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So ein Tohuwabohu!

Wir sind mit unserer Sprache oft näher an der Bibel dran, als wir denken.

Wir verwenden ständig Redewendungen und Sprichwörter. Sie erleichtern uns unsere Kommunikation. Sie helfen uns, Themen leichter zu verstehen und klarer zu machen. Ein Buch das fast ausschließlich aus sprachlichen Bildern, Geschichten und Redewendungen besteht ist die Bibel. Auch heute noch verwenden wir ganz viele Redewendungen, die aus diesem Buch stammen, und oft ist uns das gar nicht mehr bewusst. Hier haben wir für dich einige Beispiele herausgesucht. Viel Spaß!

„die fetten Jahre sind vorbei“

Diese Redewendung beruft sich auf einen Traum des ägyptischen Pharaos. Zuerst sieht er sieben schöne Kühe aus dem Nil heraustreten, danach sieben abgemagerte. Der Israelit Josef deutete den Traum so, dass auf sieben Jahre des Wohlstande, sieben Jahre Hunger folgen. Aufgrund dieser Geschichte reden wir von den fetten und mageren Jahren.
Gen 41,25-36

„die Leviten lesen“
Ein Buch der Bibel heißt „Leviticus“, es enthält lange Vorschriften für die Priester des früheren Israel, man nannte sie Leviten. Es war im frühen christlichen Mönchtum eine Bußübung, diese Leviten zu lesen. Da das etwas sehr Unerfreuliches war, sagt man heute noch „jemandem die Leviten´“ lesen, wenn man jemanden tadelt, und das natürlich eher etwas Unangenehmes ist. Man macht also jemanden auf etwas aufmerksam, oder hält ihm/ihr eine Standpauke.

„einen Denkzettel verpassen“

Ein Denkzettel soll etwas sein, das eine/n immer an etwas Bestimmtes erinnern soll, man soll es nicht vergessen. Eigentlich hieß das in der Bibel Denkzeichen, die Israeliten sollten sich daran erinnern, was Gott alles für sie und ihre Vorfahren gemacht hatte. Auch heute gibt es so ein Denkzeichen bei den orthodoxen Juden noch. An den Gebetsriemen, die sie um Stirn und Handgelenk tragen, sind kleine Kapseln montiert und darin eingeschlossen sind wichtige Zitate aus der Bibel. Martin Luther verwendete auch das Wort Denkzeichen, doch in seiner Übersetzung wurde es dann zum Denkzettel.
Dtn 6,8 und Dtn 11,18


„Herrje, oh jemine“
Manchmal ruft man spontan, wenn etwas Schlechtes passiert ist „Herrje“ oder „Oh jemine“. Dass auch diese Redewendungen aus Bibel kommen, liegt nahe, aber was sie genau bedeuten sollen, ist nicht gleich auf den ersten Blick erkennbar.
Christus ist der Herr, auf Latein also Jesus Domine, allerdings darf der Name Gottes nicht leichtertig ausgesprochen werden, und so half man sich, indem man das „Jesus Domine“ einfach auf „Jemine“ verkürzte, auf gleiche Weise entstand auch das „Herrje“ aus „Herr Jesu“.
 
„Tohuwabohu“
Tohuwabohu kommt aus dem Hebräischen („tohú wa bohú“). Im Deutschen versteht man darunter Chaos oder Verwirrung. Dieser Begriff kommt gleich im ersten Absatz der Bibel in der Schöpfungsgeschichte vor, allerdings kann man das Wort Tohowabohu nur in einer hebräischen Bibel lesen, auf Deutsch wurde es mit „wüst und leer“ übersetzt. In dieses wüste und leere Chaos brachte Gott dann die Ordnung, also vielleicht ist noch nicht alles vergebens, wenn man noch vom Tohuwabohu spricht.
Gen 1,2

Pater Noster
In manchen alten Bürogebäuden gibt es noch Aufzüge, die Pater Noster genannt werden. Es sind Körbe, die übereinander fahren und man kann in jedem Stockwerk in einen hineinspringen. Pater Noster ist Latein und heißt übersetzt Vater unser. Die Auzüge heißen aber nicht Pater Noster, da man jedes Mal vor Schreck zum hineinspringen ein Vater unser beten muss, sondern weil sie in ihrer Endlosschleife ein wenig an das Rosenkranzbeten erinnern. Beim Rosenkranz wiederholt man immer wieder ein und dasselbe Gebet nacheinander und so fahren auch die Aufzüge beim Pater Noster in einer ewigen Endlosschleife.

Hier noch ein paar weitere Redewendungen aus der Bibel.

„Jemanden unter seine Fittiche nehmen“
Ps 61,5 und Ps 91,4

„ein Herz und eine Seele“
Apg 4,32

„Hände in Unschuld waschen“
Dtn 21,1-9

Kathi Bereis

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