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„Meine Kinder hören mir nicht zu!“ stöhnen viele Gruppenleiter/innen.

Woran es liegen kann und was du tun kannst.

Für störendes Verhalten gibt es immer Gründe, und sie sind oft gut nachvollziehbar: Lucie möchte Ari etwas ganz Wichtiges erzählen. Draußen ist gerade eine Dame mit einem komischen Hut vorbei gegangen. Manuel hat keine Lust, dir zuzuhören, weil du ihn vorher angeschnauzt hast. Max kennt sich nicht aus und weiß nicht, was du eigentlich willst. Konstantin ist frustriert, weil er einen 5er auf die Englisch-Schularbeit bekommen hat. Matthias, Oliver und Fabian erschnüffeln gerade, dass jemand einen „fahren gelassen“ hat und rufen ganz laut „Wäh!“ Sandra hat keine Lust herumzusitzen und bringt dich auf die Palme, damit sich etwas tut.

Gründe?

Wenige Gründe für das Nicht-Zuhören sind offensichtlich. Viel öfter tappen wir eigentlich im Dunkeln. Um aber förderlich reagieren zu können, ist es wichtig zu wissen, was los ist.
Wir haben einige Gründe für das Nicht-Zuhören sowie Möglichkeiten, förderlich zu reagieren, gesammelt. Vielleicht findest du in dieser Sammlung auch Hinweise, die dir in deiner Gruppe helfen können. Auf jeden Fall aber gilt: Wenn dir nicht klar ist, warum deine Kinder nicht zuhören, frag’ sie doch! Und – wichtig – sei wirklich an der Antwort interessiert. Manchmal wird von Erwachsenen die Frage „Warum hörst du nicht zu?“ nämlich auch als Meckerfrage eingesetzt - damit ist aber niemandem wirklich geholfen. Sei auf die Antwort neugierig und nimm Anregungen oder Beschwerden der Kinder ernst. 

Lange Erklärungen

Lange Erklärungen verlangen den Kindern zu Beginn der Gruppenstunde Konzentration ab, die sie nach einem langen Schultag oft nicht mehr aufbringen können oder wollen. Hilfreich kann es sein zu überlegen, wie du die anfängliche Erklärung möglichst kurz und trotzdem anschaulich halten kannst. Vielleicht kannst du dazu Material verwenden, denn das macht die Kinder oft neugierig, oder auch manche Dinge erst später erklären.

Redebedarf

Wenn deine Kinder nicht in die gleiche Schule oder Klasse gehen, haben sie einander wahrscheinlich einiges aus den vergangenen Tagen zu berichten. Damit sie das nicht genau dann tun, wenn sie dir zuhören sollen, gib den Kindern zu Beginn der Gruppenstunde ein bisschen Zeit zum Plaudern. Außerdem kannst du so selbst erfahren, wie es den Kindern geht und was gerade los ist.

Vorher überlegen

Wiederkehrende Situationen, mit denen du nicht zufrieden bist, solltest du dir in Ruhe zu Hause durch den Kopf gehen lassen und überlegen, wie du einmal anders auf das Verhalten der Kinder reagieren kannst. Das gibt dir sozusagen einen „Vorsprung“ den Kindern gegenüber, und du kannst aus unangenehmen, eingefahrenen „Spielen“ aussteigen – d.h. überlegen, was zu dieser wiederkehrenden Situation führen könnte. Am besten ist es dann, genau bei diesen Umständen einzuhaken und so die Lage zu ändern.

Manchmal verlangt es die Stimmung in der Gruppe, flexibel in der Gruppenstundengestaltung zu sein. Es hat keinen Sinn, ein noch so gut vorbereitetes Programm „durchzuziehen“, wenn die Kinder nicht möchten. Wobei es oft einfach nur einer kleinen Pause oder Änderung bedarf, um dann weitermachen zu können. Wenn du merkst, dass „etwas nicht passt“, sprich die Kinder darauf an und vereinbart, wie es weitergehen soll. Das soll nicht heißen, dass du die Gruppenstunde bei kleinen Störungen abbrechen sollst; manchmal braucht es einfach ein Schäufelchen Motivation, und das Programm läuft weiter. Aber es gibt einfach auch Tage, an denen das Programm einfach nicht funktionieren will und ihr euch auf etwas anderes einigen solltet.

Wie reagieren?

Wie wir in Stresssituationen (und darum handelt es sich, wenn du möchtest, dass die Kinder dir zuhören und sie davon keine Notiz nehmen) handeln, hängt stark von unserer Persönlichkeit ab. Du kannst sicherlich einschätzen, ob du eher zu der Gruppe von Menschen gehörst, die bei der kleinsten Störung schon recht scharf reagieren oder ob du erst dann etwas sagst, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Tipps für die verschiedenen Charaktere sehen natürlich sehr unterschiedlich aus:

  • Früh und eher heftig reagierende Gruppenleiter/innen sollen sich tendenziell die Frage stellen, ob die vorliegende Störung wirklich ein Problem ist oder ob sich die Situation auch ohne ihr Eingreifen entschärfen kann. Sie sollten eher ausprobieren, gelassen zu bleiben und nicht lauter werden.
  • Spät und eher dezent reagierende Gruppenleiter/innen sollen sich tendenziell vor Augen halten, dass sie in ihrer Funktion oft Wichtiges zu sagen haben und dass es notwendig ist, dass alle ihnen zuhören. Sie sollten nicht so lange abwarten und die Initiative nicht immer den Kindern überlassen.

Schwierige Kinder

Es gibt Kinder, die dir als Gruppenleiter/in vielleicht regelmäßig „den letzten Nerv rauben“. In diesem Fall ist es am besten, mit dem Kind nach der Gruppenstunde allein zu reden, um herauszufinden, was hinter dem störenden Verhalten steckt und dadurch das Kind besser verstehen zu können, andererseits aber auch klarzustellen, dass dich das Verhalten des Kindes wirklich stört. Versucht, eine Vereinbarung für die nächsten Gruppenstunden zu schließen, die dann auch wirklich gilt.

Bei speziellen Fragen und Problemen stehen wir dir selbstverständlich gern für ein Gespräch oder auch mit unserem PfarrJungscharService (bei dem wir bei euch vorbeikommen und mit der ganzen Gruppenleiter/innen-Runde z.B. zum Thema „Schwierige Kinder“ arbeiten) zur Verfügung. Ruf einfach im Jungschar-Büro an: 01/ 51 552-3396.

Hanni Traxler, Andrea Jakoubi, Lisi Paulovics

kumquat "Mythen" 1/2013

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