Mut haben, nicht nur einen kleinen Teil beim anderen zu sehen, sondern den ganzen Menschen. Es passiert ja oft, dass jemand immer nur eine Seite eines Menschen sieht und ihn gleich danach beurteilt. Dann sagt man: der ist gut oder: der ist schlecht. Aber das ist eine Schwarz-Weiß-Malerei.

Zur Veranschaulichung dieses Gedankens werden die Kinder gebeten, nach vorn zu kommen. Jedes Kind bekommt eine einfache Papiermaske nach dem Vorbild der großen Kartonmaske, die es sich umbinden kann. Wenn jetzt ein Kind, das die Maske trägt, von der Seite betrachtet wird, dann sieht man nur die schwarze oder nur die weiße Seite - je nachdem, an welcher Seite man steht.

Oft sieht man von einem Menschen nur eine Seite und urteilt dann gleich ganz über ihn. Man muss jemanden also schon besser kennen, um über ihn etwas sagen zu können. Im Evangelium steht, wie wir mehr von Menschen erkennen können: Nach den Früchten beurteilen, heißt zu überprüfen, was jemand tut. Wir sollen also nicht über andere urteilen, vielleicht weil wir gehört haben, dass sie dies oder das gesagt hätten, sondern uns davon überzeugen, was sie wirklich getan haben.

Weiters kann man jemand besser kennenlernen, wenn wir ihm oft zuhören. Im Evangelium heißt es, "wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund." Wir erfahren, was andere interessiert, was sie für Meinungen haben, wenn wir ihnen zuhören, sie danach fragen, uns dafür interessieren. Am wichtigsten ist es, uns nicht zu schnell ein Bild über den anderen zu machen, seine kleinen Fehler nicht als das wichtigste hinzustellen und keine Schwarz-Weiß-Malereien zu machen.

Friedensgruß


Frieden ist nicht, wenn wir in aller Ruhe nebeneinander leben. Frieden ist, wenn wir miteinander leben, wenn wir einander kennen, wenn wir keine Masken mehr tragen müssen. Frieden ist, wenn wir einander nicht verurteilen, und nicht verletzen. Frieden ist, wenn wir sein können, wie wir sind, ohne Angst haben zu müssen, von den anderen gerichtet zu werden. Als Zeichen dieses Friedens geben wir einander die Hände.

Publikation: effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 8. Sonntag

Schlagwort: Gottesdienst

 

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