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Bibbern, frieren, Kälte spüren — Die Eisheiligen sind da!

Gruppenstunde | Alter: 9-12 | Aufwand: mittel

Material

  • erfundene Geschichte über die Eisheiligen für das erste Spiel
  • Plakat mit den Daten über die Eisheiligen
  • Bauernregeln in mehreren Teilen zum Zusammensetzen
  • Wetterberichte des Monats Mai der vergangenen Jahre

Aufbau

Bei dieser Gruppenstunde setzt ihr euch mit dem Thema "Eisheilige" auseinander. Zu Beginn reist ihr in eine kalte Gegend, wo ihr spielerisch mit dem Thema in Kontakt kommt. Danach schaut ihr euch gemeinsam an, wer die Eisheiligen eigentlich waren und bei welchen Problemen man sich an sie wenden kann. Dann schaut ihr euch die Bauernregeln, die sich über die Eisheiligen gebildet haben, an und überprüft, ob sie heute noch gültig sind, indem ihr sie mit den Wetterberichten der vergangenen Jahre vergleicht. Mit einem Spiel schließt ihr das Thema wieder ab.

 

Einleitung


Von 11. bis 15. Mai haben sie ihren Namenstag, die 5 Eisheiligen: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie. In einigen Regionen zählt man nur vier dazu, manchmal auch nur drei. Sie alle sind schon vor vielen Jahrhunderten verstorben und vielen Menschen nur mehr aufgrund des Wetters bekannt. An diesen Tagen im Mai soll es nämlich zu einem Kälteeinbruch kommen.

Die kalten Winde


Am Beginn der Gruppenstunde lädst du deine Kinder ein, sich mit dir auf eine Wanderung in die Berge zu begeben. Da es da sehr kalt ist, bewegt ihr euch schneller und lauft herum. In dieser Berggegend lauern allerdings ganz schrecklich kalte Stürme, nämlich Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius, und die kalte Sofie. Während ihr euch nun durch die Gegend bewegt, erzählst du die Geschichte dieser 5 Winde. Z.B.: "Vor langer, langer Zeit, lebte ein altes Ehepaar namens Pankratius und Sofie. Sie hatten 2 Söhne Servatius und Bonifatius. Als es eines Tages besonders stürmisch draußen war, beschlossen sie,..."
Jedes Mal, wenn nun einer dieser Namen auftaucht, müssen alle im Raum eine Aktion durchführen. Bei Pankratius könnt ihr wie ein Eiszapfen in irgendeiner Position erstarren, bei Servatius werden alle durch den starken Wind an die Wand gedrückt, bei Bonifatius hocken sich alle zum Schutz auf den Boden, bei Sofie müssen sich alle wegen der Wirbelwinde am Platz drehen, bei Mamertus müssen alle zusammen in dieselbe Ecke des Raumes laufen (ohne sich diese vorher auszumachen).

Nach dem Spiel erklärst du deinen Kindern, worüber ihr euch in dieser Stunde unterhalten wollt. Vielleicht haben ja schon einige Kinder erkannt, dass es sich bei den Namen um die Eisheiligen gehandelt hat. Nun könnt ihr euch gemeinsam anhand der Lebensgeschichten der Heiligen anschauen, wer diese Heiligen waren und was sie getan haben. Am besten erzählst du deinen Kindern kurz die wichtigsten Daten, die du vielleicht auf einem Plakat zusammengeschrieben hast.

Kopfweh und Co


Interessant ist es auch, wofür die Eisheiligen Patron/innen sind und bei welchen Beschwerden bzw. Problemen man sich im Gebet an sie wenden kann.
Mamertus: Patron der Ammen, Hirten und der Feuerwehr; man wendet sich an ihn bei Brustkrankheiten, Fieber und Dürre
Pankratius: Patron der Erstkommunikant/innen und Kinder; man wendet sich an ihn bei Krämpfen und Kopfschmerzen.
Bonifatius: gilt als Apostel der Deutschen
Servatius: Patron der Lahmen, der Schlosser und Tischler; man wendet sich an ihn bei Fußleiden, Rheumatismus, Fieber, Todesfurcht, Frostschäden, Mäuse- und Rattenplagen und beim Lahmen von Tieren
Sophie: Patronin gegen Spätfröste; sie ist zuständig für das Wachsen der Feldfrüchte

In mehreren Gruppen können sich die Kinder nun zu einem oder mehreren Heiligen überlegen, wie es dazu kam, dass die fünf gerade dafür zuständig sind. Eine Begründung könnte zum Beispiel so aussehen: "Pankratius ist Patron für Kopfweh, weil er so groß war, dass er sich überall den Kopf angehaut hat", oder: "Servatius ist Patron für Mäuseplagen, weil er so gern Käse gegessen hat, dass seine Eltern nie welchen hatten, wenn sie ihn gebraucht haben".

Danach stellt jeweils eine Gruppe ihre Erklärungen den anderen pantomimisch dar und die anderen können nun versuchen, diese zu erraten. Eine Gruppe sagt nun z.B., "Pankratius ist Patron für Kopfweh, weil..." und stellt es nun gemeinsam dar. Bei schwierigeren Erklärungen kann man den anderen Gruppen helfen, indem man einige hinweisende Wörter verrät.

Bauernregeln


Wie bereits erwähnt, sind die Eisheiligen heutzutage für ihre Namenstage, die auf die Tage von 11. bis 15. Mai fallen, bekannt, an denen es zu einer auffallenden Kälte kommen soll. Über die Jahrhunderte sind deswegen einige sogenannte Bauernregeln zu jenen Heiligen entstanden.
Diese hast du im Vorhinein in zwei Teile zerschnitten (am besten in der Mitte entlang dem Querstrich), die nun von deinen Kindern wieder zusammengebaut werden sollen.
Danach könnt ihr die Bauernregeln mit den Wetterberichten der vergangenen Jahre vergleichen und euch überlegen, wie genau diese sind. Unter folgender Adresse findest du die Wetterdaten der vergangenen Jahre: http://www.zamg.ac.at/klima.

  • Ehe nicht Pankratius, Servatius und Bonifatius vorbei/ ist nicht sicher vor Kälte der Mai.
  • Wenn‘s an St. Pankratius gefriert / wird viel im Garten ruiniert.
  • Mamertus, Pankratius, Servatius / steh‘n für Kälte und Verdruss.
  • Pankraz und Servatius sind zwei böse Brüder, / was der Frühling gebracht, zerstören Sie wieder.
  • Pankratius und Servatius sieht man ungern, / denn dies sind zwei gestrenge Herrn!
  • Pankrazi, Servazi, Bonifazi / sind drei frostige Bazi, / und am Schluss fehlt nie / die kalte Sophie.
  • Pankratius hält den Nacken steif, / sein Harnisch klirrt vor Frost und Reif.
  • Pankraz und Urban ohne Regen / versprechen reichen Erntesegen.”
  • Pankraz / macht erst dem Sommer Platz.
  • Kalte Sophie wird sie genannt, / denn oft kommt sie mit Kälte daher gerannt.

Alles neu macht der Mai


Zum Abschluss begebt ihr euch in den Monat Mai, wo ihr den Eisheiligen begegnet und ihr euch die gehörten Bauernregeln noch einmal in Erinnerung ruft.

Immer ein Kind schlüpft in die Rolle eines/r Eisheiligen, indem es ein Taschentuch in die Hand nimmt. Es stellt sich den anderen Kindern gegenüber im Raum auf und beginnt die erste Zeile einer Bauernregel vorzusagen, die anderen müssen gemeinsam mit dem 2. Teil antworten, damit sie weglaufen können. Dafür hast du die Bauernregeln im Raum aufgehängt, damit man sie nochmals durchlesen kann. Nach der Antwort ruft der/die Eisheilige eine Zahl. (Die Zahl sollte allerdings nicht größer sein als die Hälfte der Mitspieler/innen.) Zeigt er/sie z.B. vier, müssen die Kinder in Vierergruppen zusammen gehen, damit sie nicht gefangen werden können und frieren müssen. Die Gruppen können und sollen sich wieder auflösen und neu bilden, um andere vor dem/der Eisheiligen zu schützen. Wird ein einzelnes Kind von dem/der Eisheiligen erwischt, ist es der/die neue Eisheilige. Wenn der/die Eisheilige kein einzelnes Kind berühren konnte, kann er/sie erneut nach einer Bauernregel fragen und eine Zahl rufen oder es legt das Taschentuch auf den Boden und ein anderes Kind schlüpft in die Rolle.

Autor/in: Johannes Kemetter

Publikation: kumquat "macht" 1/2009

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Schlagwörter: Religiöses, Natur, Spaß